Schlagwort-Archive: Alex Turner

What did you expect from 2018, Pt.1

Hallo, 2018!
Wirst du ein gutes Indie-Jahr werden? Die ersten Anzeichen sind nicht schlecht. Auf so einige spannende Newcomer dürfen wir uns freuen – darüber habe ich neulich schon mal einen Post geschrieben. Natürlich warten wir aber auch auf so einige Größen und persönliche Favoriten, die sich zurück melden.

Ich habe eine Liste unter folgendem Motto zusammen gestellt: „Ausgesuchte kommende Alben 2018“. Dies sind Platten, die fürs neue Jahr schon definitiv angekündigt wurden, die man sicher erwarten oder zumindest realistisch erhoffen darf – oder über die man wenigstens spekulieren kann.
Plötzlich standen da über 30 Namen auf meinem Zettel. Deswegen teile ich die Liste in drei Beiträge auf.
Los geht’s mit Teil 1.

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Review: Alexandra Savior

Alexandra Savior – „Belladonna of Sadness“

Man ist ja schon ein wenig argwöhnisch, wenn man diese Vorgeschichte liest. Da nimmt die Sony also eine Amerikanerin im Teenager-Alter unter Vertrag. Ein neues Wunderkind, das auf Velvet Underground und Nancy Sinatra steht, nicht auf Katy Perry. Als die junge Lady erwähnt, dass sie Alex Turners Lieder vom „Submarine“-Soundtrack liebt, werden die zwei miteinander bekannt gemacht und sofort schreiben sie, ganz begeistert voneinander, ein Album. Schon heisst es, die geheimnisvolle Holde sei jetzt die „Muse“ des Arctic Monkeys- und Last Shadow Puppets-Sängers. Die Jane Birkin für ihn, den Serge Gainsbourgh, die Marianne Faithfull für ihn, den Mick Jagger. Sogar beim Last Shadow Puppets Album hat Alexandra Savior mitgeschrieben.

Das klingt alles ein bisschen märchenhaft, was? Fast zu märchenhaft für uns alte Zyniker, die dem Braten nicht ganz trauen. Soll es wirklich so leicht gehen, an Alex Turner ran zu kommen? Bietet der sich wirklich als Songwriter-for-hire für neue Majorlabel-Talente an?

Aber gut. Warum soll es nicht einfach wirklich so gewesen sein? Review: Alexandra Savior weiterlesen

Review: The Last Shadow Puppets

Everything You've Come To ExpectThe Last Shadow Puppets – „Everything You’ve Come To Expect“

Schon faszinierend, wie Trends sich drehen. Als „Suck It And See“ erschien, wollten alle die Arctic Monkeys vom Sockel stoßen. Das Album kam bei Presse und Publikum viel schlechter weg, als es war. (Meine Vermutung ist ja immer noch, dass es eigentlich die Enttäuschung über den miesen Vorgänger „Humbug“ war, die sich verspätet äußerte.) Aber nach dem gefeierten „AM“ waren sie in der UK-Presse ein paar Monate lang wieder unfehlbar.

Dieser Tage erschien nun das zweite Album von Alex Turners dekadentem Hobby: The Last Shadow Puppets. Das smarte bis schlaubergerische Duo, das sich der Arctic Monkeys-Sänger mit seinem besten Kumpel Miles Kane leistet. Aber: Auf der Insel ist Turner ist wieder in Ungnade gefallen. Ihr müsst mal die Kommentare unter der Rezension im Guardian lesen: Nur HATE. Weil Turner sich angeblich zuletzt zu amerikanisch gab (ausgerechnet der Autor der Zeile „You’re not from New York City, you’re from Rotherham!“), weil er sich in Interviews zuletzt superarrogant gezeigt haben soll, was auch immer. Turner kriegt also krassen Gegenwind, so kurz nach „AM“. Vielleicht, weil die Briten offenbar ihre Denkmäler immer regelmäßig vom Sockel stoßen müssen, aus Prinzip?

