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Review: The Vryll Society

The Vryll Society – „Course Of The Satellite“

Geduld. Wenn The Vryll Society eine Kerneigenschaft haben, so ist es Geduld. Das zieht sich durch ihre bisherige Karriere, aber es zieht sich auch durch ihre Musik.

Geduld, das war auch das erste, was ihr Entdecker und Mentor Alan Wills von ihnen eingefordert hat. Alan, eine Kultfigur in Liverpool als Ex-Drummer der 90s-Bands Top und Shack, war bekannt als der, der The Coral entdeckt hat, damals, um die Jahrtausendwende etwa. Extra um diese Band zu fördern, startete er sein eigenes Label Deltasonic. Der frühe Erfolg von The Coral (ich sage nur „Dreaming Of You“) gab ihm Recht.  Auch The Zutons, The Dead 60s und die ersten Bands von Miles Kane, The LIttle Flames und The Rascals, fanden auf Alans Label ihre Heimat. Ja, ein paar Jahre war Deltasonic eine große Nummer in Englands Welt der Gitarren. Aber die Implosion der Indie-Szene lief natürlich auch an ihnen nicht spurlos vorbei.

Alans letzte Entdeckung waren dann fünf langhaarige dürre Jungs, die verträumten, trippigen Gitarrensound machten. Und weil Alan eine Old School-Type war, sagte er zu den fünf Buben (natürlich reden wir hier von The Vryll Society) etwas, das man Bands heute normal nicht mehr sagt: „Geht erst mal ein Jahr in den Proberaum, schreibt Songs und noch mehr Songs, probt, probt und probt und spielt euch so richtig aufeinander ein.“ 

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Roundup 3.8.18

Ich war aktiv heute. Auf dem Fahrrad. Steigungen und Abfahrten bei arger Hitze.

Aber ich war nicht der einzige, der heute was getan hat: Die Bands waren heute quasi weltweit superaktiv. Gleich vier neue Videos, die zu diesem Blog passen, stehen online.

Etappe 1: Liverpool. Ein neuer Teaser aus dem kommenden Album von The Coral. Sehr harmonisch ist „After The Fair“ geworden.

Etappe 2: Florida. Ich wollte hier eigentlich schon viel früher was über das SubPop-Signing Yuno schreiben, denn die erste EP dieses Jungen ist famos. Es gibt ein neues Video, diesmal zur Post-Chillwave-Ballade „Fall In Love“.

Etappe 3: Nashville. Das letzte Album von Jason Isbell & The 400 Unit ist über ein Jahr alt, aber das ist umso mehr Grund, einen Liveclip vom Albumhighlight „Cumberland Gap“ zu teilen. Worum geht’s in dem Lied? Jason hat’s mir letztes Jahr im Interview erzählt.

Etappe 4: Perth. Peter Bibby ist schon so ne Type. Er singt vom zu viel Trinken und nichts auf die Reihe kriegen. Aber er hat ein sehr überzeugendes Argument, warum er keinen normalen Job ergreifen kann: „I can’t work for Arseholes.“

 

 

Verse Coral Verse

In den Indiediscos der Welt wird jedes Mal bis zum Sankt Nimmerleinstag „Dreaming Of You“ gespielt werden, aber zum Glück sind The Coral so viel mehr als nur ihr großer Hit.

The Coral, das ist heute ein Gütesiegel. Man weiss, James Skelly & Co treffen immer den Ton, sie können Sixties- und Britpop-Klassizismen exakt anwenden und immer auch minimal brechen, mit dem eingesprenkselten Akkordwechsel, dem unorthodoxen Instrument oder was auch immer ihnen einfällt. Am 10.08. kommt das inzwischen neunte Album der Band aus Hoylake bei Liverpool und mit „Eyes Like Pearls“ gibt’s eine zweite Vorab-Single.

Was kommt denn heut‘ im Fernweh?

„Next Time Around“ ist die inzwischen dritte Single von The Fernweh aus Liverpool – und einmal mehr wurde es eine wirklich feine folky Nu-Merseybeat-Nummer. Na, da zeichnet sich ein prima Debütalbum ab!

Ob dieses Album schon nahe ist oder wir noch Geduld haben müssen, dazu findet man auf ihrer Labelwebsite allerdings keine Angaben. Skeleton Key (die von James Skelly, The Coral, gegründete Plattenfirma) ist zwar die Heimat einiger prima Acts aus Liverpool und Umgebung, aber ihre Website haben sie seit zwei Jahren nicht upgedatet. Noch nicht mal, dass The Fernweh zu ihrem Roster gehören, ist dort verzeichnet. Naja, jeder setzt so seine eigenen Prios, i guess.

Don’t bore us, get to the Coral!

The Coral, insbesondere Sänger James Skelly,  waren zuletzt verstärkt hinter den Kulissen aktiv. Skelly hat nicht nur das Label Skeleton Key gegründet, auf dem er so prima Bands wie The Fernweh oder Rituals fördert, er ist auch einer der Entdecker, frühen Förderer und schließlich Producer der Blossoms (siehe ein Post weiter unten).

Heute meldet sich die Band, die den ewig unzerstörbaren Indiedisco-Evergreen „Dreaming Of You“ auf dem Kerbholz hat (und natürlich noch viel mehr), mit einer neuen Single zurück. „Sweet Release“ ist der Vorbote fürs kommende Album „Move Through The Dawn“, das am 17. August folgt.

