Schlagwort-Archive: Franz Ferdinand

What did you expect from 2018, Pt.2

Gestern habe ich eine Liste begonnen: „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.

Anders gesagt: Auf welche Platten aus dem Indie-Bereich können wir uns im neuen Jahr einstellen? Ein paar Alben sind bereits bestätigt, andere sind realistische Prognosen und die eine oder andere Spekulation ist auch dabei. Hier nun Teil 2 meiner Aufstellung.

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Meine Alben 2017, Pt.6 (5-1)

Finaaaaale! Der Countdown geht zu Ende. Hier jetzt also die Top 5 meiner persönlichen Lieblingsalben des Jahres 2017. Wie immer inklusive ein paar Zeilen zu den jeweiligen Platten. Also gut, have fun!

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Review: Catholic Action

Catholic Action – „in Memory Of“

Wie bitte? Das Internet hat die Mechanismen der Musikbranche verändert? Echt jetzt? Verzähl!

Keine Angst, nicht noch mal. Aber ich verweise hier eben noch mal auf meine Rat Boy-Rezension. In der Einleitung schrieb ich darüber, warum viele Bands heute einen langsamen Rollout von fünf, sechs, sieben Singles haben, bevor endlich das erste Album kommt, während Plattenfirmen ihre neuen Signings früher ganz anders positionieren konnten.

Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir einem Debütalbum immer noch solche Bedeutung beimessen. Aber es ist so, oder? Das erste Album ist noch immer der Punkt, ab dem eine Band „gilt“. Alles davor ist irgendwie Vorbereitung. Weswegen man so ein erstes Album sehr bewusst setzen muss.

Was uns nun zu Catholic Action aus Glasgow bringt. Seit über eineinhalb Jahren ist das Quartett fleißig dabei, uns mit Singles einzudecken. Review: Catholic Action weiterlesen

Look What The Catholic Dragged In

Die Vorfreude auf Freitag steigt – am 20.10. nämlich erscheint „In Memory Of“, das Debütalbum von Catholic Action. Die Jungs aus Glasgow haben uns in den letzten ca 20 Monaten mit regelmäßigen Releases den Mund auf einen Longplayer wässrig gemacht. Nachteil: Nach fünf Singles („L.U.V.“, „Rita Ora/Breakfast“, „Doing Well“, „Propganda“ und „Black & White“) kennen wir die Platte ja praktisch schon zur Hälfte. Macht nix, wir sind trotzdem gespannt. Zur jüngsten Single „Black & White“ gibt’s nun ein Video.

Komisch: Ausgerechnet das Singlehighlight „Rita Ora“ wird nicht auf dem Tracklisting des Albums genannt. Hmmm. Naja, wenn sie meinen…

Review: WHITE

WHITE – One Night Stand Forever

Es läuft was grundfalsch in dieser Welt. Also klar, Klimawandel, Trump, Brexit, neue Nazis… aber mal abgesehen davon – wir haben ja wenigstens unsere Indie-Bubble. Aber selbst hier hakt’s wohl! Wie kann es sonst angehen, dass kein weltweiter Hype um WHITE herrscht?

Ich meine, man stelle sich das mal vor! Rumms-Bazong-schneidiger Tanz-Stampf-Indie a la Bloc Party/Franz Ferdinand/The Rapture ideal auf 2017 upgedatet! Ein dirty Glamfaktor von Suede/Roxy Music’schen Ausmaßen! Songs, die dermaßen reinknallen, dass ich gestern abend wieder GEZWUNGEN war, das Licht auszumachen und in meiner Küche zu tanzen! On top, wie könnte es anders sein: Texte, die das Ganze mit einem zynischen Grinsen zuspitzen!

All das machen WHITE aus Glasgow – und wer meinem Blog folgt, weiss das, denn die Schotten haben in den letzten zwei Jahren alle paar Monate mit einer neuen Single begeistert, die ich hier dann euphorisch weiter postete. Wir warten und warten und warten seitdem aufs Album. Endlich, endlich, endlich ist es da. Sind nun alle Städte voll plakatiert? Hört man nichts anderes als WHITE in den Indiediscos? Nix da – die Welt kriegt’s kaum mit! Aaargh! Was ist los mit euch?