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2016 – 16 Reasons to cheer

Blog Opener DMAsDas neue Jahr hat begonnen – und ich glaube, es wird gut. Man darf mit einigen tollen Platten rechnen – ein paar davon stehen bereits fest. Und weil man auf Blogs Listen macht, gibt es hier die 16 Gründe, sich auf’s Indie-Jahr 2016 zu freuen.

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Another New(ish) Collection

Man kann als Blogman nicht immer der Erste sein. Heute mal ein paar Clips, bei denen ich etwas später dran bin – die aber deswegen ja nicht weniger sehenswert sind.

Zuerst mal: The Wholls – ich habe heute in einem Facebook-Post behauptet, das seien Amis, aber sie sind aus Bedford/UK. Gelesen hatte ich: Sie haben ihr Debütalbum in Kalifornien mit Steve Baughman aufgenommen, der u.a. schon mit Michael Jackson, 50 Cent und Usher gearbeitet hat. Da dachte ich also erst mal, das seien US-Amerikaner. Warum sonst wird bei einer Gitarrenband ein so großer Name gebucht – der noch dazu aus einem ganz anderen Segment kommt?

Ich sag‘ Euch warum: Weil The Wholls auf der Insel ein paar wichtige Wettbewerbe gewonnen haben und man 2016 so fest mit ihrem Durchbruch rechnet, dass man sie gleich mal entsprechend finanziert und in die Staaten geflogen hat. Heute veröffentlichen sie ihre erste Single „X21“.

Tja, was sagen wir dazu?  Ich fand „X21“ witzig, als ich noch dachte, dies seien Amis – weil es so extrem nach Arctic Monkeys klingt. „Schau an: Amis, die Alex Turner sein wollen  – kein Wunder, dass sie nur die Musik, aber nicht wirklich die schlauen Texte mitnehmen!“ Jetzt, da ich weiss, das sind ja doch nur Briten, bin ich ein bisschen desillusioniert. Da ist das Video in der Wüste mit den sexy Kids auf Diebestour eigentlich nur noch ein unverschämter Ripoff der AM-Ästhetik.

Andererseits wiederum: Der Song kickt, anders kann man’s gar nicht sagen.

Kommen wir zu was, wo es keine zwei Meinungen geben kann: Night Engine aus London sind super. Als wäre Bowie der Leader von Roxy Ferdinand, nur in ginger. Dieses Jahr veröffentlichten sie gerade mal eine Single: „Wound Up Tight“. Dass es zu dem Song auch ein Video gab, habe ich erst heute zufällig mitgekriegt. Der Clip erschien schon am 01.06., aber hat skandalöserweise noch nicht mal 1.400 Views. Das bedeutet: Ich darf’s auch jetzt noch teilen!!

Jetzt werde ich wieder aktueller: Public Access TV aus NYC hatte ich bisher mehr so als Synthpopper auf dem Schirm, aber ihre neue Single „In Love And Alone“ zeigt sie als Garagenrocker. So klangen die Bands im Jahr 2 nach den Strokes. Hört man durchaus mal wieder gern, oder?

Superduper aus Neuseeland: Marlon Williams. Down under ist das jüngste Album des smarten Songwriters, den einige von Euch vielleicht dieses Jahr schon als support von Husky gesehen haben, seit dem Frühjahr draußen. Im Januar erscheint es auch im Rest der Welt, aus dem Anlass wurde ein Video zur Single „Hello Miss Lonesome“ gedreht. Ein Video, das ich nicht einbetten kann, weswegen ich hier nur darauf verlinke. Als Ersatz eine Liveversion:

Ach, und wo wir schon dabei sind: Marlon Williams ist auch in Sachen Folk und Country unterwegs, und das Juwel aus Neuseelands Country-Szene ist eine Kanadierin, die sich der Liebe wegen bei den Kiwis niedergelassen hat: Tami Neilson. Marlon hat mit auf ihrem prima 2014er Album „Dynamite!“ mitgesungen, und wie sehen ihn hier (1. von links) als Teil von Tamis Band in einem neckischen Clip aus dem Sommer – die Songs sind „Texas“ und „Cry Over You“. Das ist doch ganz drollig, oder?