Schlagwort-Archive: The Futureheads

Futureheads or Pastheads?

Eine Wiedervereinigung, die beinahe unbemerkt passierte, das war die von The Futureheads. Schade eigentlich, ich fand diese Band zu ihrer Zeit richtig prima. Es gab eine Zeit, da liefen am Britwoch garantiert einer oder zwei Songs von ihrem Debütalbum. Da waren sie gemeinsam mit Maximo Park die Repräsentanten eines neuen, hektischen Nordostens (Maximo Park aus Newcastle, The Futureheads aus Sunderland). Andererseits, die Band hat dann doch auch nachgelassen. Irgendwann waren ihren Alben irgendwie nicht mehr spannend.

Die Single „Electric Shock“ lädt diese Spannung wieder auf. Die Energie der frühen Tage, man kann sie durchaus knistern hören. Andererseits, diese sonderliche rhythmische Taktung, die einen Tänzer wieder und wieder aus dem Tritt bringt – ob ich das heute auflegen würde? Eher nicht.

Review: Frankie & The Heartstrings

frankie_decency_artwork_541_541Frankie & The Heartstrings – „Decency“

Als sie mir erstmals auffielen mit ihren UK-Singles wie „Ungrateful“ und „Hunger“ – das muss wohl irgendwann 2010 gewesen sein – da habe ich mich sehr gefreut über Frankie & The Heartstrings aus Sunderland. Nicht, weil sie so eine originelle neue Stimme waren, sondern weil sie sich in dieser Zeit, in der auf der Insel gerade die Gitarren verteufelt wurden, davon so gar nicht beeindrucken ließen. Sie wollten, dem Trend trotzend, nichts anderes darstellen als das, was man sich unter einer Brit-Indie-Band vorstellt. Ihr Frontmann Frankie Francis, ein schlaksiger Rotschopf mit Tolle, war genau der Typ Schlauberger, dessen bestes Schulfach früher ganz bestimmt nicht Sport, sondern Literatur war – und er passte perfekt in die Tradition Morrissey / Jarvis Cocker / Lloyd Cole: Blasse Briten, die sich in einer für Grobiane zugeschnittenen Welt durch ihren Zynismus behaupten.

Die Heartstrings spielten dazu pfiffigen Indie-Janglepop, ursprünglich und unverfälscht, mehr 80s als 90s, mehr Housemartins als Britpop, ohne höhere Ansprüche, als genau die Indiegitarren-Nische auszufüllen, die in dieser Zeit so vernachlässigt wurde. Das war genug für ein sehr ordentliches Debütalbum („Hunger“, 2011), das, als wollte es beweisen, wie 80s-Indie es war, auf Platz 32 der UK-Charts einstieg.

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