Schlagwort-Archive: Johnny Marr

That’s Alright, Marr

Johnny Marr. Eine verdammte Legende, der Typ. Ich muss nicht dazu sagen, warum. Dafür ist hier eh nicht genug Platz.

Having said that, Johnnys neue Single „The Bright Parade“ ist in Ordnung. Eine flotte New Wave-Pop Nummer, in der Johnny seine Slide Guitar-Skills einsetzt, ohne gleich flashy damit anzugeben.

Das ist voll okay. Aber, sagen wir’s so: Wenn man dereinst mal Johnnys Lebenswerk zusammenfasst, wird „The Bright Parade“ eine untergeordnete Rolle spielen. Da hat der Mann dann doch schon spektakuläreres geschaffen.

More Marr

Wenn jemand den Nachnamen Marr trägt, dann horcht unsereiner natürlich auf. Nile Marr ist unverkennbar der Sohnemann von dem berühmten Papa. Vor ein paar Jahren spielte Nile in einer Band namens Man Made, das ist offenbar Vergangenheit. Denn jetzt hat Distiller, ein Label?/Management?/whatever aus Bath/UK, einen Live-Track online gestellt, der unter dem Namen Nile Marr geführt wird. In den Downloadstores und Streamingservices habe ich noch nichts weiteres gefunden, trotzdem: Klingt doch sehr ordentlich. Wir behalten Nile für die Zukunft im Auge, sage ich mal.

Coming Back For Marr

Ich weiss, was eine Utopie ist und was eine Distopie ist – aber was ist eine Armatopie? Hat das was mit Armageddon zu tun? Eine Zukunftsvision des Weltuntergangs? So deute ich’s mal.

„Armatopia“ ist jedenfalls der Titel der Single, die uns ex-The The- bzw ex-The Cribs / ex-Electronic / Ex-Modest Mouse-Gitarrist Johnny Marr heute überraschenderweise präsentiert hat. Überraschend, weil sein letztes Album doch kaum ein halbes Jahr alt ist.

Ich weiss, Johnny war auch Gründer und Gitarrist einer weiteren wichtigen Band. Aber die sage ich heute mal nicht dazu, denn der Meister hat so viel geleistet, musikalisch gesehen, dass man ihn nicht immer auf dieses eine Frühwerk runter reduzieren muss.

Review: Tallies

Tallies – „Tallies“

So viele meiner Lieblingsbands der frühen 90er haben sich wieder vereinigt. Slowdive, Ride, The Jesus and Mary Chain, Suede, Swervedriver und und und.

Aber eine Band fehlt in dieser Liste fehlt: The Sundays. Wäre da nicht mal eine Reunion angesagt? Drei Alben veröffentlichte das britische Quartett zwischen 1990 und 1997 – und es heisst sogar, dass Sängerin Harriet Wheeler und Gitarrist David Gavurin, die auch im privaten Leben ein Paar waren und geblieben sind, immer noch Lieder schreiben. Lieder, die sie jedoch für sich behalten.  

Ist das wirklich so? Oder haben sie heimlich ihre Songs einer jungen Band in Toronto geschickt? Auf diesen Verdacht könnte man kommen, wenn man das gleichnamige Debüt der Tallies hört. Denn das klingt in der Tat beinahe, wie ein Reunion-Album der Sundays klingen könnte.

Sorry, Tallies. Ich weiss, ihr werdet nicht happy sein, solltet ihr dies lesen. Denn wer will schon mit einer anderen Band verglichen werden? Sogar lesen, dass man quasi ein Soundalike sei? Das muss noch nerviger sein. Verdient hat das ja eigentlich niemand, selbst wenn der Vergleich ein so gut gemeinter wie The Sundays ist.

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Meine Alben 2018, pt.1: 30-26

Warum sollte es dieses Jahr anders sein? Leute, die es übertreiben und ihren Musikgeschmack viel zu wichtig nehmen, machen nun mal kurz vor Silvester Listen mit ihren Lieblingsalben aus den vergangenen 12 Monaten, die sie anderen unschuldigen Menschen dann aufs Auge drücken.
Hey, wenn das mal nicht genau meine Person beschreibt!

Auch dieses Jahr habe ich ergo nicht einfach nur eine Top Ten zusammen gestellt, nein! Es gibt wieder meine kompletten Top 30! In Fünferschritten! Mit Begründung! Also los! Countdown, Part 1!

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Review: The Goon Sax

The Goon Sax – „We’re not talking“

Schon vor Louis Forster soll es Leute gegeben haben, die einen Vater hatten. Diese These wird sowohl durch Umfragen als auch Messungen bestätigt. Ich habe diese Beobachtung sogar in meinem persönlichen Umfeld schon gemacht.

Manche von diesen Personen mit Vater hatten sogar einen, der sehr prominent war. Menschen können Väter aus den höchsten Kreisen haben, Väter wie John Lennon, Franz Beckenbauer oder den Dalai Lama. (Okay, vielleicht nicht den Dalai Lama.) Jedenfalls, es gibt Väter, die viel prominenter sind als der von Louis.

