Schlagwort-Archive: Albert Hammond Jr

Interview: Albert Hammond Jr.

Oha. Ein echter Stroke am Telefon! Albert Hammond Jr. hat nicht nur sein viertes Soloalbum fertig, sondern auch ein neues Alter Ego: „Francis Trouble“ ist sowohl der Albumtitel als auch eine Kunstfigur, benannt nach Alberts Zwillingsbruder Francis, der als Fehlgeburt schon im Mutterleib starb.

Ich finde: Man spürt, dass Albert sich mehr und mehr als Solist emanzipiert. Seine ersten zwei Soloalben, sie klangen für mich noch wie Überbrückungen der Phasen, in denen The Strokes auf Eis lagen. Seit „Momentary Masters“ (2015) aber merkt man, dass „AHJ“ auf seine Alleingänge die gleiche, wenn nicht mehr Betonung legt als auf die Platten seiner Band. Macht ja auch Sinn. Die Strokes liegen auf Eis und ob es noch mal weitergeht, weiss niemand.

Albert hat einen Interview-Marathon-Tag und steht spürbar unter Strom, das merkt man sogar durchs Telefon. In der Viertelstunde, die ich zugeteilt bekomme, redet er schnell und viel. Interview: Albert Hammond Jr. weiterlesen

Der Albert wieder rum…

Alle, die auf Neues von den Strokes warten, müssen Geduld zeigen – Julian Casablancas ist wieder mit seinen Voidz zugange. Immerhin, auch Gitarrist Albert Hammond Jr nutzt die Zeit sinnvoll. Sein viertes Soloalbum steht in den Startlöchern, es wird den Titel „Francis Trouble“ tragen und ab dem 09.03. in den Läden zu finden sein. Die Single „Muted Beatings“ hat er schon vor knapp einer Woche voraus geschickt. Jetzt gibt’s auch ein Video.

Nachtrag: Es hat geklappt! Ich hatte AHJ gerade am Telefon! Einen echten Stroke! Zwar nur ’ne Viertelstunde, aber das war aussagekräftig. Um den Erscheinungstermin herum etwa gibt’s hier das Transkript.

Review: CRX

crx-new-skinCRX – „New Skin“

„Update zum neuen Strokes-Album“ wird in der NME-Newsmeldung trompetet, „vielleicht kommt es schon nächstes Jahr!“ Wenn man dann auf den Link klickt, stellt sich raus, dass Bassist Nikolai Fraiture und Gitarrist Nick Valensi sich unabhängig voneinander geäußert haben, dass sie das Thema extrem vage und vorsichtig umkurven und sich null festlegen. „Die Band hat sich nicht getrennt“, so der Tenor, „wann was Neues kommt, können wir nicht sagen, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“. Beide gaben ihre Aussagen in Interviews, in denen es eigentlich um ihre neuen Bands ging. Fraiture hat eine Gruppe namens Summer Moon gegründet („Angesichts der Geschwindigkeit, in der die Strokes arbeiten, kann man das parallel laufen lassen“) und Nick Valensi hat neuerdings das Quintett CRX am Start.

Das ist mal wieder echt witzig, wie der NME es schafft, diesen Sätzen einen komplett verfälschenden Dreh mitzugeben. Ich meine, fassen wir doch mal zusammen:
1. Zwei Strokes-Mitglieder sind offenbar so unterbeschäftigt, dass sie neue Bands ins Leben rufen.
2. Sie geben ihre Interviews NICHT zu den Strokes, sondern ihren neuen Bands, werden aber unweigerlich nach den Strokes gefragt, worauf sie ausweichend antworten.
3. „Hoffentlich im nächsten Jahr“ heißt auf deutsch in diesem Zusammenhang also „Wahrscheinlich nicht im nächsten Jahr“ und „Naja, aber vielleicht gibt’s ja ne Überraschung“ heißt „Wir wären selbst überrascht, wenn im nächsten Jahr was passieren würde.“
Aber der NME strickt daraus mit „The Strokes deuten Überraschungen an!“ und nennt Gespräche, die zu den neuen Bands(!) geführt wurden, „Updates zum neuen Strokes-Album“! Mann, der Schreiber sollte als Spin-Doctor in die Politik gehen, so wie er es schafft, eine Aussage so darzustellen, dass sie glaubwürdig das Gegenteil dessen vermittelt, was tatsächlich gesagt wurde. Wow. Ha!

