Schlagwort-Archive: MGMT

Review: Ride

Ride – „Tomorrow’s Shore“ EP

Ride.
Play.
Fall.
Today Forever.
Twisterella.

Das, was Ride in ihren Anfangsjahren prägte, waren nicht nur ihre zwei Longplayer „Nowhere“ und „Going Blank Again“. Wer richtig Fan war, der sammelte auch ihre EPs. In ihren ersten Jahren kam das Quartett aus Oxford alle paar Monate mit vier Songs um die Ecke, deren Qualität sich hinter den Albumtracks nicht verstecken musste. Im Gegenteil – einige ihrer besten Songs überhaupt platzierten Ride hier. Für uns Anhänger war das wichtig. Ich weiss z.B. noch, als ich Tobi aus Würzburg kennenlernte, da fanden wir den Draht zueinander, indem wir uns Sachen sagten wie „Und DRIVE BLIND!!!“ „Und HOWARD HUGHES!!“. „SENNEN!“. „Ohh, ja, Sennen! Aber UNFAMILIAR ja auch!“ „Total! FURTHEST SENSE!!!“ „Wahnsinn!“

Also, was ich sagen will: Für jemanden, der die Ride-Reunion bejubelte, hat dies einen nostalgischen Wert: Mark, Andy, Loz und Steve nehmen auch die Tradition der 4-Track-EP wieder auf. Review: Ride weiterlesen

Review: MGMT

MGMT – „Little Dark Age“

Kontext. Andrew van Wyngarden und Ben Goldwasser haben sich am Wesleyan College in Middletown, Connecticut, kennen gelernt. Das hat Relevanz.

Denn Wesleyan ist eine extrem liberale, fortschrittliche Hochschule, die auf die Förderung der Künste setzt wie wohl keine zweite in den USA. Ihr Ruf ist makellos und das zu Recht: Obwohl es nur eine kleine Uni ist (aktuell lernen hier etwa 3.200 Studenten – zum Vergleich, Harvard hat ca 21.000, die LMU München ca 51.000), tummeln sich ihre Absolventen sich in frappierender Menge in den höchsten US-Zirkeln in Sachen Kunst, Medien, Wissenschaft und Politik. Es gibt eine Liste auf Wikipedia, da klappt einem der Kiefer runter.

Diese Uni ist aber nicht nur krass fortschrittlich. Sie ist auch: privat. Sie kostet. Zur Zeit etwa – ich hab‘ nachgeschaut – 67.000$ plus etwa 2.600$ für Bücher und Nebenkosten pro Studienjahr. In etwa das Vierfache der durchschnittlichen US-Uni, fast doppelt so viel wie Harvard oder Yale. Wer seinen Balg also durch ein normal vier Jahre dauerndes Bachelor-Studium durchschleusen will, darf dafür also mal eben mit schlappen 300.000$ rechnen.

Naja, die Eltern haben’s ja meistens. Worauf ich hinaus wollte: Wesleyan ist nicht nur ne Elite-Uni – es ist voll die Etepetete-Uni. Wer hier hin geht, der ist nicht mit Silberlöffel im Mund geboren, sondern mit diamantbesetzter Kaviar-Pinzette. Und wer die Uni abbricht, wird von Daddy bestimmt immer noch bei einem Kumpel in bester Position unter gebracht.

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What did you expect from 2018, Pt.2

Gestern habe ich eine Liste begonnen: „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.

Anders gesagt: Auf welche Platten aus dem Indie-Bereich können wir uns im neuen Jahr einstellen? Ein paar Alben sind bereits bestätigt, andere sind realistische Prognosen und die eine oder andere Spekulation ist auch dabei. Hier nun Teil 2 meiner Aufstellung.

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Right on, Righton!

James Righton war ein Drittel der Klaxons – inzwischen arbeitet er solo als Shock Machine. James‘ Debütalbum ist bereits sehr lange in der Mache und die VÖ wurde wiederholt verschoben – die Plattenfirma schickten schon letztes Jahr die Bemusterungen raus. Nun soll es im August endlich erscheinen.

Was da wohl im Hintergrund alles ablief? Ob sich die bemusterte Version wohl von der finalen Version stark unterscheidet? An den Songs kann’s nicht gelegen haben, denn die Vorab-Nummer „Unlimited Love“ gehört für mich zu den bisherigen Knallern des Jahres. Dies ist genau die Sorte Lied, die MGMT nach ihrem ersten Album nicht mehr abgeliefert haben.

Ach ja – Wenn man über James Righton schreibt, muss man auch quasi obligatorisch dazu sagen, dass er der Ehemann von Keira Knighley ist. Wir sind ja schließlich hier bei der Gala, also wollen wir’s nicht unerwähnt lassen.

Review: HEALTH

DEATH_MAGIC_cover_art1.jpg042415104425HEALTH – „Death Magic“

Viele von Euch haben ein HEALTH-Album daheim, ohne dass sie es wissen. Die Industrial-Gazer aus L.A. haben den Soundtrack fürs Computerspiel „Max Payne 3“ geliefert, weil jemand bei Rockstar Games meinte, sie seien genau die richtigen, um eine futuristisch-distopische Atmosphäre zu schaffen (und Recht hatte). Was auch bedeutete, dass HEALTH umso länger brauchten, um mit „Death Magic“ den regulären Nachfolger ihres letzten Albums auf den Markt zu bringen – „Get Color“ erschien 2009.

HEALTH ist eine Band, die ich bisher sehr spannend fand – aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich Fan war. Sie können halt schon ziemlich brachial sein und werden nicht umsonst als Industrial kategorisiert – und ich bin und bleibe nun mal ein Popkid. Trotzdem gab’s immer die Momente, wo wir uns überschnitten: „USA Boys“ (2010) zum Beispiel legte auch ich regelmäßig im Atomic auf, speziell wenn ich gegen Ende des Abends übermütig/betrunken wurde, um selbst den Dancefloor zu stürmen – die Nummer hat ein sinistres Keyboardriff, das dich hypnotisiert und dir dann fein säuberlich die Schädeldecke wegfräst. Die Nummer ist der Wahnsinn, auch fünf Jahre danach.

Ich hatte trotzdem keine großen persönlichen Erwartungen ans neue HEALTH-Album. Ich dachte, okay, mit Glück sind wieder ein, zwei Tracks drauf, die mir mit einem gewissen Grad an Poppigkeit entgegenkommen – aber normal ist die Band nun mal sperrig und schroff und mehr was für NIN-Fans als für mich.

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