Schlagwort-Archive: Noel Gallagher

Review: Johnny Marr

Johnny Marr – „Call The Comet“

Also, zuerst mal: Johnny Marr ist ein Heiliger. Was der Mann in seinem Leben schon geschaffen hat, das würde reichen, um fünf verschiedene Musiker zu Kultfiguren zu machen. Ich muss es hier nicht aufzählen, oder? Nein, muss ich nicht. Aber, andererseits – bremsen kann ich mich ja auch nicht.

Also: Zuerst mal hat Johnny Marr als Teenager n Manchester The Smiths gegründet und lässig, sich souverän zurückhaltend den perfekten kreativen Partner für den (damals noch) genialischen Selbstdarsteller Morrissey gegeben. Mit seinem unbemühten, nie angeberischen, aber zielsicheren und, wenn nötig, filigran-präzisen Spiel hat er ganzen Generationen späterer Indie-Gitarristen quasi die Schablone für ihren Sound abgeliefert. (Dass er, nebenbei bemerkt, die Smiths zwischenzeitlich auch managte, weil Morrissey diese Tendenz hatte, alle Businesspartner zu vergraulen, ist da nur eine Fußnote.)

Marr war der, der trotz seines Images als treuer Sidekick die Traute hatte, die Smiths schließlich zu verlassen und damit aufzulösen. Gleich darauf hatte er auch schon zwei neue Jobs: Als Co von Bernard Sumner (New Order) in Electronic und als Gitarrist von Matt Johnsons The The – auch hier war sein Spiel natürlich prägend und ideal auf seine Nebenmänner zugeschnitten. Review: Johnny Marr weiterlesen

Give give give me Marr Marr Marr

Das dritte Johnny Marr-Soloalbum steht vor der Tür.

Zu Johnny Marr muss man nichts sagen, oder? Erstens mal hat er als Gitarrist von The Smiths den sound of Indie überhaupt erst ERFUNDEN und geprägt wie niemand sonst. Er spielte seitdem auch Gitarre bei Electronic, The The, Modest Mouse und war zwischendurch vierter Jarman bei The Cribs. Berühmt ist auch die Story, dass er Noel Gallagher in Oasis-Anfangstagen mal eine seiner Gitarren schenkte, einfach nur um die Band zu fördern. Hollywood-Arbeit hat er auch abgeliefert und mit Hans Zimmer den Soundtrack zu „Inception“ komponiert. Und und und…
Außerdem – das ist angesichts dieser Historie ja anzunehmen – ist er ein schlauer, offener, kulturell enorm gebildeter Mann und einfach ein guter Typ.

Das Album „Call The Comets“ erscheint am 15.06. und mit „Walk Into The Sea“ gibt’s nun die dritte Vorabsingle daraus.

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Review: PLANET

PLANET – „Waking Eight EP“

Ich will’s kurz machen Diesmal echt! Nicht nur fest vornehmen und dann doch einfach nicht aufhören und plötzlich bei 5.000 Zeichen landen! Aber ich will ja gleich noch das Liverpool-Spiel gucken. Und zu PLANET (Großbuchstaben, weiß der Geier, wieso!) habe ich ja bei der letzten EP schon relativ viel gesagt.

Also. Ich wisst, wie sehr ich die DMA’s liebe. Ganz doll sehr nämlich. Lieblingsband-der-man-auf-Konzerte-hinterher-fährt-mäßig. So doll sehr, dass ich sogar PLANET – wie es jetzt ein Teenager sagen würde, der ein paar hinter die Löffel will – voll „feiere“. 

PLANET, das ist die Band von Matty Took. Er ist der Bruder von Johnny Took. Von den DMA’s. Das sagt man immer noch als erstes dazu. PLANET werden sich noch länger schwer tun, aus dem Schatten der Band des Bruders zu treten. Nicht weil sie mies sind, nein, sie sind gut, sehr gut sogar. Aber sie bewegen sich halt im genau gleichen Gebiet wie die DMA’s. Und in dem Gebiet, in dem die DMA’s sich bewegen, da sind sie nun mal der fucken Mount Everest.

