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Review: Liam Gallagher

Liam Gallagher – „As You Were“

Zuerst mal: Was für ein cleverer Albumtitel! „As You Were“ stammt aus der militärischen Sprache. Mit dieser Order ruft man den jeweils letzten zuvor gegebenen Befehl zurück. Es bedeutet also „Kommando zurück!“ – aber, damit das nicht missverstanden wird, nicht im Sinne von „Zurückziehen!“. Sondern im Sinne von „Zurück in die letzte Position!“ oder „Wieder so weitermachen wie davor!“

Längst hat der Ausdruck seinen Weg auch in den informellen Sprachgebrauch gefunden. Wenn man „as you were“ beiläufig verwendet, ist das salopp formuliert und bedeutet quasi „so wie immer halt“, „so wie du’s kennst“, „so ist es doch“ oder „so gehört sich’s“.

Liam Gallaghers Ausritt mit Beady Eye war nicht erfolgreich. Warum, steht auf einem anderen Blatt. Aber es gibt eine Message, die muss er all seinen verlorenen Oasis-Fans unbedingt rüberbringen. Sie lautet: „Staub abklopfen, weiter im Programm. Was zuletzt passiert ist, ist egal!“ Das Ganze sollte auch noch in möglichst Liam-esken Ton gesagt werden, also leicht patzig. „As You Were“. Perfekt. Subtext: Diese Platte ist erstens das, was Oasis-Fans von mir hören wollen und ich bin zweitens immer noch unverbesserlich.

Das ist zumindest die Aussage, die Liams Plattenfirma unbedingt an den Mann bringen will. Nach dem Reinfall mit Beady Eye (so muss man es sehen, die Platten verkauften offenbar nur ein Zehntel der späten Oasis-Alben) wird „As You Were“ als Liams letzte Chance gesehen. Er selbst hat das in Interviews bestätigt (bzw., dass das Label ihm das eingebläut hat). So erleben wir ihn, wie er diesem Schicksal die Stirn bietet, kampfbereit. Wie er allen noch mal zeigt, dass Bruder Noel (dessen Soloalben ja schon ein bisschen routiniert und stellenweise einschläfernd waren) vielleicht der Kopf von Oasis gewesen sein mag, er aber die Seele. Das zumindest ist die Darstellung, wie die Plattenfirma sie pusht.

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Life and how to liv it

Neue Band, bekannte Namen: Andrew Wyatt (Miike Snow), Pontus Winnberg (Miike Snow, Amason), Björn Yttling (Peter Björn & John, Astropol, Casears), Lykke Li und ihr Ehemann Jeff Bhasker (der gerade als co-Autor und Producer von Harry Styles‘ Album viel zu wenig von dem Hype um diese Platte abkriegt) sind liv.

liv habe ne neue Single draußen und auch gleich ein Lyric Video dazu geteilt. Schöne Nummer! „Heaven“

Long Listance Call Pt 2

bad-sounds-headerGestern habe ich meinen Senf zur jährlichen „BBC Longlist 2017“ gegeben (siehe unten).

Glaubt man den UK-Kollegen, sieht die Zukunft des Indiepop weiterhin düster aus. Nur drei Acts aus dem Genre wurden in die Longlist aufgenommen, einer davon ist richtig mies (The Amazons), einer davon zu sperrig für die breite Masse (Cabbage) und der dritte (Declan McKenna) zwar sicher gut vermarktbar, aber noch nicht ganz ausgereift.
Ich glaube trotzdem dran, dass sich weiter spannende Indiebands gründen. Musiker, die was zu sagen haben, was Neues entwickeln, Stil und Persönlichkeit zeigen – oder die den Sound wenigstens gekonnt auf den Punkt bringen.

Also los geht’s – Es folgen meine 15 Tipps für 2017. Nicht, dass ich glaube, dass diese Namen die Welt erobern werden. Aber ich traue ihnen zu, nächstes Jahr ein starkes Debütalbum abzuliefern, und das ist schon mal was.

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Interview: Miike Snow

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Im August waren Miike Snow auf ihrer Tour im Technikum in München – ich nutzte die Gelegenheit, um mit Andrew Wyatt und Pontus Winnberg (Christian Karlsson war nicht dabei, er tourt mit seinem zweiten Projekt Galantis) unseren piranha-Fragebogen namens „Bloß nichts über Musik“ durchzuspielen.

