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Review: Kings Of Leon

wallsKings Of Leon – „Walls“

Das nennt man wohl Luxusproblem. Viele Bands würden sich die Finger danach ablecken, so viele Alben zu verkaufen, wie es den Kings Of Leon mit „Come Around Sundown“ und „Mechanical Bull“ gelang. Aber offenbar gilt, wenn man an dem Punkt ist, dass man als Band Stadien füllt,  immer nur der größte bisherige Erfolg als Maßstab.

Familie Followill ist also gewissermaßen verflucht durch „Only By The Night“ (2008). Durch das Album, das mit „Sex On Fire“ und „Use Somebody“ ihre zwei Mega-Hits beinhaltete. Das sie in die Stratosphäre katapultierte – in eine Position, in der man sich als räudige Indie-Südstaatenrock-Band eigentlich nicht wieder findet. Was die Aufgabe, diesen Erfolg zu wiederholen, eigentlich unlösbar macht. Deswegen gelten die zwei weltweit mehrfach mit Platin und Gold ausgezeichneten Nachfolger, das in der Tat recht schläfrige (aber reizvolle) „Come Around Sundown“ (2010) und auch „Mechanical Bull“ (2013) als Misserfolge. Gleichzeitig haben viele Fans ihrer ersten Alben sich von der Band abgewendet – obwohl letztere Platte meiner Meinung nach eigentlich ein gelungener Rundumschlag war, der auch die knurrig-rauen Ur-Kings Of Leon ziemlich gut wieder einfing.

Also hat man dem Krisengerede Glauben geschenkt und alles ein mal kräftig durchgeschüttelt. Review: Kings Of Leon weiterlesen

Interview: Spector

Spector HeaderLetzte Woche habe ich dieses Interview schon versprochen, als ich „Moth Boys“, dem zweiten Album der Briten Spector, ein extrem gutes Zeugnis ausgestellt habe. Noch hat die Platte nicht wirklich die Wellen gemacht, die ich ihr zutraue (nur Platz 27 in den UK-Charts). Aber ich könnte mir vorstellen, dass sich das noch entwickelt und „Moth Boys“ noch zum Dauerbrenner wird, denn das Album hat Substanz – und diese Band hat einen Frontmann, der eine echte Type ist. Ich hatte Fred MacPherson kürzlich am Telefon.

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It’s A Glast!

Sommerloch, Sommerloch, Popommerloch. Sorry, in diesen Tagen gibt’s hier nur wenige Updates – aber es erscheint halt auch verdammt wenig. Umso mehr ist los auf den Festivals der Welt, und dieses Wochenende steht auf der Insel natürlich komplett im Zeichen von Glastonbury. Die BBC hat schon einige sehenswerte Clips onlne gestellt.

Wolf Alice zum Beispiel, auf einer Nebenbühne, Freitag Nachmittag. Es regnet, aber noch ist Glasto zu diesem Zeitpunkt nicht zur Schlammschlacht verkommen.

Florence + the Machine hatten die Aufgabe, den Headline-Slot der Foo Fighters zu übernehmen, die wegen Dave Grohls Beinbruch absagen mussten. Kein Job, um den man sie beneidet – da kann man auch zur Zielscheibe der Enttäuschung der Foo-Fans werden. Aber den Berichten nach haben Flo & Co die Gelegenheit beim Schopf gepackt, eine starke Performance hingelegt und die Leute auf ihre Seite gezogen.

Als Überraschungsgast für die abwesenden Foos gab’s The Libertines. Es heisst, sie hätten ein eher halbgares Set hingelegt und die Chance, sich vor ihrem Comeback-Album bei allen mit Vollgas zurück zu melden, verpasst.

Im Zelt: Circa Waves.. Ich bin nicht unbedingt ein Fan ihres Standard-Indiepops, sie spielen den Sound ziemlich safe – andererseits, es funktioniert ja und es kann durchaus seine Wirkung entfalten. Siehe:

Review: Florence + The Machine

Florence + The Machine - AlbumcoverFlorence + The Machine –
„How Big, How Blue, How Beautiful“

Bombast. Das ist das erste Wort, das mir zu Florence Welch einfällt.

Wären Florence + The Machine etwas zu essen, sie wären ein 12-Gänge-Bankett. Wären sie ein Haus, sie wären Schloss Neuschwanstein. Wären sie eine Szene aus dem Fernsehen, sie wären alle großen „Game Of Thrones“-Serienfinal-Schlachten auf einmal. Hier wird immer groß und opulent aufgefahren. Farbschichten werden nicht mit dem flüchtigen Pinselstrich, sonderm meterdick aufgetragen. Was alright ist. „Indie“ ist’s nicht, aber es hat was für sich. So wie ja auch Schloss Neuschwanstein was für sich hat – maßlos übertriebener, ruinöser Kitsch, ja, aber bestimmt kein Durchschnitt. Dafür klappt einem immer mal wieder der Kiefer runter, man ist beeindruckt und langt sich doch gleichzeitig an die Stirn.

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