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Britwoch – Secret Classics

Ich habe mal wieder ein Spotify-Playlist angelegt: „Britwoch Secret Classics“

Der Gedanke dahinter: In all den Atomic-Jahren gab es immer Songs, die vielleicht keine großen Hits außerhalb der Britwoch/smart club-Welt wurden, die ich aber zu ihrer Zeit ziemlich pushte und auch regelmäßig im Set einsetzte. Der eine oder andere Song (nicht jeder) wurde dann wenigstens innerhalb der Atomic-Mauern zum Hit. Einige dieser Titel sind inzwischen vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten – und deswegen könnte es doch ganz nett sein, sie mal wieder zu hören, zumal viele Songs ja aus der Zeit stammen, als man noch nicht jedes Lied shazaamen konnte.

Btw – diese Liste werde ich sicher immer mal erweitern. Alleine, während ich diese Zeilen schrieb, habe ich acht Tracks dazu gefügt, weil mir immer noch eine passende Nummer einfiel…

Review: Strange Names

strange names albumStrange Names – „Use Your Time Wisely“

Stichwort 80s-Revival. Welche 80s meint man denn, wenn man im Indie vom 80s-Revival spricht? Mein meint nichts aus der zweiten Hälfte der 80er. Man bezieht sich eigentlich immer nur auf die Ära ca 1979-1984, auf eine erste New Wave-Pionier-Phase (z.B. Gary Numan, DEVO, frühe OMD) sowie auf die Phase, in der daraus Synthpop für die damaligen Charts wurde (z.B. Howard Jones, Kajagoogoo, Nik Kershaw).

Das 80s-Revival wiederum kam für mich so richtig in die Gänge im Jahr 2002. In dem Jahr erschien Interpols „Turn On The Bright Lights“, auch The Faints „Danse Macabre“ (2001) startete nachträglich durch. In Schweden gab es Bands wie Melody Club und Paris, die behaupteten, von Nena beeinflusst zu sein und im Pop wieder mit Neonfarben malten.

Worauf will ich hinaus? Ich will sagen: Wenn das 80s-Revival in seinen diversen Spielarten seit 2002 läuft, dann sind das heute 13 Pop-Jahre! 13 Jahre, die sich auf nur 5 Pop-Jahre rückbeziehen.

Weswegen ich glaube, dass Strange Names, dieses neue Trio aus Minnesota, gar keine 80s-Revival-Band ist. Ich glaube, es ist eine 80s-Revival-Revival-Band. Review: Strange Names weiterlesen

Review: Lo-Fi Fnk

nightclub nirvanaLo-Fi Fnk – Nightclub Nirvana

Ich will es kaum glauben – Tasächlich, 2006 war’s, als „City“ erschien! Echt jetzt, neun Jahre ist das her??!! In meinem Kopf ist das schwedische Duo Lo-Fi Fnk immer noch unter „die hippen Newies“ abgespeichert. Denn einen ganz kurzen Moment definierten sie genau den Puls der Zeit: 2006-08, das war die Ära, als die Klaxons etc auftauchten und unter dem Schlagwort „New Rave“ eine Indie-Dancefloor-Revolution einläuteten. Es war die Zeit, in der man noch nägelkauend auf den neuen Kitsuné-Sampler wartete (anstatt ihn wie heute gähnend zu erdulden). Songs von Lo-Fi Fnk landeten auf diesen Samplern.

„City“ ist auch in den Jahren danach nie ganz aus meinem Atomic-Set verschwunden. Denn dieses Highlight vom Lo-Fi Fnk-Debütalbum „Boylife“ klingt sogar heute noch fresh. Der Song wummert und lasert sonderbar minimalistisch, leicht schräg, verwirrend zeitlos – insofern, dass er 80s-mäßig klingt, aber auch zu 80s-Synthpop-Zeiten Außenseiter gewesen wäre und nirgends wirklich dazu gepasst hätte. So wie es auch in die Nu-Rave-Party zwar nicht konkret reinpasste, aber genau deshalb ja auch cool auffiel. (Ein anderes Beispiel für so einen Song ist „Fafafa“ von Datarock – auch komplett klassisch, aber in keine konkrete Schublade zu stecken)

So viel Aufmerksamkeit haben Leonard Drougge und August Hellsing nie wieder bekommen.  Review: Lo-Fi Fnk weiterlesen

Åtömström revisited

Kürzlich postete ich hier einen Beitrag, weil mir aufgefallen war, dass die warner Schweden all die alten Videos von den Caesars neu digitalisiert auf youtube gestellt hat. Inzwischen macht man dort fleißig weiter mit zahllosen weiteren Vintage-Clips – Clips, die dabei ursprünglich gar nicht auf warner erschienen, sondern bei Virgin. Wir kombinieren ergo: Ganz offenbar ist die ehemalige Virgin SWE von der schwedischen warner übernommen worden. Jetzt kümmert man sich dort darum, diesen Backkatalog verfügbar zu machen.
Dazu muss man wissen: Die Virgin Schweden hatte Anfang des Jahrtausends einen echten Lauf (nicht zuletzt durch ihr Göteborger Indie-Subsidiary Dolores). Neben den Caesars waren dort u.a. The Ark, Weeping Willows und Håkan Hellström unter Vertrag – alles Acts, ohne die die Atomic-Schweden-Sampler namens „Åtömström“, die ich 2004/2005 kompilieren durfte, nicht ausgekommen wären.
Also gönnen wir uns doch eben eine Nostalgie-Runde mit drei Songs von „Åtömström 2“:



… und als nächstes hoffen wir, dass auch die Virgin-Videos von Melody Club und den Deportees nachgelegt werden.