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Stroking Chins

You’re sending out mixed messages, guys!

The Strokes haben ihren Festival-Sommer begonnen – aber nachdem Julian Casablancas neulich erst ein neues Video seiner Voidz postete, schickt auch Albert Hammond Jr nicht nur einen neuen Clip, sondern gleich eine Non-Album-Single namens „More To Life“ hinterher.

Hmm. Julian, Albert: Wollt ihr uns sagen: „Unsere neuen Projekte sind trotz der Strokes-Live-Dates nicht zu vernachlässigen“? Oder wollt ihr uns sagen: „Wir spielen jetzt zwar ein paar Sommer-Shows, aber die neuen Karrieren sind uns wichtiger“?

Die Hoffnungen auf ein Strokes-Album im Herbst sind damit nicht gerade gestiegen…

Devoidz of anything good

Nein. Nein, ich bin immer noch kein Fan von The Voidz.

Im Sommer spielen The Strokes mehrere Festival-Termine in den Staaten und Europa. Da dufte man darauf spekulieren, dass es vielleicht neue Musik gibt und die Herren nicht nur Gage abgreifen wollen.  Bevor es los geht, spielen Julian Casablancas & Co nächsten Montag eine Benefiz-Show im Wiltern Theater, LA.

EIn komischer Zeitpunkt für Julian, um nachträglich ein Video aus dem letztjährigen Album seiner neuen Band The Voidz zu posten. Als wolle er noch mal unterstreichen, wo heute seine Prios liegen.

„Just because something’s popular, it doesn’t mean it’s good“ nölt Julian in der Strophe. Natürlich stimmt das. Aber das bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass alles, was nicht populär ist, wohl zu clever für die Massen und missverstanden sein muss.

Mich stört nicht, dass „Permanent High School“ mit dissonanten Akkorden arbeitet. Das könnte eine Grundlage für was Spannendes sein. Aber der Song ploddert lahm vor sich hin, eine Gesangsmelodie ist nicht vorhanden (Julian klingt eher wie ein Teenager, der sich bei seinen Eltern beschwert, dass sie ihm den Ferrari in der falschen Farbe geschenkt haben) und der Text besteht aus Pseudo-Weisheiten wie „If I told you the truth, it would be a lie“.

DAS, will Julian uns weismachen, ist besser als der kecke struppige Snazzrock, den uns die Strokes in ihrer besten Zeit geliefert haben?

Naja. Bildet euch euer eigenes Urteil, blabla.

Journey To AHJ

Der Sommer ist voll von Festival-Terminen für The Strokes – da darf über ein neues Album spekuliert werden. Allerdings: Albert Hammond Jr hat eine neue Solo-Single („Fast Times“) draußen. Hmmm.

Spekulier, Spekulier:
Möglichkeit a) Die Festival-Dates werden nur mitgenommen, weil ein paar Strokes-Mitglieder (die ohne superreiche Eltern) mal wieder Rechnungen zahlen müssen. Ein neues Album stand nie zur Debatte. Julian Casablancas und Albert lassen’s über sich ergehen, den Zahltagen zuliebe.
Möglichkeit b) Albert Hammond Jr (der letztes Jahr im Interview ja andeutete, man habe ihn in der Band eh nur untergebuttert) hat die Strokes hinter sich gelassen, die Dates finden ohne ihn statt, aber die Trennung wird erst kurz vor den Shows bekannt gegeben.
Möglichkeit c) Die Strokes tanzen wieder als beste Freunde Händchen haltend über Frühlingswiesen, das neue Album ist längst im Kasten (aber man hat Gerüchte geschickt unter Verschluss gehalten), es ist saustark und fresh und alles wird supi.

Mal gucken, was es wird. Jetzt erst mal AHJ solo.

A Rey of Sunshine

Ich habe mal irgendwo gelesen, Rey Pila seien „die Strokes von Mexiko“ – und seitdem fällt mir nie was Neues ein, eine andere Formulierung, mit der ich die Band beschreiben könnte. Immerhin, es gibt ja tatsächlich eine Verbindung: Rey Pila veröffentlichen auf Cult Records, also dem Label, das Strokes-Sänger Julan Casablancas gegründet hat.

