Schlagwort-Archive: Public Access TV

Access Express

Kann man mehr nach New York klingen als Public Access TV? (Euer Move, QTY!) Ein Jahr nach ihrem feinen Album „Never Enough“ gibt’s ne neue Single des Quartetts namens „Metrotech“. Ein Song, bei dem ich nicht nur an New Wave und Disco der späten 70s denken muss, sondern auch an die Revivalisten The Virgins. Jahrelang kam man am Atomic-Britwoch an deren „One Week Of Danger“ oder „She’s Expensive“ nicht vorbei. Schon ein klassischer Sound, das.

Public Access All Areas

Letzten Herbst erschien „Never Enough“, das erste Album der New Yorker Public Access TV. Eine feine Gitarrenplatte, die für mich eine Garagenpop-Tradition solcher Bands wie The Cars und The Strokes weiter führt. (Aber bevor ich mich wiederhole – hier noch mal mein Text zum Album.) Jetzt hat das Quartett für einen weiteren Song aus dem Album ein Video gedreht: „Careful“

Meine Alben 2016, Pt. 1 (30-26)

header-2016-26-es2016 geht dem Ende entgegen. Neue Veröffentlichungen sind in den Feiertagen immer rar gesät, deswegen passierte hier auf dem Blog herzlich wenig.

Aber hey, man ist ja nicht umsonst Vollnerd. Man macht in diesen Tagen Listen. Ich habe mal wieder meine Lieblingsalben des Jahres zusammen gestellt. „Dieses Mal werden’s nicht so viele“ dachte ich erst, aber jetzt musste ich doch wieder ein paar schwere Entscheidungen treffen, um die Liste auf 30 Favoriten einzukürzen.

Klar, über fast alle habe ich hier im Laufe des Jahres schon geschrieben und Punkte an die Alben verteilt. Das heißt aber nicht, dass diese Punkte 1:1 die folgende Liste widerspiegeln. Denn manch ein Album, das man erst gar nicht so bejubelte, entpuppt sich vielleicht im Nachhinein als Grower. Dafür feierte ich vielleicht ein anderes Album vorschnell als Beinahe-Klassiker, das dann doch schnell wieder vom Bildschirm verschwand.

Aber letztlich geht es hier ja eh um keine definitive Liste, sondern um eine komplett subjektive Spielerei.

Das reicht jetzt auch endgültig an Vorgeplänkel. Hier Platz  30 – 25: Meine Alben 2016, Pt. 1 (30-26) weiterlesen

Wise Up, Sucks’ers

Public Access TV haben das Richtige gemacht: Sie haben den Song „Evil Disco“ als neue Single aus ihrem sehr gelungenen Album „Never Enough“ ausgekoppelt. Über die Platte habe ich HIER ausführlich geschrieben, deswegen spare ich mir weiteres Gelaber.

Außer: Hey, von der Technik her ein fein gemachter Clip. Der Look ist liebevoll auf 70s getrimmt, man hat coole Autos und coole Klamotten gefunden und entweder eine alte Kamera oder einen guten Digitalfilter, so dass es nach vintage Bildmaterial aussieht. Allerdings werden die New Yorker sich dennoch durchaus auf Kritik einstellen müssen. Denn wir sehen Public Access TV  als Teil einer „Disco Sucks“-Clique der späten 70er. Dargestellt wird diese als gut gelaunte Partycrew.

Die „Disco Sucks“-Bewegung, in der Rocker gegen den Disco-Craze anstanken, gab’s aber tatsächlich und Teile der Bewegung waren extrem intolerant, homophob und gewaltbereit. Ich meine, man inszenierte damals so lustige Dinge wie Plattenverbrennungen – hier in Deutschland wissen wir, wie problematisch so was ist. Also, Kids: Habt Spaß an dem Clip, aber auch im Hinterkopf, dass „Disco Sucks“ in der Realität nicht nur ein drolliger Spaß war.

Review: Public Access TV

public-access-tv-never-enoughPublic Access TV – „Never Enough“

Sie sind rar geworden, die New Yorker Bands. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Mieten auch in lange noch als Zentren der Boheme geltenden Gegenden wie Brooklyn heute so horrend sind, dass viele Musiker den Big Apple verlassen müssen und in ein Städtchen außerhalb ziehen oder sich gleich ganz in einem anderen US-Szene-Ort niederlassen.

Was natürlich extrem schade ist, denn die New York-Band hat eine ganz eigene Tradition im Rock’n’Roll. Die typische New York-Band, die schreibt peppige, schnodderige Songs, sie erfüllt dabei auch einen gewissen Art-Anspruch und sie trägt knallenge Jeans. Späte 60s: The Velvet Underground. Mitte der 70s: The New York Dolls, The Ramones, Television. Späte 70s/frühe 80s: Blondie, The Knack, Talking Heads. In den 2000ern: The Strokes, The Walkmen, Interpol, Yeah Yeah Yeahs, The Virgins, The Drums.

Public Access TV sind vermutlich nicht „die letzte New York-Band“. Aber hey, als Schlagzeile, um PATV interessanter zu machen, würde sich das doch gut anhören. Fakt ist, das Quartett um Sänger John Eatherley ist die Gruppe, die momentan die New Yorker Flagge am höchsten hält.

Review: Public Access TV weiterlesen

Single Review: Public Access TV

Public Access TV End of an Era - SinglePublic Access TV – „End Of A Era“

Am 30.09. erscheint endlich das Debütalbum von Public Access TV. Lange genug haben sie uns angeteast, Single für Single: „Patty Peru“, „In Love And Alone“, „On Location“, „Sudden Emotion“…

Das waren alles knackige, vielversprechende New Yorker Indierocksongs. Aber ich muss ehrlich sein: Ich hatte angefangen, so ein bisschen daran zu zweifeln, dass die Band wirklich noch zündet.

