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Wife-Fi

Das gleichnamige Debütalbum von Dream Wife besteht zu einem substantiellen Teil aus Songs, die im Verlauf der letzten zweieinhalb Jahre bereits als Single veröffentlicht wurden. Aber – und irgendwas daran mag ich, denn es bedeutet, dass manche Dinge daran, wie wir Musik wahrnehmen, sich noch nicht revolutioniert haben – noch immer braucht es ein Album, damit eine Band wirklich wahrgenommen wird. Alles davor gilt quasi als Vorbereitung.

Will sagen: Auch zum Song „F.U.U.“ gab’s schon eine frühere Release und ein früheres Video. Aber jetzt, da das Album draußen ist, legen Rakel Mjöll & Co noch mal neuen Fokus auf das Lied und es wird mehr Aufmerksamkeit kriegen als beim ersten Mal.

(HIER eben der Link zu meiner Review des Albums)

Review: Dream Wife

Dream Wife – Dream Wife

Das wird jetzt einige Leute abschrecken: Dream Wife, so sagen nämlich viele, liefern pünktlich wie bestellt den Soundtrack zur #metoo-Bewegung.

Wen das abschreckt? Klar, zum einen die verbohrten Arschlöcher, die „feminism is cancer“ in Online-Foren schreiben. Um solche jämmerlichen, rückwärtsgewandten Feinde der Menschen müssen wir uns nicht kümmern. Weg mit euch, Dankeschön.

Aber es gibt ja auch die Leute, die sich sehr wohl bewusst mit dem Ganzen befassen und sich mit dem identifizieren, was Catherine Deneuve neulich in einem offenen Brief im Namen von 99 Frauen schrieb: Dass bestimmte Auswüchse von #metoo eine Kultur der Denunziation und der Anschuldigung förderten und als Folge nach sch zögen, dass die sexuelle Freiheit eingeschränkt werde. Ich seh’s in meinem eigenen Umkreis, nicht zuletzt auf facebook, dass Deneuve in diesem Brief damit auch einigen meiner (fb-)Freundinnen aus der Seele spricht.

Nun gut, ich will nicht in die Mansplaining-Falle tappen. Aber es ist doch nicht so, dass die #metoos Sex, Verführung, Flirt etc miesmachen wollen, oder? Es geht doch zuallererst um ein Zauberwort. Auf Englisch heißt’s „consent“. Wir Deutschen müssen komplizierter formulieren: Beiderseitiges Einverständnis.

Ich meine, Boys & Girls, Boys & Boys, Girls & Girls und alle anderen: Tut miteinander, was ihr wollt! Aber tut nichts, was der/die andere nicht will. Und stellt eure Antennen auf, damit ihr merkt, wann ihr die Grenzen nicht einhaltet.

Damit jetzt wieder zu Dream Wife und warum sie als Role Models herhalten können: Review: Dream Wife weiterlesen

Take The Longlist and walk it Pt 2

Stichwort: Longlist.
Schon ein kleines Ritual hier: Ein mal im Jahr pickt die BBC ihre Favoriten fürs neue Popjahr und sagt: „Die werden berühmt! Das ist ‚The Sound of 2018!‘
Ich höre mir den Kram dann an und gebe auf dem Blog meinen Senf dazu ab.

Der nächste Schritt folgt jetzt: Ich kontere ich mit meiner eigenen Longlist. Das sind dann aber immer Acts aus meinem Indie-Geschmacksbereich. Ich prognostiziere auch nicht den großen Durchbruch. Ich sage nur: „Ich traue denen nächstes Jahr ein ordentliches Debütalbum zu.“

Aber ganz ehrlich: Dieses Jahr war’s schwerer als je zuvor, diese Liste zusammen zu kriegen.
Dafür gibt’s bestimmt mehrere Gründe und ich habe auch eine halbe Abhandlung darüber begonnen. Ich hab’ sie aber wieder gelöscht. Wer will denn schon so Krisengerede lesen?
Zumal ich ja eh ewiger Optimist bin und glaube, dass sich das wieder einrenkt. Und ausrenkt. Und wieder einrenkt. Weil das alles zyklisch kommt und geht.

Anyway. 16 Bands und Solist(inn)en, denen ich 2018 was zutraue, findet ihr nach dem Break. Besser als die Grütze von der BBC sind sie allemal.

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Who? Where? Wife?

Wenn man eine isländische Sängerin hat, sollte man das auch ausnutzen und in ihrer Heimat mal ein Video drehen, oder? Dream Wife haben sich an der Kunsthochschule in Brighton kennen gelernt, sie leben in London, ihre Vorbilder sind Fem-Künstlerinnen wie Sleater-Kinney und Grimes. Zweifellos haben die drei ein Händchen für knackige Indiepop-Hooks und in Rakel Mjöll eine Front-Lady, die man sich merkt. Zur aktuellen Single „Fire“ gibt’s jetzt ein Video.