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Freu dich Blossoms nicht zu früh…

Als die Blossoms sich kürzlich mit der Single „I Can’t Stand It“ zurück meldeten, da habe ich noch gezweifelt. Wenn die anderen Songs auch so sein würden, weniger eingängig als „Charlemagne“ oder „At Most A Kiss“, dann würden sie den Erfolg vom Debütalbum – das war immerhin eine UK-Nr. 1 – wohl nicht wiederholen können.

Jetzt kommt die neue Vorab-Single vom zweiten Album „Cool Like You“: „There’s A Reason Why I Never Returned Your Calls“. Und Holla, ist das mal eine in-your-face-Popbrezel! Die Keyboardmelodie am Anfang – die sich, typisch für Blossoms, dann im Refrain wiederholt – geht ins Ohr wie ABBA in Fischöl!

Okay, die Leute, denen Blossoms grundsätzlich zu gefällig klingen, denen wird das viel zu viel Zuckersirup sein.  Ich mag die Live-Version dieses Clips auch lieber als die noch knalligere Studio-Aufnahme. Die gibt’s noch mal beim Klick auf… Freu dich Blossoms nicht zu früh… weiterlesen

What did you expect from 2018, Pt.1

Hallo, 2018!
Wirst du ein gutes Indie-Jahr werden? Die ersten Anzeichen sind nicht schlecht. Auf so einige spannende Newcomer dürfen wir uns freuen – darüber habe ich neulich schon mal einen Post geschrieben. Natürlich warten wir aber auch auf so einige Größen und persönliche Favoriten, die sich zurück melden.

Ich habe eine Liste unter folgendem Motto zusammen gestellt: „Ausgesuchte kommende Alben 2018“. Dies sind Platten, die fürs neue Jahr schon definitiv angekündigt wurden, die man sicher erwarten oder zumindest realistisch erhoffen darf – oder über die man wenigstens spekulieren kann.
Plötzlich standen da über 30 Namen auf meinem Zettel. Deswegen teile ich die Liste in drei Beiträge auf.
Los geht’s mit Teil 1.

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Review: Noel Gallagher

Noel Gallagher’s High Flying Birds – „Who Built The Moon?“

Es ist ja zum Glück kein Wettbewerb. Man kann als Hörer ja sowohl Liam als auch Noel okay finden. Man muss sich ja gar nicht für den einen und damit automatisch gegen den anderen entscheiden, auch wenn der konstante Zank der zwei in den Medien den Eindruck erwecken mag. Genauso, wie man sich in den 90ern auch herrlich über den Oasis/Blur-Konflikt amüsieren und gleichzeitig an beiden Bands seine Freude haben konnte.

Aber wenn es so wäre: Da tendiere ich zu Team Liam. Einfach, weil Noel immer schon geschafft hat, all die Props für sich einzusammeln. Weil er nie Skrupel hatte, seinen Bruder blöd aussehen zu lassen. Auch jetzt wieder, da die zwei schlagzeilenwirksam Giftpfeile aufeinander schießen: Noels Sprüche gegen Liam wirken sehr herablassend. Liam kläfft mehr, mag aggressiver sein, frecher, herausfordernder, dabei durchaus nicht ohne Augenzwinkern. Noel wiederum tut immer so, als stünde er drüber, dafür setzt er dann zwischendurch gemeine Tiefschläge. Souverän ist was anderes.

Tja guck. Schon wieder schreibe ich über den Bruderzwist, aber es soll doch um die Musik gehen. Hier sind wir uns einig, dass beide Gallaghers zuletzt was zu beweisen hatten. Review: Noel Gallagher weiterlesen

Cheeky For A Releasin‘

Heute ist bekanntlich der Erscheinungstag des neuen Noel Gallagher-Albums – und wäre heute nicht so gutes Wetter gewesen, das mir die vielleicht letzte Radtour des Jahres erlaubte, säße ich wohl schon an einer Besprechung dieser Platte.

So erst mal: Congrats, Liam Gallagher. Dein neues Video an Noels großem Tag zu teilen und auch noch ausgerechnet den Titel „Come Back To Me“ zu picken, das ist schon expert trolling.

