It Pains Me To Say This…

Hmm. Dieses Jahr kam das dritte Album von The Pains Of Being Pure At Heart, „Days If Abandon“ mit Namen, und irgendwie hat es niemand so richtig mitgerissen, oder? Dabei war ihr Schritt, sich nach dem Smashing Pumpkins-Ausflug „Belong“ zurück zum Tweepop zu bewegen, ja nicht verkehrt, und die zwei Singles „Simple And Sure“ und „Until The Sun Explodes“ gehören zweifellos zu ihren besten. Aber es fehlen halt die Ecken und Kanten auf der Platte, die Dornen, an denen man hängenbleibt. Und besonders auffällig kommt das zum Ausdruck auf der dritten Single „Kelly“, gesungen von der Gastsängerin Jen Goma (A Sunny Day, Glasgow). Klar, dies SOLL eine liebe, niedliche Popnummer sein. Dieses Ziel erreichen Pobpah, aber eben auf sehr gefällige Weise. Da hatte „Young Adult Friction“ doch viel mehr sympathische Ungeschliffenheit. Tja, das ist das Problem, wenn man einen solchen Bringer hingelegt hat: Alles andere muss sich daran messen lassen.

Let it BBC

In meinem alten Blog ging’s nicht immer nur um Musik, und das will ich beibehalten. Heute daher: Deutsche Geschichte via BBC. Ernsthaft jetzt.

Mein Problem mit Geschichte als Schulfach: Ich war Teenager. Also, per definition, doof. Mich interessierte, was Ilka aus der ersten Reihe für ein sexy Top trug (und mit 17 hätte ich einen Rollkragenpulli aus dichtem Teppich sexy gefunden), nicht was mir der Lehrer erzählte. Ich glaubte, ich käme umso cooler rüber, je desinteressierter ich wirkte. War ich ja auch. Geschichte war nicht so scheisse wie Mathe – das war das Beste, was ich damals darüber zu sagen gehabt hätte. Zusammenhänge, Stories, Erklärungen… wen juckt so was zwischen 15 und 19?

Heute hingegen gucke ich supergern Dokumentationen. Und auch wenn mit zum 812ten Mal die Plattentektonik erklärt wird, ist wahrscheinlich, dass ich beim Durchzappen dort hängenbleibe. Ich kann euch mittlerweile z.B. haarklein erklären, wie Arminius die Schlacht gegen Varus gewann. Lernen – denn es ist ja so was wie unterhaltsames Lernen – macht mir heute Spaß.

Neulich stieß ich auf also diese Radiosendungen der BBC. Neil MacGregor ist ein in Glasgow geborener Historiker, den man auf der Insel als TV-Moderator, Museumsdirektor und Chefredakteur eines Wissenschaftsmagazins kennt. Sein aktuelles Projekt sind zahlreiche Beiträge für die BBC, in denen er den Insulanern in 15-Minuten-Häppchen Deutschland und die deutsche Geschichte näher bringt. Man kennt uns dort ja zuallererst als die Bösewichte aus Nazifilmen und humorlose, effektive Technokraten, da sind diese kleinen Beiträge aus der Reihe „Memories Of A Nation“ willkommene Abwechslung. Mal geht’s um die Hanse, mal um Karl den Großen, aber auch mal um Wurst und Bier und ihre Bedeutung hierzulande. Das ist so unterhaltsam wie aufschlussreich – und das nicht nur für Nicht-Deutsche. Ich bin zur Zeit completely hooked und höre die Dinger quasi am Stück durch, wie ein Kettenraucher – nach dem einen Viertelstündchen klicke ich gleich das nächste an (zumindest tagsüber*). Und dabei merke ich, wie wenig Gedanken ich mir über deutsche Geschichte gemacht habe. Klar, viele Grundzüge des Erzählten kenne ich irgendwie. Aber nie habe ich es so farbenfroh erzählt in einen logischen Zusammenhang gesetzt bekommen. Ich glaube, dass es auch euch bereichern wird, das durchzuhören, also lege ich es euch hiermit ans Herz.

