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The La’z

Ich muss ja gestehen, dass das letzte Gorillaz-Album „Humanz“ komplett an mir vorbei lief. Ich bin nun mal Indie-Kid. Nein, es ist nicht so, dass ich was gegen HipHop habe, aber mei, Songs packen mich halt und Raps tun es nicht. Das ist halt mein Geschmack und es bringt ja nix, wenn ich so tue, als wär’s anders. „Humanz“ war ein HipHop-Album und kein Indie-Album, es gab mir nichts.

Jetzt sind Damon Albarn & Co bereits zurück mit einem Nachfolger für „Humanz“ – das neue Album  „The Now Now“  wurde von Damon größtenteils auf Tour vorproduziert, denn der Mann hat immer ein ipad bei sich, das er quasi als mobiles Studio nutzt.

Im Boiler Room in Tokio haben die Gorillaz das neue Album am Wochenende live aufgeführt und gestreamt. Ich hab’s mehr so aus Pflichtbewusstsein mal angeklickt – und bin jetzt aber doch sehr angetan. Das komplette Konzert habe ich mir gerade gegeben. Visuell sind die Gorillaz natürlich immer ein Zuckerl, und was die Musik angeht, betont Albarn auf „The Now Now“ wieder die Indie/Synthpop-Komponente des Gorillaz-Sounds.

UPDATE: Der Stream der Show ist wieder von Youtube entfernt worden. Menno.

Fragebogen: The Magic Gang

Britpop lebt, und zwar wie! The Magic Gang aus Brighton erinnern uns an gleich mehrere Lieblingsbands der 90s wie Teenage Fanclub, Dodgy oder Supergrass.  Ihr Debütalbum ist eine prima Platte. (HIER noch mal mein Text dazu)

Neulich spielten die Südengländer erstmals in München, im Vorprogramm der Wombats. Ich nutzte die Gelegenheit, um die vier zum Interview zu treffen – dafür bot sich mal wieder der Fragebogen unseres Heftes an.

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Review: The Magic Gang

The Magic Gang – „The Magic Gang“

Pssst! Sagt es nicht! Sagt nicht das böse B-Wort!

Ich las mich zuletzt durch ein paar der begeisterten UK-Artikel, die The Magic Gang für ihr Debütalbum erhielten. Kurios: Ein Wort wird einfach nicht genannt, als habe man Angst, dass die vier alle Coolness verlieren, wenn es an ihnen haften bleibt: Britpop.

Britpop ist offenbar immer noch ein schmutziges Wort auf der Insel. Es steht weiterhin und möglicherweise für immer für betrunkene Lads, die „OOAAASIS!“ grölen. Sowie für rückwärts denkende Traditions-Puristen, für die Errungenschaften des neuen Jahrtausends, wie Smartphones oder Spotify, Teufelswerk sind.

Es ist, als herrsche erzwungene kollektive Amnesie. Niemand mag sich daran erinnern, wie aufregend Britpop mal war. Aber so ist das nun mal mit Trends. Es geht mit guten Bands los, alle sind begeistert. Daraus wird eine Welle, die eine Zeitlang alles regiert, bis sie allen zu viel wird. Am Ende der Welle stehen die unoriginellen Nachahmer, die so mies sind, dass sie einem den Spaß an den Bands vergällen, die die Lawine mal ausgelöst haben. Siehe Shoegazing, Grunge, Britpop, eigentlich jeder musikalische Trend ever.

Eine sehr umfangreiche Titelstory im DIY-Magazin nennt die Beach Boys als ersten Vergleich für The Magic Gang. Okay, das ist nicht völlig verkehrt. Aber: Viel näher lägen nun mal bestimmte Britpop-Bands der 90er. Nicht alle waren schließlich damals Hooligans. Da gab es Feingeister wie The Bluetones. Oder Dodgy, die Jäger der verlorenen Melodien. Review: The Magic Gang weiterlesen

Octopus och Kram

Gestern erschien das Debütalbum von The Magic Gang – klar, dass ich mir vorgenommen habe, am Wochenende darüber zu schreiben. Die Jungs aus Brighton sind schließlich wie geschaffen für diesen Blog, führen sie doch letztlich die Britpop-Tradition fort, die bis heute nicht totzukriegen ist (auch wenn sie zwischendurch immer mal komplett ins Aus geschrieben wird). Dafür stehen zahllose Bands von, sagen wir, The Kinks über die Housemartins, Supergrass, Blur und die Kaiser Chiefs.

Doch das heisst nicht, dass The Magic Gang garantiert durchstarten werden. Denn längst nicht alle Vertreter des Sounds hatten auch Erfolg. Auch einige wirklich prima Gruppen fielen durchs Raster, selbst als der Sound angesagt war. Wie ich The Magic Gang so höre, fallen mir gleich mehrere Bands von früher ein, die ich liebte, die aber vergessen wurden, sogar von mir selbst. Octopus zum Beispiel.

