Schlagwort-Archive: Bryan Ferry

You Ought a know

Ought aus Montreal hatte ich bisher als eine dieser Bands auf dem Zettel, die man für ihre sperrige noisy New-Wavigkeit und ihren verkopften Anspruch zwar schätzt und respektiert – die man dann aber in echt nicht wirklich anhört. Weil man seinen Ohren halt doch lieber was mitgibt, was Pop in sich trägt und nicht nur in den Gehörgängen kratzt.
Für ihr drittes Album hat das Quartett nun beim Label Merge unterschrieben, zweifellos einer der renommiertesten US-Indies. Und es sieht so aus, als hätten Ought mit dem Umzug aufs neue Label auch eine neue Zugänglichkeit errungen. Die neue Single „These 3 Things“ jedenfalls gefällt mir besser als alles, was ich bisher von der Band gehört habe. Sie klingt, als sänge Bryan Ferry als Gespenst zu einem The Cure-Instrumental aus der „Seventeen Seconds“-Ära. Und der Clip dazu ist auch super.

 

Single Review: WHITE

WHITE I Liked You Better When You Needed Me - SingleWHITE – „I Liked You Better When You Needed Me“

Heute muss es mal um WHITE gehen. Denn die neue Single „I Liked You Better When You Needed Me“ ist halt schon wieder Wahnsinn. Fucken Hell, da wächst was in Glasgow, da TÜRMT sich etwas AUF! Sechs Singles hat das Quintett jetzt veröffentlicht – das Album, wann immer es kommt, es ist jetzt schon irre, das kann ich garantieren, auch ohne irgendwas über die Songs zu wissen, die sie noch dazwischen packen.

Prolog: Die ersten vier Singles von WHITE waren schon sehr, sehr gut. Schnittige, glitzerne Indie-Groovemonster. Mit Franz Ferdinand-Stampf (man kommt schließlich aus Glasgow, wo die Bands Musik machen, zu der Mädchen tanzen und WHITE haben die Franzen auch sehr früh schon supporten dürfen) – aber technischer, synthetischer. Plus verruchtem Glamfaktor a la Suede, ohne irgendwie wie Suede zu klingen – sondern mehr nach DFA und Klaxons. Und krasser nach 80s, als alle 80s-Bands je geklungen haben, inklusive Saxofon.

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Review: Spector

SPECTOR Moth BoysSpector – „Moth Boys“

So. Ich lehne mich mal wieder aus dem Fenster. Ich sage: Wenn eine Platte den Britpop zurück holen kann, dann ist es diese. Denn Spectors zweites Album „Moth Boys“ ist eine wirklich clevere Platte, die etwas übers Leben im Jahr 2015 zu sagen hat. Aber sie ist auch zugänglich, verständlich, so sehr, dass man ihr fast Populismus unterstellen darf. Das Ergebnis ist: Leute, die Pulp, Suede und Blur ca „The Great Escape“ mochten, können hier einiges wieder finden. Aber auch die Killers-Fans von heute werden hier abgeholt.

Spector haben immer angedroht, dass sie das drauf haben. Schon die ersten Singles der Londoner waren große Statements („Never Fade Away“ und „What You Wanted“, 2011). Ihr Sänger Fred MacPherson war damals schon eine echte Type – die Mischung aus Großmaul und Denker, die manche Leute auch auf die Palme bringt. Immer gut, diese Qualität zu haben. Spector waren Favoriten für den großen UK-Durchbruch im Jahr 2012.  Review: Spector weiterlesen