Schlagwort-Archive: James Bay

Long Listance Call – Pt 1

Es gibt nicht viele Traditionen auf diesem meinem kleinen Blog. Eine aber ist: Einmal im Jahr lege ich mich mit der BBC an. Dann nämlich, wenn die britische Rundfunkanstalt zum Jahreswechsel her geht und ihre „Longlist“ mit ihren 15 musikalischen Tipps für die kommende Saison bekannt gibt.

Wenn die BBC vorgelegt hat, reagiere ich erst mal auf ihre Vorschläge (siehe 2014/15 und 2015/16) und liefere ein paar Tage später meinen Gegenentwurf mit 15 Indie-Acts (hier 2014/15 bzw. 2015/16)
Also gar kein weiteres Geplänkel. Gestern hat die BBC ihre 15 Namen genannt. Hier erst mal ihr Kurzclip, auf der nächsten Seite geht’s dann weiter:

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Review: Jake Bugg

Jake Bugg On My One Albumcover - CMS SourceJake Bugg – „On My One“

Am Wochenende habe ich mein drei Jahre altes Interview mit Jake Bugg zu seinem zweiten Album als „Vinterview“ hier platziert. Beim Nachträglich-noch-mal-drüber-Lesen fiel mir auf: Auf meine Frage nach „Authentizität“ reagierte er ganz schön pikiert. Jake glaubte, ich wolle ihn aufs Glatteis führen. Da ist ein wunder Punkt angesprochen worden. Die Tatsache, dass das Wunderkind aus Nottingham seine Songs in Kollaboration mit Profi-Songwritern aus den Hinterzimmern der Musikindustrie schrieb, die wurde von seinen Gegnern immer als willkommener Angriffspunkt verwendet.

Dabei finde ich selbst es ja gar nicht schlimm, wenn jemand mit den „Experten“ arbeitet. Das machen auch andere „credibile“ Bands, oft heimlich. Was zählt, ist doch das Ergebnis. Und wenn am Ende ein guter Song steht, der ins Ohr flutscht und dort hängen bleibt, haben doch alle gewonnen.

Seien wir doch ehrlich: Auch wenn es immer als schlimmer Eingriff in die Persönlichkeit gewertet wird, als kommerzgeile Normierung, als anmaßender Overreach und als kleingeistiges Zeichen von kreativer Angst bzw. kreativer Armut – Labels haben oft genug Recht, wenn sie die hochtrabenden Ideen ihrer Künstler durch Input von außen kanalisieren und fokussieren lassen.

Wie war’s bei Jake Bugg? Ein 16jähriges Songwriter-Talent kriegte einen Plattenvertrag. Man brachte den Jungen mit ein paar Profi-Autoren zusammen, bei denen er quasi in die Lehre gehen sollte. Als er dann mit 17 sein Debüt veröffentlichte, wurde gejubelt: Die Songs dieses Teenagers waren prima. Man sprach vom neuen Noel Gallagher, sogar vom neuen Bob Dylan.

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Review: Richard Ashcroft

richard-ashcroftRichard Ashcroft – „These People“

Ein paar meiner facebook-Freunde haben sich schon beschwert. Ganz besonders dröge, zäh und einschläfernd sei es geworden, das vierte Soloalbum von Richard Ashcroft (wenn man „RPA & The United Nations Of Sound“ nicht mitrechnet) und sein erstes musikalisches Lebenszeichen seit sechs Jahren. Auf der Insel jubeln hingegen ein paar Reviewer, Ashcroft sei endlich wieder in Bestform und er zeige all den Songwritern, die nach ihm kamen, wo der Hammer hängt. Ed Sheeran, James Bay und Tom O’Dell könnten wieder nach Hause gehen.

Was stimmt denn nun?

Okay, zuerst mal: Die Pissnelken Sheeran, Bay und O’Dell dürfen nicht der Maßstab sein, an dem man einen Ashcroft misst. Nach Hause gehen dürfen die so oder so, ganz unabhängig von dem, was Ashcroft macht, der auch dann noch turmhoch über deren Banalitäten schweben wird, wenn er nur auf dem Klo die TItelmelodie von Biene Maja summt.

Aber zur Sache. Zu Richard Ashcroft. Review: Richard Ashcroft weiterlesen

Earth Is The Longlist Planet – Pt 1

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Es ist noch nicht Dezember, aber die Zeit der Jahresrückblicke beginnt bereits. Vor allem stehen die Ausblicke auf 2016 an. Die Newcomer-Liste, der weltweit die größte Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist die BBC Longlist. Letztes Jahr habe ich mich erstens über ihre Kandidaten ausgelassen und zweitens meine eigene Top 15 Best Ditches Longlist aufgestellt. Beides will ich dieses Jahr wieder tun. Anfangen aber will ich diese kurze Artikelserie damit, dass ich mal abgleiche: Wie korrekt lag denn die BBC mit ihren Prognosen? Und wie daneben oder gar nicht mal so falsch lag ich?

Los geht’s mit Teil 1: Was wurde aus Namen wie George The Poet, James Bay, Kwabs und den anderen der insgesamt 15 Kandidaten der BBC?

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How Longlist have you known? Pt1

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Die BBC hat heute ihre jährliche, immer viel beachtete Longlist gepostet. Also ihre Prognose, wer die musikalischen Newcomer des Jahres 2015 werden. Ich kenne viele davon nicht, aber ich höre sie mir jetzt für Euch an und sage zu allen 15 meine Meinung. Danach ein Fazit. Los geht’s!

George The Poet: Näh! Dieser Sesamstraßen-Rapper ist doch nur auf dieser Liste, weil er sich „Poet“ nennt. Dabei lallt er in echt die doofste Lifecoach-Grütze. „Seven Billion people, only one you. If I can do it, you can do it, too“ wiederholt er mantraartig, als wär’s voll die Augen öffnende Weisheit. Ist es nicht, es ist banalstes Lalala. Da achte ich erst gar nicht auf die Sounds drunter. Weg damit!

James Bay: Wenn Euch Ben Howard zu radikal strommastansägermäßig abgefahren ist, dann freut Euch über James Bay. Der trifft den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Tom Odell und Ed Sheeran. Be. Schis. Sen!!!

Kwabs: Okay, das ist Soulpop, gefällig genug, um auch auf Radio NRJ ein Zuhause zu finden, aber angenehm post-Lorde-ig unberechenbar instrumentiert und hittig. Nicht mein Spezialgebiet, aber dass das ordentlich ist, erkenne auch ich als Außenstehender.

So, um des Seitendesigns willen mache ich hier einen Break. Für zwölf weitere Schnellurteile und mein Fazit… How Longlist have you known? Pt1 weiterlesen