Schlagwort-Archive: Queens Of The Stone Age

Interview: Wanda

Schon komisch, mal ein Interview zu transkribieren, das man auf deutsch geführt hat. Da fällt einem dann auf: Durch das Übersetzen biegt man es normalerweise hin, dass wörtliche Rede ja auch aus abgebrochenen halben Sätzen und Unterbrechungen besteht. Oder dass solche Gespräche voll sind mit undeutlichen Formulierungen, die der Gegenüber vielleicht anhand der Betonung versteht, die aber auf Papier bzw Display missverständlich bleiben.

Und dann auch noch Wanda, bei denen die Frage besteht: Die Wiener Sprache mitnehmen? Wann kommt es gönnerhaft bis peinlich rüber, wenn man versucht, diesen herrlichen Slang (ich finde ihn herrlich) lautsprachlich wieder zu geben? Aber in nicht-Hochdeutschen Momenten ein Hochdeutsch einzusetzen, das wäre ja noch doofer.

Ach Gottchen. Am Ende hilft nur: Auf Start drücken, Abtippen und so wenig wie möglich verfälschen. So wenig wie möglich verfälschen – darum geht’s ja auch bei Wanda, oder? Ich traf Marco Wanda und Manuel Poppe fürs piranha, als sie Interviews zu „Niente“ in München gaben. Die Szenerie: Der Teil vom Cord Café, der abends Maxe Belle Spitz heisst. Ich warte am Tischchen, Manu stößt als erster hinzu, nach der Begrüßung schalte ich das Aufnahmegerät an.

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Review: CRX

crx-new-skinCRX – „New Skin“

„Update zum neuen Strokes-Album“ wird in der NME-Newsmeldung trompetet, „vielleicht kommt es schon nächstes Jahr!“ Wenn man dann auf den Link klickt, stellt sich raus, dass Bassist Nikolai Fraiture und Gitarrist Nick Valensi sich unabhängig voneinander geäußert haben, dass sie das Thema extrem vage und vorsichtig umkurven und sich null festlegen. „Die Band hat sich nicht getrennt“, so der Tenor, „wann was Neues kommt, können wir nicht sagen, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“. Beide gaben ihre Aussagen in Interviews, in denen es eigentlich um ihre neuen Bands ging. Fraiture hat eine Gruppe namens Summer Moon gegründet („Angesichts der Geschwindigkeit, in der die Strokes arbeiten, kann man das parallel laufen lassen“) und Nick Valensi hat neuerdings das Quintett CRX am Start.

Das ist mal wieder echt witzig, wie der NME es schafft, diesen Sätzen einen komplett verfälschenden Dreh mitzugeben. Ich meine, fassen wir doch mal zusammen:
1. Zwei Strokes-Mitglieder sind offenbar so unterbeschäftigt, dass sie neue Bands ins Leben rufen.
2. Sie geben ihre Interviews NICHT zu den Strokes, sondern ihren neuen Bands, werden aber unweigerlich nach den Strokes gefragt, worauf sie ausweichend antworten.
3. „Hoffentlich im nächsten Jahr“ heißt auf deutsch in diesem Zusammenhang also „Wahrscheinlich nicht im nächsten Jahr“ und „Naja, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“ heißt „Wir wären selbst überrascht, wenn im nächsten Jahr was passieren würde.“
Aber der NME strickt daraus mit „The Strokes deuten Überraschungen an!“ und nennt Gespräche, die zu den neuen Bands(!) geführt wurden, „Updates zum neuen Strokes-Album“! Mann, der Schreiber sollte als Spin-Doctor in die Politik gehen, so wie er es schafft, eine Aussage so darzustellen, dass sie glaubwürdig das Gegenteil dessen vermittelt, was tatsächlich gesagt wurde. Wow. Ha!

Nun soll’s hier ja nicht um die Strokes gehen, sondern um CRX. Aber es ist ja so: Der Grund, warum wir auf CRX überhaupt aufmerksam wurden, der ist nun mal, dass es die neue Band eines Strokes-Gitarristen ist. Das ist der Aufhänger, mit dem die Plattenfirma arbeitet – und es ist auch nicht zu überhören auf dem Album „New Skin“.

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