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Without A Lush

Lustig. Als ich diese Tage meinen Text übers Album von Hatchie schrieb und naturgemäß der Name Lush als Beispiel für alte-Schule-Dreampop fiel, da wollte ich eigentlich den Clip zu ihrer 1992’er-Single „For Love“ als Klangbeispiel posten. Aber: Ich fand das Video auf youtube nicht. Also wurde es mal wieder „Nothing Natural“.

Offenbar hat auch Plattenfirma 4AD genau jetzt das Fehlen bemerkt. Heute ist das Video nachträglich hoch geladen worden.

p.s. Lush haben in der Zwischenzeit eine Wiedervereinigung hinter sich und sich auch wieder getrennt, Miki Berenyi (die mit den roten Haaren) hat eine neue der Band: Piroshka.

Ich denke oft an Piroshka

Zahllose UK-Indie-Bands aus den Nineties-Ära von Shoegaze bis Britpop haben sich wieder vereinigt, aber Lush, Moose und Elastica sind nicht darunter. (Stop – Lush haben sich sehr wohl wieder vereinigt, aber auch schon wieder getrennt.)

Also dachten sich Lush-Sängerin Miki Berenyi, Moose-Gitarrist KJ „Moose“ Mackillop, Elastic-Drummer Justin Welch und zu guter Letzt auch noch Modern English-Bassist Mick Conroy (dessen Band es noch bzw. wieder gibt, die aber gerade pausiert) so etwas wie: „Na gut, dann vereinigen wir uns halt zu einer neuen Gruppe!“

Dieses neue Quartett nennt sich Piroshka. Das Ziel war, die alten Bands nicht zu wiederholen, sondern auf einem leeren Blatt Papier anzufangen. Also machen die vier dornigen Gitarrenpop, durchaus unberechenbar, denn Piroshka setzen weder auf die eingängigen Refrains des Britpop noch auf die Soundscapes des Dreampop.

Trotzdem ist das, was die vier auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Brickbat“ (heute erschienen) machen, natürlich nicht meilenweit davon entfernt, was die Mitglieder früher machten. Es klingt jedenfalls mehr nach 90s-Indie als nach, sagen wir, Trap. Höhö.

Interessant: Wie auch Ride warf man Lush und Moose ja gerne vor, unpolitisch rumzusäuseln. Wie auch Ride, die seit ihrer Reunion über Themen wie den Klimawandel singen, zeigen sich auch Piroshka heute aber durchaus politisch und sozialkritisch. Der Album-Opener „This Must Be Bedlam“ geht um den Brexit,  ein Songtitel namens „Hated By The Powers That Be“ spricht für sich, die Single „What’s Next“ befasst sich mit der rasanten Spaltung der Gesellschaft in links und rechts, arm und reich und die Notwendigkeit, sich selbst zu engagieren.