Public Access TV machen ja nix Neues. Ich habe oben absichtlich in der Formulierung „New Yorker Indierock“ wie ein Attribut verwendet. Weil man als Gitarrenquartett nicht newyorkerischer klingen kann als PA TV.

The Strokes. The Strokes haben ja letztlich auch nur eine NYC-Tradition aufgegriffen und neu unter Feuer gesetzt: Struppigen New Wave/Power Pop der 70s/frühen 80s nämlich. Der Sound, mit dem Bands wie Blondie, The Cars oder The Knack mal die Hitparaden fütterten. Im Zuge der Strokes gab’s dann The Walkmen oder The Virgins, die das weiter führten. Und jetzt gibt’s halt Public Access TV, so weit, so gut. Ein Sound, gegen den man nichts haben kann – und diese neuen Kids machen ihn gut, in den korrekten engen Lederjacken und den vanillefarbenen Chucks.

Aber eine Sache fehlte: Der Hit. Single Review: Public Access TV weiterlesen

Earth Is The Longlist Planet, Pt 5

VRYLL Header

Ich hatte meine eigene Best Ditches – Longlist für 2016 versprochen. Meine Antwort auf die Longlist der BBC. Anstatt nur über deren langweilige Newcomer zu lästern, wollte ich meine eigenen Tipps mit in den Topf werfen und prognostizieren, welche Bands nächste Saison groß rauskommen. Naja, vielleicht nicht unbedingt groß rauskommen – meine Vorhersage soll eher besagen, dass diese genannten Acts 2016 hoffentlich ein gutes bis tolles Debütalbum vorlegen können. Letztes Jahr habe ich das Gleiche gemacht, mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Also okay. Nach dem Break findet ihr meine Tipps für 2016.

Earth Is The Longlist Planet, Pt 5 weiterlesen

Another New(ish) Collection

Man kann als Blogman nicht immer der Erste sein. Heute mal ein paar Clips, bei denen ich etwas später dran bin – die aber deswegen ja nicht weniger sehenswert sind.

Zuerst mal: The Wholls – ich habe heute in einem Facebook-Post behauptet, das seien Amis, aber sie sind aus Bedford/UK. Gelesen hatte ich: Sie haben ihr Debütalbum in Kalifornien mit Steve Baughman aufgenommen, der u.a. schon mit Michael Jackson, 50 Cent und Usher gearbeitet hat. Da dachte ich also erst mal, das seien US-Amerikaner. Warum sonst wird bei einer Gitarrenband ein so großer Name gebucht – der noch dazu aus einem ganz anderen Segment kommt?

Ich sag‘ Euch warum: Weil The Wholls auf der Insel ein paar wichtige Wettbewerbe gewonnen haben und man 2016 so fest mit ihrem Durchbruch rechnet, dass man sie gleich mal entsprechend finanziert und in die Staaten geflogen hat. Heute veröffentlichen sie ihre erste Single „X21“.

Tja, was sagen wir dazu?  Ich fand „X21“ witzig, als ich noch dachte, dies seien Amis – weil es so extrem nach Arctic Monkeys klingt. „Schau an: Amis, die Alex Turner sein wollen  – kein Wunder, dass sie nur die Musik, aber nicht wirklich die schlauen Texte mitnehmen!“ Jetzt, da ich weiss, das sind ja doch nur Briten, bin ich ein bisschen desillusioniert. Da ist das Video in der Wüste mit den sexy Kids auf Diebestour eigentlich nur noch ein unverschämter Ripoff der AM-Ästhetik.

Andererseits wiederum: Der Song kickt, anders kann man’s gar nicht sagen.

Kommen wir zu was, wo es keine zwei Meinungen geben kann: Night Engine aus London sind super. Als wäre Bowie der Leader von Roxy Ferdinand, nur in ginger. Dieses Jahr veröffentlichten sie gerade mal eine Single: „Wound Up Tight“. Dass es zu dem Song auch ein Video gab, habe ich erst heute zufällig mitgekriegt. Der Clip erschien schon am 01.06., aber hat skandalöserweise noch nicht mal 1.400 Views. Das bedeutet: Ich darf’s auch jetzt noch teilen!!

Jetzt werde ich wieder aktueller: Public Access TV aus NYC hatte ich bisher mehr so als Synthpopper auf dem Schirm, aber ihre neue Single „In Love And Alone“ zeigt sie als Garagenrocker. So klangen die Bands im Jahr 2 nach den Strokes. Hört man durchaus mal wieder gern, oder?

Superduper aus Neuseeland: Marlon Williams. Down under ist das jüngste Album des smarten Songwriters, den einige von Euch vielleicht dieses Jahr schon als support von Husky gesehen haben, seit dem Frühjahr draußen. Im Januar erscheint es auch im Rest der Welt, aus dem Anlass wurde ein Video zur Single „Hello Miss Lonesome“ gedreht. Ein Video, das ich nicht einbetten kann, weswegen ich hier nur darauf verlinke. Als Ersatz eine Liveversion:

Ach, und wo wir schon dabei sind: Marlon Williams ist auch in Sachen Folk und Country unterwegs, und das Juwel aus Neuseelands Country-Szene ist eine Kanadierin, die sich der Liebe wegen bei den Kiwis niedergelassen hat: Tami Neilson. Marlon hat mit auf ihrem prima 2014er Album „Dynamite!“ mitgesungen, und wie sehen ihn hier (1. von links) als Teil von Tamis Band in einem neckischen Clip aus dem Sommer – die Songs sind „Texas“ und „Cry Over You“. Das ist doch ganz drollig, oder?