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Interview: Rolling Blackouts Coastal Fever

Mit zwei EPs haben sie uns in den letzten 24 Monaten begeistert, seit Freitag ist das Album da! „Hope Downs“ erfüllt alle Erwartungen, die man an Rolling Blackouts Coastal Fever aus Melbourne nach dem tollen Auftakt stellen durfte. Klar ließ ich mir die Möglichkeit nicht entgehen, ein Telefon-Interview mit den Australiern zu führen. An der Muschel: Fran Keaney, einer von gleich drei Sängern & Songwritern dieser Band.

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Review: Phobophobes

Phobophobes – „Miniature World“

„We have nothing to fear but fear itself“ sagte Franklin D. Roosevelt.

Der Bandname Phobophobes klingt aufs erste Hören wie ein Wortspiel. Er hat aber durchaus eine düstere Bedeutung, denn Phobophobie gibt’s wirklich. Befallen sind Menschen, die schon derart traumatische Angstzustände erlitten haben, dass alleine die Vorstellung vor einem weiteren der Auslöser sein kann, um sie in einen neuen zu versetzen.

Erst mal Schmunzeln und sich dann der Stockdüsternis gewahr werden – ein Name, der sehr passend ist die Stimmungen, die dieses Sextett aus Südlondon erzeugt. Denn was die Phobophobes machen, das ist ein Sound, der mit einem Bein im Varieté steht und mit dem anderen im Gothic. Sagen wir’s so: Es ist die Musik, die solche Figuren wie Papa Lazarou (von The League of Gentleman) oder the Hitcher (von The Mighty Boosh) machen könnten. Was, zugegeben, vielleicht hierzulande recht obskure Referenzen sind.

Versuchen wir also, das auf die übliche Weise zu beschreiben.
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Review: Rolling Blackouts C.F.

Rolling Blackouts Coastal Fever – „The French Press“

Bei Teenage Fanclub ist es bekanntlich so: Die Schotten haben gleich drei Sänger bzw. Songwriter. Wer sich in die Band verguckt, erkennt schnell: Dieser Song ist typisch Norman Blake, diesen hier hat Gerard Love geschrieben und der hier ist garantiert von Raymond McGinley.

Auch Melbournes Rolling Blackouts Coastal Fever haben drei Songwriter bzw. Sänger. Noch bin ich aber leider nicht so weit, Tom Russo, Joe White und Fran Keaney auseinander zu halten. Weder, was ihr Songwriting angeht, noch an ihren Stimmen. Allerdings erschweren die Jungs uns das auch. Denn während bei TFC immer der jeweilige Songwriter sein Lied singt und die anderen vielleicht noch Harmonien beisteuern, wechseln sich RCBF häufig innerhalb eines Songs ab, als antworteten sie aufeinander. Manchmal fallen sie sich sogar ins Wort. Was natürlich eine interessante Eigendynamik zur Folge hat: Wir hören Songs aus verschiedenen Perspektiven, die sich auch widersprechen können. Manchmal reden/singen die Stimmen aneinander vorbei, ganz wie im realen Dialog. Das kann die Songs mit sehr viel Leben erfüllen. Review: Rolling Blackouts C.F. weiterlesen

Back in Blackouts

Rückblick auf einen meiner ersten Blogbeiträge ais dem November 2014: Ich hatte ein email-Interview mit der Band Graveyard Train aus Melbourne und ihr Sänger schrieb, dass ihr Drummer auch in einer Band namens Rolling Blackouts singe.

Knapp zwei Jahre danach hat man von Graveyard Train leider keine News mehr gehört – aber aus den Rolling Blackouts wurden Rolling Blackouts Coastal Fever, die tatsächlich durchaus Wellen machen. Nicht nur, weil ihre letztjährige EP „Talk Tight“ zu meinen Lieblingsplatten des Jahres gehörte, sondern vor allem, weil die Aussies einen Plattenvertrag beim superrenommierten US-Label Sub Pop unterschrieben haben. Das erste Ergebnis davon ist die vor wenigen Wochen erschienene Single „Julies’s Place“, zu der es nun auch ein Video gibt.

Review: Rolling Blackouts Coastal Fever

Talk TightRolling Blackouts Coastal Fever – „Talk Tight“

Indiegitarren sind halt doch das Geilste!

Manchmal stößt man auf eine Band und weiss nach 30 Sekunden: Die schließe ich ins Herz! Die haben’s gepeilt! Die machen das Richtige! Das ist super! Das ist schlau! Das ist genau das, was ich kenne und liebe, aber das ist auch keine Kopie, denn es hat Persönlichkeit!

Willkommen in meinem Leben, Rolling Blackouts Coastal Fever!

Rolling Blackouts CF klingen so sehr nach Melbourne, dass es weh tut. Gut weh tut. Sie tun das, was Twerps, Dick Diver, Lower Plenty und The Ocean Party tun – also in der Hängematte die Go-Betweens updaten und mit eigener Identität aufladen. Janglepop in sonnig-melancholisch. Dolewave, if you will. Die Rolling Blackouts formen innerhalb dieses Dolewave-Rahmens ihr eigenes Dings, das sie selbst am besten erklären: Sie nennen ihre Musik nämlich „Soft Punk / Tough Pop“. Das kommt hin. Ihre Songs sind flotter als die meisten ihrer Stadt-Kollegen. Die Band hat drei Sänger und drei Gitarristen: Zwei E-Gitarren, die miteinander korrespondieren, und einen mit Akustischer, der die Akkorde strummt. Der Bassist spielt dazu Läufe, die aus den Fingern von Andy Rourke kommen könnten. Dem Drummer wurde laut Interview gesagt, er solle „bloß keinen Scheiß“ machen, daran hält er sich – seine trockenen Beats sind genau das, was die 22 Saiten brauchen, um gebündelt zu werden.

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Interview: Violent Femmes

interview Header Violent femmes„Let me go oooo-oon, like a blister in the sun, let me go oo-o-on…“ Das kann jeder sofort mitsingen. Seit 1982 (!) ist „Blister In The Sun“ ein fester Bestandteil der Indie-Sets dieser Welt. Die Band hinter diesem Song hat den Volltreffer ihres Debüts nie wiederholen können, aber dennoch fleißig weiter die 80er und 90er hindurch kantigen Folkpop fabriziert. Dann war irgendwann Schluss für die Violent Femmes. Umso größer die Überraschung, als vor einigen Wochen ein neues Album des Trios auf meinen Schreibtisch flatterte. Noch erstaunlicher: Der knarzige-aufgekratzte Pep, der die Violent Femems immer auszeichnete, ist in den 16 Jahren seit ihrem letzten Album nicht verloren gegangen. Entsprechend habe ich mich um ein Interview mit Sänger Gordon Gano (Mitte) bemüht.

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Interview: Graveyard Train

Graveyard Train

Was, bitteschön ist „Horror-Country“? Das ist das, was Graveyard Train betreiben. American Gothic Sounds mit Psychedelia und Augenzwinkern – und mit der falschen Heimat. Denn dies sind keine Voodoo-Sumpfunken aus Louisiana, sondern: Australier. Es folgt: Ein email-Interview nach Melbourne mit Graveyard Train – Frontmann Nick Finch.
(Das Interview hätte natürlich schon im Juli auf dem alten Blog erscheinen sollen, aber … yada yada yada … naja, jetzt gibt es ja den neuen.)

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