Nun soll’s hier ja nicht um die Strokes gehen, sondern um CRX. Aber es ist ja so: Der Grund, warum wir auf CRX überhaupt aufmerksam wurden, der ist nun mal, dass es die neue Band eines Strokes-Gitarristen ist. Das ist der Aufhänger, mit dem die Plattenfirma arbeitet – und es ist auch nicht zu überhören auf dem Album „New Skin“.

Review: CRX weiterlesen

Review: The Strokes

Future Present PastThe Strokes – Future Present Past EP

Erinnert ihr euch, was ihr im Sommer vor 15 Jahren gemacht habt? Mit welchen Freunden wart ihr unterwegs, mit wem wart ihr zusammen, was war euer Job, wo wart ihr im Urlaub? „Wie sollen wir uns daran erinnern, Henning?“ Ich geb’ euch einen Tipp, damit es euch leichter einfällt: Der Sommer 2001 war der erste Sommer der Strokes. Zack, ist es da. Die Strokes waren ein Erdbeben. Sofort weiss ich genau, wo ich die „The Modern Age EP“ gekauft habe – in Hamburg, im Saturn: Wir waren auf dem Weg nach Dänemark für einen Kurzurlaub. In Hamburg hatten wir Station gemacht und in der gigantischen CD-Abteilung des Handelsriesen gab’s doch tatsächlich ein Exemplar der CD, über die der NME so begeistert schrieb und an die ich in München einfach nicht ran kam.

Mit diesem Punkt, an dem ich meine Assoziationen fixieren kann, erinnere ich mich auch sofort genau: Wer war damals meine Freundin, mit wem hingen wir ab, wo gingen wir hin. Klar bin ich mit ihr nicht mehr zusammen. Einige Freundschaften aus der Zeit bestehen noch und sie werden bestehen bleiben, wenn auch anders als damals. Das Meiste läuft nur noch über facebook – wir sind nicht mehr in der gleichen Stadt und die Distanz, sie wächst halt doch mit, tja, der Distanz. Viele der Leute von 2001 aber sind aus meinem Leben verschwunden. Man hat sich verändert in den 15 Jahren. Vielleicht nicht mal radikal, aber genug, um halt nicht mehr die gleiche Basis zu haben, die man vor 15 Jahren miteinander hatte.

Jetzt stellt euch mal vor, jemand würde von euch verlangen, dass ihr weiter mit euren vier besten Freunden/Freundinnen aus dem Jahre 2001 abhängt. Nicht nur das, sondern dass ihr gefälligst genauso viel Spaß haben sollt wie damals. Und dass ihr den gefälligst den auch verbreiten sollt!

Was ich sagen will, ist: Mei, ist die neue Strokes-EP mies. Mei, ist die lustlos. Review: The Strokes weiterlesen

Meine Alben 2015 – Pt.1 (30-21)

josh pyke header

So. 2015 neigt sich dem Ende entgegen. Auch dieses Jahr habe ich wieder (ich bin nun mal voll der Nerd, can’t help it) meine eigene Hitliste der besten Alben der letzten 365 Tage aufgestellt. „Sollte leichter gehen als sonst“, dachte ich, „dieses Jahr habe ich schließlich lauter Reviews auf den Blog gestellt. Ich muss ja eigentlich nur schauen, wer die meisten Punkte kriegte.“ Aber, tja, die jetzige Liste sieht letztlich doch anders aus.

Es zeigte sich: Manchen Alben habe ich in der ersten Euphorie vielleicht zu viele Punkte gegeben, andere Alben entpuppten sich erst langfristig als „Grower“. Ein paar Alben meiner Top 30 habe ich gar nicht besprochen, meistens, weil ich den/die Künstler sowieso im Interview auf dem Blog hatte.

Anyway, jetzt reicht’s mit dem Palaver, ich beginne mit meinem Countdown. Nur eins noch: Am Ende des Artikels findet ihr eine Spotify-Playlist dazu.

