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Review: Kent

Kent – „Då som nu för alltid“

Für jetzt und für immer. Da ist es, das finale Album von Kent.

Puh. This is a big one.

Kent sind eine Band, die vor den großen Gesten und den großen Themen und dem großen Popanz nicht zurückschreckt. „Sveriges största Rockband“ – Schwedens größte Band – das ist ein Titel, dem sie sich stellen, seit sie ihn innehaben. Ein Titel, den sie irgendwann bewusst mit inszenierten – beispielsweise damals, als sie bei ihren Stadionshows zum Album „Du Och Jag Döden“ den Fans einen Dresscode ganz in weiss auferlegten (Ja, in Schweden bespielt die Band Stadien).

Nachdem sie Anfang der 90er als schwermütige Indierocker im Städtchen Eskilstuna loslegten, worauf sie schnell ihr Heimatland im Sturm erobern sollten, sind Sänger Joakim Berg und seine Mitstreiter zu mehr geworden als nur Musikern. Als Band entspricht Kents Rolle in Schweden quasi Depeche Mode, U2, Radiohead, Oasis und Suede gleichzeitig. Aber ihr Sänger Joakim Berg war, auch wenn er die Öffentlichkeit meidet, in den letzten Jahren auch der Off-Kommentator der schwedischen Gesellschaft. Denn wenn er in seinen Songs nicht poetisch und bildkräftig über die Liebe und den Tod reflektierte, dann war er zielsicher moralistisch, politisch und sozialkritisch. So kommentierte er Schwedens internationale Scheinheiligkeit und den Aufstieg der Rechten („La Belle Epoque“) genauso wie den nicht nur in Schweden, aber auch dort sichtbaren Trend der Spaltung der Gesellschaft in Ich-AGs (in der jüngsten Single „Egoist“).

Vor wenigen Wochen aber haben Kent ihre Trennung angekündigt. Ihr zwölftes Album wird ihr letztes. Dann noch eine Sommer/Herbsttour durch Skandinavien, und das war’s.

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Review: Astropol

The Spin We're InAstropol – The Spin We’re In

Astropol sind ein Trio aus Stockholm. Mitglied 1, Björn Yttling, ist nicht nur der Björn von Peter, Björn and John. Der gute Mann ist überhaupt sehr gut vernetzt in der schwedischen Musikwelt. Er spielte zwischenzeitlich zum Beispiel die Keyboards der Caesars und hat vor allem als Producer einen großen Namen. Moneybrother, Lykke Li, Anna Ternheim, die Caesars, die Shout Out Louds, alle hat Björn schon produziert. Sein Ruf ist längst international: Mit Primal Scream, Franz Ferdinand, Chrissie Hynde und zuletzt Coeur de Pirate hat er Alben erarbeitet.

Astropols zweites Mitglied ist ein gewisser „Smash“. Seinen Namen nennt er nicht. „Ich glaube, er und Björn waren vor Ewigkeiten mal in einer gemeinsamen Band“ sagt Mitglied 3 (zu ihr gleich). Smash hatte Songs geschrieben und Kontakt zu Björn aufgenommen, der Lust auf ein neues Projekt hatte. Schnell war den beiden klar: Sie wollten noch jemand mit an Bord holen, eine Sängerin.

Womit wir bei Mitglied 3 sind. Es ist Bebban Stenborg. Wir kennen sie als die Keyborderin der Shout Out Louds. Review: Astropol weiterlesen