*Einen Nebeneffekt will ich nicht verschweigen: Es gibt wenig, das mich so beruhigt, wie wenn mir jemand was auf Englisch erzählt. Wenn ich schon ein bisschen dösig bin, und abends einen der Beiträge anklicke, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich in drei, vier Minuten einschlafe. Auch dafür sind diese Sendungen also ideal. Die 15 Minuten über Straßburgs Rolle als linksrheinischer Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich zum Beispiel habe ich erst im fünften Versuch fertig gehört. Durchaus absichtlich starte ich diese Beiträge beim ins Bett gehen – denn ich höre gerne und interessiert zu, aber bin trotzdem zzzzz… sofort im Reich der Träume.

Review: SHAKEY GRAVES

Shakey Graves albumShakey Graves – „And The War Came“

Alejandro Rose-Garcia kommt aus seinem Versteck. Bisher hatte er seine Musik nur über Bandcamp veröffentlicht, obwohl die Nachfrage nach mehr längst da war. Denn über die letzten Jahre hat sich Shakey Graves, so Alejandros Bühnenname, durch stetige und vor allem begeisternde Live-Präsenz auf den richtigen Festivals zum Mundpropaganda-Phänomen unter Americana-Fans entwickelt. Und um es neudeutsch zu sagen: „And The War Came“, benannt nach einem Abraham Lincoln-Zitat, liefert. Dies ist ein Album, das sowohl verspielte Individualität unter Beweis stellt, aber auch so viel unmittelbaren, ja geradezu poppigen Punch hat, dass ich mich nicht wundern würde, wenn der junge Mann bald Mumfords-like durch die Decke ginge.

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What’s in your bag, Australia?

Dass es das immer noch gibt – Alben, die in Australien schon lange veröffentlicht sind, an die man hier aber (zumindest legal) nicht ran kommt! Das zweite Album der wundervollen Introspective-Folk-Jungs Husky (wenn es den alten Blog noch gäbe, würde ich an dieser Stelle ans Interview zum ersten Album verlinken bzw. an den Fragebogen, den sie mir beantworteten) ist down under inzwischen draußen, aber wir müssen noch drauf warten. Wie lange wohl? Hier eine Akustik-Version ihrer Single „Saint Joan“…

Auch der Longplayer der prima Gitarrenpopper The Preatures (auch hier gab’s auf dem alten Blog ein Interview mit Sängerin Isabella Manfredi) ist in Australien mittlerweile erschienen. „Blue Planet Eyes“ heisst die Platte. Mann, ich will die haben, haben, HABEN! Ich will heute abend beim Britwoch „Somebody’s Talking“ auflegen!

The Cone Wars

Ich wollte mal meine Meinung zur neuen Urban Cone-Single sagen: Meh.
Dabei mag ich die Band. Neulich habe ich sie erst in einer Diskussion mit einem vehementen Gegner der Band verteidigt. Er meinte, die Jungs seien viel zu bemüht und viel zu scharf darauf, Hipster zu sein. Letzteres würde ich nicht mal in Abrede stellen. Aber ich nehme Urban Cone ab, dass sie klingen, wie sie klingen, weil sie’s lieben. „Our Youth“ war eine sehr unschuldige Platte. Regelrecht albern in ihrer Diskrepanz zwischen den Jubelpop-Hits und der gestelzten meaningfulness ihrer Balladen. Und diese sonderbare Sprunghaftigkeit machte sie glaubwürdig, die fünf strubbeligen Stockholmer Kids. Weil man genau so etwas nicht plant.

Jetzt aber zu „Sadness Disease“ – einerseits hat die Single genau das, wovon ich sprach, diese faszinierend wirre Verzwickung-Verzwackung von Ernst („Sadness Disease“ muss ja wohl Depressionen bedeuten, oder?) und Rengetängtäng-Synthies. Aber der Song selbst, der packt mich weniger, und die Keyboard-Sounds sind ein bisschen zu generic Chillwave.

Urban Cone – Sadness Disease from Kirke Ailio Rodwell on Vimeo.

Ach ja, Spotify. Und: Humdinger

Noch was. Ich lege auf in München, im Atomic Café, unter meinem Namen (Henning Furbach) als DJ für Indie, Indiepop, Indierock, neuerdings aber auch Americana, alt.Country, Bluegrass, Indiefolk. Das wiederum tue ich unter dem Namen Hank Furbisher, und dieser Folk-Abend nennt sich „Hank Furbisher’s Hee Haw Humdinger.“ Das nächste Mal findet am Donnerstag, dem 30.10. statt und die Münchner Band Oktober Folk Club wird spielen. Hier die Facebook-Seite dazu.

