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Review: Artificial Pleasure

Artificial Pleasure – „The Bitter End“

Eigentlich will ich mich mit der Vorgeschichte zu Artificial Pleasure gar nicht lange aufhalten. Ein Debütalbum, das kann und soll schließlich auch als „blank slate“ fungieren, als unbeschriebenes Blatt, als Nullpunkt, von dem aus es für den Hörer ohne jedes Vorwissen und jede Voreingenommenheit los geht. 

Es ist ja auch nicht so, dass diese Vorgeschichte typisch oder exemplarisch ist. Sie ist ein Extrembeispiel dafür, wie nah im Musik- und Medienbiz Hype und Stagnation auseinander liegen können.

Trotzdem, hilft ja nix, ich kann mich ja doch nicht bremsen. Also: Zeitreise. Zurück ins Jahr 2012. Da bejubelt im Guardian ein großer Artikel die taufrische Band Night Engine, die in London bereits alle Szenekenner orgasmisch zucken lässt. Dabei existiert das Quartett erst seit wenigen Monaten. Die Newcomer erstaunen mit einer Kombi aus zickzackigen Synthriffs und britischem Funk. Ein 80s-Revival der unerwarteten Art, das Robert Palmer und INXS eine lange nicht mehr wahrgenommene Coolness zurück gibt. Night Engine fangen die New Wave-Rhythmik der Talking Heads ein und ihr Sänger hat eine Stimme, die nicht wenige an Bowie himself erinnert. Dieser Phil MacDonnell ist ein faszinierender, intensiver Typ, der nicht nur mit seinem knallroten Haar Aufmerksamkeit magnetisch auf sich zieht. Wow! Alle sind sich einig: Hier kommt das nächste große Ding! Review: Artificial Pleasure weiterlesen

Eighties gonna eight

Als die Strange Names aus Minnesota vor nicht ganz drei Jahren ihr erstes Album „Use Your Time Wisely“ veröffentlichten, da behauptete ich in meinem Text zu dem Album, sie seien gar keine 80s-Revival Band. Sondern eine 80s-Revival-Revival-Band. Ich fand, dass sie sich sogar mehr auf The Killers, La Roux, Phoenix, The Faint und ähnliche Bands aus dem neuen Jahrtausend bezögen als auf die 80s-Originale wie, sagen wir, Men Without Hats, INXS oder Duran Duran.

Aber so oder so, die Platte hat großen Spaß gemacht. Darum freue ich mich auf Ende Februar, wenn sich die Strange Names mit ihrem zweiten Album zurück melden. Die Vorab-Single „U.F.O.“ ist richtig schön tacky. Mir kommen da verdrängte 80s-Acts wie Hall & Oates, Howard Jones, Naked Eyes und Wang Chung in den Sinn. Nun gibt’s für den Song auch ein stimmiges Video mit so richtig wunderbar beschissenen Billig-Effekten.

Review: Strange Names

strange names albumStrange Names – „Use Your Time Wisely“

Stichwort 80s-Revival. Welche 80s meint man denn, wenn man im Indie vom 80s-Revival spricht? Mein meint nichts aus der zweiten Hälfte der 80er. Man bezieht sich eigentlich immer nur auf die Ära ca 1979-1984, auf eine erste New Wave-Pionier-Phase (z.B. Gary Numan, DEVO, frühe OMD) sowie auf die Phase, in der daraus Synthpop für die damaligen Charts wurde (z.B. Howard Jones, Kajagoogoo, Nik Kershaw).

Das 80s-Revival wiederum kam für mich so richtig in die Gänge im Jahr 2002. In dem Jahr erschien Interpols „Turn On The Bright Lights“, auch The Faints „Danse Macabre“ (2001) startete nachträglich durch. In Schweden gab es Bands wie Melody Club und Paris, die behaupteten, von Nena beeinflusst zu sein und im Pop wieder mit Neonfarben malten.

Worauf will ich hinaus? Ich will sagen: Wenn das 80s-Revival in seinen diversen Spielarten seit 2002 läuft, dann sind das heute 13 Pop-Jahre! 13 Jahre, die sich auf nur 5 Pop-Jahre rückbeziehen.

Weswegen ich glaube, dass Strange Names, dieses neue Trio aus Minnesota, gar keine 80s-Revival-Band ist. Ich glaube, es ist eine 80s-Revival-Revival-Band. Review: Strange Names weiterlesen

Interview: Husky

Husky HeaderHeute (10.04.) ist es offiziell so weit: „Rucker’s Hill“, das zweite Album des wunderbaren australischen Folk-Trios Husky wird bei uns veröffentlicht. Vor ein paar Wochen waren Sänger Husky Gawenda und Organist Gideon Preiss schon für ein paar Promo-Termine in München. Auch ich konnte wieder ein Interview führen… Interview: Husky weiterlesen