Schlagwort-Archive: Cut Copy

Kleine Kollektion 2020/21

Sie stammen aus Mexico City, leben aber seit einigen Jahren schon in New York und sind Buddies von Julian Casablancas: Rey Pila haben am Freitag ihr neues Album veröffentlicht und heute ein Video zum Song „Dark Paradise“ nachgelegt.

Cut Copy hatten ihr neues Album „Freeze, Melt“ eigentlich für diesen Freitag (28.8.) angekündigt – allerdings haben sie die Sache kurzfristig vorgezogen, die Platte ist nun seit letztem Freitag schon zu haben. Dieser sechste Longplayer der Synth/Indie-Popper aus Sydney ist ihr bisher chilligster, nicht nur des Albumtitels wegen. Parallel zum Album haben Cut Copy zu jedem Track einen arty Clip online gestellt.

Ein bisschen erstaunt bin ich über die neue Single von Chappaqua Wrestling aus Manchester. Ich hatte die Band bisher als ziemlich typische Jangle-Gitarren-Brit-Indie-Combo abgespeichert. Die neue Single „The Rift“ aber ist definitiv eine Grunge-Nummer, sowohl von den Gitarrensounds als auch den Akkordfolgen her. Na, wir haben’s hier mit einer jungen Band zu tun, die ganz offensichtlich noch ihren Weg sucht.

Kleine Kollektion 2020/18

Ein paar schöne Platten erwarten uns im August. Die Jubeltrubel-Zeiten von Cut Copy, als ihr elektronischer Indie der Sound der Stunde war, sind seit ein paar Jahren vorbei, der Hype um „In Ghost Colours“ (2008) und „Zonoscope“ (2011) hat sich gelegt. Ihr letztes Album „Haiku For Zero“ (2017) blieb beinahe unbeachtet, aber das heisst nicht, dass Dan Whitford und seine Band aus Sydney nicht weiter prima sophisticated Synthpop machen. Nächsten Freitag erscheint ihre sechste Platte „Freeze, Melt“ und die bisherigen Vorab-Tracks gefallen mir sehr. So auch „Like Braking Glass“.

Wir bleiben in Australien, auch wenn der Bandname Great Gable nach Nordengland deutet – so heisst nämlich auch ein Berg im Lake District. Great Gable, die Band, stammt aus Byron Bay, hat seit 2016 schon zahlreiche Singles und EPs veröffentlicht und macht down under inzwischen größere Wellen. Da trifft es sich gut, dass morgen mit „Tracing Faces“ ihr erstes „richtiges“ Album erscheint. Es gibt eine neue Livesession ihrer Single wenige Monate alten „Blur“.

Jetzt ein Abstecher nach Texas. Colter Wall ist zwar bekanntlich Kanadier, er stammt ursprünglich aus Swift Current, Saskatchewan. Aber Colter hat sich für die Musik schon vor einiger Zeit in den USA nieder gelassen. Der junge Maestro des Real Country steht im August vor der Veröffentlichung seines dritten Albums: „Western Swing & Waltzes and Other Punchy Songs“ erscheint am 28.08. „Normale“ Promotouren sind zur Zeit nicht möglich, also postet Colter in diesen Tagen regelmäßige „Bunkhouse Sessions“ live aus Texas.

Kleine Kollektion 2020/09

… und einmal mehr begint der Tag mit gleich mehreren neuen Clips in meinem Feed.

Los geht’s mit den Mystery Jets. Das aktuelle Album („A BIllion Heartbeats“)  der Band von der Themseinsel Eel Pie Island ist ein bisschen übersehen worden – eigentlich sollte es schon letzten Herbst erscheinen, dann kam ein Krankenhausaufenthalt von Sänger Blaine Harrison dazwischen. Der zweite Anlauf wurde von der Corona-Krise überschattet. Grund genug, noch mal ein Video nachzulegen.

Ihr Album „Zonoscope“ war meine Lieblingsplatte von 2011, aber zuletzt sind Cut Copy ein bisschen auf der Stelle getreten. Für August haben die Elektronikpopper aus Sydney nun ihr neues Album „Freeze Melt“ angekündigt. Der Vorab-Song „Cold Water“ wirkt durchaus vielversprechend. Geht fast ein bisschen in die New Romantics-Richtung, was? Ich sage das, weil’s mich ein bisschen an die 80s-Band China Crisis erinnert. Natürlich moderner.

Noch mal Sydney: Auch der meiner Meinung nach famose Singer/Songwriter Josh Pyke hat einen neuen Song geteilt. „Don’t Let It Wait“ ist, ironischerweise bei diesem Titel,  inzwischen schon der vierte Vorab-Track aus dem kommenden Album „Rome“.

 

 

Calm Together

Im August haben City Calm Down ihr drittes Album veröffentlicht.

