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I Predict A Record – 2019, Pt. 2

Das neue Jahr hat begonnen und mit dem neuen Jahr kommen auch die vagen Prognosen und die fundierten Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Hier gibt’s das Ganze für den Bereich Indie: Welche Alben stehen 2019 in den Startlöchern bzw. bei welchen Bands darf man mit einem aktiven Jahr rechnen?
Die ist der zweite Teil zu meinem Beitrag von gestern. Die Aufteilung wollte es, dass im gestrigen Post „kleinere“ Bands in der klaren Überzahl waren. Heute sind auch richtig große Namen dabei.

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That’s How Two People Grow Up

Wenn ich über Two People spreche, muss ich natürlich mit Snakadaktal anfangen. 2011 war’s (echt, sieben Jahre ist das her?), da tauchte damals diese Teenager-Band aus Melbourne auf, die erkennbar viel „Spanish Sahara“ gehört hatte und nun an einer  wundervollen, charmanten, jugendlich-unschuldigen Variante des Gitarren-verzwirbeln-sich-eineinander-Sounds bastelte. Man spürte noch die Schülerband, aber gerade das machte die Sache so entzückend. „Chimera“, „Air“ und „Dance Bear“ waren traumhaft.

Snakadaktal konnten die frühen Versprechen nicht ganz halten. Ihr einziges Album („Sleep In The Water“) kam 2013. Die Platte war wirklich fein, aber die Unebenheiten ihres Sounds waren darauf geglättet worden und damit ging auch etwas verloren, das sie besonders gemacht hatte. Danach trennte sich die Band auch schon. Sänger Sean Heathcliff macht seitdem solo weiter (zwischenzeitlich als Kagu), Sängerin Phoebe Cockburn und Gitarrist Joey Clough nennen sich seitdem Two People.

Mit „Something To Talk About“ haben die beiden nun ihre vierte Single draußen und wie auf ihren vorigen Singles bewegen sich die zwei im Bereich von The xx – sehr still, sehr gediegen, minimalistisch elektronisch. Schön ist das, keine Frage. Aber es ist mir ehrlich gesagt auch nicht weit genug weg von dem säuseligen Nettigkeits-Einschlafpop, den solche Langweiler wie London Grammar und viel zu zahlreiche Nachahmer massenfabrizieren. Ich würde mir schon wünschen, dass die Kids, die mal Snakadaktal waren, das wiederentdecken, was sie mal so speziell machte.

Review: Sean Heathcliff

Sean Heathcliff – „A Boy And His Rose EP“

Neulich hat mein itunes-Shuffle mal wieder „Don’t Panic“ von Coldplay in meine Playlist gewürfelt. Das hat natürlich wieder zu den üblichen zwei Reaktionen geführt, die in diesem Fall passieren. Erstens: Erleichterung – Puh, es ist niemand zu Besuch, der fragen könnte: „Wie, du hast fucken COLDPLAY auf dem Rechner?!“ Zweitens diese Mischung aus Wehmut und Erstaunen (Wehstaunen?), das Gefühl, wenn einem einerseits klar wird: „Menschenskind, die waren damals wirklich … (Sorry!) … gut! ‚Don’t Panic‘ ist ein wunderbarer Song! Ich meine, ich übte mal die Akkorde auf der Klampfe!“ Wenn einem aber andererseits die Realität im Kopf klingelt und tobt: „…und jetzt machen sie zynische, banalste Cash-in-Kaka mit den fucken Chainsmokers! Where did it all go wrong?“

Doch, das alles hat was mit Sean Heathcliff zu tun. Weil ich seine EP nachher mit Coldplay vergleichen werde.

Wir kennen Sean Heathcliff, auch wenn dies seine erste Veröffentlichung unter diesem Namen ist. Review: Sean Heathcliff weiterlesen

Long Listance Call Pt 2

bad-sounds-headerGestern habe ich meinen Senf zur jährlichen „BBC Longlist 2017“ gegeben (siehe unten).

Glaubt man den UK-Kollegen, sieht die Zukunft des Indiepop weiterhin düster aus. Nur drei Acts aus dem Genre wurden in die Longlist aufgenommen, einer davon ist richtig mies (The Amazons), einer davon zu sperrig für die breite Masse (Cabbage) und der dritte (Declan McKenna) zwar sicher gut vermarktbar, aber noch nicht ganz ausgereift.
Ich glaube trotzdem dran, dass sich weiter spannende Indiebands gründen. Musiker, die was zu sagen haben, was Neues entwickeln, Stil und Persönlichkeit zeigen – oder die den Sound wenigstens gekonnt auf den Punkt bringen.

Also los geht’s – Es folgen meine 15 Tipps für 2017. Nicht, dass ich glaube, dass diese Namen die Welt erobern werden. Aber ich traue ihnen zu, nächstes Jahr ein starkes Debütalbum abzuliefern, und das ist schon mal was.

