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Her Majesty Likes To Drive

Auch die gerne mal nach der Kontroverse schielenden Londoner HMLTD melden sich heute mit einer Single zurück: „Death Drive“ hat nicht den Popfaktor ihres letzten Knallbonbons „Proxy Love“, aber die Band bleibt unberechenbar und das ist nicht verkehrt.

Übrigens: „Death Drive“ erscheint beim Label Ouroboros Ltd. Nicht, dass mir dieser Name irgendwas sagen würde. Aber es bedeutet: NICHT Sony. Die bisherigen Singles von HMLTD, wie zuletzt auch ihre EP „Hate Music Last Time Delete“, waren beim Branchengiganten erschienen. Heisst das wohl, die Sony hat ihr Vorhaben, HMLTD zu „breaken“, also ihren Durchbruch zu erzwingen, bereits abgebrochen?

Review: HMLTD

HMLTD – Hate Music Last Time Delete EP

Wann ist ausgerechnet die Rock/Pop-Musik zur Bastion der Normalos geworden?

In Deutschland haben wir all die genormten Pop-Akademie-Abgänger, die 1:1 aussehen wie die Marketingfritzen ihrer Plattenfirmen. Aber auch international werden die Songwriter gefeiert, die ach-so-unkompliziert und mit den Füßen am Boden geblieben sind. Klar ist das Zeitalter, in dem Stars Fernseher aus dem Hotelfenster zu werfen hatten, vorbei. Aber sollten Popstars nicht Exzentriker sein? Irre Künstler, wie vom anderen Planeten hier her gebeamt, die uns den Schädel sprengen und ungeahnte Wege zeigen?

Ein Ed Sheeran geht während seiner Stadionshow als Sologitarrist mal kurz aufs Klo und alle finden’s nur umso sympathischer. George Ezra fährt in der Woche, in der „Shotgun“ Platz 1 der UK-Singlecharts stürmt, unerkannt U-Bahn. Es spricht ja auch nix gegen Bescheidenheit. Aber: Müssen sie denn ALLE so sein? Gibt’s denn keine Freaks mehr? Angenommen, ein junger David Bowie wandelt unter uns – Hätte er in diesem Umfeld überhaupt eine Chance? Wo sind unsere jungen Adam Ants und Siouxsie Siouxs?

Das als Einleitung zu HMLTD aus London. Ob die Band, die mal als Happy Meal Ltd anfing, dann aber aber von McDonalds abgemahnt wurde, wirklich die Retter der Exzentrik sind, darüber wird bereits gestritten. Aber wenigstens machen sie einige Dinge anders als die Meisten und wenigstens machen sie’s grellbunt.

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Public Image HMLTD

Popstars heute: Sehen aus, wie im Lehrerzimmer gecastet, erzählen uns, dass alles gut wird, wenn wir nur ans uns selbst glauben, sitzen im Vorstand der Jugendorganisation der Big Brother-Partei.

FUCK SO DERMASSEN OFF, Pop-Akademie!

Wo sind die Kaputten, die Skandalösen, die Bowies und Adam Ants der jungen Generation? DANKE, Welt, für HMLTD. Die Hoffnung ist noch nicht völlig verloren.