Meine Alben 2015 – Pt.1 (30-21) weiterlesen

Review: The View

The-View-Ropewalk-COOKCD615The View – Ropewalk

Dass man „Reeperbahn“ mit „Ropewalk“ übersetzen kann, daran habe ich noch nie gedacht. Klar, Reep = Seil. Klar, jeder Norddeutsche weiss wahrscheinlich, was ich mir eben erst ergooglen musste: Um lange Seile zu produzieren, baute man früher ewig lange Hallen. Die standen im Hamburg früher dort, wo sich heute die sündige Meile befindet, die daher immer noch Reeperbahn heisst. In einem Studio auf der Reeperbahn haben die Schotten von The View letztes Jahr ihr fünftes Album aufgenommen, produziert hat Albert Hammond Jr. Ergo: „Ropewalk“.

„Ropewalk“ wiederum kann man auch mit „Drahtseilakt“ übersetzen. Ich hätte den Titel des fünften Albums von The View ja in diese Richtung gedeutet, bevor ich den tatsächlichen Grund der Namensgebung las. Denn es ist ja nicht so, dass die Karriere von Frontmann Kyle Falconer und seiner Band bisher ohne Schwankungen und Fehltritte verlaufen wäre.

Review: The View weiterlesen

Vinterview: Albert Hammond

Vinterview Header Hammond2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht.

Ich werde die dabei verlorenen gegangenen Interviews hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Das neue Album von Albert Hammond Jr ist sehr gelungen – siehe Review etwas weiter unten. Und sein Erscheinen erinnert mich daran, dass ich den „Old Man“ des Strokes-Gitarristen 2012 fürs Classic Rock treffen konnte.  Albert Hammond, die Hitmaschine, die so viele Welterfolge geschrieben hat, vor allem für andere Künstler. Das Interview hatte ein Motto namens „Lifelines“- was das bedeutet, erkläre ich im Text. Jedenfalls, Albert Hammond ist ein wunderbar freundlicher Gentleman, und dieses Interview gehört zu meinen allerliebsten, die ich je geführt habe.

Damals veröffentlichten auch die Strokes gerade ihr letztes Album „Comedown Machine“, sie gaben aber keine Interviews dazu. Darüber redeten Hammond und ich gerade, als ich das Mikrophon anschaltete. Und damit geht’s los.

Vinterview: Albert Hammond weiterlesen

Review: Albert Hammond Jr

ah jrAlbert Hammond Jr – „Momentary Masters“

Schwierig, die Strokes in den letzten Jahren.
Beweisstück 1: Das letzte, rote Album – das war so wenig beeindruckend, dass ich sogar vergessen habe, wie’s heißt! Da muss ich erst mal nachschauen – ah ja, „Comedown Machine“!

Seit „First Impressions Of Earth“ jedenfalls wirkt Julian Casablancas nicht nur aus Coolness gelangweilt. Es ist, als sei er nur noch richtig widerwillig Strokes-Mitglied. Vielleicht aus Mitleid den anderen  gegenüber, die ja irgendwo die Butter für ihr Brot hernehmen müssen? Nicht jeder ist Millionärssohn wie Julian und Albert Hammond Jr, die sich bekanntlich dereinst im Schweizer Luxus-Internat kennenlernten. Jedenfalls: „Comedown Machine“ klang zum substantiellen Teil nach „Mein Gott, wir müssen diesen 5-Alben-Vertrag ja mit irgendwas erfüllen!“ Man hatte fast das Gefühl, dass Julian die Platte sabotierte: die Band gab keinerlei Interviews, spielte keine Tourdates – alles Julians Entscheidungen.

Das frustrierendste an allen drei Alben war dabei: Jedes hatte so seine drei, vier Spitzensongs. Songs, die zeigten, wenn die Strokes nur wollen würden, dann könnten sie weiter so fresh und knackig und strubbelig und rotzig Musik machen wie auf „Is This It“ und „Room On Fire“. Das machte es umso trauriger, dass 3/4 der Alben halbgar und lieblos hingerotzt wirkten, wie eine Hausaufgabe, die man auf den letzten Drücker abliefert, weil man weiss, es reicht eh für eine 4. Review: Albert Hammond Jr weiterlesen