Schlagwort-Archive: The Beta Band

Shake your Grass!

Ich finde ja: Grasscourt aus dem britischen Städtchen Stroud sind eine sehr feine Band, die – das ist erfreulich – so einige Fäden aufgreift, die seit der Trennung von The Beta Band vor einigen Jahren unbeachtet im Wind flatterten. Sie verweben diese Fäden dann noch mit ein bisschen whimsical 60s- und Britfolk-Ästhetik (vgl. The Fernweh) und heraus kommen Songs wie die neue Single „Sense To Me“. Wir sehen im Video: Grasscourt, die als Duo anfingen, sind inzwischen zum Quintett angewachsen.

„Sense To Me“ ist zu finden auf einer 4-Song-EP namens „Connect Pt. 3“. Korrekt, die Fortsetzung von den EPs „Connect Pt.1“ sowie „Connect Pt. 2“. Insgesamt ist das doch eigentlich jetzt ein Album.

I’ll get me Court

Als Grasscourt aus dem britischen Städtchen Stroud vor ca. neun Monaten ihre letzte Single „Come Alive“ veröffentlichten, da schrieb ich, das Duo erinnere mich an eine Mischung aus Teenage Fanclub und The Beta Band.

Heute gewinne ich keinen Originalitätspreis, denn genauso würde ich auch ihre neue Single charakterisieren. Aber hey, diese Beschreibung ist ein dickes Lob. Und „We Go Again“ ist prima.

OMG that is a Mason!

Steve Mason hat auf seinem vierten Solo-Album eine einschneidende Veränderung vorgenommen. Der einstige Kopf von The Beta Band hat seine letzten Platten immer im Alleingang zusammen gestöpselt und genau dies beim kommenden Album („About The Light“, VÖ 18.01.) nicht getan. Statt dessen hat Steve die Songs im Studio mit seiner Liveband erarbeitet und eingespielt. Als Producer war niemand anders als Stephen Street (The Smiths, Blur) an Bord. Der Vorab-Single „Walking Away From Love“ merkt man’s sofort an: Der Song klingt einfach organischer als das, was Mason uns zuletzt so lieferte. (Auch wenn das ebenfalls lässig war.)

Beispiele für Steve Mason vorher/nachher nach dem Break…

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Getting to know you Swell

Es gibt Zeiten, da entdecke ich wenige neue Clips auf youtube, die ich gleich begeistert teilen und kommentieren möchte. Ab und zu pickt mein itunes-Shuffle in diesen Phasen eine alte Lieblingsband und stupst mich damit an, doch mal diese Favoriten von früher zu featuren.

Heute daher: Swell. Eine Band aus San Francisco, die ich in den 90s sehr sehr liebte. So richtig groß wurden sie nie, weil sie in keine der damaligen Indie-Schubladen passten: Grunge, Shoegazing, Britpop, das alles waren sie nicht. Am ehesten kann man sich vielleicht  eine gewisse Verwandtschaft zu Americana und Pavement’schem LoFi-Pop  einbilden, aber dazu war ihr Sound eigentlich zu kristallklar und zu wenig melodiös-folky.

Anyway. Die Lieder von Swell zeichnen sich eigentlich immer durch folgende Elemente aus: 1. Eine Akustikgitarre, die einen stoisch-lässigen Rhythmus vorgibt. 2. Drums, die klingen, als seien sie aus Pappe. 3. Eine E-Gitarre, gerne mit Bottleneck gespielt, die für ein bisschen Verzerrung und Noise, aber auch die Melodie sorgt. 4. Der gelassene (Sprech)-Gesang von David Freel. (Klar, Bass ist auch immer dabei. Außerdem: Keyboards übernehmen manchmal die Rolle von (3)).

Auch wenn sie sich immer auf diese Elemente verlassen, haben Swell doch seit 1989 eine nie langweilige Discographie akkumuliert. Alle paar Jahre gibt’s ein neues Album, aber dass Bandkopf David Freel weiterhin aktiv Swell-Platten macht (die letzte ist von 2014), ist sogar an mir als langjährigem Follower vorbei gegangen – denn zuletzt erschienen sie auf Freels eigenem Label, ohne dass die Welt viel davon mitbekommen hätte. Na, da habe auch ich etwas nachzuholen.

Na, jedenfalls. Swell haben das gefunden, was man sich als Band wünscht: Einen wirklich eigenen, unverwechselbaren, steincoolen Sound. Drei Songs noch nach dem Break.

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Review: Django Django

Django_Django_Born_Under_Saturn_Album_CoverDjango Django – „Born Under Saturn“

Talk about a Luxusproblem! Als Django Django mit ihrem Debüt auftauchten, da kamen sie buchstäblich aus dem Nichts. In Schottland hatten sie praktisch isoliert von der Außenwelt an der Platte herum gefrickelt – aber unerwartet etwas fabriziert, auf das sich alle einigen konnten. Indiepop, der schlau war, aber nicht abgehoben, groovy und mit eigenem Charakter. Die Kritiken auf der Insel waren super, ein Hype kam ins Rollen, die warner kam an Bord und lizenzierte das Album für den Rest der Welt.

Die Ausgangspositionen für die Aufnahmen des Nachfolgers hätten also nicht unterschiedlicher sein können. Vor ihrem Debüt wussten nicht mal ihre Nachbarn, dass Django Django Musik machten – heute sind sie eine Band, die rund um die Welt bejubelt wurde, die rund um die Welt tourte (sie sollen von schüchternen Studenten zu ziemlichen Rampensäuen geworden sein) und deren zweites Album rund um die Welt mit offenen Armen erwartet wird.

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