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Lippery when SWEAT

Oha. Laaange haben sich SWEAT Zeit gelassen für ein neue Single. Sie waren ein der spannendsten neuen Londoner Bands von 2016 und wir hatten uns für 2017 ein Debütalbum erhofft, das Hot Chip- Sounds und dirty sexy Pulp-Ästhetik clever kombinieren würde. Statt dessen… Funkstille. Ich dachte schon, die hätten sich jetzt wohl getrennt.

Nun aber gibt’s eine neu Single: „What Men Want“. Die ausgerechnet mit meinem Hass-Geräusch beginnt: Autotune-Vocals. Mensch, ich bin doch keine 14. Naja. Wird aber.

Wishing On A Zdar

Die VÖ des neuen Hot Chip-Albums „A Bathfull of Ecstasy“ letzten Freitag steht unter einer dunklen Wolke. Ihr habt’s vermutlich mitbekommen: Ihr Producer und enger Mitarbeiter Philippe Zdar, auch Teil vom französischen Elektro-Act Cassius, ist letzte Woche durch einen Unfall ums Leben gekommen.  Zdar dirigierte auch einige andere Lieblingsbands und Platten unseres Genres, z.B. Phoenix oder das letzte Album von Franz Ferdinand.

Das ist natürlich supertragisch. Supertragisch wäre aber auch, wenn dieser traurige Vorfall langfristig alles andere verdunkeln würde. Wenn man das Hot Chip-Album auch in der Zukunft nicht ohne Schwermut-Nebeneffekt hören könnte. Ohne ihn zu kennen, glaube ich, sagen zu dürfen, dass das nicht im Sinne von Zdar wäre. All seine musikalischen Buddies betonten, dass seine herausragende Eigenschaft (neben stilsicherem Geschmack) seine ansteckende joie de vivre gewesen sei.

Richtig wäre also, wenn man Zdar und sein Werk durch die Hot Chip-Platte erst recht feiert.  Zum Beispiel, indem man zur neuen Single „Spell“ so richtig abtanzt, denn die ist durchaus ein Banger.

 

This one’s from the Chip

Hot Chip. Hmmmm. Also, die Zeiten, in denen das eine abwegige, unorthodoxe Band war, sind auch vorbei, oder? Sie treten ja schon seit einiger Zeit auf der Stelle, die Herren, da machen dann auch mehrere Jahre Pause zwischen den Alben keinen Unterschied. („Why Make Sense“ ist vier Jahre alt.)

Manche der Songs, die ich vom Ende Juni kommenden Album „A Bath Full Of Ecstasy“ gehört habe, haben mich so richtig gelangweilt, das muss ich zugeben. Having said that, trotzdem gelingen ihnen immer noch feine Tracks. Die Single „Melody of Love“ beispielsweise hat sich langsam als Ohrwurm in meine Gehörgänge eingeschlichen. Der Song ist zwar schon ein bisschen glatt, aber er ist auch einfach angenehm traurigschön. Finde ich.
Nun auch mit Video…

We were Bad before the Chip even sank

Na, sind da vom letzten Videodreh noch ein paar Green Screen Szenen übriggeblieben? Uns soll’s Recht sein – so konnten die Bad Sounds einen No-Budget-Clip zu ihrem aktuellen Track „Hot Head Chippenham“ nachlegen. Zweite Frage: Ist es Zufall, dass die Worte „Hot“ und „Chip“ in diesem Titel vorkommen? Könnte es ein verstecktes Tribut sein? Das Lied klingt aber – wie meistens bei den Bad Sounds – mehr nach „Odelay“-Ära-Beck als nach Hot Chip.

Review: April Towers

Silent FeverApril Towers – „Silent Fever EP“

Hmm. Da wartet man, dass eine Band endlich mit ihrem Debütalbum um die Ecke kommt, und dann gibt’s doch erst mal nur wieder ne EP. Die dann auch noch nur drei neue Songs liefert. Das kommt mir ein bisschen vor, als würde da jemand Zeit schinden.

Aber gut, es soll uns trotzdem Anlass sein, noch mal auf die April Towers einzugehen. Denn ich setze große Hoffnungen auf das Duo aus Nottingham, das letztes Jahr mit den Singles „Arcadia“ und „No Corruption“ einen Traumstart hingelegt hat. („No Corruption“ habe ich sogar für unseren Ein-Kasten-Augustiner-Preis nominiert.)
Der Sound der April Towers: 80s-Synthpop. New Order / Pet Shop Boys / OMD / Depeche Mode. Clevere, sophisticated Popmusik, der ich einen leichtem Indie-Einschlag unterstelle bzw. ihn mit Macht hinein interpretiere. Wenn die eine oder andere Gitarre durchschimmert, wenn das Grundgefühl ein melancholisches ist, wenn das ganze sehr bewusst auf Stil setzt, dann ist das doch Indie, oder? Wenn man beim Hören der Musik vorm geistigen Auge graue Bilder nordenglischer Nebel-Tristesse empfängt – ja doch, dann sind da genug Überschneidungen, dass man es als Indie empfinden darf.

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Towers Of Song

Synthpop. Kann cheesy sein und hat aus den 80s nicht immer den besten Ruf. Aber wenn man ihn gut macht, dann können mir Synthies genau so gefallen wie Gitarren. Wichtig ist wie immer der Song im Kern des Tracks – und das Uk-Duo April Towers hat dieses Jahr mit prima Songs im Synthie-Gewand aufhorchen lassen, die sich ziemlich genau zwischen New Order-Retro und Hot Chip-Neopop platzieren.