CCD sind eine Band, die ich hier auf dem Blog ja wirklich nicht selten gefeaturet habe. Nicht zuletzt deshalb, weil sie wirklich viele Videos drehen. Stammgäste des Blogs wissen also Bescheid. Aber falls sich jemand eher zufällig hier hin verirrt hat, noch mal eine Kurzzusammenfassung über diese Band.

Also: City Calm Down stammen aus Melbourne und in ihren ersten Jahren veröffentlichten sie sehr vielversprechende EPs und Singles. Da suchten sie allerdings erkennbar noch ihre Richtung. Mal waren sie Synthpop-tanzbar a la Cut Copy, mal schienen sie eher Australiens Interpol sein zu wollen. Auf ihrem ersten Album „In A Restless House“ (2015) machten sie dann stellenweise auch auf The National und The Killers, aber das ergab insgesamt ein gut funktionierendes Album. Ihre Zweite „Echoes In Blue“ (2018) litt dafür ein bisschen unter zu viel Schwermut und Düsternis. Das hat die Band selbst erkannt und „Television“ nicht mal eineinhalb Jahre später nachgelegt, die Platte ist spontaner und peppiger.

Klar, dass sie jetzt als neues Video aus „Television“ genau den einen Song gepickt haben, der meine Behauptung, die Platte sei „peppiger“, als Ballade widerlegt. Trotzdem alright: „Cut The Wires“

Review: April Towers

April Towers – „Certified Freaky“

Na endlich. Da ist es also. Lange haben wir drauf gewartet, aber nicht nur wir. Am meisten die April Towers selbst.

Rückblende in den Sommer 2015: Mit zwei nahezu perfekten Singles („No Corruption“ und „Arcadia“) taucht aus dem Nichts ein Duo aus Nottingham auf, das den Synthpop-Sweet Spot, dort wo sich „True Faith“-Ära-New Order, Vince Clarke-ismen (Yazoo, Erasure, frühe Depeche Mode) und Indie-Feel überschneiden, zielgenau anpeilt, abdrückt und mittenrein trifft. Okay, was richtig Neues ist das nicht. Aber erstens man muss Melancholia und Style erst mal so zielgenau auf den Punkt bringen und zweitens: Tunes. Mann, April Towers haben Tunes! 

Alles deutete vor drei Jahren also darauf hin, dass hier eine Band einen Raketenstart hinlegte – aber die nächste Stufe, die wollte irgendwie nicht zünden. Obwohl April Towers ihre Single „A Little Bit Of Fear“ auf einem FIFA-Game-Soundtrack unterbrachten, obwohl auch die weiteren Singles einen hohen Level hielten. 

Und weil die Erwartungen eben so schnell so hoch geschraubt waren, sah dieses Nicht-vorwärts-Kommen für Manche gleich mal nach Stagnation aus. Die zwei Briten haben sich in einem langen Blogpost zur VÖ von „Certified Freaky“ den Frust von der Seele geschrieben: „The people who once loved what we were about were suddenly absent, the face of the industry changing and changing as it always does was plain to see. You start to blame yourself when these things happen, and the only thing we could do through these times was keep going.“ 

Jedenfalls: Kein Majorlabel-Vertrag für die Kurzzeit-Raketenhoffnung. Statt eines Majorlabel-Deals letztlich die Albumfinanzierung über Pledgemusic. Statt Hype 2015 ein zähes Durchbeissen bis 2018. Aber Hauptsache, dass Alex Noble und Charlie Burley ihre Sache durchgezogen haben. Denn am Ende steht ein richtig gutes Album. Review: April Towers weiterlesen

To cut copy a long story short

Ha, das war ja klar. In dem Moment, als ich sagte: „Hmm, ich muss wohl mal was Altes posten, denn irgendwie entdecke ich dieser Tage keine coolen neuen Clips“ (siehe mein Beitrag zu Swell unten), stellte ich eigentlich sicher, dass parallel garantiert ein neues Video online gehen würde. Hallo, Cut Copy!

Als Cut Copys Album „Haiku From Zero“ im Herbst erschien, war ich zwar nicht so hingerissen wie bei „Zonoscope“ (2011) und bei „In Ghost Colours“ (2008) – siehe mein Text zum Album aus dem September. Aber „Black Rainbows“ ist fraglos eins der Highlights der Platte, cool, dass der Song jetzt auch seine Visuals hat.

Review: Franz Ferdinand

Franz Ferdinand – „Always Ascending“

Okay, komplett irre Geschichte: Ein Musiker einer erfolgreichen Band lernt eine Künstlerin kennen. Er verfällt ihr, quasi. Fängt an, ihre experimentelle Kunst irgendwie in die Band mit einzubringen und startet mit ihr eigene sonderliche Art-Projekte. Am Ende steht seine Trennung von der Band. Man stelle sich das mal vor! Ist das, was Franz Ferdinand und ihrem Gitarristen Nick McCarthy passiert ist, etwa schon jemals in der Musikhistorie vorgefallen?

