Schlagwort-Archive: The Cooper Temple Clause

Review: Red Kite

Red Kite – „raquet“

Soll ich zum Beginn dieses Texts wirklich noch mal The Cooper Temple Clause hervor kramen? Es ist zehn Jahre her, dass die sich getrennt haben! Dan Fisher hat diese Zeit laaange hinter sich gelassen. Aber hey, was war das für eine absolute Lieblingsband! Und sie sind nun mal mein Einstieg in Red Kite, denn ohne die Coopers hätte ich von der Existenz Red Kites vermutlich nix mitbekommen.

Also, Rückblende: TCTC kamen aus Reading vor den Toren Londons. Sie bestanden aus sechs schrägen Einzelcharakteren. Mindestens vier davon waren am Songwriting beteiligt und sie alle trugen ihren speziellen Teil zu einem massiven Gesamtsound bei. Seit der Trennung gibt es Projekte der einzelnen Mitglieder, die sich entsprechend in die verschiedenen Einzelteile dieser Summe aufschlüsseln. Tom Bellamy zum Beispiel, damals Gitarrist und an Keys und Samplern tätig, ist nach Berlin gezogen und hat dort eine Band namens losers am Laufen, deren Sound ich Goth-Prog-Tronica nennen würde.

Hier gehts aber nicht um die losers, sondern um Red Kite. Um die Band, die Dan Fisher ein paar Jahre nach Team Cooper ins Leben gerufen hat und mit der er nun sein zweites Album veröffentlicht. Dan spielte bei TCTC meistens Gitarre, sang manchmal. Vor allem: Er schrieb viele der Songs.

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I Saw The kite

Mann, was habe ich damals The Cooper Temple Clause geliebt! So ca 2002 – 2006 waren die Briten unschlagbar.
Deswegen werde ich weiter ein Auge darauf haben, was ihre Ex-Mitglieder heute so anstellen. Tom Bellamy beispielsweise ist heute bei den losers, Dan Fisher wiederum hat red kite gegründet (wieso haben die’s beide mit der Kleinschreibung?), die vor der Release ihres zweiten Albums „raquet“ stehen. Bevor die Platte am 3.11. erscheint, liegt mit „and yet you miss the sea“ ein neues Vorab-Video vor.

Glückselig-Kite

Ui, was ist denn heute los? Neulich sage ich noch „Sommerloch“, aber in diesen Stunden wird plötzlich ein neues für diesen Blog relevantes Video nach dem nächsten online gestellt!

Dan Fisher wird bei mir für immer einen Stein im Brett haben als einer der Köpfe der famosen The Cooper Temple Clause. Seine Nachfolgeband nennt sich Red Kite. Die hat seit ihrem 2013er-Album „Songs For Crow“ nichts mehr von sich hören lassen. Heute aber erschien die neue Single „Take Care Of Your Own“. Ich bin ziemlich beeindruckt – Red Kite fahren mächtig auf. Ab Minute 2:05 geht’s ab mit dichten Schichten aus x Gitarren, Streichern und hyperaktiven Drums.

Review: Paul Draper

Paul-Draper-PRPaul Draper – „EP One“

Und noch ein Comeback. Von jemandem, der wirklich mal richtig lange in der Versenkung verschwunden war. Paul Draper war der Kopf von Mansun. Mann, was habe ich Mansun geliebt!
Von dieser Band habe ich sogar sämtliche B-Seiten gesammelt! In einer Zeit, in der die UK-Musikindustrie Fans wie mich gnadenlos molk, mit immer neuen Songs, Remixen und Akustikversionen verteilt auf CD1 und CD2 und 7“! Ich wusste, ich werde ausgenutzt, aber ich machte mit, denn ein neuer Mansun-Song, der war es immer wert!

Wir müssen dafür zurück in die zweite Hälfte der 90er. Die ersten Singles des Quartetts aus Chester hatten damals einen ziemlich Oasis-mäßigen Drive, deswegen standen sie schnell im Blickpunkt. Noch war Britpop superduper angesagt.

Mansun entpuppten sich dann aber sehr schnell als weit mehr als nur die nächsten Oasis-Klone. Schon ihre dritte Single war ein karg-windiges Stück über Entfremdung und Isolation („Wide Open Space“), ihre vierte („„Stripper Vicar“) ein frecher Stampfer über einen Pfarrer mit schrägen sexuellen Neigungen (dazu man muss sagen, das dies in der Zeit, als Dinge wie der katholische Mißbrauchskandal in der Öffentlichkeit noch nicht thematisiert wurden, noch ein echter Tabubruch war).

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Review: Minor Victories

PrintMinor Victories – „Minor Victories“

Es lohnt sich halt doch, Alben öfter anzuhören. Mein erster Eindruck vom Album der Minor Victories war kein guter. Ja, ich war regelrecht enttäuscht. Weil die Platte mir nicht das gab, was ich erwartete. Eine gemeinsame Band mit Stuart Braithwaite (Mogwai) und Rachel Goswell (Slowdive)? Da rechnete ich einfach mit himmlischer, transzendenter Musik, die einen beim Hören in andere Sphären hebt. Slowdive waren schließlich immer ätherische Elfen und auch Mogwai sind große Hypnotiker, auch und gerade in letzter Zeit, in der sie Elektronik mehr und mehr miteinbeziehen.

Aber statt zu schweben, zeigt sich das Album der Minor Victories sehr geerdet. Es schreitet daher wie mit Bleischuhen und die Gitarren rammen mit einer breiten Wucht, als wollten sie Schlosstore durchbrechen.

Ich hätte halt gleich genauer lesen sollen. Minor Victories sind schließlich zu viert, sie haben noch die beiden Mitglieder Justin und James Lockey – und Justin ist es, der im Kern dieses Experiments steht.

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Britwoch – Secret Classics

Ich habe mal wieder ein Spotify-Playlist angelegt: „Britwoch Secret Classics“

Der Gedanke dahinter: In all den Atomic-Jahren gab es immer Songs, die vielleicht keine großen Hits außerhalb der Britwoch/smart club-Welt wurden, die ich aber zu ihrer Zeit ziemlich pushte und auch regelmäßig im Set einsetzte. Der eine oder andere Song (nicht jeder) wurde dann wenigstens innerhalb der Atomic-Mauern zum Hit. Einige dieser Titel sind inzwischen vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten – und deswegen könnte es doch ganz nett sein, sie mal wieder zu hören, zumal viele Songs ja aus der Zeit stammen, als man noch nicht jedes Lied shazaamen konnte.

Btw – diese Liste werde ich sicher immer mal erweitern. Alleine, während ich diese Zeilen schrieb, habe ich acht Tracks dazu gefügt, weil mir immer noch eine passende Nummer einfiel…