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Glast Nite

Es ist mal wieder das Wochenende des Glastonbury-Festivals. Die BBC hat folglich auch dieses Jahr wieder Liveclips online gestellt. Ich picke mal meine Favoriten:

Fangen wir doch mal an mit Tame Impala. Mit den beiden neuen Singles hat Kevin Parker noch nicht Eindruck aufs Popjahr 2019 gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass sich das ändert, wenn das ganze Album da ist. Aber wann es kommt? Bestimmt war eigentlich geplant, dass es vor der großen Festivalrutsche vorliegen sollte. Aber Kevin wird wie immer nicht rechtzeitig fertig und muss jetzt all die weltweit gebuchten Headlineslots mit einem uralten Set spielen, plus „Patience“ und „Borderline“. Das war garantiert anders geplant.

Na. Gucken wir doch mal rüber zu Interpol.

Und was macht der Two Door Cinema Club? Das Echo auf Album vier ist eher mau. Zu bemüht, ihr Umschwenker auf Disco, sagen viele. Vielleicht wirkt es live aber?

Keine Zweifel hier: Garantiert immer genial – Fontaines DC.

und hey: Ein Klassiker am Nachmittag. The Charlatans für die Ewigkeit.

REVIEW: FEWS

FEWS – „Into Red“

Ich habe das Debüt der FEWS einem Freund mal so beschrieben: „Die klingen, als hätten sie sich im Studio gefragt: Was will der Henning wohl gerne hören?“ Mann, habe ich dieses Album geliebt! 

Ich habe natürlich damals auch nen längeren Text zu jenem Album hier auf dem Blog geschrieben, aber an dieser Stelle eben die Kurzfassung: Auf „Means“ hat das damals aus drei Schweden und einem Ami bestehende Quartett (inzwischen ist ein Brite am Bass) so richtig alles, was ich an Indierock mag, in einen Energieriegel gepresst. Es gab Cure-artige Gitarren- und Bassläufe, es gab Noise-Eskapaden zwischen Pixies und Shoegazing, es gab Krautrock-Motorik-Gurgler und auch die Gesangsmelodien der Songs waren genau perfekt: Eingängig, aber nicht offensichtlich eingängig. 

Insofern sollte es mich traurig machen, das FEWS auf ihrer zweiten Platte so viel verändert haben. Denn auch wenn ich „Means“ extrem liebte, so war die Band, wie ich später hörte, selbst gar nicht damit zufrieden. Sie fanden die Aufnahmen zu glatt gebügelt, zu wenig gewaltig. Was nachvollziehbar ist, wenn man’s hinterher liest. Ich habe die FEWS auf ihrem Münchner Konzert vor zwei Jahren angeschaut (und gesprochen) und live haben die Junge ganz schon was vom Zaun gebrochen. Auf der Bühne waren sie definitiv noch mal ne Schippe intensiver und rauer als auf dem Album.

Diese Version der FEWS ist es, die wir auf dem zweiten Album zu hören kriegen. REVIEW: FEWS weiterlesen

Aller guten Dinge sind acht

Haben City Calm Down vor, jeden einzelnen Song ihres zweiten Albums „Echoes In Blue“ als Single bzw Video zu veröffentlichen? Der neue Clip zu „Distraction/Losing Sleep“ ist, wenn ich keinen übersehen habe, bereits der achte von dieser Platte. Ausgerechnet mein Albumfavorit (der Song „Kingdom“) hat allerdings noch kein Video.

Ich nenne die Band ja immer vereinfachend „Melbournes Variante des frühe Editors/Interpol-Sounds“. Dieser Song widerspricht dieser Beschreibung nicht.

Review: Interpol

Interpol – „Marauder“

Oh je. Ich muss was gestehen. Bitte verurteilt mich nicht dafür. Bitte werft mich nicht aus eurem Freundeskreis. Ich weiss, viele werden mich dafür verachten. 

