Schlagwort-Archive: Blur

Can U FEET It?

Oha, schon wieder ein neues Video der FEET. Schon das fünfte dieses Jahr für die Jungs aus Coventry.  Ihr Debütalbum „What’s Inside Is More Than Just Ham“ soll am Freitag nun endlich kommen, nachdem die VÖ bereits für August angekündigt und dann vorerst in den September verschoben worden war.

Offenbar hatte man sich von den vorigen Singles schon mehr Echo erhofft. Naja, was soll ich sagen? Mir gefallen die FEET insgesamt gut, weil so typisch britischer Indierock halt mein Sound ist. Die Jungs haben sich bisher durchaus abwechslungsreich gezeigt: „English Weather“ war groovy, „Add Blue“ hatte eine schräge Note, „Outer Rim“ war punky, so in der Richtung von Blurs „Popscene“. „Petty Thieving“ war ebenfalls punky, aber mehr so in Richtung Shame. „Dog Walking“ jetzt ist eine langsamere Nummer, aber deshalb noch keine Ballade.

Wenn man’s positiv drehen will, sagt man, diese Band ist vielseitig. Aber andererseits muss man wohl eingestehen, dass FEET ein bisschen der rote Faden fehlt, dass sie noch kein eigenes Profil entwickelt haben. Sie kriegen die britischen Indie-Standards sehr gut hin, aber um mehr zu werden als eine fähige Indierockband, müssen sie noch das Ding finden, das ganz ihr eigenes ist. Leichter gesagt als getan, klar.

Team Building

Man kann ja nicht sagen, dass sie nicht fleißig wären, die vier Boys und das Girl vom Sports Team. „Fishing“ ist bereits die vierte Single der Briten in diesem Jahr. Der Song liefert einmal mehr das, wofür wir die Band ins Herz geschlossen haben: Erstens schmissigen Neo-Britpop und zweitens Frontmann Alex Rice, der Schwung und Aufgekratztheit für sieben Sänger mitbringt.

Wenn man so will, greifen Sports Team das Erbe von Blur und Supergrass auf. Sie sind auf ’nem guten Weg, Immer noch aber scheitern sie knapp an der Aufgabe, auch wirklich ein famoses „tune“ zu liefern. „Fishing“ hat prima Reibungsenergie, aber noch ist es nicht der Song, der die Band auf den nächsten Level hebt. Der kommt aber noch, behaupte ich. Und wenn diese fünf dann endlich ihr Pendent zu „Alright“ oder „Pumpin‘ On Your Stereo“, zu „There’s No Other Way“ oder „Song 2“ geschrieben haben, geht’s durch die Decke.

Pleased To Feet You

Kurswechsel im Lager der FEET.

Eigentlich hatten die Jungs aus Coventry ihr Debütalbum „What’s Inside Is More Than Just Ham“ für Anfang August angekündigt. Nun haben sie nicht nur ein neues Video gepostet, sondern auch einen neuen Termin: Die Platte kommt nun doch erst im Oktober.

Na gut, dann gedulden wir uns eben noch und schauen wir uns das neue Video namens „Outer Rim“ an: Okay, der Song geht in ein andere Richtung als das, was wir von FEET bisher kennen. Er ist struppiger, punkiger als „English Weather“und „Ad Blue“. Nach diesen zwei Singles hätte ich gesagt, die Neuankömmlinge aus Coventry orientieren sich an early-90s-Bands wie Happy Mondays und „Leisure“-Ära-Blur. Natürlich nicht 1:1. Natüürlich ein Update. Aber darauf baut’s auf, auf diesen Rhythmen und Gitarrensounds.

„Outer Rim“ erinnert mich nun mehr an die Blur in der Phase nach „Leisure“,  als sie ja durchaus Gas geben konnten. In der Art, in der FEET sich ein bisserl spinnert und humorig präsentieren, sehe ich wiederum einen gewissen Throwback auf Madness. So oder so, very british, das Ganze, dabei nicht einseitig. Das Album sollte interessant werden.