Höhö. Also, das war natürlich ein Witz jetzt. Den ich einfach nicht auslassen konnte. Es ist aber ja auch viel lustiger, sich das so vorzustellen, anstatt einfach den üblichen Verlautbarungen Glauben zu schenken, oder? Der offiziellen (und, zugegeben, glaubwürdigen) Version nach herrscht weiter dicke Freundschaft und Nick verließ die Band schlicht und ergreifend, weil er Papa geworden war und deshalb nicht mehr auf Tour gehen wollte. Seine Frau, die Künstlerin Manuela Gernedel, tauchte offenbar auch nicht mal eben plötzlich auf, sondern ist, wie man hört, schon seit Studienzeiten Nicks Partnerin. (Nun gut, sowas ist letztlich persönlicher Tratsch, den man vermutlich auch googlen könnte. Aber auf diesen Level will man ja nicht sinken.)

Fakt bleibt, Nick McCarthy ist eben nicht mehr dabei. Und Nick war natürlich ein substantieller Teil der bisherigen Franz Ferdinand. Review: Franz Ferdinand weiterlesen

Past and Presets

5 Jahre sind ins Land gezogen seit „Pacifica“, dem letzten Album von Sydneys Neo-Synth-Meistern The Presets. Zwar war „Pacifica“ ein vielschichtiges Album, das sich u.a. kritisch mit der australischen Besiedlungshistorie auseinander setzte (und politisch durchdachte Texte sind ja nicht unbedingt typisch für hauptsächlich auf Tanzbarkeit ausgelegte Musik), aber „Pacifica“ konnte den Erfolg des Vorgängers „Apocalypso“ (2008) nicht wiederholen. Jene Platte hatte noch voll ins Schwarze getroffen: Noch Jahre danach verging kein Atomic-Britwoch, ohne dass entweder „My People“, „Talk Like That“, „This Boy’s In Love“ oder „If I Know You“ im Set gespielt wurde. Auf dem Indie-Dancefloor knallten diese Songs immer. Down under kriegte „Apocalypso“ drei mal Platin.

Aber das ist nun auch schon beinahe zehn Jahre her (Kinder, die Zeit vergeht…) und anders als andere Britwoch-Klassiker, die einem zu den Ohren rauskommen, hört man The Presets-Songs an einem heutigen Indie-Abend praktisch nicht mehr. Weswegen man die Frage stellen darf: Sollen wir anhand des Comebacks des Duos  noch Aufregung empfinden?

Die Antwort gibt die erste neue Single „Do What You Want“. Ein Song, bestimmt nicht zufällig erschienen inmitten in von Australiens Abstimmung  über die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe und wohl als klares „JA!“ der Presets zu diesem Thema zu werten. Ich finde: „Do What You Want“ ist ein echter Banger. Da ist dann wurscht, dass „My People“ zehn Jahre her ist – dieser Song sollte die Leute doch mühelos wieder auf den Dancefloor ziehen. Oder?

Zur Erinnerung: Früheres von The Presets nach dem Break.

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It’s A Fair Copy

Nachtrag zu „Haiku From Zero“, dem aktuellen Album von Cut Copy: Die Single „Standing In The Middle Of The Field“ hat jetzt ein Video.

Eben in eigener Sache: Klar soll auf diesem Blog mehr stattfinden, als dass ich nur Videos weiterleite.  Ich habe jetzt schon länger keine ausführliche Plattenkritik oder eins meiner Interviews online gestellt und das stört mich selbst. Es stapelt sich ein kleiner Haufen Alben, die in den letzten zwei, drei Wochen VÖ hatten und über die ich eigentlich was sagen wollte. Wolf Parade, Beck oder JD McPherson zum Beispiel. Aber ich kann diesen Blog nun mal nur als Hobby betreiben. Meine Beiträge schreibe ich abends nach der Arbeit oder am Wochenende, und wenn’s blöd läuft, komme ich eben auch mal eine ganze Woche und länger nicht dazu. Ich hoffe, in den nächsten Tagen ein paar Texte zu schaffen und dass ihr trotzdem regelmäßig vorbei schaut.

Here it Kamp!s

Schade, dass ich mich in Polens Szene nicht besser auskenne. Ich bin mir sicher, da sind noch so einige mehr spannende Bands unterwegs, nicht nur Kamp! Das Trio aus Lodz macht stylischen Neo-80s-Synthpop auf meiner Meinung nach ähnlich hohem Level wie Cut Copy und eine Stufe über Roosevelt, die hierzulande ja sehr gefeiert wurden. Die Single „Turn My Back On You“ ist der erste Vorbote auf ihr kommendes drittes Album. Der Clip ist ebenfalls ein echter Hingucker.