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Review: Shed Seven

Shed Seven – „Instant Pleasures“

Tatsächlich! Ein neues Album von Shed Seven! Eine Band, die mehr Lieblingslieder der 90er auf dem Kerbholz hat, als man denkt.

Nun gab es bekanntlich in den letzten Jahren zahlreiche Wiedervereinigungen, die sehr ermutigend abliefen. Es gab Comeback-Platten, die völlig okay (Pixies, OMD, JAMC) und sogar richtig gut waren (Suede, Ride, Swervedriver). Sogar ein paar begeisternde Highlights gab’s: Die Post-Reunion-Alben von Slowdive und Blur gehören zum Besten ihrer Diskographie.

Der Unterschied bei Shed Seven ist der, dass nach einem neuen Album keiner gefragt zu haben scheint. Pixies, Ride, Suede, Slowdive – alles Kritikerlieblinge. Shed Seven? Schon kichern so einige Medien, nach dem Motto: „Wie, was wollen DIE denn wieder?“

Ich glaube, es ist mal wieder eine Geschichtsstunde angebracht.

Also, tief Luft holen.

Der Stern von Shed Seven ging Mitte 1994 auf, als Britpop gerade so richtig in die Gänge kam. Review: Shed Seven weiterlesen

Review: Lush

Lush Blind Spot - EPLush – „Out Of Control“ EP

Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Boo Radleys und die Pale Saints. Fast alle großen Shoegazer der frühen 90s feedbacken wieder: My Bloody Valentine, Ride, Swervedriver und Slowdive haben wieder zusammen gefunden, also könnte man denken, es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, wann auch Miki Berenyi und Emma Anderson wieder schimmerndes und gleißendes Licht aus ihren Gitarren scheinen lassen würden. Einen wichtigen Unterschied gab es aber doch: Lush, die Band, die mit ihren schwelgerisch transzendenten Tracks mit dem US-Ausdruck für die damalige Szene, „Dreampop“ nämlich, immer besser beschrieben wurde als mit „Shoegazing“, hatte sich Mitte der 90er ja nicht getrennt, weil es sich angebahnt hatte. Sie waren sogar auf ihrem Höhepunkt, landeten erstmals richtige Hits auf der Insel. Die Auflösung kam abrupt: Drummer Chris Acland erhängte sich, zumindest für Außenstehende kam das sehr überraschend. Für den Rest der Band war es danach unmöglich, weiter zu machen.

So steht die Wiedervereinigung von Lush (den neuen Posten als Drummer hat Justin Welch, einst bei Elastica, übernommen) unter einem anderen Vorzeichen als die ihrer Kollegen, die „nur“ alte Streitereien und Ego-Probleme ad acta legen mussten. Sie hat mit dieser EP auch eine andere Form angenommen: Viele der Rückkehrer aus der Ära – und hier geht es jetzt nicht nur um Shoegazer – spielen nur ihre alten Songs (Ride, Slowdive, The Wonder Stuff, JAMC). Andere schreiben auch wieder neues Material, aber erst nachdem sie wieder länger getourt haben (Blur, Swervedriver, Suede, Pixies, The Stone Roses(?)). Lush sind (wenn ich niemanden übersehen habe) die Ersten, die ihr Comeback mit neuen Aufnahmen einläuten.

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A Lush of blood to the head

Das ist nicht ganz brandneu jetzt, aber ich wollte doch eben was dazu sagen. Von all den Shoegazern, die sich zuletzt wiedervereinigten, von My Bloody Valentine über Ride zu Swervedriver, gab es doch eine Band, bei der ich kein Comeback erwartet habe:  Lush.

Ihre Trennung war damals sehr abrupt. Alle fielen aus den Wolken, als die News kam, dass Drummer Chris Acland Selbstmord begangen hatte – er galt immer als der lustige Vogel in dem Boy/Girl-Quartett, das nach langen Jahren als kultige Dreampop-Band mit seinem untypischen letzten Album „Lovelife“ endlich in den Charts angekommen war. Natürlich war das Ereignis ein Stock in den Speichen der Band, man hörte einfach nichts mehr von ihnen.

Jetzt aber sind Miki Berenyi, Emma Anderson und Phil King zurück, an den Drums sitzt Justin Welch (ehemals Elastica). Ihre Comebacksingle „Out Of Control“ klingt nicht nach den Britpop-Lush aus den Charts, sondern nach den Lush der ersten zwei Alben „Gala“ (1990) bzw. „Spooky „(1992) – fast zu sehr sogar. „Out Of Control“ hätte unverändert als Albumtrack oder B-Seite zur „Spooky“-Ära erscheinen können. Offen gestanden finde ich die Nummer aber ziemlich zäh. Ob ein junger Indie-Fan, der Lush auf diese Weise kennen lernt, sich wohl vorstellen kann, wie strahlend und außerirdisch die mal gewirkt haben? Was es für ein Ereignis war, wenn nachts um zwei ausnahmsweise mal „Nothing Natural“ auf MTV kam statt Janet Jackson oder Bryan Adams?

Nach dem Break ein paar frühere Clips von Lush:
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