Als Octopus 1996/97 auftauchten, da dachte ich: „Boah! Das werden ja die nächsten Blur!“ Die Schotten aus dem Örtchen Shotts nahe Glasgow unterschrieben sogar beim gleichen Label wie Blur: Food. Eine Firma, die zwar von der EMI bezahlt wurde, aber als gute Indie-Adresse galt, weil hier z.B. auch Jesus Jones und Strangelove veröffentlichten.

Anyway, damals sammelte ich alles, was ich von Octopus unter die Finger kriegte. Sogar Vinyl-7″es stehen irgendwo in meiner Sammlung. Die Band machte vier originelle Singles und ein Album, aber es war halt doch die Zeit, als der Britpop-Hype auf der Insel abflaute und der Markt langsam übersättigt war. Das Album „From A to B“ erreichte gerade mal Platz 82 der UK-Charts und die Band löste sich bald danach auf. Live habe ich Octopus nie gesehen. Ich habe nicht mal ein Video gesehen, damals, wir reden schließlich von 1996! Steinzeit! Kein Internet, kein Youtube!

Deswegen: Hey! Mal auf youtube geschaut und sieh an, da stehen zwei Clips, sogar in guter Qualität. Das muss ich teilen. Ein schottisches Kapitel aus The Lost History of Britpop, aktuell ausgelöst durch The Magic Gang.

Original Gang-ster

Die letzten drei Jahre hat The Magic Gang aus Brighton damit verbracht, alle paar Monate eine neue Single oder EP rauszubringen und Stück für Stück mehr Fans für ihren cleveren Neo-Britpop einzusammeln. Inzwischen ist es so weit, dass die DJs der BBC ihre neuen Singles zur „hottest record on earth“ erklären (oder wie auch immer sie das dann nennen) – will sagen, der Hype, er rollt jetzt. Ende der Woche wird sich zeigen, was das wert ist, denn dann erscheint ihr Debütalbum.

Das heisst: Der Song, den sie jetzt, so kurz vorm Album, als letzte Single voraus schicken, das ist der „Impact Track“ schlechthin. Die Nummer, mit der man aufs Ganze geht. Mit der die Band die nächste Stufe zünden soll.

Hmm. Dafür haben sie mit „Take Care“ eine bemerkenswerte Wahl getroffen. Denn der Song beginnt als schläfrige Ballade, die 53 Sekunden braucht, um halbwegs in die Pötte zu kommen. In der Tat, das Lied entfaltet sich dann noch so richtig, zeigt uns regelrecht Beach Boys-eske Harmonien und raffinierte Akkordwechsel. The Magic Gang demonstrieren uns mit diesem Song, dass sie Substanz haben, in etwa so, wie Blur es uns damals mit „To The End“ demonstrierten*. Es bleibt eine gewagte Wahl, denn dies ist ein typischer „Grower“. Ob die UK-Radios da mitziehen, das will ich nicht garantieren. Aber wenn es klappt, dann kann der Song das sein, was „Sewn“ für The Feeling oder was „Somewhere Only We Know“ für Keane war – der Türöffner auf dem Weg zur UK-Million. Na, es bleibt spannend.

‚* Klar, wir wussten da längst, dass Blur Substanz hatten. Trotzdem war „To The End“ eine strategische Single-Wahl, damals auf „Parklife“. Es war kein Hit wie „Girls & Boys“ oder „Parklife“ selbst, es drängten sich flottere Lieder auf. Aber es war der Song, der klarstellte: Blur, die mit dem Album ja quasi gerelauncht wurden, sind keine reine Fun-Band. Sondern ernst zu nehmen.  Die Wahrnehmung der Band wurde da sehr gezielt gesteuert.

Meine Alben 2017, Pt.1 (30-26)

Das Jahr geht zu Ende, auf dem Musikmarkt erscheint nichts Neues. Damit hier auf dem Blog trotzdem was passiert, ergreife ich wieder die Gelegenheit zur Rückschau. Wir sind wieder an dem Punkt, an dem ich meine persönlichen Lieblingsplatten der Saison zur Top 30 zusammen stelle und so tue, als müsste diese komplett subjektive Liste jemanden interessieren. Klar ist aber auch: Nur einfach ne Liste tut’s nicht für mein unersättliches Ego. Ich kommentiere die Alben noch mal kurz und teile das Ganze als Countdown in sechs Teile auf. Okay, los geht’s nach dem Break!

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Review: Shed Seven

Shed Seven – „Instant Pleasures“

Tatsächlich! Ein neues Album von Shed Seven! Eine Band, die mehr Lieblingslieder der 90er auf dem Kerbholz hat, als man denkt.

Nun gab es bekanntlich in den letzten Jahren zahlreiche Wiedervereinigungen, die sehr ermutigend abliefen. Es gab Comeback-Platten, die völlig okay (Pixies, OMD, JAMC) und sogar richtig gut waren (Suede, Ride, Swervedriver). Sogar ein paar begeisternde Highlights gab’s: Die Post-Reunion-Alben von Slowdive und Blur gehören zum Besten ihrer Diskographie.

