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Ivory League

Engländer, die Trainingsanzüge tragen, die Drogen erkennbar ziemlich gut finden, die eher wie ein Hooligantrupp aussehen als eine Band (sich aber dann meistens als totale Herzchen entpuppen), und zu deren Gitarrenmusik man schweinegut schwof-tanzen kann – die sind nix Neues. Die gibt es, seit die Happy Mondays in Madchester rum raveten.

Ivory Wave aus Birmingham haben sich nach einer Designerdroge benannt, sie haben die Happy Mondays und Kasabian zu ihren Vorbildern erklärt, sie gelten seit 2016 als kommendes Ding der Szene in „Brum“, aber sind noch nicht wirklich durchgestartet. Allerdings: Zu ihrer aktuellen Single „Uptown“ kann man schweinegut schwof-tanzen.

Here’s Looking At Our Kid

Tune!

Was habe ich geschimpft über „Shockwave“, die erste Single aus Liam Gallaghers zweitem Soloalbum „Why Me? Why Not“. Diese dröge 08/15-Klischee-Britrock-Nummer hat mir die Vorfreude auf die Platte total vergällt. Ich hatte gar keinen Bock mehr drauf.

In der Zwischenzeit konnte ich das Album hören und darf mit Erleichterung verkünden. „Shockwave“ ist mit Abstand der mieseste Track der Sammlung. Der Rest gefällt mir, zum Teil sogar richtig gut.

Ich halte ja auch viel von Andrew Wyatt. Andrew ist u.a. der Sänger von Miike Snow, für diese Band hat er immer sehr clevere Songs geschrieben. Nachdem die vielleicht besten Tracks auf „As You Were“ von Andrew stammten, ist er jetzt Haupt-Liam-Flüsterer. An fast allen Songs ist er beteiligt.

So auch, gemeinsam mit Liam und  Damon McMahon (Amen Dunes) an der neuen Single „One Of Us“. Die zwar auch kein Liam-untypischer Midtempo-Stampfer ist, aber trotzdem doch SO VIEL BESSER als „Shockwave“. Hier kann man was HÖREN. Ich meine, die Streicher zum Beispiel – das KLINGT doch nach was. Auch der Refrain ist ein Ohrwurm. Na, so taugt mir das, Liam.

Die Brüder werden müder

… was sagen wir eigentlich zu den aktuellen Werken der Gallagher-Brüder? In kurzem Abstand haben Liam und Noel ihre neuen Singles veröffentlicht. Was einerseits zeitlich schon in die Release-Zyklen passt, zwischen ihren letzten Alben lagen ja auch nur wenige Wochen. Andererseits, der Medienpräsenz schadet’s sicher nicht, wenn die beiden (bzw. ihre Teams) die Aufrechterhaltung des Konflikts künstlich befeuern.

Meine Meinung zu „Shockwave“: Nur Liam Gallaghers Starpower trägt den Song, und auch das nur gerade so. Ansonsten ist die Nummer aus Klischees zusammen gekittet, die beim imaginären Oasis-Fan möglichst viele Treffer landen sollen. Siehe das ähnlich beknackte Video: Hier ein im Güterzug mitfahrender Tramp, dort Girls in Hotpants in Öllachen. Keine Zusammenhänge, Hauptsache, viele bekannte, Rock’n’Roll-zertifizierte Versatzstücke.

Daran, fand ich, krankte schon sein erstes Soloalbum. Die Profi-Autoren, die mit Liam arbeiten, wollen ihm zu verkrampft etwas auf den Leib schneidern, das die Fanbase happy machen soll. Dadurch kommt das zu kurz, was inspiriert oder originell wäre. Naja, ein paar solche durchaus inspirierten und unerwarteten Momente gab’s ja auf dem Debüt dann doch – meistens ausgerechnet in Liams eigenen Songs, nicht denen der bezahlten Schreiber. Auf diese Momente hoffe ich auch auf dem kommenden zweiten Soloalbum.

Trotzdem ist „Shockwave“ mir lieber als das, was Noel Gallagher zuletzt vorlegte. Weil Noel echt glaubt, er würde krass experimentieren. Boah, ein Beat! Boah, eine One-Note-Bassline! Na, da wird die Fanbase aber überfordert sein, weil’s nicht nach Beatles klingt! Tatsächlich klingen Noels hemdsärmelige Disco-Versuche nicht mal annähernd so experimentell wie das, was die Chemical Brothers mit seiner Stimme machten – und das war vor über 20 Jahren! „Black Star Dancing“ gehört für mich einfach zu Noels bisher drögsten und lahmsten Nummern ever.

Liam setzt auf eher billige Effekte, Noel hat gar nicht erst welche und glaubt trotzdem, hier einen futuristischen Mindfuck abgeliefert zu haben. Ach Jungs, das könnt ihr beide besser.

Director’s Cut Glass

Einmal mehr: Dem Liverpooler Label Skeleton Key, gegründet von James Skelly (The Coral), kann man nur applaudieren.  Die Plattenfirma fördert immer wieder prima UK-Gitarrenbands zutage.

Oft übernimmt Skelly nicht nur die Rolle des Entdeckers, sondern auch des Producers. So auch bei den Cut Glass Kings, die der Coral-Sänger seit 2015 unter seine Fittiche genommen hat. Eine Handvoll Singles hat das Duo aus Birmingham seitdem veröffentlicht, auch nahmen The Coral die Neulinge bereits als Support auf UK-Tournee   mit.

Mit der neuen Nummer „Dream In The Dark“  gibt’s nun einen Vorboten aufs im Sommer erwartete Debütalbum der Cut Glass Kings. Ich find’s stark, das Lied, und bilde mir ein, hier sowohl sägenden Rock’n’Roll á la BRMC als auch Coral’sche 60s-Melodik zu erkennen. Was im Endergebnis Fans von Oasis gefallen könnte. Oder?

Thèque As Thieves

Dress Thèque aus Sydney suchen noch ein bisschen nach ihrem Sound, aber diese Suche führt immer wieder zu feinen Ergebnissen. Ihre erste EP stolperte ein bisschen zwischen TripHop-Sounds und New Order-ismen, ich musste bei diesen Songs nach langer Zeit mal wieder an die Band Delphic denken – unglaublich eigentlich, dass es schon wieder zehn Jahre her ist, dass die mal gehypt wurden.

Dress Theques folgende Single „Football Music“ groove-schmoovte krautig, der neue Song „Gone Mad“ wiederum mixt ein Britpop-Element mit ins Gesamtbild. Bei der Textstelle „Nothing’s the same to me“ höre ich naturgemäß ein Echo von Oasis‘ „Columbia“, die Beats erinnern mich auch an die Chemical Brothers. Nice.

Creative Differences

Kneift mich mal. Das kann’s doch nicht ganz sein, oder?

Alan McGee hat ein neues Label gegründet. Jubel, Freu! Der Creation-Man! Ride, Primal Scream, My Bloody Valentine, Slowdive, Swervedriver und irgendwann auch Oasis, sie alle waren auf Creation! Alan selbst ist natürlich eine Kultfigur, ein Typ, der auch gern mal aneckt, weil er so kompromisslos seinen Punk-Ethos vertritt.

Alans neues Label heisst Creation23 – und neu erscheint dort… dies hier? Sorry, aber Rubber Jaw sind ja wohl so… so… beige, dass sogar Coldplay daneben wie Extreme Noise Terror klingen. Eigentlich will ich hier ja nur Favoriten posten und mich mit Lästereien zurück halten, aber das hat ja schon einen Kuriositäts-Faktor in seiner Langweiligkeit. Der Song heisst „Freaking Out“. Mir klingt das mehr nach „Wearing My Comfy Slippers, Surfing Channels On A Thursday Afternoon, Waiting For Daddy’s Allowance“

Aber vielleicht findet’s ja jemand super.

Review: Man of Moon

Man Of Moon – „Chemicals EP“

Der Hype ist schon wieder ein bisschen abgeflaut. Denn bereits 2015 kriegten Chris Bainbridge und Mikey Reid ihre ersten Berichte in der UK-Presse. Die beiden damals 19jährigen Schotten seien „ones to watch“, las man, es fielen Vergleiche mit Mogwai auf der einen und Royal Blood auf der anderen Seite. Ein dichtes Rockbrett würden die Jungs aus Edinburgh auf die Bühne bringen, umso beeindruckender, weil sie eben nur zu zweit sind. 

Seitdem haben uns Man of Moon nicht eben mit Veröffentlichungen überhäuft. 2016 gab’s eine Single und eine EP, 2017 gar nichts, 2018 sollte ein Album kommen, das dann nicht kam. Immerhin, das Duo war auf Europatour mit Django Django. Na, jedenfalls: Der frühe Aufmerksamkeit, sie lief ins Leere – letztlich kam sie wohl zu früh. Zu einem Zeitpunkt, als die Jungs halt doch noch nicht genug Substanz und genug Material hatten, um den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. 

Aber schon letztes Jahr sagten die zwei in einem Interview für tenementtv.com, dass sie sich Zeit lassen würden. Es sei ihnen wichtig, wirklich ihren eigenen Sound zu finden und sich klar zu werden, was sie im Speziellen hervorheben, anstrahlen wollten. 

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Demob Graphic

Heute scheint einer dieser Tage zu sein, an denen die Videos nur so rein geregnet kommen.
Drei Wochen alt ist „Less Is More“, die aktuelle Single des Britrock-Trios Demob Happy. Jetzt gibt’s auch ein Video dazu.

Demob Happy, das ist eine Band, die sich musikalisch irgendwo in dem Feld zwischen den Eckpunkten Band of Skulls/Royal Blood sowie T.Rex und Oasis (aber näher an den erstgenannten) positioniert. Manchmal ist mir das, was sie machen, einfach zu straighter Rock – Ich bin nun mal ein Indie-Weichei. Aber zweifellos finden sich auf ihren beiden ersten Alben auch einige prima Nummern.  „Less Is More“ würde ich dazu zählen, die Nummer hat einen satten Glam-Drive.

Meine Alben 2018, Pt.6: 5-1

Fanfare! Langwierig habe ich mich bis hier vorgearbeitet. Nun sind wir angekommen. Ladies and Gentlemen, es ist so weit. Hier sind die meiner Meinung nach besten Alben des Jahres 2018 – Platz 5 bis Platz 1

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Interview: Blossoms

Schon Ende April erschien „Cool Like You“, das zweite Album der Blossoms. Kurz vorher war die Erfolgs-Indiepopband aus Stockport bei Manchester im Vorprogramm von Noel Gallagher auch in Deutschland auf Tournee. Ich hab’s ein bisschen verpennt, mein Interview vom damaligen Münchner Konzert auch endlich abzutippen und hier auf den Blog zu stellen. Das will ich heute endlich nachholen, schließlich gibt’s einen Anlass: Die Boys sind in diesen Tagen auf Deutschlandtour (u.a. am Donnerstag dem 11. auch wieder im Strom, München).

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