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Review: Jonas Nicholls

jonas-nicholls-time-no-longerJonas Nicholls – „Time No Longer“ EP

Wo wäre ich auf diesem Blog nur ohne die Australier? Schon wieder geht’s nach Sydney. Von hier kamen die Sures. Eine meiner echten Lieblingsbands der letzten Jahre. Dabei hat das Quartett nur zwei EPs gemacht. Okay, zwei mal fünf Songs, das ergibt ja eigentlich ein Album. Aber trotzdem, in der Karriere einer Band gilt die EP als erster Schritt. Mit einer EP klopft man an, mit einem Album tritt man ein. Mein Gott, was haben die Sures angeklopft. Aber sie sind nicht eingetreten, im bildlichen und im tatsächlichen Sinne.

Die erste EP kam 2012. Fünf knusprige Gitarrenpop-Songs die sich durch meine Lieblings-Indie-Styles schlängelten wie ein Zauber-Glitzeraal. „Stars“ hatte den schmissig-netten Shoegaze-Jangle wie Pains Of Being Pure At Heart. „Poseidon“ beschwor Lo-Fi-Phil Spector und Indie-Beach Boys herauf, so dass es eigentlich auf Elephant Six hätte erscheinen müssen. „The Sun“ erinnerte mich immer an Tame Impala, ohne was spezifisch Tame Impala-mäßiges zu haben. Es muss der Vibe gewesen sein. Der Vibe, dieser abstrakte Hund! Das ist doch irgendwie lässig, oder?

EP 2 (2013) war sogar noch besser! Review: Jonas Nicholls weiterlesen

Long Listance Call Pt 2

bad-sounds-headerGestern habe ich meinen Senf zur jährlichen „BBC Longlist 2017“ gegeben (siehe unten).

Glaubt man den UK-Kollegen, sieht die Zukunft des Indiepop weiterhin düster aus. Nur drei Acts aus dem Genre wurden in die Longlist aufgenommen, einer davon ist richtig mies (The Amazons), einer davon zu sperrig für die breite Masse (Cabbage) und der dritte (Declan McKenna) zwar sicher gut vermarktbar, aber noch nicht ganz ausgereift.
Ich glaube trotzdem dran, dass sich weiter spannende Indiebands gründen. Musiker, die was zu sagen haben, was Neues entwickeln, Stil und Persönlichkeit zeigen – oder die den Sound wenigstens gekonnt auf den Punkt bringen.

Also los geht’s – Es folgen meine 15 Tipps für 2017. Nicht, dass ich glaube, dass diese Namen die Welt erobern werden. Aber ich traue ihnen zu, nächstes Jahr ein starkes Debütalbum abzuliefern, und das ist schon mal was.

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Single Review: MK OK

MK OK These Times - SingleMK OK – „These Times“

Größere Namen als MK OK haben diese Woche Musik veröffentlicht. Aber die 2:47 Minuten dieses neuen Trios aus Sydney sind in meiner kleinen Musikwelt heute die mit Abstand wichtigsten. Ich habe gejauchzt, als ich davon erfuhr (und wann jauchzt man schon mal? Komisches Geräusch!) Denn MK OK ist die neue Band von Jonas Nicholls. Jonas Nicholls, Mann! Sures!!

Zwei EPs gab’s bisher von den Sures, die waren schlicht und ergreifend perfekt,  2 x 5 Songs,  die Biss hatten und Melodie, rein dreschende Gitarren und süße Harmonie. Es war kratzbürstige Popmusik, wie man sie zielgerechter auf meinen Geschmack nicht zuschneiden kann.

Allerdings, diese EPs, sie erschienen bereits 2012 („Stars“) bzw. 2013 („The Night, Hero, Waste, Time, Getting Better“). Ich wartete hoffnungsfroh aufs Album und erklärte Sures zu meinen Favoriten auf den Newcomer des Jahres 2014 – aber das Album, es kam nicht. Gar nix mehr kam.

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