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Review: QTY

QTY – „QTY“

Immer mal wieder kommt’s vor, dass eine US-Band ihren Hype zuerst in Großbritannien kriegt, lange bevor die USA selbst bemerken, was sich zuhause tut. Manchmal dauert’s Jahre, bis sich der Erfolg der Band auch in den Staaten einstellt, oft erreicht er nicht annähernd den Level wie auf der Insel. Dafür zeigen die Briten oft eine echte Trüffelnase: Namen wie REM, Pixies, The Strokes, Black Rebel Motorcycle Club und Kings of Leon sind Beispiele für Karrieren, die über den Umweg London in die Gänge kamen.

Insofern sind QTY natürlich in bester Gesellschaft. Zuhause in New York sind Gitarristin Alex Niemitz und Sänger Dan Lardner lange nicht in die Gänge gekommen. Mehrere Jahre waren sie Mitglieder eines Quartetts namens Grand Rapids, das ein paar EPs machte und mehrere gefragte Bands als Vorband begleiten durfte. Weil die Grand Rapids aber irgendwie nie den nächsten Schritt schafften, trennten sie sich und Dan und Alex fingen als Duo neu an. Ihre Demos landeten in England, dort jubelte man auf. Sofort konnten die zwei einen Vertrag beim Label Dirty Hit (der Heimat u.a. von Wolf Alice und The 1975) unterschreiben, man flog sie nach London und hier durften die New Yorker ihr erstes Album mit Ex-Suede-Gitarrist und Libertines-Producer Bernard Butler aufnehmen. Review: QTY weiterlesen

Review: Kings Of Leon

wallsKings Of Leon – „Walls“

Das nennt man wohl Luxusproblem. Viele Bands würden sich die Finger danach ablecken, so viele Alben zu verkaufen, wie es den Kings Of Leon mit „Come Around Sundown“ und „Mechanical Bull“ gelang. Aber offenbar gilt, wenn man an dem Punkt ist, dass man als Band Stadien füllt,  immer nur der größte bisherige Erfolg als Maßstab.

Familie Followill ist also gewissermaßen verflucht durch „Only By The Night“ (2008). Durch das Album, das mit „Sex On Fire“ und „Use Somebody“ ihre zwei Mega-Hits beinhaltete. Das sie in die Stratosphäre katapultierte – in eine Position, in der man sich als räudige Indie-Südstaatenrock-Band eigentlich nicht wieder findet. Was die Aufgabe, diesen Erfolg zu wiederholen, eigentlich unlösbar macht. Deswegen gelten die zwei weltweit mehrfach mit Platin und Gold ausgezeichneten Nachfolger, das in der Tat recht schläfrige (aber reizvolle) „Come Around Sundown“ (2010) und auch „Mechanical Bull“ (2013) als Misserfolge. Gleichzeitig haben viele Fans ihrer ersten Alben sich von der Band abgewendet – obwohl letztere Platte meiner Meinung nach eigentlich ein gelungener Rundumschlag war, der auch die knurrig-rauen Ur-Kings Of Leon ziemlich gut wieder einfing.

Also hat man dem Krisengerede Glauben geschenkt und alles ein mal kräftig durchgeschüttelt. Review: Kings Of Leon weiterlesen

Vinterview: Kings Of Leon

vinterview-kings-of-leon

Ihr habt’s vermutlich schon mitgekriegt – am 14.10. melden sich die Kings Of Leon mit ihrem siebten Album zurück. Das wird den Namen „WALLS“ tragen, was wiederum für „We Are Like Love Songs“ steht. Ich nehme das als Anlass, mal wieder ein „Vinterview“ aus dem Archiv meines alten Blogs zu kramen, denn zum letzten KoL-Album (2013) habe ich doch tatsächlich auch einen Termin abbekommen.  Mein Gespräch mit Nathan Followill fand am Tag nach ihrer Show in der Festhalle Frankfurt statt, noch ca zwei Monate vor der VÖ von „Mechanical Bull“.

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Review – The Avett Brothers

True SadnessThe Avett Brothers – „True Sadness“

Ihren großen Wurf landeten The Avett Brothers 2009 mit ihrem Album „I And Love And You“. Ihre erste Platte auf einem Majorlabel sowie mit Producer Rick Rubin hinter den Reglern war ihr großer Aufstieg raus aus den Americana/alt.Country-Kennerkreisen. Ab jetzt waren sie eine der größten Bands ihres Genres. Höhepunkt war damals ihr Auftritt bei den Grammy Awards 2011: Die Macher der Show wollten damals der großen Wiederauferstehung des Folk Rechnung tragen, also luden sie Ur-Folkmeister Bob Dylan sowie die Hit-Folkies Mumford & Sons gemeinsam auf die Bühne. Dazu durfte noch ein Vertreter der Americana nicht fehlen – und dass man die Avett Brothers pickte, nicht etwa Ryan Adams, die Band of Horses oder Jason Isbell, zeigt den Stellenwert, den die Durchstarter aus North Carolina zu dem Zeitpunkt hatten. Man rechnete damit, dass sie das nächste Mega-Ding des Folk Rock würden.