Im neuen Blog kann ich mehr einbetten als im alten. Ich mache für den Humdinger-Abend regelmäßig Spotify-Listen. Was passiert wohl, wenn ich die aktuelle hier einbette?

Aha. Das. Cool.

Review: NEW BUILD

Was ich hier künftig auch unterbringen will, sind Album-Rezensionen. Waaahnsinnig originell, ich weiss. Na und?

New Build-Pour-It-OnIch fange an mit: NEW BUILD – „Pour It On“

Es ist nicht so, dass ich Hot Chip-Nebenprojekten entgegen fiebere. Das Soloalbum von Alexis Taylor zum Beispiel dieses Jahr, das habe ich keine Minute ausgehalten. Das war so Zeitlupen-Gegniedel. Bestimmt schlau, aber viel zu überkanditelt, um Spaß zu machen. Joe Goddards The 2 Bears wiederum sind mir zu „unnz-unnz“-dancey. Ja, sie haben den einen oder anderen vereinzelten prima Popsong, sind aber meistens halt zu sehr House für mich Indie-Heini. Aber man kommt, wenn man die einzelnen Nebenprojekte hört, zu der Erklärung, warum Hot Chip so klingen, wie sie klingen. Alexis Taylor steuert die hochgezogene Augenbraue bei, den Intellekt. Goddard bringt den Juhu-Jupiduu-Dance-Faktor ein.

Aber für was sind dann Al Doyle und Felix Martin zuständig? Wenn man das erste Album ihrer Zweitband New Build als Maßstab nimmt, sind sie der Kitt dazwischen. Grau und wenig auffällig. So jedenfalls habe ich ihr Debüt „Yesterday Was Lived And Lost“ wahrgenommen, das zugegeben ziemlich an mir vorbei lief.

Beim zweiten New Build-Album „Pour It On“ geht’s mir ganz anders. Das läuft mir herrlich rein. Hier versteige ich mich in die Aussage: Doyle und Martin zeigen das Herz und den Kreislauf von Hot Chip. Ohne die Hot Chip schließlich auch nicht wären, was sie sind. Review: NEW BUILD weiterlesen

Back To You. Tatsächlich.

Äh, hallo.
Ich war ne Weile weg. Längere Geschichte. Nervige Geschichte.
In meinem Blog hennissey.piranha.tv steckte viel Liebesmüh.
Als piranha.tv von heute auf morgen abgeschaltet wurde, war ich erst mal ganz schön frustriert.
Aber gut. Ich lege aufs Neue los. Vielleicht kriege ich sogar die alten Beiträge hier nachträglich wieder irgendwie unter. Wenn’s die Zeit erlaubt.

Jetzt heisst’s erst mal, sich vertraut zu machen mit der Technik. Hier jetzt laufen viele Dinge anders als beim alten Blog, da werde ich mich reinfuchsen müssen. Deswegen werde ich hier erst mal ein bisschen ausprobieren, bevor ich wieder die ersten Interviews online stelle.

So, und mit was fange ich hier an? Melbourne ist doch ein gutes Pflaster, um an meinen Ex-Blog anzuschließen. Die herrlichen Lo-Fi-Schlurfis Twerps kommen da gerade recht. Ihr neues Album „Range Anxiety“ wurde jetzt für den 27.01. angekündigt. (Dabei ist ihre 8-Track-EP „Underlay“ doch erst sechs, sieben Wochen alt?!) Jedenfalls der erste Grund, sich auf 2015 zu freuen! Die Single heisst „Back To You“ – Ist das mal ein Titel, der sich anbietet, um zurück zu kommen?

Die Twerps sind übrigens jetzt auf Merge gelandet. Auf dem alten Blog hatte ich ein laaaanges Interview mit Merge-Gründer und Superchunk-Frontmann Mac McCaughan. Hach, ich werde fast traurig. Hoffentlich kriege ich das alles wieder hier platziert.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.