Schlagwort-Archive: Mark Ronson

How Longlist can you go?

Es ist schon eine hasslieb gewordene Tradition hier, auch wenn es zu 99% nicht um Indie geht: Ein mal im Jahr geht die BBC her und erklärt eine Liste von musikalischen Newcomern zu den Durchstartern der nächsten Saison. Sonntag war es mal wieder so weit. Also trete jetzt ich in Aktion. Ich werde mir jetzt a) die Kollegen anhören und b) meinen Senf dazu abgeben. In einem späteren Post werde ich mit meinen eigenen Kandidaten fürs neue Jahr reagieren. Alright? 

Diesmal haben die Briten es mir leichter gemacht – zum ersten Mal seit 2010 beträgt die BBC Longlist: The Sound of 2019 nur zehn Prognosen. Zuletzt waren es immer 15 oder auch mal 16 Aufsteiger, auf die die BBC setzte. 

Nachtrag: Siegerin letztes Jahr: Sigrid. Aber sagen wir’s so: Der Riesendurchbruch kam noch nicht. Selbst in Nowegen reichte es nur für Platz 12 für ihre letzte Single „Sucker Punch“, auf der Insel kam 2018 nur „High Five“ in die Charts, auf Platz 59. Hmmm. Naja, am 1.3.2019 soll Sigrids Debütalbum kommen, dann werden wir ja sehen, ob sie die neu Dua Lipa ist.

Aber jetzt los. Was erwartet uns 2019? How Longlist can you go? weiterlesen

Review: Kaiser Chiefs

kaiserchiefsstaytogetherKaiser Chiefs – „Stay Together“

Macht’s gut, Kaiser Chiefs.

Eigentlich bin ich eine treue Seele. Ich halte Bands lange die Stange. Ich erlaube ihnen, mal ein mieses Album zu machen und höre mir die nächste wieder mit offenen Ohren an. Auch den Kaiser Chiefs bin ich ewig zur Seite gestanden. Aus Nostalgie. Aber jetzt trennen sich unsere Wege.

Erinnern wir uns an bessere Tage: „Employment“ (2005) war einfach eine Platte, die uns eine wahnsinnig gute Zeit bereitete. Was für Hits! „I Predict A Riot“, „Oh My God“, „Every Day I Love You Less And Less“, „Modern World“ – die prägten nicht nur eine Atomic Saison, sondern sie blieben unkaputtbar. Sie holten Britpop-Euphorie auf den Dancefloor zurück, man musste einfach mitfeiern.

Okay, an „Ruby“ hatte man sich dann schnell satt gehört. Zumal das zweite Album „Yours Truly, Angry Mob“ (2007) daneben einfach keinen weiteren Song bot, an den man sich heute erinnert. Bei „Off With Their Heads“ (2008) war es dann schon so, als hätte die Welt die Kaiser Chiefs vergessen. Ich aber habe mir die Platte damals schön gehört. Review: Kaiser Chiefs weiterlesen

Review: Sturgill Simpson

sturgill-simpson-a-sailors-guide-to-earth-002Sturgill Simpson – „A Sailor’s Guide To Earth“

Als ich Sturgill Simpson, diesen traditionsbewussten Ultra-Freigeist des Country, im September 2014 zum Interview traf, da hatte er seine Pläne für die Zukunft schon klar vor sich: „Ich habe drei neue Platten (fertig geschrieben), die wir machen könnten. […] Es geht jetzt ums Timing und dann um das bestmögliche Ausführen dieser Vorstellungen.“ Sturgill sagte auch: „All meine Lieblingsalben, als ich groß wurde, das waren die Art Alben, zu denen man Konzeptalbum oder Song Cycle sagen würde. Platten wie ‚Pet Sounds’ oder ‚What’s Going On’, oder all die 70s-Platten von Willie Nelson, die alle thematisch sehr zusammenhängend waren.“

Teil 1 seiner Ankündigung hat Sturgill mit „A Sailor’s Guide To Earth“ nicht eingelöst. Sein drittes Album ist keiner der angesprochenen drei quasi fertig geschriebenen Liederzirkel. Vielmehr hat er fast alle Songs in einer kurzen Phase im letzten März neu verfasst. Da gab es ein Zeitfenster von wenigen Wochen, in dem er keine Shows im Kalender hatte. Was ihm erlaubte, ins Studio zu gehen und seiner neuen Plattenfirma (nach zwei eigenfinanzierten Alben ist Sturgill nun bei der großen Atlantic = warner gelandet) sein erstes Werk nach dem kommerziellen Durchbruch zu liefern.

Teil 2 seiner Ankündigung hat Sturgill wahr gemacht: „A Sailor’s Guide To Earth“ (komischer Name für eine Country-Platte, was? Schließen sich Country und Meer nicht aus? Aber dazu später…) ist ein Konzeptalbum, durch das sich ein roter Faden zieht. In diesem Fall ist es eher ein roter Balken: Simpson hat dieses Album für seinen kleinen Sohn geschrieben.

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2016 – 16 Reasons to cheer

Blog Opener DMAsDas neue Jahr hat begonnen – und ich glaube, es wird gut. Man darf mit einigen tollen Platten rechnen – ein paar davon stehen bereits fest. Und weil man auf Blogs Listen macht, gibt es hier die 16 Gründe, sich auf’s Indie-Jahr 2016 zu freuen.

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Interview: Tame Impala

Tame-Impala opener

Ich hab’s schon letzte Woche angekündigt – aber so ein Interview komplett zu transkribieren und dann hier wieder zu überstellen, das dauert halt seine Zeit. Umso mehr, wenn es Hochsommer ist und man sich nach einem Arbeitstag echt nicht mehr unbedingt vor den Rechner klemmen will oder sich an einem freien Tag halt lieber an die Isar legt.

Anyway. Kevin Parker. Tame Impala. Fuck yeah! Ich finde „Currents“ sehr sehr sehr super. Und fürs piranha kriegte ich 20 Minuten mit dem Maestro am Telefon. Here we go. Interview: Tame Impala weiterlesen

This Beat is Zutonic

Was ist eigentlich aus The Zutons geworden? Auf zwei riesig erfolgreiche Alben voller britpop-folkiger Atomic-Dancefloor-Knüller wie „Remember Be“ oder „Don’t Ever Think (Too Much)“ folgte ein drittes, dem die Hits fehlten – und dann Jahre nichts mehr. Zwischendurch war Songwriter und Frontmann Dave McCabe allenfalls noch mal als Co-Autor von Mark Ronson aufgefallen (kein Wunder, schließlich stammt „Valerie“, zum Welthit gemacht durch Amy Winehouse und Ronson, aus seiner Feder) – auf „Record Collection“ schrieb er am „Bike Song“ mit, gesungen von Kyle Falconer (The View)

Jetzt meldet sich McCabe also endlich zurück, und zwar – auweia – mit einem Synthpop-Projekt. Passt das zusammen? Wo McCabe doch bisher komplett vom traditionellen Song kam? Meine Meinung: A bisserl weird ist’s schon. „Church Of Miami“ ist die neue Single und der Titelsong des kommenden Albums von Dave McCabe & The Ramifications.