Fünf Jahre später käme wohl kein Grammy-Producer darauf, die Avetts wieder in solcher Gesellschaft zu positionieren. Nicht, dass ihre letzten beiden Alben gefloppt wären – nein, sowohl „The Carpenter“ (2012) als auch „The Magpie and The Dandelion“ (2013) gingen in die Billboard Top 5. Die zwei Alben zementierten zweifellos den Status der Avetts als eine der größten Bands der erweiterten Americana.

Was allerdings nicht stattfand, das war der Durchbruch über die Genregrenzen heraus, den man prophezeit hatte. Review – The Avett Brothers weiterlesen

Review: Sunset Sons

sunset-sons-very-rarely-say-die-8716Sunset Sons – „Very Rarely Say Die“

Als ich das erste Mal die Sunset Sons hörte, hatte ich nichts Schmeichelhaftes zu sagen. Die BBC hatte die in Frankreich ansässige Band vor 15 Monaten auf ihre „Shortlist“ gesetzt und ihr den großen Durchbruch fürs Jahr 2015 prophezeit. Ich hörte rein und schimpfte: „Die klingen wie Maroon fucken 5!!“

Es hat dann bis April 2016 gedauert. Das Quartett bringt sein Debütalbum erst jetzt an den Start. Ich wiederum habe mich in der Zwischenzeit beruhigt. Heute sage ich: Die Sunset Sons kann man schon echt ordentlich anhören. Mit Abstrichen.

Zur Band: Wie kommt es, dass drei Briten und ein Australier in Hossegor/Frankreich ihre Zelte aufschlagen? Nun, alle vier sind Surferdudes. Im Sommer hingen sie an der Atlantikküste rum, wo sie kleine Jobs z.B. als Barkeeper hatten, um möglichst viel surfen gehen zu können. Im Winter ging’s in die Alpen, um zu snowboarden. Dann hatten die Jungs die schlaue Idee, eine Coverband zu gründen, um sommers in den Clubs der Ferienorte an der Westküste bzw winters in den alpinen Skizentren auftreten zu können. Nach ein paar Saisons als „The Cheerleaders“ hatten die Jungs sich erstens perfekt aufeinander eingespielt, zweitens so viele Hits performt, dass die ihnen quasi in Fleisch und Blut übergegangen waren und drittens angefangen, sich mit fremden Songs zu langweilen und begonnen, eigene Lieder zu schreiben. Et voila – aus The Cheerleaders wurden Sunset Sons, die gut gelaunten Surfer, die sich ab jetzt mit ihren eigenen Hits versorgten.

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Interview: Ethan Johns

Ethan Johns Opener

Sein Name steht in den Booklets vieler Lieblingsalben. Ethan Johns hat Ryan Adams produziert, Laura Marling, die Kings of Leon und viele mehr. Aber der Sohn der 60s-Producerlegende Glyn Johns ist auch auch als Musiker aktiv und spielte live in den Bands u.a. von Emmylou Harris, Ray Lamontagne, Tom Jones und Crosby, Stills & Nash. Nur eigene Musik, die hat Ethan Johns lange für sich behalten. Das aktuelle Album „Silver Liner“ mit seiner Band The Black Eyed Dogs (inkl. BJ Cole, guit, Nick Pini, b, und Jeremy Stacey, dr) ist erst die dritte Platte des 46jährigen mit eigenen Songs. Diese Platte war mir der willkommene Aufhänger für ein Telefoninterview mit diesem Lieblingsproduzenten.

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Bear with me…

Auch die Australier Boy & Bear haben ein neues Album angekündigt. Ihr drittes Werk wird den Namen „Limit Of Love“ tragen, aufgenommen haben sie es mit Americana-Overlord Ethan Johns (Ryan Adams, Norah Jones, Kings Of Leon, Laura Marling u.a.) Ein Interview mit  Keyboarder Jon Hart habe ich neulich schon führen können, ich werde es dann etwa zur Album-VÖ hier platzieren (also um den 25.10. rum). Hier das Video zur Single „Walk The Wire“.

Boy & Bear – Walk the Wire from Oh Yeah Wow on Vimeo.

Kingswood you be loved

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich bei mir ein Faible für klassischen Rock wahrnehme. Als ich 20 war, hätte man mich mit dieser Musik nur zum Gähnen gebracht, aber heute gibt es immer mal wieder die Momente, in denen ich so was echt gerne höre. Case in point: die Melbourner Band Kingswood, die mit ihrem Debütalbum „Microscopic Wars“ in ihrer australischen Heimat dieses Jahr rasant durch die Decke gegangen ist. Ihr Sound: Satter, erdiger, klassischer Rock. Aber Rock, der auch Indie-Fans gefallen kann, weil man genug findet, das einen an die Kings Of Leon, Jet oder die Queens Of The Stone Age erinnern kann. Kingswoods neues Video umfasst gleich zwei Songs: Die Single „Micro Wars“ und den Album-Track „Eye Of The Storm“

In Deutschland ist das bereits für den ARIA-Award favorisierte Album (Kategorie Rock) noch nicht erhältlich, auch nicht in den Downloadstores. Es ist also davon auszugehen / zu hoffen, dass es zurück gehalten wird, weil man es nächstes Jahr mit angemessenem Aufwand auf unserem Markt platzieren will.
Zwei weitere Kingswood-Videos nach dem Break:

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