Schlagwort-Archive: Sub Pop

Down in the Passed

Ich hab’s schon wiederholt erwähnt – ich bin eher Popper als Rocker. Aber ab und zu mag ich’s auch mal dissonant. Das kanadische Sub Pop-Signing Jo Passed bewegt sich ziemlich genau auf dem Grat, der für mich „Super, yay!“ und „Näh – das höre ich ungern!“ trennt.

Ihre Single „MDM“ fand ich toll, den Nachfolger „Millenium Trash Blues“ dagegen nervig und stressig. „Glass“ wiederum, der nächste voraus geschickte Track ihres kommenden Albums „Their Time“ (VÖ. 25.05.), kriegt von mir wieder den Daumen nach oben.

Interview: Moaning

Auch wenn ich mich wiederhole: Alleine das kleine Sub Pop-Logo auf einer CD ist immer ein Grund, hinzuhören. Wen hat das langlebige Grunge-Kultlabel da jetzt wieder gesignt? Moaning, ein junges Trio aus LA, das einen zwischen Post-Punk und Grungepop seine Klangheimat gefunden hat. Gestern erschien ihr Debütalbum. Moaning-Sänger Sean Solomon hat mir ein email-Interview beantwortet.

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Interview: Kyle Craft

Ich habe mich hier auf dem Blog schon mal darüber beschwert, dass es für das wunderbare englische Wort „unhinged“ keine wirklich ideale deutsche Übersetzung gibt. Denn „hinge“ ist bekanntlich das Scharnier bzw. Gelenk. „Unhinged“ wären also z.B. Türen oder Fenster, die nur noch lose in der Angel schwingen oder sogar völlig aus der Verankerung gefallen sind. Oder ein ausgekugelter Arm. Man könnte auf deutsch vielleicht „freischwingend“ sagen… aber wann verwendet man schon mal das Wort „freischwingend“?

Was hat das mit Kyle Craft zu tun? Nun, der US-Songwriter schreibt Lieder, die genau das sind: „unhinged“. Einerseits haben die Songs eine klassische 70s-Anmutung, andererseits sind sie irgendwie losgelöst, von der Leine gelassen, nicht ins Raster einzupassen. Kyle sagt das Wort „unhinged“ selbst mehrfach in unserem Gespräch – ich hatte den guten Mann anlässlich der Veröffentlichung seines zweiten Albums „Full Circle Nightmare“ nämlich am Telefon.
Im Text übersetze ich „unhinged“ dann zähneknirschend mal mit „freigeistig“, mal mit „losgelöst“.  Ihr merkt’s dann schon, wenn ihr an der Stelle ankommt. Interview: Kyle Craft weiterlesen

Bully Idol

Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, zur VÖ des zweiten Albums von Bully hier eine meiner Reviews zu schreiben.  Bisher bin ich aber nicht dazu gekommen und inzwischen ist die Release von „Losing“ (siehe Cover links) bald zwei Wochen her.

Naja, Kurzfassung: Ich mag’s. Weil das Trio so schön nach 1993 klingt, nach dem Girlgrunge/Pop dieser Ära, nach Bands wie Babes in Toyland, Veruca Salt, The Breeders, Belly. Weil’s trotzdem nicht veraltet klingt, denn clever artikulierte, positiv zickige Rage ist etwas, das per se gar nicht aus aus der Mode kommen KANN. Denn es gibt immer genug, über das man sich aufregen sollte und das verbessert werden muss – und es gibt nicht genug Bands zur Zeit, die sich aufregen und zu viele, die unpolitisch vor sich hin dudeln. Alicia Bognanno, die Sängerin von Bully, gibt entsprechend ein smartes, emanzipiertes, informiertes Role Model ab. Schön, dass die Band jetzt auf Sub Pop gelandet ist, denn das war immer schon ihre spirituelle Heimat.

Musterbeispiel für das, was Bully machen: Der Album-Opener „Feel The Same“. Jetzt auch mit Video.

Back in Blackouts

Rückblick auf einen meiner ersten Blogbeiträge ais dem November 2014: Ich hatte ein email-Interview mit der Band Graveyard Train aus Melbourne und ihr Sänger schrieb, dass ihr Drummer auch in einer Band namens Rolling Blackouts singe.

Knapp zwei Jahre danach hat man von Graveyard Train leider keine News mehr gehört – aber aus den Rolling Blackouts wurden Rolling Blackouts Coastal Fever, die tatsächlich durchaus Wellen machen. Nicht nur, weil ihre letztjährige EP „Talk Tight“ zu meinen Lieblingsplatten des Jahres gehörte, sondern vor allem, weil die Aussies einen Plattenvertrag beim superrenommierten US-Label Sub Pop unterschrieben haben. Das erste Ergebnis davon ist die vor wenigen Wochen erschienene Single „Julies’s Place“, zu der es nun auch ein Video gibt.

Meine Alben 2016, Pt.4 (15-11)

header-2016-11-rbcf… und auch heute soll’s einen weiteren Teil meiner Aufstellung geben: Best Ditches (also meine) Alben des Jahres 2016. Weil ich zu jedem Album noch was sage, anstatt einfach nur ne kommentarlose Liste zu schreiben, gehe ich in Fünferschritten vor. Wir sind jetzt bei Position 15-11 angekommen.

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Single Review: Kyle Craft

Kyle Craft Before the Wall - SingleKyle Craft – „Before The Wall“

Erst habe ich mich ein bisschen gewundert. Kyle Craft hat doch gerade erst vor Kurzem sein Debütalbum veröffentlicht? „Dolls Of Highland“ ist eine famose Platte, auf der sich der Songwriter aus Louisiana als schriller Retro-Vogel auszeichnet. Der blonde Wuschelkopf klingt auf seinen Songs wie ein angeschickerter, depressiver Barsänger mit Federboa, der sich in den Siebziger Jahren am Piano austobt – in einem verrauchten Schuppen, der wiederum im Retro-Stil auf Zwanziger Jahre macht. Zu wirr? Sorry. Die Typen von Seattles Superlabel Sub Pop haben jedenfalls mal wieder alles richtig gemacht, als sie den Typen unter Vertrag nahmen.

Aber jetzt schon wieder eine neue Single? Die keine Auskoppelung aus dem Album ist? Obwohl der Longplayer doch noch locker Material für drei, vier Singles bereit hielte? Und dann ist die neue Single auch kein Piano-Glam-Stampfer, sondern ein Folksong nur mit Klampfe und drei Sekunden Mundharmonika?

Kyle CraftDann habe ich auf den Text geachtet – aber ich hätte es ja schon beim Titel ahnen können. Was Kyle hier macht, ist eine Tradition der Sixties neu zu erwecken: Den Protest-Folksong. Kyle macht uns den Arlo Guthrie/Bob Dylan des Jahres 2016. Mitten im US-Präsidentschaftswahlkampf ist jetzt der richtige Zeitpunkt, seinen Standpunkt zu beziehen. Da geht es nicht um Release-Pläne.

Natürlich ist dies ein Anti-Trump-Song. Wer redet denn die ganze Zeit davon, dass er eine Mauer bauen will?

Kyle Craft stellt sich also eine Welt des Präsident Trump vor und hakt in elf Strophen alles ab, was gesagt werden muss. Single Review: Kyle Craft weiterlesen

Interview: Strange Wilds

strange wilds header

Wie jetzt? Der Henning interviewt eine Band aus härteren Schublade? Da wunderte sich sogar der Kollege von der Plattenfirma. Aber hey, auch ich wurde mit Grunge groß und Sub Pop hat ein neues Trio aus Olympia, Washington unter Vertrag genommen. Das letzte Mal, als das passierte, da ging bald so einiges. Das ist zumindest eine ordentliche Gesprächsgrundlage für ein Telefonat mit Sänger Steven von den Strange Wilds.

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