Schlagwort-Archive: Neutral Milk Hotel

Thank you for the Moosic

So, jetzt haben wir auch unsere erste japanische 90s-LoFi-Americana-Band gefunden: Das Quartett moo stammt aus Sapporo von der Nordinsel, wo auch schon mal die Winterolympiade stattfand. Die Band orientiert sich an Guided By Voices, Pavement oder Neutral Milk Hotel und ihr erstes Album muss, so liest man, vor zwei Jahren in Japans Indie-Landschaft richtig großen Eindruck hinterlassen haben. Heute ist der Nachfolger „Country Darkness“ erschienen – hier die Single „All Day Long“

Review: Superchunk

Superchunk – „What A Time To Be Alive“

Ich freue mich schon aufs Charlatans-Konzert am Freitag. Vor vier Tagen kam eine neue Ride-EP. Aber nicht übersehen: Ein neues Superchunk-Album erschien am gleichen Tag auch. Jetzt mal echt: Bin ich im Indierock-Groundhog Year 1991 gefangen?

Also, mich soll’s nicht stören. Ich mochte 1991. Superchunk waren eine Band, die damals voll in meinen Herbst rein knallte. Meine erste Begegnung mit Mac, Laura & Co hieß „Skip Steps 1 & 3“. Es war die erste Nummer von ihrem Album „No Pocky For Kitty“. Ein hämmerndes Zickzack-Riff, ein Song in Punk-Tempo, aber der Sänger schrie nicht, sondern er nörgelte. Seine dünne Stimme konnte seiner eigenen Melodie nicht ganz folgen. Das haben Superchunk über all die Jahre beibehalten: Ohrwürmer mit tollen Melodien zu bringen, die Mac dann gar nicht sang, sondern durch die er im One-Note-Nasal-Modus durchpreschte, während man sich die eigentlichen Melodien dazu vorstellte.

„What A Time To Be Alive“ könnte – und das macht mich happy – vom Klang und Feeling her auch eine Woche nach „No Pocky For Kitty“ veröffentlicht worden sein. Superchunk sind immer noch innerlich so aufgekratzt und haben immer noch die gleichen Hummeln im Hintern wie in der Ära George Bush, des Älteren. Wow. Review: Superchunk weiterlesen

Review: Tiny Little Houses

Tiny Little Houses – „Idiot Proverbs“

Auf diese Platte habe ich gespannt gewartet. Im Oktober 2015 erschien „You Tore Out My Heart“, die erste EP der Melbourner Band Tiny Little Houses, und haute mich ziemlich aus den Socken. Wer so gut anfängt, gibt ein Versprechen auf die Zukunft. Lösen die Houses das Versprechen ein, nicht ganz zweieinhalb Jahre später? Nicht auf ganzer Linie, so viel kann ich schon mal sagen.

„Idiot Proverbs“. Sprichwörter von Idioten. Damit meint Caleb Carvountzis solche treudoofen Ansagen wie „Folge deinen Träumen!“ An sowas glaubt der Australier nicht mehr. Der Kopf der Tiny Little Houses ist heute vor allem eins: Desillusioniert.

Das war nicht immer so. „Loved my days in kindergarten, I was happy in first grade, okay in High School, then it began to change.“ erinnert sich Caleb gleich im ersten Song „Garbage Bin“. Heute ist er 26, Studienabbrecher und seine Zukunft ist nicht eben rosig. Auch davon erzählt er in dem Lied. Es ist nicht genug Geld da („The student loans are starting to bite me in the ass“), ärger aber ist die Trostlosigkeit der Gesamtsituation: „Do a dance and turn around, If you’ve got yourself some pockets you can fill them so you drown. […] And it don’t get much better than this.“ 

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Houses Of Love

Okay, hier bin ich etwas später dran. Das Video steht schon länger online, aber auch wenn der Clip nicht brandneu ist, will ich ihn doch teilen. Weil’s mich packt, das Lied.

Hallo, Tiny Little Houses aus Melbourne. Wir werden viel Freude miteinander haben! Euer Sänger Caleb Karvountzis schreibt, ihr seid beeinflusst von US-90s-Bands wie Neutral Milk Hotel. Ich kann Pavement, Flaming Lips, Sparklehorse in eurem Sound hören – aber auch typisch Melbourner Dolewave-Janglepop. Vor allem aber höre ich markante Gitarren und einen Sänger mit Persönlichkeit. Die EP „You Tore Out My Heart“ beginnt mit den Worten „How weird it is to think in 60 years we won’t exist“. Caleb, was machst du dir denn mit Anfang 20 für Gedanken?
In der Single „Easy“ geht’s um die beste Freundin, die nie mehr sein wird als die beste Freundin. Kennt man. Aber wenn Caleb singt „I can’t keep having you around (…) it’s better lost than found“ stimme ich nicht mit ihm überein. Einig sind wir uns wieder, wenn er singt „It’s not hell, but it’s not easy.“

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