Aber – Achtung: Ich fand Interpol zuletzt ganz schön mies.
Puh, jetzt ist es raus.

Für manche Leute, die ich kenne, hat diese Band den Status von unantastbaren Göttern. Kein schlechtes Wort darf über sie fallen. Mich haben die aber zuletzt so unfassbar kalt gelassen!

Also, natürlich, sie haben stark angefangen, da gibt es von mir keine Widerrede. Ich gehörte auch nie zu denen, die Interpol von Anfang an als Joy Division-Kopisten abtaten. Solche Total-Verweigerer gab’s ja schon seit 2002, als sie mit „Turn On The Bright Lights“ durchstarteten.
Meine Meinung dazu: Sicher gibt’s unzweifelhaft Parallelen zwischen Sheffields Pionieren und den New Yorker Nachfolgern. Die schneidende Stimme, die sich Ian Curtis und Paul Banks teilen und ihr entsprechend weniger auf Melodien als auf Durchdringlichkeit setzender Gesang. Die monoton-zackigen Gitarrenfiguren. Die Basslines, die auffällig den Achteln folgen und dann umso auffälliger nicht. Vor allem natürlich: Die kühle, bedrückende Atmosphäre. Die aufgekratzte, nervöse Spannung, die beide Bands in Gitarrenmusik übersetzen. Man muss schon taub sein, um diese Verwandtschaft nicht zu hören – aber dennoch, für mich sind Interpol ein Update und keine Kopie. Die Unrast, die Ian Curtis 1981 in Sheffield spürte, ist eine ähnliche, die Paul Banks 2002 in New York spürte, und darauf basiert für mich die geistige und musikalische Nähe.

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Review: City Calm Down

City Calm Down – „Echoes In Blue“

Ach schade. 

Okay, ich würde über City Calm Downs zweites Album gerne folgendes schreiben: Dass die Jungs aus Melbourne all die Versprechen erfüllen, die sie mit ihren frühen Singles gegeben haben. Die, die sie mit dem ersten Album schon fast, nur knapp noch nicht einhielten. Dass die Band, die man der Einfachheit halber immer als „Australiens Interpol/Editors“ bezeichnete, sich von diesen Einflüssen freigeschwommen hat und jetzt souverän und selbstbewusst ihre Runden auf der ganz eigenen Umlaufbahn dreht. Als mitreissende Gitarrenband, die spielerisch mächtig dräuende Atmosphären herauf beschwört und deren packende Songs dennoch ins Ohr gehen. Ja, die manchmal sogar regelrecht auf den Indie-Dancefloor zerren!

Tja. Würde ich gerne schreiben. Denn so habe ich mir City Calm Down immer ausgemalt. Seit ihrer 2012er-EP „Movements“, da wurde ich erstmals auf sie aufmerksam, allerdings waren sie da schon ein paar Jahre aktiv, noch als Schülerband hatten sie angefangen. Auf der EP fanden sich sechs Songs, denen noch ein bisschen der rote Faden fehlte, die aber in mir als Indie-Nerd trotzdem fast Euphorie auslösten. So muss sich ein Fußball-Scout fühlen, wenn er einen 15jährigen auf dem Platz sieht, der noch erkennbar jugendlich spielt, aber so ein paar magische Ansätze hat, die man nicht lernen kann. Die Art Teenager, bei der der Talent-Scout jubelt: „Der Junge kann Nationalspieler werden!“ 

Tja. Aber nicht jedes Talent spielt wirklich später um die Titel. Manche kommen vom Weg ab. Review: City Calm Down weiterlesen

Instant Calma

Freitag erscheint’s: „Echoes In Blue“, das zweite Album von City Calm Down. Von der Band aus Melbourne also, die ich der Schnelle halber immer als Australiens Editors/Interpol bezeichne, auch wenn ihnen diese grobe Vereinfachung natürlich nicht wirklich gerecht wird. Naja, mehr zu CCD schreibe ich demnächst, wenn ich das Album bespreche. Jetzt gibt’s erst mal ein neues Video für den Titelsong.

