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Review: Sean Heathcliff

Sean Heathcliff – „A Boy And His Rose EP“

Neulich hat mein itunes-Shuffle mal wieder „Don’t Panic“ von Coldplay in meine Playlist gewürfelt. Das hat natürlich wieder zu den üblichen zwei Reaktionen geführt, die in diesem Fall passieren. Erstens: Erleichterung – Puh, es ist niemand zu Besuch, der fragen könnte: „Wie, du hast fucken COLDPLAY auf dem Rechner?!“ Zweitens diese Mischung aus Wehmut und Erstaunen (Wehstaunen?), das Gefühl, wenn einem einerseits klar wird: „Menschenskind, die waren damals wirklich … (Sorry!) … gut! ‚Don’t Panic‘ ist ein wunderbarer Song! Ich meine, ich übte mal die Akkorde auf der Klampfe!“ Wenn einem aber andererseits die Realität im Kopf klingelt und tobt: „…und jetzt machen sie zynische, banalste Cash-in-Kaka mit den fucken Chainsmokers! Where did it all go wrong?“

Doch, das alles hat was mit Sean Heathcliff zu tun. Weil ich seine EP nachher mit Coldplay vergleichen werde.

Wir kennen Sean Heathcliff, auch wenn dies seine erste Veröffentlichung unter diesem Namen ist. Review: Sean Heathcliff weiterlesen

Welcome to The Northeast

Es ist ziemlich gewagt, oder sollen wir sagen daring, sein Album „Dare“ zu nennen – das ist schließlich ein Albumtitel, der in der Musikgeschichte an einen New Wave Pop-Klassiker schon vergeben ist.  Northeast Party House, die Melbourner Vertreter des Bloc Party/Foals – Sounds, haben ihn trotzdem für ihren zweiten Longplayer gewählt.

Für die Single „For You“ gibt’s nun auch ein Video. Es ist ein ziemlich straighter Performance-Clip, aber es muss ja auch nicht immer ein überambitioniertes Art-Video sein. Hauptsache, der Song ist cool, und „For You“ ist eine gelungene Indie-Dance-Nummer.

Vinterview: Jagwar Ma

Vinterview Header Jagwar MaIch freue mich schon wie ein paniertes Wienerschnitzel mit extra Kroketten aufs zweite Album von Jagwar Ma, juhu! „Every Now & Then“ erscheint am 14.10. – und für mich soll das Anlass sein, im Archiv zu kramen und mein Interview mit Frontmann Gabriel Winterfield hervor zu holen. Den hatte ich 2013 zur VÖ ihres Debüts am Telefon. Hier also alles, was man wissen muss über die Sydneysider – damit wir alle gut vorbereitet sind, wenn die Aussies uns im Oktober wieder auf den Dancefloor zerren!

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Review: Viola Beach

violabeachalbumViola Beach – „Viola Beach“

Diese Platte ist Rang 1 der UK-Charts. Na gut, dann schreibe ich also doch mal drüber. Aber ich warne euch schon mal: Ich kann nicht das schreiben, was alle hören wollen.

Die Geschichte von Viola Beach sollte inzwischen jedem, der sich ein wenig mit Indiepop befasst, bekannt sein. Die Band lebt nicht mehr. Kris Leonard, River Reeves, Tomas Lowe, Jack Dakin und ihr Manager Chris Tally starben am 13. Februar bei einem fürchterlichen Autounfall in Schweden.

In Södertälje, südwestlich von Stockholm, steht eine ungewöhnliche Brücke über einen Kanal – wenn ein Schiff durch die Wasserstraße fährt, wird der sich überm Kanal befindliche Teil der Fahrbahn hydraulisch um mehrere Meter in die Höhe gehoben. Die beiden Enden der Brücke an Land nördlich und südlich des Kanals ragen also so lange ins Nichts. Viola Beach, nachts unterwegs von einem schwedischen Festival, kannten diese Konstruktion nicht. Warum sie aber auch die zahlreichen Warnlichter ignorierten, eine ganze Schlange wartender Autos überholten und sogar Absperrungen durchbrachen, wird immer ein Rätsel bleiben. Ihr Kleinwagen fuhr über den Brückenrand und stürzte in die Tiefe.

Zu dem Zeitpunkt war das Quartett aus Warrington das, was man eine aufstrebende Band nennt. Review: Viola Beach weiterlesen

Review: Foals

Foals_What_Went_Down_Album_CoverFoals – What Went Down

Seien wir ehrlich, man kann eigentlich nie neutral an Alben rangehen. Man ist immer irgendwie voreingenommen. Wobei ich sogar glaube, ich war ihnen gegenüber noch offen eingestellt, als ich mir die Foals im April 2008 im Münchner 59:1 anguckte. Der Abend, an dem meine Antipathie gegen diese Band begann.

Foals hatten davor ein paar Singles veröffentlicht, die ziemlich spannend waren. Ihren Hit „Mathletics“ konnte man z.B. im Atomic prima in die florierende New Rave-Phase einbauen, zu Klaxons, Shitdisco & Co. Im April war ihr Debütalbum „Antidotes“ dann taufrisch erschienen, aber die Foals, die in ihren UK-Interviews immer ein bisschen oberlehrerhaft rüberkamen, hatten „Mathletics“ absichtlich nicht mit aufs Album getan. Typisch eigentlich, im Nachhinein.

Was hat mich nun damals so genervt im 59:1? (Abgesehen davon, dass ich nicht verstand, warum die nicht im Atomic spielten – der Laden wäre auseinander gebrochen! Im 59:1 waren im April ’08 geschätzte 80 Leute) Mich nervte die Art, wie die Band sich auf der Bühne aufbaute. Yannis Philippakis sang nicht ins Publikum, sondern drehte sich seitlich. Sang im Profil nach links. Ich fand das so affig!

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Review: Kagu

kagu-ep-coverKagu – EP

Es war ein kurzes Vergnügen mit Snakadaktal. Die Teenager aus Melbourne erfreuten uns mit einer EP („Snakadaktal“, 2011), einer Single („Dance Bear“, 2012) und einem Album („Sleep In The Water“, 2013), dann trennten sie sich auch schon wieder. Ihr Sound: Ein sehr bedächtiger, reduzierter Boy/Girl-Indie-Pop, in dem alles zu schweben schien, eine Zauberwelt der pingenden Flageolett-Tönen und der schüchtern stotternden Rhythmen. The xx und Foals zur „Total Life Forever“-Ära standen hörbar Pate, aber die Aussie-Kids fanden ihren eigenen, schlängelnden Weg. Ihren eigenen Klangwald, in dem eine gewisse Holprigkeit auf ihrer zauberhaften ersten EP für einen linkischen Charme sorgte, der dann auf dem dagegen etwas gestreamlineten, keyboardflächigen Album nicht mehr ganz so zur Geltung kam.

Snakadaktal also. Diese lange Vorrede hat natürlich einen Sinn: Sean Heathcliff, Snakadaktals Sänger und GItarrist, meldet sich zurück. Unter dem Namen Kagu veröffentlicht er heute sein erstes Lebenszeichen nach Snakadaktal, eine EP, bestehend aus vier Songs. Eine EP, mit der Sean das Erbe Snakadaktals antritt und ihren Sound quasi 1:1 weiter führt. Er darf das, das ist nun mal sein Sound.

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