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Pila Sessions

Neues von Rey Pila – der Band, die man auch schon „die Strokes von Mexiko“ nannte, die inzwischen in NYC lebt und die zwischendurch auf Julian Casablancas‘ Label Cult Records unter Vertrag war. Sänger Diego Solórzano und Band haben heute eine neue Single namens „Israel“ vö’t, die den Trend ihrer letzten Releases fortsetzt: Weniger Betonung auf die Gitarren, mehr und mehr auf die Synthies.

Der Albert wieder rum…

Alle, die auf Neues von den Strokes warten, müssen Geduld zeigen – Julian Casablancas ist wieder mit seinen Voidz zugange. Immerhin, auch Gitarrist Albert Hammond Jr nutzt die Zeit sinnvoll. Sein viertes Soloalbum steht in den Startlöchern, es wird den Titel „Francis Trouble“ tragen und ab dem 09.03. in den Läden zu finden sein. Die Single „Muted Beatings“ hat er schon vor knapp einer Woche voraus geschickt. Jetzt gibt’s auch ein Video.

Nachtrag: Es hat geklappt! Ich hatte AHJ gerade am Telefon! Einen echten Stroke! Zwar nur ’ne Viertelstunde, aber das war aussagekräftig. Um den Erscheinungstermin herum etwa gibt’s hier das Transkript.

C-Side

Jetzt können wir wieder Rot sehen! Das Londoner Quintett 485C hat sich bekanntlich nach dem Pantone-Rot-Ton benannt, in dem die Londoner Telefonzellen und Busse gehalten sind. Im Video zur aktuellen Single „Kapow!“ taucht der Farbton entsprechend immer wieder auf.

Sehr strokes-ey, das Ganze, oder? In dem Zusammenhang: Nachdem letzte Woche Strokes-Sänger Julian Casablancas einen neuen so-lala- Track seiner Band The Voidz geteilt hat, gibt’s nun auch Neues von Strokes-Gitarrist Albert Hammond Junior. Ich denke, Man kann hierbei nicht mehr von Zweitband und Soloprojekt sprechen – die Strokes sind inzwischen das Nebenprojekt, wenn es sie denn noch gibt.

Review: Rey Pila

Rey Pila – „Wall Of Goth EP“

Ich hab’s versucht. Ich wollte durch die Beschreibung der neuen Rey Pila EP durch kommen, ohne das Wort „Strokes“ fallen zu lassen. Denn welche Band wird schon gerne dauernd mit einer anderen verglichen? Und das dann über Jahre?

Aber es hilft ja nix. Ich komme nicht dran vorbei. Sorry also, aber in dieser Rezension wird ein Wort mantraartig wiederholt werden und es ist ein Anagramm von „Stoerks“.

Nun denn. Seit ihrer Gründung 2010 in Mexico City gelten Rey Pila als „die mexikanischen Strokes“. Zuerst mal der Gitarren, der Ausstrahlung, der Schnodderigkeit wegen. Später gab es dann tatsächliche eine enge Verknüpfung. Frontmann Diego Solórzano und seine Band ließen sich in New York wieder, Ihr starkes zweites Album „The Future Sugar“ (2015) wurde nicht nur von Strokes-Sänger Julian Casablancas produziert, es erschien auch auf seinem Label Cult Records – und es klang mit seinen leicht übersteuerten Vocals, seinen schugga-schugga-schugga- und Niieröörnh-Gitarren und seinen knalligen Synthies, als hätte man die Tron-Strokes von „12:51“ auf Albumlänge ausgewalzt. Man musste das Album nicht wahnsinnig originell finden, aber daran, dass es famosen Indierock-Spaß machte, gab es keine Zweifel.

