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Review: Boy Azooga

Boy Azooga – „1,2, Kung Fu!“

Heute schreibe ich ganz einfach mal drauf los, okay? Es ist nämlich so: Ich finde die junge neue Band Boy Azooga aus Wales so richtig prima. Aber wenn man sich an so einen Text setzt, dann braucht man normal einen Ansatzpunkt, mit dem aus man die Sache anpackt. Oder einen Schwerpunkt, auf den man die Betonung legt. Die Jungs von Boy Azooga liefern mir gleich mehrere. Ich kann mich nicht entscheiden, wo’s ich anfangen soll. 

Vielleicht erst mal mit den Fakten? Also, Boy Azooga sind aus Cardiff. Auf den Fotos sieht man ein Quartett, faktisch aber hat einer von ihnen, Davey Newington, die Platte praktisch im Alleingang aufgenommen. Nur sein Daddy, der früher im BBC Orchester spielte, hat ein bisschen Geige beigesteuert. Davey ist kein kompletter Frischling, er trommelte bereits in dem sympathischen Projekt Late Night Pop Dungeon vom ehemaligen Kinderstar Charlotte Church. Wir lernen also: Er kommt vom Rhythmus.

Jetzt was zum Thema Eklektizismus. Review: Boy Azooga weiterlesen

Review: Gwenno

Gwenno – „Le Kov“

Da ist Gwenno doch tatsächlich hergegangen und hat ein Album auf KORNISCH aufgenommen! Ich finde, das ist ’ne echt interessante Geschichte, also schreibe ich da jetzt drüber.
Aber, äh, wer ist Gwenno? Und was ist Kornisch?
Wo fange ich an?
Ich fange mit Kornisch an.

Finger hoch, wer weiß, was Kornisch ist? Also ich wusste es nicht. Kornisch ist eine Sprache. Man sprach sie am äußersten südwestlichen Zipfelchen Großbritanniens. Links unten auf der Landkarte, Cornwall. Genau! Das ist da, wo die Rosamunde Pilcher-Filme spielen.

Dazu ein Abriss der Geschichte der Insel. Ich mach’s kurz, versprochen. Im Englisch-Unterricht wurde man ja genug damit gelangweilt.

Also, nachdem die Eiszeit vorbei ging und Großbritannien vom Eisschild freigelegt wurde, kamen zuerst keltische Stämme als Siedler auf die Inseln. Später folgten zahllose andere. Die Römer, die Angeln und die Sachsen und auch immer mal Wikinger. Wie all die anderen Völker so eintrafen, sich hier und dort niederließen, eroberten und bekriegten, vermengten sie sich mit der Urbevölkerung. Dabei entwickelten die Neuankömmlinge die Sprache Englisch, als Mix, der auf germanischen und altnordischen Wurzeln basierte, aber auch viel aus dem Lateinischen und dem Französischen und weniger aus dem Keltischen übernahm. Bis in die  Randgebiete aber breitete sich der Völkermix nicht ganz aus. Hier blieben keltische Minderheiten noch lange unter sich, ohne assimiliert zu werden. In Schottland oder in Wales zum Beispiel. In diesen Gegenden blieb auch die Sprache der Kelten erhalten. Auf den Hebrideninseln wie Lewis, North Uist und South Uist wird noch schottisches Gälisch gesprochen, in Wales walisisch.  Review: Gwenno weiterlesen

Review: Wesley Fuller

Wesley Fuller – „Inner City Dream“

Ich werde mich nicht dafür entschuldigen – ich mag Britpop. Das war ne gute Zeit. Das hat Spaß gemacht. Nicht nur Oasis und Blur. Auch Supergrass, The Charlatans, Dodgy, The Bluetones, Super Furry Animals, sie alle. Gute Jahre. Viele tolle Songs.

Vielleicht bin ich also anfällig für einen gewissen Gitarrensound und sehe es durch eine rosa Brille. Vielleicht hat das, was Wesley Fuller macht, nichts mit dem Jahr 2017 zu tun. Vielleicht doch, als bewusste Verweigerung.

Jedenfalls: Dies ist ne ziemlich geile Britpop-Platte. Aus Australien, eh klar.

Schauen wir uns Wesley Fuller mal an. Frisur: Typ Marc Bolan, frühe Siebziger. Oder James Bagshaw von den Temple, heute. Damit haben wir auch schon den Klangbereich des jungen Melbourners eingegrenzt. Merseybeat, Glamrock, Britpop, Neo-Psychedelia. Alles Retro. Gut so. Review: Wesley Fuller weiterlesen