Schlagwort-Archive: Sub Pop

Bully Idol

Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, zur VÖ des zweiten Albums von Bully hier eine meiner Reviews zu schreiben.  Bisher bin ich aber nicht dazu gekommen und inzwischen ist die Release von „Losing“ (siehe Cover links) bald zwei Wochen her.

Naja, Kurzfassung: Ich mag’s. Weil das Trio so schön nach 1993 klingt, nach dem Girlgrunge/Pop dieser Ära, nach Bands wie Babes in Toyland, Veruca Salt, The Breeders, Belly. Weil’s trotzdem nicht veraltet klingt, denn clever artikulierte, positiv zickige Rage ist etwas, das per se gar nicht aus aus der Mode kommen KANN. Denn es gibt immer genug, über das man sich aufregen sollte und das verbessert werden muss – und es gibt nicht genug Bands zur Zeit, die sich aufregen und zu viele, die unpolitisch vor sich hin dudeln. Alicia Bognanno, die Sängerin von Bully, gibt entsprechend ein smartes, emanzipiertes, informiertes Role Model ab. Schön, dass die Band jetzt auf Sub Pop gelandet ist, denn das war immer schon ihre spirituelle Heimat.

Musterbeispiel für das, was Bully machen: Der Album-Opener „Feel The Same“. Jetzt auch mit Video.

Back in Blackouts

Rückblick auf einen meiner ersten Blogbeiträge ais dem November 2014: Ich hatte ein email-Interview mit der Band Graveyard Train aus Melbourne und ihr Sänger schrieb, dass ihr Drummer auch in einer Band namens Rolling Blackouts singe.

Knapp zwei Jahre danach hat man von Graveyard Train leider keine News mehr gehört – aber aus den Rolling Blackouts wurden Rolling Blackouts Coastal Fever, die tatsächlich durchaus Wellen machen. Nicht nur, weil ihre letztjährige EP „Talk Tight“ zu meinen Lieblingsplatten des Jahres gehörte, sondern vor allem, weil die Aussies einen Plattenvertrag beim superrenommierten US-Label Sub Pop unterschrieben haben. Das erste Ergebnis davon ist die vor wenigen Wochen erschienene Single „Julies’s Place“, zu der es nun auch ein Video gibt.

Meine Alben 2016, Pt.4 (15-11)

header-2016-11-rbcf… und auch heute soll’s einen weiteren Teil meiner Aufstellung geben: Best Ditches (also meine) Alben des Jahres 2016. Weil ich zu jedem Album noch was sage, anstatt einfach nur ne kommentarlose Liste zu schreiben, gehe ich in Fünferschritten vor. Wir sind jetzt bei Position 15-11 angekommen.

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Single Review: Kyle Craft

Kyle Craft Before the Wall - SingleKyle Craft – „Before The Wall“

Erst habe ich mich ein bisschen gewundert. Kyle Craft hat doch gerade erst vor Kurzem sein Debütalbum veröffentlicht? „Dolls Of Highland“ ist eine famose Platte, auf der sich der Songwriter aus Louisiana als schriller Retro-Vogel auszeichnet. Der blonde Wuschelkopf klingt auf seinen Songs wie ein angeschickerter, depressiver Barsänger mit Federboa, der sich in den Siebziger Jahren am Piano austobt – in einem verrauchten Schuppen, der wiederum im Retro-Stil auf Zwanziger Jahre macht. Zu wirr? Sorry. Die Typen von Seattles Superlabel Sub Pop haben jedenfalls mal wieder alles richtig gemacht, als sie den Typen unter Vertrag nahmen.

Aber jetzt schon wieder eine neue Single? Die keine Auskoppelung aus dem Album ist? Obwohl der Longplayer doch noch locker Material für drei, vier Singles bereit hielte? Und dann ist die neue Single auch kein Piano-Glam-Stampfer, sondern ein Folksong nur mit Klampfe und drei Sekunden Mundharmonika?

Kyle CraftDann habe ich auf den Text geachtet – aber ich hätte es ja schon beim Titel ahnen können. Was Kyle hier macht, ist eine Tradition der Sixties neu zu erwecken: Den Protest-Folksong. Kyle macht uns den Arlo Guthrie/Bob Dylan des Jahres 2016. Mitten im US-Präsidentschaftswahlkampf ist jetzt der richtige Zeitpunkt, seinen Standpunkt zu beziehen. Da geht es nicht um Release-Pläne.

Natürlich ist dies ein Anti-Trump-Song. Wer redet denn die ganze Zeit davon, dass er eine Mauer bauen will?

