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Oughty By Nature

Ich wollte die Tage was übers dritte Album von Ought aus Toronto schreiben, erschienen ist es schließlich schon Mitte Februar. Aber man schafft halt nicht alles, was man sich vornimmt.

Kurzfassung: Ich fand Ought bisher immer eher stressig. Ich habe ihre zwei vorigen Alben registriert und respektiert, aber halt nicht geliebt. Man stelle sich Australiens Gold Class vor (die ich allerdings ja LIEBE), aber blecherner produziert. Sehr nörgelnde, aufgewühlte Indierockmusik.

Das dritte Album „Room Inside The World“ verändert viel. Sänger Tim Darcy hat sich einen ganz neuen, klagenden Gesangsstil angeeignet. Immer mal übernimmt der Synthie die Hauptrolle im Klang, früher gab’s nur die Gitarre in genau einem Setting. Sogar eine Ballade, die sich mit Gospelchor schwelgend in den Himmel schwingt, ist auf dem Album. Für diesen Song, „Desire“, haben Ought nun ein Video geteilt. Nicht unbedingt typisch für den Gesamtklang des Albums, aber doch typisch dafür, dass sich bei der Band eine Menge getan hat.

You Ought a know

Ought aus Montreal hatte ich bisher als eine dieser Bands auf dem Zettel, die man für ihre sperrige noisy New-Wavigkeit und ihren verkopften Anspruch zwar schätzt und respektiert – die man dann aber in echt nicht wirklich anhört. Weil man seinen Ohren halt doch lieber was mitgibt, was Pop in sich trägt und nicht nur in den Gehörgängen kratzt.
Für ihr drittes Album hat das Quartett nun beim Label Merge unterschrieben, zweifellos einer der renommiertesten US-Indies. Und es sieht so aus, als hätten Ought mit dem Umzug aufs neue Label auch eine neue Zugänglichkeit errungen. Die neue Single „These 3 Things“ jedenfalls gefällt mir besser als alles, was ich bisher von der Band gehört habe. Sie klingt, als sänge Bryan Ferry als Gespenst zu einem The Cure-Instrumental aus der „Seventeen Seconds“-Ära. Und der Clip dazu ist auch super.