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Review: Jack River

Jack River – „Highway Songs #2“ EP

Man hat früher ja auch immer Lieblingslabels gehabt. Wo zum Beispiel „Creation“ drauf stand, das war normalerweise prima, weil Alan McGee leidenschaftlich und geschmackssicher unterwegs war. Aktuell lautet das Zauberwort „I Oh You“ und stammt aus Sydney. Johann Ponniah heisst der Mann, der down under als Trüffelschwein unterwegs ist und uns einige der tollsten australischen Bands zutage gefördert hat. DMA’s, Snakadaktal (leider schon getrennt) und City Calm Down gehören zu meinen Spitzenfavoriten der letzten Jahre, und auch wenn ich in Sachen Punkpop/Grunge weniger versiert bin, kann ich doch erkennen, dass DZ Deathrays, Bleeding Knees Club und Violent Soho hier ganz weit vorne sind. Was ich sagen will, ist: Wenn Johann Ponniah jemanden signt, dann sollte man sich das anhören. Jack River ist die Neue auf I Oh You.

Ein Mädel namens Jack? Holly Rankin hatte zwei Schulfreundinnen, als Teenager gab man sich zum Spaß Piraten-Alter Egos und Holly war eben Jack River. Ich finde es schon mal sympathisch, dass dieser Name überdauert hat – zumal: Shakey Graves hat eine ganz ähnliche Geschichte, da gaben er und eine Gruppe Kumpels sich gegenseitig Gruselnamen. (Das hat mit Jack River nichts zu tun, ist aber eine coole Assoziation.)

Was macht sie denn, die gute Jack? Sie ist eine Singer/Songwriterin. Und jetzt stehen wir wieder vor dem üblichen Problem: Erklären, warum der eine Singer/Songwriter prima ist und der andere nicht, obwohl beide doch in der gleichen Disziplin unterwegs sind und alles auf einer Gitarre angefangen hat.

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ein kleiner Snaka zwischendurch

Ich finde ja, Bands sollten sich heutzutage – da führt kein Weg dran vorbei – einen Namen suchen, der sich gut googlen lässt. Unabsichtlich hat die australische Teenagerband Snakadaktal das zum Beispiel getan. Mann, ich liebte diese Kids. Leider haben sie sich früh getrennt.

Die ehemaligen Snakkies Phoebe und Joey machen wieder Musik und haben ihre neue Band – völlig ungooglebar und selbst auf itunes nicht leicht zu finden – Two People genannt. Ist es nach zwei Singles schon zu spät, sich das noch mal anders zu überlegen? Immerhin, die Musik ist echt schön.

Two People – If We Have Time (Official Video) from Two People on Vimeo.

Earth Is The Longlist Planet, Pt 5

VRYLL Header

Ich hatte meine eigene Best Ditches – Longlist für 2016 versprochen. Meine Antwort auf die Longlist der BBC. Anstatt nur über deren langweilige Newcomer zu lästern, wollte ich meine eigenen Tipps mit in den Topf werfen und prognostizieren, welche Bands nächste Saison groß rauskommen. Naja, vielleicht nicht unbedingt groß rauskommen – meine Vorhersage soll eher besagen, dass diese genannten Acts 2016 hoffentlich ein gutes bis tolles Debütalbum vorlegen können. Letztes Jahr habe ich das Gleiche gemacht, mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Also okay. Nach dem Break findet ihr meine Tipps für 2016.

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Review: Foals

Foals_What_Went_Down_Album_CoverFoals – What Went Down

Seien wir ehrlich, man kann eigentlich nie neutral an Alben rangehen. Man ist immer irgendwie voreingenommen. Wobei ich sogar glaube, ich war ihnen gegenüber noch offen eingestellt, als ich mir die Foals im April 2008 im Münchner 59:1 anguckte. Der Abend, an dem meine Antipathie gegen diese Band begann.

Foals hatten davor ein paar Singles veröffentlicht, die ziemlich spannend waren. Ihren Hit „Mathletics“ konnte man z.B. im Atomic prima in die florierende New Rave-Phase einbauen, zu Klaxons, Shitdisco & Co. Im April war ihr Debütalbum „Antidotes“ dann taufrisch erschienen, aber die Foals, die in ihren UK-Interviews immer ein bisschen oberlehrerhaft rüberkamen, hatten „Mathletics“ absichtlich nicht mit aufs Album getan. Typisch eigentlich, im Nachhinein.

Was hat mich nun damals so genervt im 59:1? (Abgesehen davon, dass ich nicht verstand, warum die nicht im Atomic spielten – der Laden wäre auseinander gebrochen! Im 59:1 waren im April ’08 geschätzte 80 Leute) Mich nervte die Art, wie die Band sich auf der Bühne aufbaute. Yannis Philippakis sang nicht ins Publikum, sondern drehte sich seitlich. Sang im Profil nach links. Ich fand das so affig!

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What the Buzzard is about

Wenn das australische Label I Oh You eine neue Band signt, dann heisst’s hinhören – schließlich sind dies die Leute, die uns die DMA’s, City Calm Down und Snakadaktal entdeckt haben. (Genauer gesagt ist es ein Typ namens Jonathan Ponniah).

Neu in der Familie ist nun ein Quintett aus Sydney namens Green Buzzard. Und wieder gefällt’s mir auf Anhieb prima – die erste Single „Zoo Fly“ klingt nach Psychedelia und Britpop, prima!