Aber regen wir uns nicht auf über das, was mit WHITE nicht passiert. Freuen wir uns über das, WAS passiert.

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Review: Maxïmo Park

Maxïmo Park – „Risk To Exist“

Die UK-Plattenfirma Cooking Vinyl hat sich in den letzten Jahren eine interessante Taktik zugelegt. Besonders gerne nimmt man dort Bands unter Vertrag, die schon vier, fünf Alben auf dem Buckel und sich mit diesen eine treue Fanbase erarbeitet haben. Zu Beginn ihrer Karriere waren diese Bands vielleicht mal richtige Hype-Themen mit UK-Nummer Eins. Aber wie’s so kommt – und es kommt eigentlich immer so – nach acht bis zehn Jahren ist eine Band für ihr Major- oder Hipster-Label nicht mehr interessant. Die Zahlen gingen abwärts, man glaubt nicht mehr an die Trendwende und will nicht mehr investieren. Dabei ist die Band lange noch nicht durch – sie wird mit ihren frühen Fans weiter mittelgroße Hallen füllen, die man sich als Newcomer erst mal erarbeiten muss. Die treuesten Anhänger kaufen sich weiter die neuen Platten. Die Band wird weiter auf einem angemessenen Niveau operieren können.

Man kann also sagen, dass Cooking Vinyl einen wichtigen, lobenswerten Dienst leistet, indem man die Karrieren von verdienten Bands aufrecht erhält. Embrace, Turin Brakes, The View, The Subways, The Frateillis, The Rifles, Carl Barât, Ocean Colour Scene – sie alle sind aktuell bei Cooking Vinyl und können ihre Laufbahn auf einem sinnvollen Level weiter führen. Es werden keine unvernünftigen Geldsummen mehr reingesteckt, aber dafür werden auch keine Top Ten Hits erwartet. Super Sache für alle Beteiligten, oder?

Wenn man aber gemein ist, wenn man das Negative unterstreichen will – dann sieht man’s so: Cooking Vinyl ist der Gnadenhof für die abgehalfterten Mähren des Indiepop/Rock. Die Herbstweide, auf der sie alle noch mal in Ruhe im Sonnenuntergang grasen dürfen, bevor’s in die Kleberfabrik geht. Und wenn eine Band erst mal bei Cooking Vinyl gelandet ist, dann ist es der traurige Beweis, dass ihr Zenit endgültig überschritten ist.

So sieht man es immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wenn auf dem neuen Album einer einstigen Raketenband das Logo von Cooking Vinyl prangt. Einerseits: „Vernünftiger Move, beiden Seiten alles Gute!“ Andererseits: „Wie – jetzt auch Maxïmo Park?!“ Review: Maxïmo Park weiterlesen

White Magic

Mann, WHITE haben’s halt einfach drauf! Die fünf aus Glasgow haben inzwischen endlich, endlich ihr Debütalbum angekündigt.  „One Night Stand Forever“ erscheint bereits am 28.4.! Das gute Stück wird zwölf Songs enthalten – von denen wir als Fans, die die Band ja bereits seit beinahe zwei Jahren verfolgen, sechs schon als Singles kennen. Kurioserweise wird ausgerechnet das umwerfende „Step Up“ trotzdem nicht vertreten sein.

Inzwischen sind’s schon sieben Songs, die wir kennen, denn der Titelsong ist seit heute als Single draußen! Er zeigt mal wieder alles, was diese Band ausmacht: Elektrischer, stampfender Synth-Glam-Pop zwischen Franz Ferdinand, Falco und Frankie GTH. Ein Sänger, der mit seiner Stimme durch Neonröhren schneiden kann. Songs, die einen zwingen, mitzumachen – und jetzt alle: „Wake up! Look around! Open up to the modern crowd! Love yourself! Touch yourself!“ Fucken hell, ist das famos!

Long Listance Call Pt 2

bad-sounds-headerGestern habe ich meinen Senf zur jährlichen „BBC Longlist 2017“ gegeben (siehe unten).