Jetzt steht ihre vierte Single vor der Tür: „Modern Psyche“. Der Song hält nicht ganz den Level der Vorgänger „No Corruption“, „Arcadia“ und „Little Bit Of Fear“, ist aber immer noch sehr ordentlich.

Review: Outfit

cover_cov_lgOutfit – „Slowness“

Es ist ja in der Tat so: Wenn man in dieser Branche erst mal lang genug arbeitet, dann verwendet man, um eine Band einzuschätzen, oft nur noch wenige Sekunden. Man hat dann einfach die, ähem, Erfahrung. Oder den Zynismus. So, dass man, wenn man ein paar Takte eines neuen musikalischen Acts hört, sofort kategorisch weiss: „Aha, banale Nachäffer von Genre X“. Oder aber: „Aha, banale Nachäffer von Genre Y.“ Oder auch mal, seltener: „Aha, banale Nachäffer von Genre Z“. Das schlimme ist: Es ist halt wirklich so. Auch wenn man sich durch alle vier Songs des Demos der hoffnungsvollen Newcomer durchquälte, hinterher wird man nie einer anderen Meinung als der, die man nach den ersten Sekunden gefällt hat. (Übrigens, normal erkennt man schon früher, sogar vor dem ersten Ton, ob eine Band scheisse ist. Am Bandnamen nämlich.)

Was ist das eigentlich wieder für eine Einleitung? Ich will doch auf’s Gegenteil hinaus! Ich will erzählen, dass man manchmal genauso nach wenigen Sekunden sofort wissen kann: Diese Band hat’s drauf!

Mir ging das mit Outfit so, als ich im September 2011 ihre frühe Single „Two Islands“ hörte. Diese Nummer hatte gleich mal alles. Smartes Understatement, kühl-distanzierte sophistication, spielerischen Style. Nach wenigen Takten des Klavier-Riffs wusste man schon: Wow! Man darf sich jetzt schon auf die zukünftigen Alben dieser Band freuen!

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Review: Hot Chip

cover-hot-chip-why-make-senseHot Chip – „Why Make Sense?“

Neulich meinte jemand zu mir: „Hot Chip braucht doch auch kein Mensch mehr, oder? Sind die nicht voll durch?“ Da wunderte ich mich erst mal, weil dieser Gedanke mir nie in den Sinn gekommen wäre. Zum einen, weil ich Hot Chip mag und mich immer auf neue Releases von ihnen freue – und zweitens, weil die Londoner Schlauberger schließlich ein Image als hippe, schräge Erneuerer haben, das ziemlich unantastbar ist. Hot Chip? Durch?

Aber, tja, wenn man hart ist, kann man’s natürlich auch so sehen: Der Durchbruch des Quintetts, ihr signature tune, „Over And Over“ bzw. das dazugehörige Album „The Warning“ – das passierte ja schon 2006! Das ist also neun Jahre her!

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Review: Lo-Fi Fnk

nightclub nirvanaLo-Fi Fnk – Nightclub Nirvana

Ich will es kaum glauben – Tasächlich, 2006 war’s, als „City“ erschien! Echt jetzt, neun Jahre ist das her??!! In meinem Kopf ist das schwedische Duo Lo-Fi Fnk immer noch unter „die hippen Newies“ abgespeichert. Denn einen ganz kurzen Moment definierten sie genau den Puls der Zeit: 2006-08, das war die Ära, als die Klaxons etc auftauchten und unter dem Schlagwort „New Rave“ eine Indie-Dancefloor-Revolution einläuteten. Es war die Zeit, in der man noch nägelkauend auf den neuen Kitsuné-Sampler wartete (anstatt ihn wie heute gähnend zu erdulden). Songs von Lo-Fi Fnk landeten auf diesen Samplern.

„City“ ist auch in den Jahren danach nie ganz aus meinem Atomic-Set verschwunden. Denn dieses Highlight vom Lo-Fi Fnk-Debütalbum „Boylife“ klingt sogar heute noch fresh. Der Song wummert und lasert sonderbar minimalistisch, leicht schräg, verwirrend zeitlos – insofern, dass er 80s-mäßig klingt, aber auch zu 80s-Synthpop-Zeiten Außenseiter gewesen wäre und nirgends wirklich dazu gepasst hätte. So wie es auch in die Nu-Rave-Party zwar nicht konkret reinpasste, aber genau deshalb ja auch cool auffiel. (Ein anderes Beispiel für so einen Song ist „Fafafa“ von Datarock – auch komplett klassisch, aber in keine konkrete Schublade zu stecken)

So viel Aufmerksamkeit haben Leonard Drougge und August Hellsing nie wieder bekommen.  Review: Lo-Fi Fnk weiterlesen

Meine Alben 2014. Pt 1 (25-21)

25-21 Header ceo

2014 geht zu Ende. Musikalisch ein ordentliches Jahr. Mit ein paar Lieblingsalben, die bleiben werden. Letztes Jahr schon erlaubte ich meinem Ego, auf dem alten Blog einen Countdown meiner 25 Lieblingsalben des Jahres zu platzieren (gerne würde ich drauf verlinken, aber der blog ist nun mal futsch…). Das Ganze mache ich dieses Jahr wieder. Nach dem Umbruch geht’s los mit dem ersten von insgesamt fünf Teilen.

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