Eineinhalb Jahr nach diesem Album melden Rey Pila sich jetzt mit einer EP zurück, aber Cult Records scheint nicht mehr involviert zu sein. Review: Rey Pila weiterlesen

Review: CRX

crx-new-skinCRX – „New Skin“

„Update zum neuen Strokes-Album“ wird in der NME-Newsmeldung trompetet, „vielleicht kommt es schon nächstes Jahr!“ Wenn man dann auf den Link klickt, stellt sich raus, dass Bassist Nikolai Fraiture und Gitarrist Nick Valensi sich unabhängig voneinander geäußert haben, dass sie das Thema extrem vage und vorsichtig umkurven und sich null festlegen. „Die Band hat sich nicht getrennt“, so der Tenor, „wann was Neues kommt, können wir nicht sagen, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“. Beide gaben ihre Aussagen in Interviews, in denen es eigentlich um ihre neuen Bands ging. Fraiture hat eine Gruppe namens Summer Moon gegründet („Angesichts der Geschwindigkeit, in der die Strokes arbeiten, kann man das parallel laufen lassen“) und Nick Valensi hat neuerdings das Quintett CRX am Start.

Das ist mal wieder echt witzig, wie der NME es schafft, diesen Sätzen einen komplett verfälschenden Dreh mitzugeben. Ich meine, fassen wir doch mal zusammen:
1. Zwei Strokes-Mitglieder sind offenbar so unterbeschäftigt, dass sie neue Bands ins Leben rufen.
2. Sie geben ihre Interviews NICHT zu den Strokes, sondern ihren neuen Bands, werden aber unweigerlich nach den Strokes gefragt, worauf sie ausweichend antworten.
3. „Hoffentlich im nächsten Jahr“ heißt auf deutsch in diesem Zusammenhang also „Wahrscheinlich nicht im nächsten Jahr“ und „Naja, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“ heißt „Wir wären selbst überrascht, wenn im nächsten Jahr was passieren würde.“
Aber der NME strickt daraus mit „The Strokes deuten Überraschungen an!“ und nennt Gespräche, die zu den neuen Bands(!) geführt wurden, „Updates zum neuen Strokes-Album“! Mann, der Schreiber sollte als Spin-Doctor in die Politik gehen, so wie er es schafft, eine Aussage so darzustellen, dass sie glaubwürdig das Gegenteil dessen vermittelt, was tatsächlich gesagt wurde. Wow. Ha!

Nun soll’s hier ja nicht um die Strokes gehen, sondern um CRX. Aber es ist ja so: Der Grund, warum wir auf CRX überhaupt aufmerksam wurden, der ist nun mal, dass es die neue Band eines Strokes-Gitarristen ist. Das ist der Aufhänger, mit dem die Plattenfirma arbeitet – und es ist auch nicht zu überhören auf dem Album „New Skin“.

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Review: The Strokes

Future Present PastThe Strokes – Future Present Past EP

Erinnert ihr euch, was ihr im Sommer vor 15 Jahren gemacht habt? Mit welchen Freunden wart ihr unterwegs, mit wem wart ihr zusammen, was war euer Job, wo wart ihr im Urlaub? „Wie sollen wir uns daran erinnern, Henning?“ Ich geb’ euch einen Tipp, damit es euch leichter einfällt: Der Sommer 2001 war der erste Sommer der Strokes. Zack, ist es da. Die Strokes waren ein Erdbeben. Sofort weiss ich genau, wo ich die „The Modern Age EP“ gekauft habe – in Hamburg, im Saturn: Wir waren auf dem Weg nach Dänemark für einen Kurzurlaub. In Hamburg hatten wir Station gemacht und in der gigantischen CD-Abteilung des Handelsriesen gab’s doch tatsächlich ein Exemplar der CD, über die der NME so begeistert schrieb und an die ich in München einfach nicht ran kam.

Mit diesem Punkt, an dem ich meine Assoziationen fixieren kann, erinnere ich mich auch sofort genau: Wer war damals meine Freundin, mit wem hingen wir ab, wo gingen wir hin. Klar bin ich mit ihr nicht mehr zusammen. Einige Freundschaften aus der Zeit bestehen noch und sie werden bestehen bleiben, wenn auch anders als damals. Das Meiste läuft nur noch über facebook – wir sind nicht mehr in der gleichen Stadt und die Distanz, sie wächst halt doch mit, tja, der Distanz. Viele der Leute von 2001 aber sind aus meinem Leben verschwunden. Man hat sich verändert in den 15 Jahren. Vielleicht nicht mal radikal, aber genug, um halt nicht mehr die gleiche Basis zu haben, die man vor 15 Jahren miteinander hatte.

