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Review: Maxïmo Park

Maxïmo Park – „Risk To Exist“

Die UK-Plattenfirma Cooking Vinyl hat sich in den letzten Jahren eine interessante Taktik zugelegt. Besonders gerne nimmt man dort Bands unter Vertrag, die schon vier, fünf Alben auf dem Buckel und sich mit diesen eine treue Fanbase erarbeitet haben. Zu Beginn ihrer Karriere waren diese Bands vielleicht mal richtige Hype-Themen mit UK-Nummer Eins. Aber wie’s so kommt – und es kommt eigentlich immer so – nach acht bis zehn Jahren ist eine Band für ihr Major- oder Hipster-Label nicht mehr interessant. Die Zahlen gingen abwärts, man glaubt nicht mehr an die Trendwende und will nicht mehr investieren. Dabei ist die Band lange noch nicht durch – sie wird mit ihren frühen Fans weiter mittelgroße Hallen füllen, die man sich als Newcomer erst mal erarbeiten muss. Die treuesten Anhänger kaufen sich weiter die neuen Platten. Die Band wird weiter auf einem angemessenen Niveau operieren können.

Man kann also sagen, dass Cooking Vinyl einen wichtigen, lobenswerten Dienst leistet, indem man die Karrieren von verdienten Bands aufrecht erhält. Embrace, Turin Brakes, The View, The Subways, The Frateillis, The Rifles, Carl Barât, Ocean Colour Scene – sie alle sind aktuell bei Cooking Vinyl und können ihre Laufbahn auf einem sinnvollen Level weiter führen. Es werden keine unvernünftigen Geldsummen mehr reingesteckt, aber dafür werden auch keine Top Ten Hits erwartet. Super Sache für alle Beteiligten, oder?

Wenn man aber gemein ist, wenn man das Negative unterstreichen will – dann sieht man’s so: Cooking Vinyl ist der Gnadenhof für die abgehalfterten Mähren des Indiepop/Rock. Die Herbstweide, auf der sie alle noch mal in Ruhe im Sonnenuntergang grasen dürfen, bevor’s in die Kleberfabrik geht. Und wenn eine Band erst mal bei Cooking Vinyl gelandet ist, dann ist es der traurige Beweis, dass ihr Zenit endgültig überschritten ist.

So sieht man es immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wenn auf dem neuen Album einer einstigen Raketenband das Logo von Cooking Vinyl prangt. Einerseits: „Vernünftiger Move, beiden Seiten alles Gute!“ Andererseits: „Wie – jetzt auch Maxïmo Park?!“ Review: Maxïmo Park weiterlesen

It’s A Glast!

Sommerloch, Sommerloch, Popommerloch. Sorry, in diesen Tagen gibt’s hier nur wenige Updates – aber es erscheint halt auch verdammt wenig. Umso mehr ist los auf den Festivals der Welt, und dieses Wochenende steht auf der Insel natürlich komplett im Zeichen von Glastonbury. Die BBC hat schon einige sehenswerte Clips onlne gestellt.

Wolf Alice zum Beispiel, auf einer Nebenbühne, Freitag Nachmittag. Es regnet, aber noch ist Glasto zu diesem Zeitpunkt nicht zur Schlammschlacht verkommen.

Florence + the Machine hatten die Aufgabe, den Headline-Slot der Foo Fighters zu übernehmen, die wegen Dave Grohls Beinbruch absagen mussten. Kein Job, um den man sie beneidet – da kann man auch zur Zielscheibe der Enttäuschung der Foo-Fans werden. Aber den Berichten nach haben Flo & Co die Gelegenheit beim Schopf gepackt, eine starke Performance hingelegt und die Leute auf ihre Seite gezogen.

Als Überraschungsgast für die abwesenden Foos gab’s The Libertines. Es heisst, sie hätten ein eher halbgares Set hingelegt und die Chance, sich vor ihrem Comeback-Album bei allen mit Vollgas zurück zu melden, verpasst.

Im Zelt: Circa Waves.. Ich bin nicht unbedingt ein Fan ihres Standard-Indiepops, sie spielen den Sound ziemlich safe – andererseits, es funktioniert ja und es kann durchaus seine Wirkung entfalten. Siehe: