Schlagwort-Archive: St. Lucia

Review: MS MR

MS MRcoverMS MR – „How Does It Feel“

Lizzy Plapinger wusste bisher sehr, sehr genau, was sie tat. Die Dame ist eine Tastemakerin. Sie erkennt und kreiert Trends, das sogar ist ihr Job. Plapinger ist schließlich Mitbegründerin des Style-Pop-Labels Neon Gold (u.a. Charlie XCX, Passion Pit, HAIM, St. Lucia). Aber als sie 2011 auf den Producer Max Hershenow traf, da zeigte sie, dass sie ihre Wunschvorstellung, wie sophisticated Pop klingen soll, nicht nur über andere Bands definieren kann – sondern dass sie diesen Pop auch selbst kreieren kann. Lizzy und Max wurden zu MS MR und planten sehr modern und schlau ihre Karriere. Zuerst veröffentlichten sie ihre Lieder über Tumblr, auch versahen sie alle Songs gleich mit Videos, sie hatten also eine sehr klare Vision nicht nur von ihrer Musik, sondern eines Gesamtbildes MS MR aus Sound, Style, Fashion und Farbe.

Perfekt kulminierte das eigentlich schon auf ihrer ersten EP „Candy Bar Creep Show“ – vier Songs, die großartigem Synthpop einer kühle, edeldüstere Note mitgaben. Es war, als hätte sich 80s-Goth-Queen Siouxsie Sioux als New Yorker High Society-Event-Veranstalterin wieder erfunden. Hochgradig chic, aber mit tiefschwarzer Unterströmung,

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Review: Strange Names

strange names albumStrange Names – „Use Your Time Wisely“

Stichwort 80s-Revival. Welche 80s meint man denn, wenn man im Indie vom 80s-Revival spricht? Mein meint nichts aus der zweiten Hälfte der 80er. Man bezieht sich eigentlich immer nur auf die Ära ca 1979-1984, auf eine erste New Wave-Pionier-Phase (z.B. Gary Numan, DEVO, frühe OMD) sowie auf die Phase, in der daraus Synthpop für die damaligen Charts wurde (z.B. Howard Jones, Kajagoogoo, Nik Kershaw).

Das 80s-Revival wiederum kam für mich so richtig in die Gänge im Jahr 2002. In dem Jahr erschien Interpols „Turn On The Bright Lights“, auch The Faints „Danse Macabre“ (2001) startete nachträglich durch. In Schweden gab es Bands wie Melody Club und Paris, die behaupteten, von Nena beeinflusst zu sein und im Pop wieder mit Neonfarben malten.

Worauf will ich hinaus? Ich will sagen: Wenn das 80s-Revival in seinen diversen Spielarten seit 2002 läuft, dann sind das heute 13 Pop-Jahre! 13 Jahre, die sich auf nur 5 Pop-Jahre rückbeziehen.

Weswegen ich glaube, dass Strange Names, dieses neue Trio aus Minnesota, gar keine 80s-Revival-Band ist. Ich glaube, es ist eine 80s-Revival-Revival-Band. Review: Strange Names weiterlesen