Schlagwort-Archive: Robert Smith

I Predict A Record – 2019, Pt. 2

Das neue Jahr hat begonnen und mit dem neuen Jahr kommen auch die vagen Prognosen und die fundierten Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Hier gibt’s das Ganze für den Bereich Indie: Welche Alben stehen 2019 in den Startlöchern bzw. bei welchen Bands darf man mit einem aktiven Jahr rechnen?
Die ist der zweite Teil zu meinem Beitrag von gestern. Die Aufteilung wollte es, dass im gestrigen Post „kleinere“ Bands in der klaren Überzahl waren. Heute sind auch richtig große Namen dabei.

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Review: Henric de la Cour

Henric de la Cour – „Gimme Daggers“

Ich habe drei Lieblingsgoths. Einer davon ist Robert Smith, eh klar. Der zweite ist Richmond aus The IT Crowd (Noel Fielding, yay!). Der dritte in der Runde ist Henric de la Cour.

Henric macht jetzt auch schon seit 23 Jahren Platten. Trotzdem nimmt sein jüngstes Album eine Sonderstellung ein. Es ist das erste Album nach der Rettung. Oder: Das erste in der Normalität. 

Aber von Anfang an. 

Henric kennt man in Schweden schon seit 1995. Damals veröffentlichte seine erste Band, sie hieß Yvonne, ihr Debütalbum. Die Platte kriegte in der Heimat viel Aufsehen, obwohl sie komplett gegen alle Trends lief. Denn 1995, da war Grunge noch relativ groß, vor allem aber war der Britpop in vollem Schwung. Kein Mensch setzte auf Synthies, schwarze Klamotten, Kajal und Klänge aus der Mitte der 80er. Goths, Grufties, schienen ein absolutes Nischendasein in der Indieszene zu führen. Aber Henric und seine dunklen Boys aus Eskilstuna (ja, die gleiche Heimatstadt wie Kent) überzeugten ihre Mitschweden, weil sie’s so konsequent durchzogen – und weil sie enorme Songs auf ihrer Seite hatten. Review: Henric de la Cour weiterlesen

Winner the Pumarosa

„Besonders viel gehört hat man ja nicht mehr von Pumarosa“ sagte neulich jemand zu mir in leicht vorwurfsvollem Ton. So nach dem Motto: Als im letzten Mai ihr Album „The Witch“ erschien, da gab’s um die Londoner fast einen kleinen Hype. Aber die Band verpennte es total, darauf aufzubauen, ja sie tauchte regelrecht ab.

Nun, Pumarosa sind entschuldigt. Wie Sängerin Isabel Munoz-Newsome kürzlich dem Guardian erzählte, wurde bei ihr, gerade als es mit der Europatournee losgehen sollte, Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Klar also, dass sie die kommenden Monate außer Gefecht war. Gute News: Isabel ist jetzt krebsfrei, Ende der Woche feiern Pumarosa ihr Live-Comeback auf dem von The Cures Robert Smith handerlesenen Meltdown-Festival. Ein neues Video gibt’s auch, zum Albumtrack „Lion’s Den“.

Series: The 80s – Classics and Curios, Pt. 1

vinterview-80sDas Frage, mit welchen Themen ich in den praktisch Release-freien Wochen um die Jahreswende Inhalte für meine Seite schaffen soll, die stelle nicht nur ich mir auf meinem kleinen Blog. Das Problem haben auch ganz andere, ungleich größere Musik-Medien. So hat Pitchfork vorgestern – a pro pos of nothing – eine Liste der 10 besten Songs der 80er zusammen gestellt. Aber warum auch nicht? Naturgemäß sind 10 Songs zu wenig, um eine ganze Dekade zusammen zu fassen und klar wird man drüber diskutieren. Sicher hat jeder der Pitchfork-Songs es verdient, auf der Liste zu landen – aber essentielle Namen fehlten trotzdem. Mich jedenfalls hat das Ganze dazu gebracht, 80s-Namen aufzuschreiben, die ich in meine persönlichen Top Ten packen würde. Natürlich ist das sofort ausgeartet und plötzlich hatte ich über 40 Namen auf dem Zettel stehen.

Weswegen ich mir sagte: Okay, da mach ich ne kleine Serie draus. Ich werde in unregelmäßigen Abständen eine kommentierte Selektion von 80s-Bands bzw Songs posten. Die 80s waren schließlich eine im Nachhinein herrlich alberne Dekade, in der viel ausprobiert wurde. Manches ging daneben, manches aber wurde zum Grundstein für spätere Entwicklungen. Manches, was damals noch als Mainstream-Pop galt, wäre heute fürs Indie-Fach zu schräg. Zumal: Seit youtube-Videos in Deutschland nicht mehr gesperrt sind, kann man alte Schätze neu entdecken.

Also gut, gehen wir in unsere erste Runde. Diese erste Rutsche habe ich unter einen Oberbegriff gestellt: Indie-Bands. Genauer: Bands, die als Pioniere das, was später zur eigenen Kategorie Indie werden sollte, vorbereiteten und noch lange prägten. All die nun folgenden Bands sind Gitarrenbands – was in den 80ern ja eher untypisch war.

Anmerkung: Die Liste ist alphabetisch geordnet, nicht nach irgendeiner Wertung. Sonst ginge es nicht ausgerechnet los mit…

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Review: DIIV

DIIVDIIV – „Is The Is Are“

Glaubt man bestimmten Medien-Berichten, so wird Zac Cole Smith mancherorts als sowas wie der Nachfolger von Kurt Cobain gehandelt. Das kann nicht stimmen, denn das wäre großer, riesengroßer Quatsch. Also, versteht mich nicht falsch, „Oshin“ war ne gute Platte mit ein paar prima Songs. Aber, hey, es war ja wohl kein „Nevermind“. „Nevermind“ war die Platte, die im richtigen Moment das Fass einer ganzen Generation zum Überlaufen brachte. Die Platte, nach der eine ganze Welt nach außen gestülpt war. „Nevermind“ war ein Manifest. „Oshin“? Klang verwaschen und verschlafen. Zac Cole Smith und seine Liebste Sky Ferrara wurden mit Heroin erwischt, okay. Aber das macht sie doch nicht zu Kurt & Courtney?! Wie sensationsgeil seid ihr denn da draußen?

Puh, das ist aus dem Weg. Das musste ich erst mal loswerden. Es ist ja nie so leicht, Bands von ihrem Image zu trennen. DIIV scheinen das verplante-Slacker-Image-Ding manchmal sogar absichtlich zu befeuern.

Die Band, mit der man DIIV gefälligst vergleichen sollte, ist aber natürlich nicht Nirvana. Review: DIIV weiterlesen