Der Rice ist Heiss

Das sind so die schönen Überraschungen: Wenn man noch gar nicht wieder damit gerechnet hat, aber – Zackpeng! – plötzlich ist da eine neue Single vom Sports Team.

Für „Here It Comes Again“ gilt, was auch schon für „Margate“, „Kutcher“, „M5“ etc galt:
1. Wow, hat diese Band eine Energie und was ist ihr Sänger Alex Rice für ne Type!
2. … und trotzdem fehlt er noch, der allerletzte Schritt. Die letzten Prozente zwischen 96-100, die das Ganze unwiderstehlich und übers Genre hinaus wirksam machen würden.
Ich traue Sports Team zu, die neuen Blur zu werden, das habe ich hier schon geschrieben.  Aber auch „Here It Comes Again“ fehlt bei allem spritzigen Zickzack und kribbeligen Wumms noch das killer tune, das man auch unter der Dusche pfeift.

Having said that: Insgesamt schon spitze, Song und Video.

Man hat halt nur das Gefühl, da geht noch mehr. Wenn Sports Team das eines Tages abrufen, geht’s durch die Decke.

Flippin‘ the Lady Bird

Also mal ganz ehrlich, wie kann man sich als Band im Jahre 2019 Lady Bird nennen? Es gibt doch dieses „Google“. Wenn man es einsetzt, dann teilt es einem sofort mit, dass dieser Bandname weltweit ungefähr 12.345 mal verwendet wird. Und zwar meistens von dieser Sorte Tanzbands, die in Glitzeranzügen auf Dorffesten „Macarena“ covern.

Okay, fast macht das die Wahl dieses Namens schon wieder witzig, wenn man sich als Punkband sieht. Sehr meta das alles.

A. Ny. Way. Ladybird. Drei Jungs aus Kent, die schon mal als „die neue Lieblingsband der Slaves“ gelten und die ganz peppige Songs machen. Ich bilde mir ein, in der Stimme von Sänger Don Rennols ein Echo von Blur so ca. in ihrer „Popscene“-Ära zu hören und auch an Jamie T. muss ich denken. Das ist doch ganz ordentlich.

Review: Sports Team

Sports Team – „Keep Walking! EP“

Als das Sextett Sports Team im letzten Jahr vom englischen Webportal Noisey porträtiert wurde, da schlug Frontmann Alex Rice dem Autoren folgende Kurzfassung vor: „Sexy Sänger, gebremst von Trittbrettfahrern“. Das sagt uns schon eine Menge über diesen Typen bzw. über seine Art Humor. Alex ist cheeky. Frech. Alex stellt diese selbstironische gespielte Arroganz zur Schau, die man nur zeigen kann, wenn dieses Selbstbewusstsein eben nicht nur vorgespielt ist. Sagen wir’s so: Auch ein Pfau, der auf dem Rasen ungelenke Purzelbäume hinlegt und der „Schaut, ich bin’s, der blöde selbstverliebte Pfau!“ kräht, bevor er mit seinen Federn ein Rad schlägt, bliebt ein Pfau. Die Hühner und Gänse neben ihm werden nie so interessant sein.

Wem das obige Zitat nicht reicht als Beispiel für Alex‘ Keckheit, der kann sich anschauen, wie er im Video zur Single „Margate“ exaltiert durchs Zentrum des gleichnamigen Küstenstädtchens tanzt. Sehr schön: Die Reaktion der verwirrten Fussgänger. 

Drittes Beispiel für Alex’ Witz: Die Tatsache, dass sein Aussehen wiederholt mit dem von US-Schauspieler Ashton Kutcher verglichen wurde, nutzt er zur Single. Refrain: „Ashton Kutcher’s got nothing on you!“ 

Kurz und gut. Wir haben hier einen Typen vor uns, der auffällt. Eine Charakterfigur, die man sich merkt und die auch mal aneckt: Ein Buddy von mir hat Sports Team z.B. unlängst live gesehen und er meinte: „Der Sänger war mir zu viel.“

Review: Sports Team weiterlesen

Sports ist mords

Vor ein paar Wochen habe ich auf dem Blog einen Post geteilt, in dem ich meine Tipps für 2019 auflistete. Einer davon: Sports Team aus London.