Anyway. Diego Solórzano und seine Band haben mal wieder eine neue Single an den Start gebracht, die trägt den Titel „Flames“. Ist sie der Vorbote für ein neues Album? An der Zeit wär’s, der Vorgänger „The Future Sugar“ ist schließlich von 2015.

Review: Morning Harvey

Morning Harvey – „With The Pinstripes“

Gut Ding will Weile haben, jaja. Aber gleich so viel Weile? Morning Harvey, das Trio aus Brisbane, ist nämlich schon ganz schön lange am Machen. Eine erste EP auf bandcamp erschien 2013, eine zweite, quasi ihr offizielles Debüt „Love&Loveand.“ kam 2015. Seitdem tröpfeln alle paar Monate neue Singles ein. Aber auch 2018 gilt, was im Indierock immer galt: Erst mit dem ersten Album ist eine neue Band so richtig da.

Fünf Jahre existieren Morning Harvey also mindestens schon. Das sollte ausgereicht haben, um ihren eigenen Dreh zu entwickeln, oder? Tatsächlich haben sich ein paar Dinge getan seit ihrer 2015er-EP. Da bewegte sich das damals-noch-Quartett ziemlich konkret im frühen Britpop-Sound, da erinnerten sie an The Charlatans  oder die frühen Verve. 

Auf den Singles seitdem haben die Aussies ihren Schwerpunkt von Manchester nach New York verlagert. Der Gesang von Frontmann Spencer White ist schnodderiger geworden, hat heute (auch aufgrund der leicht übersteuerten Aufnahme) mehr was von Julian Casablancas (The Strokes) oder Ric Ocasek (The Cars), als dass er typisch britpop-englisch rüber käme.  Review: Morning Harvey weiterlesen

Pila Sessions

Neues von Rey Pila – der Band, die man auch schon „die Strokes von Mexiko“ nannte, die inzwischen in NYC lebt und die zwischendurch auf Julian Casablancas‘ Label Cult Records unter Vertrag war. Sänger Diego Solórzano und Band haben heute eine neue Single namens „Israel“ vö’t, die den Trend ihrer letzten Releases fortsetzt: Weniger Betonung auf die Gitarren, mehr und mehr auf die Synthies.

Der Albert wieder rum…

Alle, die auf Neues von den Strokes warten, müssen Geduld zeigen – Julian Casablancas ist wieder mit seinen Voidz zugange. Immerhin, auch Gitarrist Albert Hammond Jr nutzt die Zeit sinnvoll. Sein viertes Soloalbum steht in den Startlöchern, es wird den Titel „Francis Trouble“ tragen und ab dem 09.03. in den Läden zu finden sein. Die Single „Muted Beatings“ hat er schon vor knapp einer Woche voraus geschickt. Jetzt gibt’s auch ein Video.

Nachtrag: Es hat geklappt! Ich hatte AHJ gerade am Telefon! Einen echten Stroke! Zwar nur ’ne Viertelstunde, aber das war aussagekräftig. Um den Erscheinungstermin herum etwa gibt’s hier das Transkript.

C-Side

Jetzt können wir wieder Rot sehen! Das Londoner Quintett 485C hat sich bekanntlich nach dem Pantone-Rot-Ton benannt, in dem die Londoner Telefonzellen und Busse gehalten sind. Im Video zur aktuellen Single „Kapow!“ taucht der Farbton entsprechend immer wieder auf.

Sehr strokes-ey, das Ganze, oder? In dem Zusammenhang: Nachdem letzte Woche Strokes-Sänger Julian Casablancas einen neuen so-lala- Track seiner Band The Voidz geteilt hat, gibt’s nun auch Neues von Strokes-Gitarrist Albert Hammond Junior. Ich denke, Man kann hierbei nicht mehr von Zweitband und Soloprojekt sprechen – die Strokes sind inzwischen das Nebenprojekt, wenn es sie denn noch gibt.

Review: Rey Pila

Rey Pila – „Wall Of Goth EP“

Ich hab’s versucht. Ich wollte durch die Beschreibung der neuen Rey Pila EP durch kommen, ohne das Wort „Strokes“ fallen zu lassen. Denn welche Band wird schon gerne dauernd mit einer anderen verglichen? Und das dann über Jahre?

