Schlagwort-Archive: Super Furry Animals

Cardiffnology

Eine wirklich tolle Sache an der jungen Band Boy Azooga aus Cardiff ist, dass sie wirklich nicht vorhersehbar sind. Ihre erste Single „The Face Behind Her Cigarette“ war ein Tribut an den nigerianischen Sänger William Onyeabor, klang entsprechend nach Indie mit Afrobeat-Einfluss. Seitdem gab es als Singles schmirgelfetzigen Hispeed-Pop („Loner Boogie“), Melodie-Britpop („Jerry“) und die Coverversion einer obskuren walisischen Punkband  („Do The Standing Still“).

Heute legen Boy Azooga eine neue Single vor und „O Silly Me“ zeigt wieder eine neu Seite. So lieblich folky-harmonisch haben wir Boy Azooga noch nicht gehört.

Sound and Furry

Darf man vorsichtig optimistisch sein? Zuletzt gab es wieder Aktivitäten auf dem Youtube-Kanal der walisischen Psychedelia-Hurra-Britpopper Super Furry Animals. Ein Lieblingsband für die Ewigkeit mit famosem Backkatalog, die aber in den letzten Jahren lange auf Eis lag. Sänger Gruff Rhys war zuletzt vor allem als Solist aktiv, auch als Autor und Filmemacher.

Vorerst sind es nur Clips aus dem Archiv, mit denen der Kanal aufgefrischt wird. Vielleicht eine rein administrative Maßnahme, um bisher nur grisselig verfügbare Videos online zu stellen und in paar Streaming-Microcent abzugreifen. Aber vielleicht doch auch ein Anzeichen, dass sich bei der Band wieder was tut? Hoffen darf man ja.

… nach ein bisschen Rumklicken zeigt sich: Vor allem geht’s erst mal ums 20jährige Jubiläum ihres 1999er-Albums „Guerilla“ und um eine in diesem Zusammenhang erscheinende Neuauflage. Nun gut. War ja auch ein Spitzenalbum. Ideal für Nostalgiker und Neuentdecker.

Meine Alben 2018, Pt.4: 15-11

So, wir kommen der Sache näher. Wir kommen zu Teil 4 des Countdowns der meiner Meinung nach besten Alben des Jahres 2018. Wir sind in den Top 15 angekommen und zählen nun runter bis Platz 11.

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Buzzy Logic

Hallo, Buzzard Buzzard Buzzard aus Cardiff! Eure Single „Double Denim Hop“ gefällt mir prima. Sie zeigt einen ähnlichen Mix aus Indie/Glamrock und spinnerter Schläue, wie sie eure Waliser Landsleute Super Furry Animals und Boy Azooga an den Tag legen. (Kein Wunder, dass ihr mit Letzteren befreundet seid.)

Mein Problem ist: Ich suche hier doch immer beknackte Wortspiel-Überschriften. Bei „Buzzard“ haben euch eure australischen Kollegen Green Buzzard schon fast alles weggeschnappt. In der Zukunft wird das echt eng.

Review: Boy Azooga

Boy Azooga – „1,2, Kung Fu!“

Heute schreibe ich ganz einfach mal drauf los, okay? Es ist nämlich so: Ich finde die junge neue Band Boy Azooga aus Wales so richtig prima. Aber wenn man sich an so einen Text setzt, dann braucht man normal einen Ansatzpunkt, mit dem aus man die Sache anpackt. Oder einen Schwerpunkt, auf den man die Betonung legt. Die Jungs von Boy Azooga liefern mir gleich mehrere. Ich kann mich nicht entscheiden, wo’s ich anfangen soll. 

Vielleicht erst mal mit den Fakten? Also, Boy Azooga sind aus Cardiff. Auf den Fotos sieht man ein Quartett, faktisch aber hat einer von ihnen, Davey Newington, die Platte praktisch im Alleingang aufgenommen. Nur sein Daddy, der früher im BBC Orchester spielte, hat ein bisschen Geige beigesteuert. Davey ist kein kompletter Frischling, er trommelte bereits in dem sympathischen Projekt Late Night Pop Dungeon vom ehemaligen Kinderstar Charlotte Church. Wir lernen also: Er kommt vom Rhythmus.

Jetzt was zum Thema Eklektizismus. Review: Boy Azooga weiterlesen

Review: Gwenno

Gwenno – „Le Kov“

Da ist Gwenno doch tatsächlich hergegangen und hat ein Album auf KORNISCH aufgenommen! Ich finde, das ist ’ne echt interessante Geschichte, also schreibe ich da jetzt drüber.
Aber, äh, wer ist Gwenno? Und was ist Kornisch?
Wo fange ich an?
Ich fange mit Kornisch an.

Finger hoch, wer weiß, was Kornisch ist? Also ich wusste es nicht. Kornisch ist eine Sprache. Man sprach sie am äußersten südwestlichen Zipfelchen Großbritanniens. Links unten auf der Landkarte, Cornwall. Genau! Das ist da, wo die Rosamunde Pilcher-Filme spielen.

Dazu ein Abriss der Geschichte der Insel. Ich mach’s kurz, versprochen. Im Englisch-Unterricht wurde man ja genug damit gelangweilt.

Also, nachdem die Eiszeit vorbei ging und Großbritannien vom Eisschild freigelegt wurde, kamen zuerst keltische Stämme als Siedler auf die Inseln. Später folgten zahllose andere. Die Römer, die Angeln und die Sachsen und auch immer mal Wikinger. Wie all die anderen Völker so eintrafen, sich hier und dort niederließen, eroberten und bekriegten, vermengten sie sich mit der Urbevölkerung. Dabei entwickelten die Neuankömmlinge die Sprache Englisch, als Mix, der auf germanischen und altnordischen Wurzeln basierte, aber auch viel aus dem Lateinischen und dem Französischen und weniger aus dem Keltischen übernahm. Bis in die  Randgebiete aber breitete sich der Völkermix nicht ganz aus. Hier blieben keltische Minderheiten noch lange unter sich, ohne assimiliert zu werden. In Schottland oder in Wales zum Beispiel. In diesen Gegenden blieb auch die Sprache der Kelten erhalten. Auf den Hebrideninseln wie Lewis, North Uist und South Uist wird noch schottisches Gälisch gesprochen, in Wales walisisch.  Review: Gwenno weiterlesen

Review: Wesley Fuller

Wesley Fuller – „Inner City Dream“

Ich werde mich nicht dafür entschuldigen – ich mag Britpop. Das war ne gute Zeit. Das hat Spaß gemacht. Nicht nur Oasis und Blur. Auch Supergrass, The Charlatans, Dodgy, The Bluetones, Super Furry Animals, sie alle. Gute Jahre. Viele tolle Songs.

Vielleicht bin ich also anfällig für einen gewissen Gitarrensound und sehe es durch eine rosa Brille. Vielleicht hat das, was Wesley Fuller macht, nichts mit dem Jahr 2017 zu tun. Vielleicht doch, als bewusste Verweigerung.

Jedenfalls: Dies ist ne ziemlich geile Britpop-Platte. Aus Australien, eh klar.

Schauen wir uns Wesley Fuller mal an. Frisur: Typ Marc Bolan, frühe Siebziger. Oder James Bagshaw von den Temple, heute. Damit haben wir auch schon den Klangbereich des jungen Melbourners eingegrenzt. Merseybeat, Glamrock, Britpop, Neo-Psychedelia. Alles Retro. Gut so. Review: Wesley Fuller weiterlesen