Der Unterschied bei Shed Seven ist der, dass nach einem neuen Album keiner gefragt zu haben scheint. Pixies, Ride, Suede, Slowdive – alles Kritikerlieblinge. Shed Seven? Schon kichern so einige Medien, nach dem Motto: „Wie, was wollen DIE denn wieder?“

Ich glaube, es ist mal wieder eine Geschichtsstunde angebracht.

Also, tief Luft holen.

Der Stern von Shed Seven ging Mitte 1994 auf, als Britpop gerade so richtig in die Gänge kam. Review: Shed Seven weiterlesen

Review: The Front Bottoms

The Front Bottoms – „Going Grey“

Indie, das Wort wieder. Es bedeutet alles und nichts. Es bezeichnet für jeden etwas anderes. Man kann Indie in verschiedenste Schubladen aufteilen. Ich habe das Ganze für mich mal in zwei Kategorien gesplittet, die ein Münchner versteht. Erstens: Atomic-Indie. Zweitens Backstage-Indie.

Zum Atomic-Indie gehört das affige Posen, aber halt auch die Coolness. Pulp, The Strokes, Blur, das wären typische Atomic Indie-Bands. Blink 182, Chili Peppers, Bloodhound Gang dagegen – das wäre Backstage-Indie. Sonnenbrille im Club tragen? Atomic Indie. Als Weisser Dreadlocks haben? Backstage Indie. Nicht schwer.

Also, nicht falsch verstehen. Ich habe im Backstage tolle Konzerte gesehen. Ich finde es super, dass es das gibt. Aber meine Welt war und wird für immer der Atomic Indie sein. Muss ja so sein.

Am Atomic-DJ-Pult konnte das zu Komplikationen führen, wenn sich ein Backstage-Mensch ins Stüberl verirrte. Solche Leute erklären mir dann irritiert, da liefe ja gar kein Indie und ob ich etwa kein Green Day und Kraftklub auflegen wollte. Wollte ich nicht. Bei mir gab’s Kasabian, Timo Räisänen und Delays.

Das US-Label Fueled By Ramen ist natürlich sowas von Backstage-Indie. Paramore, Twenty One Pilots, Panic! At The Disco, die Fall Out Boy Connection. Aber dann mitten auf Fueled By Ramen: Eine Band, die meine Atomic-Indie Sensibilitäten anspricht, aber auf dem Backstage-Label trotzdem nicht fehl am Platze ist. The Front Bottoms. Review: The Front Bottoms weiterlesen

Review: Bad Sounds

Bad Sounds – „Mixtape One – EP“

Okay. Faktisch sind dies nur drei Songs. Von denen wir zwei schon kennen. Plus zwei Intros sowie zwei „Skits“. Ganze 14:16 Minuten Musik. Trotzdem schreibe ich eben drüber. Weil ich den wurligen Bad Sounds auf diesem Blog Anfang des Jahres schließlich sowas wie den Titel „meine Hoffnung des Jahres 2017“ zugeschustert habe.

Für die Neuankömmlinge hier: Wer sind die Bad Sounds? Es handelt sich um ein Quintett aus Bath, England. Die beiden Köpfe der Band sind die Brüder Ewan und Callum Merrett. Zwei Jungs, die sagen, ihr Vater hätte „Odelay“ von Beck auf Dauerschleife gehört, deshalb habe sie keine andere Platte mehr beeinflusst.

Ich wage noch ne Behauptung: Daddy Merrett muss auch die Happy Mondays, „Leisure“ von blur sowie die Platten der Inspiral Carpets fleißig gehört haben. Erstens finden sich Baggy Manchester Vibes zuhauf in den Sounds der Bad Sounds. Zweitens: Solche Frisuren hat man nicht mehr gesehen, seit Clint Boon auf seiner Farfisa rumorgelte.

Keine Ahnung, ob das Sounds sind, die jemanden interessieren, der 18 oder 20 ist. Review: Bad Sounds weiterlesen

Review: Wesley Fuller

Wesley Fuller – „Inner City Dream“

Ich werde mich nicht dafür entschuldigen – ich mag Britpop. Das war ne gute Zeit. Das hat Spaß gemacht. Nicht nur Oasis und Blur. Auch Supergrass, The Charlatans, Dodgy, The Bluetones, Super Furry Animals, sie alle. Gute Jahre. Viele tolle Songs.

Vielleicht bin ich also anfällig für einen gewissen Gitarrensound und sehe es durch eine rosa Brille. Vielleicht hat das, was Wesley Fuller macht, nichts mit dem Jahr 2017 zu tun. Vielleicht doch, als bewusste Verweigerung.

Jedenfalls: Dies ist ne ziemlich geile Britpop-Platte. Aus Australien, eh klar.

Schauen wir uns Wesley Fuller mal an. Frisur: Typ Marc Bolan, frühe Siebziger. Oder James Bagshaw von den Temple, heute. Damit haben wir auch schon den Klangbereich des jungen Melbourners eingegrenzt. Merseybeat, Glamrock, Britpop, Neo-Psychedelia. Alles Retro. Gut so. Review: Wesley Fuller weiterlesen