Kyle Craft stellt sich also eine Welt des Präsident Trump vor und hakt in elf Strophen alles ab, was gesagt werden muss. Single Review: Kyle Craft weiterlesen

Interview: Strange Wilds

strange wilds header

Wie jetzt? Der Henning interviewt eine Band aus härteren Schublade? Da wunderte sich sogar der Kollege von der Plattenfirma. Aber hey, auch ich wurde mit Grunge groß und Sub Pop hat ein neues Trio aus Olympia, Washington unter Vertrag genommen. Das letzte Mal, als das passierte, da ging bald so einiges. Das ist zumindest eine ordentliche Gesprächsgrundlage für ein Telefonat mit Sänger Steven von den Strange Wilds.

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You Had Me At Helio

The Helio Sequence, das Duo aus Portland, hat ein weiteres Video aus seinem jüngsten Album (mein Review HIER) online gestellt – allerdings ist die youtube-Version natürlich mal wieder gesperrt. Auf vimeo steht wiederum eine Variante des Clips, die sich „Pre-Animation-Version“ nennt.

Naja, wie sich diese von der finalen Version unterscheidet, das werden wir hoffentlich noch rauskriegen. Hoffentlich kann ich den Post in absehbarer Zeit damit updaten. Zur Überbrückung noch eine Akustik-Performance des Songs…

Update vom 15.7.: Hier ist nun das fertige, bearbeitete Video.

Review: The Helio Sequence

heliosequence-theheliosequence-1425px300The Helio Sequence – „The Helio Sequence“

Langsam dürfen The Helio Sequence sich ungerecht behandelt fühlen. Gitarrist/Sänger Brandon Summers und Drummer Benjamin Weikel bewegen sich in Portland in einem Umfeld von Bands, die alle auf von Album zu Album ein Stück bekannter wurden. Aber während Modest Mouse (für die Weikel zeitweise trommelte), Death Cab For Cutie, The Decemberists und Spoon irgendwann eine kritische Schwelle überschreiten, ein Massenpublikum erreichen und in die US-Top-Ten stürmen konnten, scheint dieser Knackpunkt für The Helio Sequence immer noch außer Reichweite. Ich fürchte, auch ihr sechstes Album wird an der Situation wenig ändern. Ich lege euch die Platte trotzdem hiermit ans Herz.

„Battle Lines“, der Opener von „The Helio Sequence“ beginnt mit einem Marsch-ähnlichen Midtempo-Drumbeat, wie ihn auch Modest Mouse gerne einsetzen. Ein dezentes, spielerisches Gitarrenmotiv von Summers setzt ein – der Mann kann hörbar was an der Gitarre, aber er macht kein flashiges Brimborium draus. Das ist sehr souverän. Auch im Gesang bleibt er zurückhaltend, beinahe stoisch. So murmelt/flüstert er die Strophen und den Refrain, es sind gute Melodien, aber gebremst rüber gebracht, angenehm ohne Pathos.

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Helio Again, ich sag einfach…

…Helio Again. Portlands prima Popduo The Helio Sequence hat für Ende Mai sein neues Album angekündigt – es ist ein Album ohne Namen, es heisst einfach nur wie die Band selbst.

Tja, wenn es meinen alten Blog noch gäbe, könnte ich hier auf mein Interview mit Sänger Brandon Summers zu ihrem letzten Album „Negotiations“ verlinken. Herbst 2012 war das. Nun gut, kein Link. Da müsst ihr mir einfach glauben, dass das ne gute Band ist.

Anyway, die erste Single von diesem kommenden Album heisst „Upward Moblity“. Sie ist fein.

Veni Vidi Avi

Also, was Namen von Künstlern angeht, ist „Avigdor Zahner-Isenberg“ ganz weit vorne. So heisst er, der Kopf von Avi Buffalo, der kalifornischen Band, die noch im Teenageralter ein prima Debütalbum hinlegte. Das schlicht „Avi Buffalo“ betitelte Erstwerk war eine lieblich-sonderliche Akustikpop-Platte und eins meiner Top-Lieblingsalben des Jahres 2010. Seitdem tauschte Avigdor praktisch seine komplette Band aus und ließ uns bis Herbst 2014 auf den Nachfolger warten.

Von dieser zweiten Platte („At Best Cuckold“) gibt’s nun ein neues Video, und zwar zum Song „I Think It’s Gonna Happen Again“. Ich habe Avi Buffalo oben als sonderlich beschrieben, was ich damit meine, merkt ihr, wenn ihr mal auf den Text achtet. Man hört: Feinen Gitarrenpop, hübsch arrangiert, aber dann singt Avigdor Zeilen wie „A couple nights ago, I ran over two dogs, then I ate them after – I think it’s gonna happen again.“ Was für’n Vogel!

p.s. War ja klar, dass youtube den Clip gesperrt hat… wenn er auf vimeo oder dailymotion nachgeliefert wurde, mache ich ein Update.