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Oliver’s Twists

Ich hatte meine musikalischen Initiationsereignisse in den späten 80s/frühen 90s. Das Label 4AD war damals DIE Adresse.

Pixies, Throwing Muses, Cocteau Twins, Pale Saints, Lush, Ultra Vivid Scene, The Breeders, Belly, Kristin Hersh, Red House Painters, Mojave 3, The Amps, Frank Black und andere Lieblingsbands waren auf 4AD – Labelgründer Ivo Watts-Russell hatte aber nicht nur die musikalische Trüffelnase, er verstand es auch, aus seiner Indie-Plattenfirma eine Marke zu machen.

Unabdingbar dafür: Designer Vaughn Oliver. Er gestaltete in diesen Jahren (und teilweise auch noch, nachdem Watts-Russell 4AD weiter verkauft hatte) die Albumcover von 4AD – und man erkannte sie sofort.

Das erste Breeders-Album habe ich mir damals „blind“ gekauft, oder sagen wir besser: „taub“.  Ich sah die CD im Laden und wusste sofort: Das muss 4AD sein. Diese grellen Farben und Kontraste. Das Spiel zwischen scharf und unscharf, so dass man sich nicht sicher war, was da überhaupt zu sehen war. Das elaborate Band-Logo.

Sogar, wenn Oliver mal zur Abwechslung nicht mit den grellen Farben, sondern in Sepia arbeitete (frühe Pixies, Red House Painters), erkannte man seinen Style.

Vaughan Oliver ist im Alter von 62 Jahren in London gestorben. Die Nachricht macht mich traurig. Nach dem Break habe ich ein paar Album- und Singlecover gespeichert.

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Review: Lydia Loveless

Lydia Loveless RealLydia Loveless – „Real“

Eine Platte, mit der ich erst noch richtig warm werden muss. Aber ich werde mir Mühe und Lydia Loveless mehrere Chancen geben, denn der Vorgänger „Somewhere Else“ war fantastisch.

Wer ist Lydia Loveless? Eine Singer/Songwriterin aus Columbus/Ohio, die für ihre 25 Jahre schon auf eine ganz schön lange musikalische Karriere zurück blicken kann. Sie war 15, als sie ihr erstes Album aufnahm und als nu.Country-Wunderkind präsentiert werden sollte. Allerdings, die Platte erschien nach Komplikationen dann erst vier Jahre später, im Jahr 2010. Da hatte Lydia sich von ihrem Produzententeam freigeschwommen und erkannte sich in den Aufnahmen nicht mehr wieder (man macht nun mal zwischen 15 und 19 einen Entwicklungssprung). Als nächstes legte Lydia daher mit „Indestructable Machine“ eine umso frechere Platte hin, auf der sie sich als aufmüpfige Göre präsentierte, die dem Feiern mit Alkohol und Jungs zugetan war.

Die folgende „Boy Crazy“ EP (2013) und vor allem das angesprochene „Somewhere Else“ (2014) verbreiteten dagegen eher Katerstimmung. Lydia war sehr unverblümt in ihren Texten: Auf „Really Wanna See You“ ruft sie betrunken einen verheirateten Ex an, „Head“ feiert die Freuden des Cunnilingus, „Wine Lips“ erzählt eine kecke Anmache beim Schulball. Review: Lydia Loveless weiterlesen