Ain’t That The Weh

Erst vor fünf Tagen haben The Fernweh aus Liverpool das Video ihrer zweiten Single „Is This Man Bothering You“ geteilt, da legen sie schon nach: Auch zur B-Seite „Timepiece“ gibt es nun einen Clip. Die A-Seite (siehe ein paar Posts weiter unten) war ein wurliger 60s-Gitarrensong, die B-Seite ist ein flauschiges Psychedelia-Folk-Instrumental.
Das zeigt uns: Die Newcomer haben Bandbreite! Die behalten wir dringend im Auge! Ein dickes Entdeckerlob an James Skelly von The Coral, der The Fernweh auf seinem Label Skeleton Key veröffentlicht.

Review: The Magic Gang

The Magic Gang – „The Magic Gang“

Pssst! Sagt es nicht! Sagt nicht das böse B-Wort!

Ich las mich zuletzt durch ein paar der begeisterten UK-Artikel, die The Magic Gang für ihr Debütalbum erhielten. Kurios: Ein Wort wird einfach nicht genannt, als habe man Angst, dass die vier alle Coolness verlieren, wenn es an ihnen haften bleibt: Britpop.

Britpop ist offenbar immer noch ein schmutziges Wort auf der Insel. Es steht weiterhin und möglicherweise für immer für betrunkene Lads, die „OOAAASIS!“ grölen. Sowie für rückwärts denkende Traditions-Puristen, für die Errungenschaften des neuen Jahrtausends, wie Smartphones oder Spotify, Teufelswerk sind.

Es ist, als herrsche erzwungene kollektive Amnesie. Niemand mag sich daran erinnern, wie aufregend Britpop mal war. Aber so ist das nun mal mit Trends. Es geht mit guten Bands los, alle sind begeistert. Daraus wird eine Welle, die eine Zeitlang alles regiert, bis sie allen zu viel wird. Am Ende der Welle stehen die unoriginellen Nachahmer, die so mies sind, dass sie einem den Spaß an den Bands vergällen, die die Lawine mal ausgelöst haben. Siehe Shoegazing, Grunge, Britpop, eigentlich jeder musikalische Trend ever.

Eine sehr umfangreiche Titelstory im DIY-Magazin nennt die Beach Boys als ersten Vergleich für The Magic Gang. Okay, das ist nicht völlig verkehrt. Aber: Viel näher lägen nun mal bestimmte Britpop-Bands der 90er. Nicht alle waren schließlich damals Hooligans. Da gab es Feingeister wie The Bluetones. Oder Dodgy, die Jäger der verlorenen Melodien. Review: The Magic Gang weiterlesen

Review: Phobophobes

Phobophobes – „Miniature World“

„We have nothing to fear but fear itself“ sagte Franklin D. Roosevelt.

Der Bandname Phobophobes klingt aufs erste Hören wie ein Wortspiel. Er hat aber durchaus eine düstere Bedeutung, denn Phobophobie gibt’s wirklich. Befallen sind Menschen, die schon derart traumatische Angstzustände erlitten haben, dass alleine die Vorstellung vor einem weiteren der Auslöser sein kann, um sie in einen neuen zu versetzen.

Erst mal Schmunzeln und sich dann der Stockdüsternis gewahr werden – ein Name, der sehr passend ist die Stimmungen, die dieses Sextett aus Südlondon erzeugt. Denn was die Phobophobes machen, das ist ein Sound, der mit einem Bein im Varieté steht und mit dem anderen im Gothic. Sagen wir’s so: Es ist die Musik, die solche Figuren wie Papa Lazarou (von The League of Gentleman) oder the Hitcher (von The Mighty Boosh) machen könnten. Was, zugegeben, vielleicht hierzulande recht obskure Referenzen sind.

Versuchen wir also, das auf die übliche Weise zu beschreiben.
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One Fernweh or another

Wenn das Label Skeleton Key sich meldet, heisst’s aufhorchen. Dies ist schließlich die Plattenfirma, die James Skelly, Kopf von The Coral, gegründet hat. Hier bietet er jungen Sixties-Gitarrenbands aus Nordengland und Schottland ein Forum. Morgen erscheint dort erstmals eine Single des Liverpooler Quartetts The Fernweh. Wir hören feine, zum Skeleton Key/Coral-Style passende 60s-Nostalgia.

Na, steuern wir heute auf einen Beitrags-Rekord für meinen kleinen Blog zu? Schon das fünfte teilenswerte Video heute! Mein bisheriger Rekord für einen Tag liegt bei fünf Beiträgen…

Sundown Syndrome

Okay, jetzt lasst uns mal detektivisch vorgehen. Sundowners stammen von der Halbinsel The Wirral, die zwischen Liverpool und Wales liegt und von der auch The Coral stammen. Sundowners veröffentlichen auf dem Label Skeleton Key, das von The Coral-Sänger James Skelly geleitet wird. Zwei Mitglieder der Sundowners wiederum sind die Geschwister Fiona und Alfie Skelly. Sie erzählen, James und Ian Skelly (ebenfalls The Coral) seien die Mentoren und quasi inoffizielle Mitglieder der Band.

Hmm. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage: Die könnten miteinander verwandt sein.

Ein bisschen Googlen ergibt: Die vier Skellys sind in der Tat Geschwister. Fiona Skelly singt in den Sundowners gemeinsam mit Co-Frontfrau Niamh Rowe.

Aber ob verwandt oder nicht – die Single „Find Out For Yourself“ ist eine schöne, schimmernde Nummer zwischen Sixties und Janglepop.  Der Song stammt vom zweiten Sundowners-Album „Cut The Master“, welches in England im April erschien, hier aber aktuell weder auf itunes noch auch Spotify steht. Na sieh mal an – sowas gibt’s auch noch!