Ein „normales“ Interview zu ihrem letzten Album „iii“ gab’s hier ja schon – aber ich mag diese Fragebogen-Interview besonders gerne, weil sie in sehr interessante Richtungen abdriften können und uns Seiten der Bands zeigen, die wir normal nicht zu Gesicht bekommen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Miike Snow vor ihren Konzerten besonders gerne in den Tourneestädten durch Second Hand-Läden und Antiquitätenmärkte stöbern? Als ich vor der Halle auf die Band warte, kommt Andrew Wyatt mit einem Taxi vorgefahren und entnimmt dem Kofferraum ein postergroßes, flaches Paket. Hat er ein Bild gekauft? Ich erfahre mehr, als ich in den Backstageraum geführt werde und mich als der heutige Interviewer vorstelle. Als ich mein Aufnahmegerät anschalte, erzählt Andrew seinem Bandkollegen Pontus gerade von seiner neuen Errungenschaft…

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Review: Peter Björn and John

PBJ-BP-AlbumPeter Björn & John – „Breaking Point“

Das Kuriose an Peter Björn & John ist nicht, dass sie ihren Welterfolg „Young Folks“ nie wiederholen konnten. Es ist, dass sie überhaupt je einen Welterfolg gelandet haben.

Ich hole mal wieder aus, okay?
Ein Job, den man als Musikjournalist manchmal kriegt, ist das Schreiben dieser Kurzbiografien, die von Plattenfirmen mit dem neuen Album einer Band mitgeliefert werden. 2006 gab es noch die V2 und Curt, der damals für das Label arbeitete, fragte mich, ob ich einen Text zu Peter Björn and John übernehmen könne. Ich war überrascht. Denn ich kannte Peter Björn and John und ich hätte nicht gedacht, dass sie einen internationalen Vertrag kriegen würden. Nicht weil ich sie nicht mochte – aber ich dachte einfach, die würden sich doch nicht verkaufen.
Ihre ersten beiden Alben hatten schließlich selbst in ihrer Heimat nur wenig Eindruck hinterlassen. Ich hatte sie mir im Internet bestellt, weil Björn Yttling damals auch Live-Keyboarder der Caesars war und ich wissen wollte, wie seine eigene Band klang. Sie klang nett. Ein bisschen garagig wie die Caesars, aber subtiler, unspektakulärer. Manche ihrer Lieder waren durchaus flott. „I Don’t Know What I Want Us To Do“ legte ich immer mal wieder im Atomic auf. Die drei schrieben gute Songs, aber das war erkennbar ein Liebhaber-Ding. Und jetzt waren sie auf dem Label von Bloc Party und the Cribs?

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Interview: Miike Snow

Miike Snow interview Header

Seit beinahe zwei Wochen auf dem Markt: „iii“, das dritte Album des schwedisch/amerikanischen Trios Miike Snow. Eine Band, die ich lange schon toll finde. Weil sie den Rahmen erweitern. Pontus Winnberg und Christian Karlsson waren bekanntlich schon als Pop-Producer supererfolgreich (Britneys „Toxic“ stammt – abgesehen von den Vocals -von ihnen), als sie den amerikanischen Sänger und Songwriter Andrew Wyatt trafen. Zu dritt zimmern sie fröhlich drauflos und bedienen sich in der Historie der Musik genauso wie in ihrer Zukunft. Trotzdem wäre es zu „iii“ inklusive dem Megahit „Genghis Khan“ fast nicht gekommen. Das erzählt uns Andrew alles am Telefon… Interview: Miike Snow weiterlesen

Vinterview: Miike Snow

Vinterview Miike Snow

Die Zeit der wenigen Veröffentlichungen im Januar wollte ich auf dem Blog damit überbrücken, dass ich ein paar verloren gegangene Interviews von meinem ersten Blog wieder aufbereite. Deswegen gibt’s auch heute ein „Vintage Interview = Vinterview“, diesmal mit Christian Karlsson von Miike Snow. Im März kommt das schwedisch/amerikanische Electronica-Pop-Trio mit seinem neuen Album „iii“ um die Ecke – ich sprach Christian zuletzt vor fast vier Jahren zu ihrem zweiten Album „Happy To You“ – eine meiner Top5-Platten des Jahres 2012.

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2016 – 16 Reasons to cheer

Blog Opener DMAsDas neue Jahr hat begonnen – und ich glaube, es wird gut. Man darf mit einigen tollen Platten rechnen – ein paar davon stehen bereits fest. Und weil man auf Blogs Listen macht, gibt es hier die 16 Gründe, sich auf’s Indie-Jahr 2016 zu freuen.

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