Es ist auch nicht so, dass The Goon Sax ein großes Aufhebens darum würden. Fast verheimlichen sie’s sogar ein bisschen. Denn wenn jemand selbst Musik macht und sein Innenleben ausdrückt, dann will man ja wohl bestimmt als allerletztes immer den gleichen Vergleich hören: „Ach guck mal, das ist ja eine kleine Version von…“

Also, die Sache ist die: Einerseits will ich sagen: „Hey, es tut doch nichts zur Sache, wessen Gene Louis mit sich rumträgt. Der übrigens eh nur ein Drittel von The Goon Sax ausmacht, von diesen lustigen, schlauen Kids aus Brisbane, die gerade mal 19 geworden sind.“ 

Andererseits: Louis ist der Sohn von Robert Forster! Von den Go-Betweens! Und ich will kreischen und durchs Zimmer tanzen vor Freude deswegen!

Warum?! Ich versuche hier auch, mir das gerade mal in Echtzeit selbst zu erklären. Review: The Goon Sax weiterlesen

Review: The Kooks

The Kooks – „Let’s Go Sunshine“

Ach ja, eine neue von The Kooks gibt’s ja auch. Seit fast zwei Wochen schon. Naja, schreiben wir drüber. Aber ihr merkt: Enthusiasmus kann ich irgendwie nicht aufbringen.

Dabei waren Luke Pritchard und seine Jungs doch eine der ganz großen Indie-Singles-Bands der letzten Jahre! Ihr unbeschwertes Debütalbum „Inside In/Inside Out“ (2006), das war keck, das war sexy, das war spritzig wie eine eine Mineralwasserflasche, die man vorher geschüttelt hatte! Man konnte gar nicht in Deckung gehen – jeder kriegte was ab. Zisch! Psssch! „Sofa Song“, „Eddie’s Gun“, „Naive“, „She Moves In Her Own Way“, „Ooh La“! Alles Songs, die heute noch auf dem Indie-Dancefloor ziehen. Man sollte sie total totgehört haben, aber man ertappt sich immer noch beim Mitsingen. 

Aber ihr wisst schon, warum ich die Mineralwasserflasche ins Spiel gebracht habe. Um zu unterstreichen: Oha, die Luft ging raus. Auf dem zweiten Album („Konk“, 2008) gab’s noch zwei, drei sprudelnde Singles, auf der dritten („Junk Of The Heart“ (2011)) perlte es schon eher sanft als Medium.

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Vinterview: Johnny Marr

Letzte Woche erschien „Call The Comet“, das dritte Soloalbum von Johnny Marr. Ein Grund, mal wieder im Archiv zu kramen. 2013, als „The Messenger“ erschien, die erste Soloplatte des Ex-Gittaristn von Modest Mouse, The The, Electronic, The Cribs und (jaja) The Smiths, da konnte ich nämlich ein Interview mit dem Meister führen. Das Transkript gab’s auch auf meinem alten Blog zu lesen, der nicht mehr online steht. Ich habe das Ganze mal wieder hervor gekramt. 

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Review: Johnny Marr

Johnny Marr – „Call The Comet“

Also, zuerst mal: Johnny Marr ist ein Heiliger. Was der Mann in seinem Leben schon geschaffen hat, das würde reichen, um fünf verschiedene Musiker zu Kultfiguren zu machen. Ich muss es hier nicht aufzählen, oder? Nein, muss ich nicht. Aber, andererseits – bremsen kann ich mich ja auch nicht.

Also: Zuerst mal hat Johnny Marr als Teenager n Manchester The Smiths gegründet und lässig, sich souverän zurückhaltend den perfekten kreativen Partner für den (damals noch) genialischen Selbstdarsteller Morrissey gegeben. Mit seinem unbemühten, nie angeberischen, aber zielsicheren und, wenn nötig, filigran-präzisen Spiel hat er ganzen Generationen späterer Indie-Gitarristen quasi die Schablone für ihren Sound abgeliefert. (Dass er, nebenbei bemerkt, die Smiths zwischenzeitlich auch managte, weil Morrissey diese Tendenz hatte, alle Businesspartner zu vergraulen, ist da nur eine Fußnote.)

Marr war der, der trotz seines Images als treuer Sidekick die Traute hatte, die Smiths schließlich zu verlassen und damit aufzulösen. Gleich darauf hatte er auch schon zwei neue Jobs: Als Co von Bernard Sumner (New Order) in Electronic und als Gitarrist von Matt Johnsons The The – auch hier war sein Spiel natürlich prägend und ideal auf seine Nebenmänner zugeschnitten. Review: Johnny Marr weiterlesen

Give give give me Marr Marr Marr

Das dritte Johnny Marr-Soloalbum steht vor der Tür.

Zu Johnny Marr muss man nichts sagen, oder? Erstens mal hat er als Gitarrist von The Smiths den sound of Indie überhaupt erst ERFUNDEN und geprägt wie niemand sonst. Er spielte seitdem auch Gitarre bei Electronic, The The, Modest Mouse und war zwischendurch vierter Jarman bei The Cribs. Berühmt ist auch die Story, dass er Noel Gallagher in Oasis-Anfangstagen mal eine seiner Gitarren schenkte, einfach nur um die Band zu fördern. Hollywood-Arbeit hat er auch abgeliefert und mit Hans Zimmer den Soundtrack zu „Inception“ komponiert. Und und und…
Außerdem – das ist angesichts dieser Historie ja anzunehmen – ist er ein schlauer, offener, kulturell enorm gebildeter Mann und einfach ein guter Typ.

Das Album „Call The Comets“ erscheint am 15.06. und mit „Walk Into The Sea“ gibt’s nun die dritte Vorabsingle daraus.

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