Jetzt stellt euch mal vor, jemand würde von euch verlangen, dass ihr weiter mit euren vier besten Freunden/Freundinnen aus dem Jahre 2001 abhängt. Nicht nur das, sondern dass ihr gefälligst genauso viel Spaß haben sollt wie damals. Und dass ihr den gefälligst den auch verbreiten sollt!

Was ich sagen will, ist: Mei, ist die neue Strokes-EP mies. Mei, ist die lustlos. Review: The Strokes weiterlesen

Review: Rey Pila

The Future SugarRey Pila – „The Future Sugar“

Ich war noch nicht in Mexiko. Aber man liest immer, dass Indie in diesem Land unglaublich gefragt ist. Es riesiges Kontingent von Morrisseys hingebungsvollsten Konzert-Hinterher-Reisern sind Mexikaner. Selbst die Delays erzählen von Beatles-ähnlichen Szenen mit kreischenden Fans, die sie schon auf der Rollbahn empfingen, als sie aus dem Flieger stiegen. Wenn Indie also in Mexiko so eine Riesensache ist, warum kennen wir dann so wenige Bands von dort?

Das ändert sich jetzt.
Señoras y Señores, he aquí Rey Pila!

Rey Pila sind keine Newcomer. Dies ist ihr zweites Album. Ihr Frontmann Diego Solórzano war daheim in Mexico schon vorher erfolgreich, seine Vorgängerband Los Dynamite galt zwischen 2002 und 2008 als „eine der drei wichtigsten Independentbands des Landes“ (Ich muss wohl mal rauskriegen, wer wohl die andren zwei waren). Mit Rey Pila aber siedelten Diego, Andrés Velasco, Rodrigo Blanco and Miguel Hernández nach New York City über. 2010 nahmen sie hier ihr Debüt auf, seitdem haben sie in NYC offenbar all die richtigen Leute kennen gelernt. Ihr zweites Album konnten sie in den Studios des Superlabels DFA einspielen, es erscheint auf Cult Records, der Plattenfirma, die Julian Casablancas gegründet hat.

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Review: Albert Hammond Jr

ah jrAlbert Hammond Jr – „Momentary Masters“

Schwierig, die Strokes in den letzten Jahren.
Beweisstück 1: Das letzte, rote Album – das war so wenig beeindruckend, dass ich sogar vergessen habe, wie’s heißt! Da muss ich erst mal nachschauen – ah ja, „Comedown Machine“!

Seit „First Impressions Of Earth“ jedenfalls wirkt Julian Casablancas nicht nur aus Coolness gelangweilt. Es ist, als sei er nur noch richtig widerwillig Strokes-Mitglied. Vielleicht aus Mitleid den anderen  gegenüber, die ja irgendwo die Butter für ihr Brot hernehmen müssen? Nicht jeder ist Millionärssohn wie Julian und Albert Hammond Jr, die sich bekanntlich dereinst im Schweizer Luxus-Internat kennenlernten. Jedenfalls: „Comedown Machine“ klang zum substantiellen Teil nach „Mein Gott, wir müssen diesen 5-Alben-Vertrag ja mit irgendwas erfüllen!“ Man hatte fast das Gefühl, dass Julian die Platte sabotierte: die Band gab keinerlei Interviews, spielte keine Tourdates – alles Julians Entscheidungen.

Das frustrierendste an allen drei Alben war dabei: Jedes hatte so seine drei, vier Spitzensongs. Songs, die zeigten, wenn die Strokes nur wollen würden, dann könnten sie weiter so fresh und knackig und strubbelig und rotzig Musik machen wie auf „Is This It“ und „Room On Fire“. Das machte es umso trauriger, dass 3/4 der Alben halbgar und lieblos hingerotzt wirkten, wie eine Hausaufgabe, die man auf den letzten Drücker abliefert, weil man weiss, es reicht eh für eine 4. Review: Albert Hammond Jr weiterlesen