Aber es hilft ja nix. Ich komme nicht dran vorbei. Sorry also, aber in dieser Rezension wird ein Wort mantraartig wiederholt werden und es ist ein Anagramm von „Stoerks“.

Nun denn. Seit ihrer Gründung 2010 in Mexico City gelten Rey Pila als „die mexikanischen Strokes“. Zuerst mal der Gitarren, der Ausstrahlung, der Schnodderigkeit wegen. Später gab es dann tatsächliche eine enge Verknüpfung. Frontmann Diego Solórzano und seine Band ließen sich in New York wieder, Ihr starkes zweites Album „The Future Sugar“ (2015) wurde nicht nur von Strokes-Sänger Julian Casablancas produziert, es erschien auch auf seinem Label Cult Records – und es klang mit seinen leicht übersteuerten Vocals, seinen schugga-schugga-schugga- und Niieröörnh-Gitarren und seinen knalligen Synthies, als hätte man die Tron-Strokes von „12:51“ auf Albumlänge ausgewalzt. Man musste das Album nicht wahnsinnig originell finden, aber daran, dass es famosen Indierock-Spaß machte, gab es keine Zweifel.

Eineinhalb Jahr nach diesem Album melden Rey Pila sich jetzt mit einer EP zurück, aber Cult Records scheint nicht mehr involviert zu sein. Review: Rey Pila weiterlesen

Review: CRX

crx-new-skinCRX – „New Skin“

„Update zum neuen Strokes-Album“ wird in der NME-Newsmeldung trompetet, „vielleicht kommt es schon nächstes Jahr!“ Wenn man dann auf den Link klickt, stellt sich raus, dass Bassist Nikolai Fraiture und Gitarrist Nick Valensi sich unabhängig voneinander geäußert haben, dass sie das Thema extrem vage und vorsichtig umkurven und sich null festlegen. „Die Band hat sich nicht getrennt“, so der Tenor, „wann was Neues kommt, können wir nicht sagen, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“. Beide gaben ihre Aussagen in Interviews, in denen es eigentlich um ihre neuen Bands ging. Fraiture hat eine Gruppe namens Summer Moon gegründet („Angesichts der Geschwindigkeit, in der die Strokes arbeiten, kann man das parallel laufen lassen“) und Nick Valensi hat neuerdings das Quintett CRX am Start.

Das ist mal wieder echt witzig, wie der NME es schafft, diesen Sätzen einen komplett verfälschenden Dreh mitzugeben. Ich meine, fassen wir doch mal zusammen:
1. Zwei Strokes-Mitglieder sind offenbar so unterbeschäftigt, dass sie neue Bands ins Leben rufen.
2. Sie geben ihre Interviews NICHT zu den Strokes, sondern ihren neuen Bands, werden aber unweigerlich nach den Strokes gefragt, worauf sie ausweichend antworten.
3. „Hoffentlich im nächsten Jahr“ heißt auf deutsch in diesem Zusammenhang also „Wahrscheinlich nicht im nächsten Jahr“ und „Naja, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“ heißt „Wir wären selbst überrascht, wenn im nächsten Jahr was passieren würde.“
Aber der NME strickt daraus mit „The Strokes deuten Überraschungen an!“ und nennt Gespräche, die zu den neuen Bands(!) geführt wurden, „Updates zum neuen Strokes-Album“! Mann, der Schreiber sollte als Spin-Doctor in die Politik gehen, so wie er es schafft, eine Aussage so darzustellen, dass sie glaubwürdig das Gegenteil dessen vermittelt, was tatsächlich gesagt wurde. Wow. Ha!

Nun soll’s hier ja nicht um die Strokes gehen, sondern um CRX. Aber es ist ja so: Der Grund, warum wir auf CRX überhaupt aufmerksam wurden, der ist nun mal, dass es die neue Band eines Strokes-Gitarristen ist. Das ist der Aufhänger, mit dem die Plattenfirma arbeitet – und es ist auch nicht zu überhören auf dem Album „New Skin“.

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