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Good Lies

Inzwischen ist es vier Jahre her, dass die Londoner Real Lies ihr Debütalbum „Real Life“ veröffentlichten. Seitdem haben sie nicht gerade viel von sich hören lassen und sind vom Trio zum Duo geschrumpft.

Jetzt gibt es mal wieder eine neue Single. „You Were In Love“ zeigt Real Lies in eher nachdenklichem Modus und erinnert einmal mehr an die Referenzpunkte des Debüts. Mir jedenfalls fallen dazu ein: New Order, The Streets, the Specials, Pet Shop Boys.

I’ve got the Towers

Manchmal sieht man eine Band und weiss sofort: „Die werden Stars!“ oder „Das wird nix.“ Manchmal weiss man auch: „Hmm, in seiner Szene wird das gut funktionieren, aber wenn die mal nach München kommen, werden die in ihrem Leben bestenfalls die Milla Spielen, nie die Muffathalle, geschweige denn Olympia.“

Und manchmal irrt man sich. Ich hab‘ ja gedacht, April Towers würden ordentlich Karriere machen, seit ich 2015 die Single „No Curruption“ hörte. Das war so richtig perfekter Synth-Indie, in meinen Ohren, wie gemalt für Fans von New Order und OMD aus den 80s selbst oder Anhänger von La Roux und CHVRCHES heutzutage. Mir war klar, dass das Duo aus Nottingham nicht gleich Hits wie Hurts landen würde – aber ich dachte, hey, das wird jetzt ne mittelgroße Indie-Band. In München: Strom bis Technikum.

Ich hätte nicht gedacht, dass Alex Noble und Charlie Burley drei Jahre später ihr Album über Pledgemusic zusammensparen müssen. (HIER geht’s zur Kampagne, wenn ihr noch mitfinanzieren möchtet) Naja, aber inzwischen soll es wenigstens bald fertig sein. Die Single „Tel Aviv“ hat jetzt ein Video. Ich finde, dass das ein gelungener Neo-80s-Ohrwurm ist. Das kann schon noch was werden.

Review: April Towers

Silent FeverApril Towers – „Silent Fever EP“

Hmm. Da wartet man, dass eine Band endlich mit ihrem Debütalbum um die Ecke kommt, und dann gibt’s doch erst mal nur wieder ne EP. Die dann auch noch nur drei neue Songs liefert. Das kommt mir ein bisschen vor, als würde da jemand Zeit schinden.

Aber gut, es soll uns trotzdem Anlass sein, noch mal auf die April Towers einzugehen. Denn ich setze große Hoffnungen auf das Duo aus Nottingham, das letztes Jahr mit den Singles „Arcadia“ und „No Corruption“ einen Traumstart hingelegt hat. („No Corruption“ habe ich sogar für unseren Ein-Kasten-Augustiner-Preis nominiert.)
Der Sound der April Towers: 80s-Synthpop. New Order / Pet Shop Boys / OMD / Depeche Mode. Clevere, sophisticated Popmusik, der ich einen leichtem Indie-Einschlag unterstelle bzw. ihn mit Macht hinein interpretiere. Wenn die eine oder andere Gitarre durchschimmert, wenn das Grundgefühl ein melancholisches ist, wenn das ganze sehr bewusst auf Stil setzt, dann ist das doch Indie, oder? Wenn man beim Hören der Musik vorm geistigen Auge graue Bilder nordenglischer Nebel-Tristesse empfängt – ja doch, dann sind da genug Überschneidungen, dass man es als Indie empfinden darf.

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Review: Real Lies

Real LifeReal Lies – „Real Life“

Mann, wie BRITISCH dieses Album klingt!
Britischer als alles sonst in diesem Jahr!

Aber ich rede natürlich nicht von dem Britannien, das man aus dem Englischunterricht kennt. Schon lustig – mir zumindest wurde damals in der Schule beigebracht, Engländer würden um fünf Uhr in feiner Gesellschaft Tee trinken, den kleinen Finger abgespreizt, und höflich-distanzierten Smalltalk über das Wetter und die Fuchsjagd halten.

Wer in London war, kennt’s anders. Regennasse Nächte, Adrenalin liegt in der Luft. Junge Lads in Tracktops stehen vor Clubs, in die sie nicht reinkommen. Die, die’s rein geschafft haben, tanzen weggetreten zuckend oder versuchen, mit dem ersten Geld des Monats Girls abzuschleppen. Die Meisten gehen alleine heim und in der Schlange vorm Curry-Schnellimbiss endet die Frustration gerne mal in einer Schlägerei. Am nächsten Tag der Kater, das Wissen, in einem Hamsterrad gefangen zu sein und der Wunsch, daraus auszubrechen. Aber unter der Woche werden im Job die Sekunden bis zum Freitag gezählt, um am Wochenende alles wieder genauso zu machen. Das Britannien, das so in seiner klammen Romantik und seinen vergänglichen Momenten der Euphorie und der Hoffnungslosigkeit immer wieder besungen wurde, von New Order, von The Streets, von The Specials, Hard-Fi, ja sogar den Pet Shop Boys.

Also von genau den Bands, die Real Lies alle in Erinnerung rufen auf „Real Life“.  Review: Real Lies weiterlesen

Lies Lover Lies

Seit November 2013 haben Real Lies aus London vier sehr spannende Singles veröffentlicht, die sie irgendwo zwischen Delphic („World Peace“), den Specials („Dab Housing“), den Pet Shop Boys („North Circular“) und Hard-Fi („Seven Sisters“) platzierten. Nun hat das Quartett für den 16.10. endlich ein Debütalbum namens „Real Life“ angekündigt. Mit „Blackmarket Blues schicken Real Lies eine weitere Single voraus, die einmal mehr ziemlich herausragend ist. Typisch britisch, und doch modern. Das könnte ein echtes Top-Album werden. So richtig Wow.

Real Lies – Blackmarket Blues from Bison on Vimeo.