Glaubt man den UK-Kollegen, sieht die Zukunft des Indiepop weiterhin düster aus. Nur drei Acts aus dem Genre wurden in die Longlist aufgenommen, einer davon ist richtig mies (The Amazons), einer davon zu sperrig für die breite Masse (Cabbage) und der dritte (Declan McKenna) zwar sicher gut vermarktbar, aber noch nicht ganz ausgereift.
Ich glaube trotzdem dran, dass sich weiter spannende Indiebands gründen. Musiker, die was zu sagen haben, was Neues entwickeln, Stil und Persönlichkeit zeigen – oder die den Sound wenigstens gekonnt auf den Punkt bringen.

Also los geht’s – Es folgen meine 15 Tipps für 2017. Nicht, dass ich glaube, dass diese Namen die Welt erobern werden. Aber ich traue ihnen zu, nächstes Jahr ein starkes Debütalbum abzuliefern, und das ist schon mal was.

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Review: WHITE

white-cuts-that-dont-bleed-epWHITE – „Cuts That Don’t Bleed EP“

Seit Jahren will man uns erzählen, dass Alben bald nicht mehr wichtig sein werden. Denn die Leute, sie laden nur noch einzelne Tracks runter und dann stellen ihre Geräte auf Shuffle, anstatt sich einer ganzen Dreiviertelstunde Musik zu widmen, so die Argumentation.

Ich stelle fest: Immer noch ist es so, dass eine Band erst dann wirklich angekommen ist, wenn ihr erstes Album da ist. Erst mit dem Debütalbum scheint eine Band zu sagen: „So. Hier sind wir – das ist unser Statement.“ Singles und EPs, die voraus geschickt werden, empfindet man als Hörer immer noch eher wie eine Andeutung. Als einen Tipp für das, was uns auf einem Album erwarten kann.

Ich schreibe dies, weil ich auf den Debüt-Longplayer von WHITE warte. Die Glasgower Band mit dem un-googlebaren Namen hat uns seit Anfang letzten Jahres eine Handvoll brillanter und variantenreicher Singles geliefert. Die Zeit scheint reif, dass sie uns auf voller Länge ihr Können zeigen.

WHITE haben sich aber entschieden, diese nächste Stufe noch nicht zu nehmen. Statt dessen gibt es eine Vier-Track-EP – weswegen es sich immer noch so anfühlt, als seien die fünf Schotten noch in der Findungsphase.

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Review: White Lies

white-lies-friendsWhite Lies – „Friends“

Der letzte Text auf diesem Blog ging über die Kaiser Chiefs und ihre Versuche, am Ball zu bleiben, trotz massiver Einbrüche nach 2008/2009. Es ist eine Karrierekurve, die sich bei vielen englischen Bands spiegelt. Nach dem großen Indieboom von 2005-2008 waren Gitarren auf der Insel erst mal massiv out und fast alle Acts wurden in Mitleidenschaft gezogen. Selbst große Namen wie Bloc Party oder Franz Ferdinand spielen seitdem nur noch in der zweiten Liga, andere wie z.B. Hard-Fi oder The Feeling sind noch tiefer abgestiegen. Nun ist es natürlich nicht korrekt, künstlerischen und kommerziellen Erfolg gleichzusetzen. Aber wenn man als Band existieren will, braucht man von letzterem zumindest ein gewisses Maß, um überhaupt über die Runden zu kommen.

Auch die Frage „Was machen wir beim nächsten Album neu und anders?“ ist eine, die man sich aus künstlerischen Gesichtspunkten sowieso stellen sollte. Aber wenn der Karrierepfeil nach unten zeigt und man das Steuer herumreissen will, ist es auch aus kommerziellen Gründen eine Notwendigkeit, sich ihr zu widmen. Die Kaiser Chiefs haben sie radikal beantwortet, indem sie sich einem kompletten Reboot unterzogen haben. Die White Lies gehen nicht so weit, aber sie haben sich auf ihrem vierten Album zumindest umorientiert.

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