Dieses Quintett updatet mit schrägem Witz und wurliger Energie Britpop-Traditionen. Ich bilde mir ein, in Sports Team Spuren von Blur, Madness, Supergrass, Pulp oder den Housemartins zu entdecken – zumal ihr Sänger Alex Rice ein kauziger Exzentriker ist, auf seine Weise eine Variante des Typen Suggs/Jarvis/Damon.

Sports Team haben heute eine neue Single geteilt – und sie bestärken mich mit dieser herrlich beknackten Nummer in meiner Einschätzung. Ja, 2019 kann das Jahr von Sports Team werden.

p.s. Die M5 ist eine englische Autobahn – und zwar der Weg in den Südwesten. Wer aus Liverpool, Manchester oder Birmingham in den Urlaub an die Südküste fährt, nimmt den Motorway 5. Damit hat diese Straße für den Briten so etwa die Bedeutung wie der Brenner für den deutschen Italien-Urlauber.  Die Fahrt auf der Straße bedeutet Vorfreude und ist quasi erster Teil des Ferienrituals.

Meine Alben 2018, pt.1: 30-26

Warum sollte es dieses Jahr anders sein? Leute, die es übertreiben und ihren Musikgeschmack viel zu wichtig nehmen, machen nun mal kurz vor Silvester Listen mit ihren Lieblingsalben aus den vergangenen 12 Monaten, die sie anderen unschuldigen Menschen dann aufs Auge drücken.
Hey, wenn das mal nicht genau meine Person beschreibt!

Auch dieses Jahr habe ich ergo nicht einfach nur eine Top Ten zusammen gestellt, nein! Es gibt wieder meine kompletten Top 30! In Fünferschritten! Mit Begründung! Also los! Countdown, Part 1!

Meine Alben 2018, pt.1: 30-26 weiterlesen

OMG that is a Mason!

Steve Mason hat auf seinem vierten Solo-Album eine einschneidende Veränderung vorgenommen. Der einstige Kopf von The Beta Band hat seine letzten Platten immer im Alleingang zusammen gestöpselt und genau dies beim kommenden Album („About The Light“, VÖ 18.01.) nicht getan. Statt dessen hat Steve die Songs im Studio mit seiner Liveband erarbeitet und eingespielt. Als Producer war niemand anders als Stephen Street (The Smiths, Blur) an Bord. Der Vorab-Single „Walking Away From Love“ merkt man’s sofort an: Der Song klingt einfach organischer als das, was Mason uns zuletzt so lieferte. (Auch wenn das ebenfalls lässig war.)

Beispiele für Steve Mason vorher/nachher nach dem Break…

OMG that is a Mason! weiterlesen

Review: Bad Sounds

Bad Sounds – „Get Better“

Mann, da haben sie uns aber lange hingehalten! 

Stichwort „Avalanche“. Schon im Sommer 2016 erschien diese umwerfende Single, mit der die Bad Sounds in unser Leben traten. Was für ein Hit! Wir führten in der Küche den Kranichtanz auf und warten seitdem gespannt. ob die fünf Briten aus Bath diesen Level wohl auf Albumlänge werden halten können.

Fleißig waren sie ja seitdem. Singles haben sie zur Genüge abgeliefert, zwei EPs damit gefüllt. Aber ein Debütalbum, das ist halt doch immer noch mal was anderes. Seit Freitag ist es da.

Und weil ein Debütalbum der Punkt ist, an dem bei einer Band viele neue Fans an Bord kommen, fange ich auch noch mal bei Null an. Also: Wer oder was sind die Bad Sounds? 

Die Bad Sounds, das sind fünf Kids aus Bath in Südengland. Es gibt zwei Hauptpersonen: Die beiden Brüder Ewan und Callum Merrett. Review: Bad Sounds weiterlesen