 

Keep calm and sound like the church

Ernste junge Männer aus Melbourne. Früher habe ich City Calm Down ganz gern als die Interpol/Editors-Variante von down under bezeichnet. Mehr und mehr aber schwimmen sie sich frei. Klar, völlig frei von Einflüssen und Ähnlichkeiten ist man nie – bei der neuen Single „In This Modern Land“ bilde ich mir zum Beispiel ein, eine Nuance The National und das Erbe von The Church zu hören.

„In This Modern Land“ ist die dritte neue Single von CCD seit ihrem Album „In A Restless House“, das im Herbst 2015 erschien. Da wird’s langsam Zeit für eine neue Platte , oder?

Class is Permanent

Na da ist ja auch das Video! „Twist In The Dark“, die aktuelle Single von Melbournes Gold Class, begeistert mich sehr und gehört in meine persönliche Top Ten des Jahres 2017. Ihr zweites Album „Drum“ haben die vier nun für den 18. August angekündigt. Ich bin sehr gespannt, denn für mich haben Gold Class das Potential, zu Australiens Joy Division/Interpol-Pendent zu werden.

Ein bisschen enttäuscht bin ich vom Video. Für mich hat der Song eine extreme innere Spannung – in meiner Küche zwingt er mich immer, in einem Ian Curtis-esken Tanzstil mit zackigen Bewegungen mit zu zucken. Deswegen hätte ich die Band jetzt weniger statisch erwartet. Aber gut. Der Song bleibt Wahnsinn.

Meine Alben 2016, Pt. 5 (10-6)

header-2016-6-stickySo langsam kommen wir der Sache näher. Immer noch befinde ich mich in meinem Countdown der Platten, die mir dieses Jahr besonders viel gegeben haben und die für mich deshalb die Alben des Jahres 2016 sind. Klar, das alles ist extrem persönlich-subjektiv, aber vielleicht kann ich ja trotzdem noch den einen oder anderen nachträglich für einen der Longplayer begeistern oder jemand freut sich, dass er eine eigene Lieblingsplatte hier wiederfindet. Wir sind in den Top Ten angelangt. Platz 10 – 6 gehen an…?

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Review: Kings Of Leon

wallsKings Of Leon – „Walls“

Das nennt man wohl Luxusproblem. Viele Bands würden sich die Finger danach ablecken, so viele Alben zu verkaufen, wie es den Kings Of Leon mit „Come Around Sundown“ und „Mechanical Bull“ gelang. Aber offenbar gilt, wenn man an dem Punkt ist, dass man als Band Stadien füllt,  immer nur der größte bisherige Erfolg als Maßstab.

Familie Followill ist also gewissermaßen verflucht durch „Only By The Night“ (2008). Durch das Album, das mit „Sex On Fire“ und „Use Somebody“ ihre zwei Mega-Hits beinhaltete. Das sie in die Stratosphäre katapultierte – in eine Position, in der man sich als räudige Indie-Südstaatenrock-Band eigentlich nicht wieder findet. Was die Aufgabe, diesen Erfolg zu wiederholen, eigentlich unlösbar macht. Deswegen gelten die zwei weltweit mehrfach mit Platin und Gold ausgezeichneten Nachfolger, das in der Tat recht schläfrige (aber reizvolle) „Come Around Sundown“ (2010) und auch „Mechanical Bull“ (2013) als Misserfolge. Gleichzeitig haben viele Fans ihrer ersten Alben sich von der Band abgewendet – obwohl letztere Platte meiner Meinung nach eigentlich ein gelungener Rundumschlag war, der auch die knurrig-rauen Ur-Kings Of Leon ziemlich gut wieder einfing.

Also hat man dem Krisengerede Glauben geschenkt und alles ein mal kräftig durchgeschüttelt. Review: Kings Of Leon weiterlesen