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Review: Franz Ferdinand

Franz Ferdinand – „Always Ascending“

Okay, komplett irre Geschichte: Ein Musiker einer erfolgreichen Band lernt eine Künstlerin kennen. Er verfällt ihr, quasi. Fängt an, ihre experimentelle Kunst irgendwie in die Band mit einzubringen und startet mit ihr eigene sonderliche Art-Projekte. Am Ende steht seine Trennung von der Band. Man stelle sich das mal vor! Ist das, was Franz Ferdinand und ihrem Gitarristen Nick McCarthy passiert ist, etwa schon jemals in der Musikhistorie vorgefallen?

Höhö. Also, das war natürlich ein Witz jetzt. Den ich einfach nicht auslassen konnte. Es ist aber ja auch viel lustiger, sich das so vorzustellen, anstatt einfach den üblichen Verlautbarungen Glauben zu schenken, oder? Der offiziellen (und, zugegeben, glaubwürdigen) Version nach herrscht weiter dicke Freundschaft und Nick verließ die Band schlicht und ergreifend, weil er Papa geworden war und deshalb nicht mehr auf Tour gehen wollte. Seine Frau, die Künstlerin Manuela Gernedel, tauchte offenbar auch nicht mal eben plötzlich auf, sondern ist, wie man hört, schon seit Studienzeiten Nicks Partnerin. (Nun gut, sowas ist letztlich persönlicher Tratsch, den man vermutlich auch googlen könnte. Aber auf diesen Level will man ja nicht sinken.)

Fakt bleibt, Nick McCarthy ist eben nicht mehr dabei. Und Nick war natürlich ein substantieller Teil der bisherigen Franz Ferdinand. Review: Franz Ferdinand weiterlesen

It’s A Glast! Pt 3

Noch mal Danke, BBC, fürs Online-Stellen von so vielen Glastonbury-Clips. Das gibt mir die Möglichkeit, mit einer dritten Runde das Sommerloch zu überspringen.

Auf geht’s: Franz Ferdinand & Sparks als FFS jetzt auch live:

Django Django zeigen, wie weit sie als Liveband gekommen sind:

Ende Juli kommt das vierte Maccabees-Album. Hier der einzige Song, der auch etwas Tempo hat – das Titellied „Marks To Prove It“. (Ich hätte Sänger Orlando Weeks beinah nicht erkannt mit dem kahl geschorenem Kopf und Bart.)

Grundsätzlich gut: Ryan Adams.

…und auch die Visuals der Chemical Brothers lassen sich natürlich sehen.

Review: FFS

FFS CoverFFS – „FFS“

Also rein strategisch – aber ich denke nicht, dass es eine strategische Entscheidung war – hätten Franz Ferdinand in dieser Phase ihrer Karriere kaum was Schlaueres machen können, als diese Abweichung von ihrem Weg zu nehmen.

Ihr echt flottes, peppiges viertes Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ ist positiv aufgenommen worden, keine Frage. Trotzdem: Eine Band, die vorm fünften Album steht, befindet sich ja irgendwie im Niemandsland ihrer Karriere. Neu und fresh und hot ist man üblicherweise nur von Album 1 bis (wenn es gut läuft) 3. Ein unbestrittener Klassiker, dem Referenz erwiesen wird, ist man wiederum erst ab Album 7 oder 8. (Klar, es gibt Ausnahmen, aber ich meine: in der Regel)

Franz Ferdinands Debüt erschien 2004, das heisst, sie sind heute elf Jahre bekannt und damit fest etabliert – und das im einem Genre, in dem man doch zumindest offiziell gegen alles Etablierte aufmüpfig ist. Nur wer sich konstant neu erfindet, so dass die Fans nicht wissen, was beim nächsten Album wohl passiert (wie z.B. Radiohead in ihrem ersten Jahrzehnt), hat bei Longplayer Nr 5 noch ungeteilte Aufmerksamkeit. Franz Ferdinand aber haben das nicht getan – ja, ein Unterschied zwischen „Right Thoughts“ und ihrem Debüt ist da, aber der ist erheblich kleiner als der Unterschied zwischen „Pablo Honey“ und „OK Computer“.

Franz Ferdinand müssten es jetzt irgendwie schaffen, per Fast Forward den Klassiker-Status zu bekommen. Und da treten die Sparks auf den Plan – das Duo, das sich 1971 gründete, ein Jahr vor Alex Kapranos Geburt!

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