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Summa Gum Laude

Entweder: Die Perth-Szene ist ein zufälliges glückliches Aufeinandertreffen irre kreativer Charakterfiguren. Weil sie gemeinsam am gleichen Ort aufwuchsen, konnten Nick Allbrook, Kevin Parker, Cameron Avery & Co gar nicht anders, als Tame Impala und Pond und all die anderen Bands zu gründen.

Oder: Weil ein oder zwei Vorreiter in der Clique waren, zogen sie die anderen mit und es entwickelte sich eine Gruppendynamik. Typen, die von selbst vielleicht nicht auf die Idee gekommen wären oder sich nicht getraut hätten, ließen sich aufputschen und toben sich nun ebenfalls künstlerisch aus.

Wie’s wohl wirklich war? So oder so: Jay Watson ist Livemitglied bei Tame Impala, offizielles Mitglied bei  Pond (zum letzten Pond-Album hatte ich ihn am Telefon) und als Solist nennt er sich GUM. Vom neuen GUM-Album „The Underdog“ gibt’s ein neues Video: „Couldn’t See Past My Ego“.

Pond de Replay

„‚Fire In The Water‘ is taken from Pond’s album The Weather“ – so steht’s in der Beschreibung, die die schrägen Aussies aus dem Tame Impala-Umfeld heute auf youtube geteilt haben. „Echt? An den Song erinnere ich mich gar nicht“ denke ich und finde ihn tatsächlich nicht auf meinem Rechner.

Des Rätsels Lösung? Pond haben heute eine Aktualisierung des Albums vorgenommen, wenn man so will. Die neue Variante von „The Weather“ in den Downloadstores und Streaming-Services beinhaltet das neue Lied.

Ich bin weiterhin kein Freund solcher neuer Editionen. Der Song ist lässig, aber wer sich „The Weather“ pünktlich zur VÖ letzten Mai besorgt hat (als ich hier übrigens ein Interview postete), ist doch jetzt schon ein bisschen der Depp, oder?

Interview: Pond

Pond. Das irre Konglomerat aus der Perth-Psychedelia-Szene, der so viele Bands entspringen, bekanntlich nicht zuletzt Tame Impala. Bei jener Band war Pond-Frontmann Nick Allbrook lange Mitglied. Klar also, dass man die Gelegenheit, zum neuen Album mal mit dem Mann zu telefonieren, der auch das spannende Spinning Top Label mit leitet und der in den Videos immer so interessant schräg rüberkommt, mit Freude wahr nimmt.

Tja, so ruft der Kollege von der Promo-Agentur an und sagt: „So ich stelle dich jetzt zu Jay durch!“ Oha.  Nicht zu Nick. Klar, alle Pond-Mitglieder sind interessante Typen. Jay Watson zum Beispiel macht Soloplatten als GUM.  Aber ich war halt voll auf Nick vorbereitet. Ich hätte ein paar andere Fragen geschrieben, wenn ich mit Jay  gerechnet hätte. Aber gut. Auch so lernen wir hoffentlich was über Pond, Perth und die neue Platte „The Weather“, die heute erscheint.

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Keep Feeling Fascinator

So viele Namen, so viele Referenzen! Zuerst mal: Wenn das Aussie-Label Spinning Top aus Perth was macht, heißt es aufhorchen. Denn dies sind die Jungs um Nick Allbrook von Pond (und ehemals Tame Impala). Auf Spinning Top veröffentlichten daher außer Pond u.a. auch The Growl (die Band von Tame Impalas Cam Avery), der super-Songwriter Peter Bibby oder die Perth-Psychedelia-Szeneband Mink Mussel Creek. Auch auf Spinning Top: Ein DJ/Producer, der sich Fascinator nennt und ansonsten nichts von sich bekannt gibt.

Es gibt einen neuen Track von Fascinator, co-produziert von Darren Seltmann (The Avalanches), noch so ne Aussie-Kultfigur. Vorbild der so sonderlichen wie starken Nummer „Dead Of The Night“ war wiederum ein musikalischer Sketch von Comedian Matt Berry (Toast Of London, The IT Crowd) aus seiner Serie „Snuff Box“ – und Hey, ich LIEBE Matt Berry! Ich sammle die DVDs, auf denen er mitspielt!

So viele Namen also, die für skurrile Spitzenqualität stehen, da KANN diese Nummer uns ja nur gefallen, oder? Zum Free Download bietet Spinning Top den Song auch noch, und zwar HIER.

Bibby I Love Your Way

Singer/Songwriter. Das alte Problem: Wie schafft man es, nur mit einer Gitarre in der Hand heraus zu ragen, unter all den anderen Typen mit einer Gitarre in der Hand? Peter Bibby zeigt, wie’s geht: Mit Persönlichkeit.
Für mich ist Peter Bibby ein ganz neuer Name, aber ein bisschen Googlen ergibt: Der Mann kommt nicht aus dem Nichts. Wenn ich das richtig verstehe, stammt er aus Perth, wo er Mitglied der Bands Frozen Ocean (SUPER Bandname!) und Fucking Teeth war. Jetzt hat er sich offenbar in Melbourne nieder gelassen – und sein Songwriting passt perfekt in die Stadt des Dolewave. Ich würde sagen, er ist so was wie die männliche Version von Courtney Barnett: Alltagsgeschichten, gleichzeitig ehrlich auf die Knochen aber auch todeswitzig erzählt. Die Single „Hates My Boozin“ ist ein Musterbeispiel dafür. Beruhend auf einem (wahren) Streit, an dem seine Freundin drohte, ihn zu verlassen, singt Peter eine selbstironische Hommage ans „einen-Heben-gehen“.
Peters kommendes Debütalbum wird den Namen „Butcher/Hairstylist/Beautician“ tragen. Dieser Titel alleine macht mich glücklich. Für Deutschland weiss ich allerdings kein Release-Date.

Auch sehr lesenswert: Dieses Interview auf der Aussie-Indie-Website Mess & Noise. Peter interviewt seinen Kumpel Nick Allbrook (Ex-Tame Impala, Pond), Nick interviewt zurück. In dem Zusammenhang: Ponds neues Video „Elvis‘ Flaming Star“ schon gesehen? Großes Kino!