Hier noch mal der Link zu meinem ewig langer Text zum Liam-Album. Hoffentlich kann ich mich bei Noel ein bisschen bremsen.

Going Noelwhere

Das Liam Gallagher-Album ist ja ziemlich in Ordnung – was Bruder Noel unter einen gewissen Druck setzt. Sein letztes Album hatte (wenigstens meiner Meinung nach) einige gute Songs, aber auch einige echt dröge, zu routiniert abgearbeitete  Durchhänger.
Auf dem neuen Noel Gallagher’s High Flying Birds-Album „Who Built The Moon“ soll es dafür wieder experimenteller und psychedelischer zugehen. Die erste Single „Holy Mountain“ hat aber nicht unbedingt alle überzeugt. Nun haben Noel und Band in der Sendung von Jools Holland einen neuen Track vorgestellt: „She Taught Me How To Fly“.
Wir sehen: Eine Lady am Instrument Schnipp-Schnapp-Schere,  Whooo, es geht los. Es wird weird. Oder?

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Review: Liam Gallagher

Liam Gallagher – „As You Were“

Zuerst mal: Was für ein cleverer Albumtitel! „As You Were“ stammt aus der militärischen Sprache. Mit dieser Order ruft man den jeweils letzten zuvor gegebenen Befehl zurück. Es bedeutet also „Kommando zurück!“ – aber, damit das nicht missverstanden wird, nicht im Sinne von „Zurückziehen!“. Sondern im Sinne von „Zurück in die letzte Position!“ oder „Wieder so weitermachen wie davor!“

Längst hat der Ausdruck seinen Weg auch in den informellen Sprachgebrauch gefunden. Wenn man „as you were“ beiläufig verwendet, ist das salopp formuliert und bedeutet quasi „so wie immer halt“, „so wie du’s kennst“, „so ist es doch“ oder „so gehört sich’s“.

Liam Gallaghers Ausritt mit Beady Eye war nicht erfolgreich. Warum, steht auf einem anderen Blatt. Aber es gibt eine Message, die muss er all seinen verlorenen Oasis-Fans unbedingt rüberbringen. Sie lautet: „Staub abklopfen, weiter im Programm. Was zuletzt passiert ist, ist egal!“ Das Ganze sollte auch noch in möglichst Liam-esken Ton gesagt werden, also leicht patzig. „As You Were“. Perfekt. Subtext: Diese Platte ist erstens das, was Oasis-Fans von mir hören wollen und ich bin zweitens immer noch unverbesserlich.

Das ist zumindest die Aussage, die Liams Plattenfirma unbedingt an den Mann bringen will. Nach dem Reinfall mit Beady Eye (so muss man es sehen, die Platten verkauften offenbar nur ein Zehntel der späten Oasis-Alben) wird „As You Were“ als Liams letzte Chance gesehen. Er selbst hat das in Interviews bestätigt (bzw., dass das Label ihm das eingebläut hat). So erleben wir ihn, wie er diesem Schicksal die Stirn bietet, kampfbereit. Wie er allen noch mal zeigt, dass Bruder Noel (dessen Soloalben ja schon ein bisschen routiniert und stellenweise einschläfernd waren) vielleicht der Kopf von Oasis gewesen sein mag, er aber die Seele. Das zumindest ist die Darstellung, wie die Plattenfirma sie pusht.

Inwieweit stimmt das denn auch? Review: Liam Gallagher weiterlesen

Vinterview: Kasabian (I)

Am 05. Mai ist’s so weit – dann kommt Kasabians neues Album „For Crying Out Loud“ in die Läden. Anlass genug, mein Archiv zu durchforsten. Auf meinem alten Blog hatte ich nicht weniger als vier Interviews mit Serge bzw Tom gespeichert. Jener Blog steht leider nicht mehr online. Also ab in den Speicher, pusten wir den Staub von den alten Gesprächen und machen wir sie wieder verfügbar. Anfangen wollen wir 2011. „Velociraptor!“ steht vor der Tür.

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