Return of the Dinos

Vor drei Jahren war ich sehr angetan von „In A Million Years“, dem Debütalbum der Indiepopper Last Dinosaurs aus Brisbane – der Song „Zoom“ war Stammgast im Atomic-Set, die Band spielte damals auch auf dem Reeperbahn Festival.

Drei Jahre und ein paar Personalwechsel später steht ihr zweites Album „Wellness“ an, das noch vor Monatsende erscheinen wird. Ich muss ehrlich sein: 2012 war eine Zeit, in der ich für Hurra-Pop, der sich an TDCC und Phoenix orientierte, noch ein sehr offenes Ohr hatte. Heute habe ich mich daran ziemlich satt gehört und ich kann für daher für das Saccharin der neuen Last Dinosaurs-Single „Apollo“ erheblich weniger Enthusiasmus aufbringen. Aber gut, warten wir mal das Album ab, vielleicht sind ja noch ein paar Highlights drauf.

Interview: Strange Wilds

strange wilds header

Wie jetzt? Der Henning interviewt eine Band aus härteren Schublade? Da wunderte sich sogar der Kollege von der Plattenfirma. Aber hey, auch ich wurde mit Grunge groß und Sub Pop hat ein neues Trio aus Olympia, Washington unter Vertrag genommen. Das letzte Mal, als das passierte, da ging bald so einiges. Das ist zumindest eine ordentliche Gesprächsgrundlage für ein Telefonat mit Sänger Steven von den Strange Wilds.

Interview: Strange Wilds weiterlesen

Vinterview: The Maccabees

Vinterview Header Maccabees2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht.

Ich werde die dabei verlorenen gegangenen Interviews hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Keine Angst, es werden auch wieder aktuelle Interviews kommen – aber ein paar Releases zur Zeit bieten es einfach an, dass ich in der Vinterview-Kiste krame. Letzte Woche erschien ein neues Album von The Maccabees (ich fand’s ja nur so mittelmäßig – siehe Review). Zum Vorgänger „Given To The Wild“ konnte ich Sänger Orlando Weeks sprechen. Hier also noch mal mein Text von damals…

Vinterview: The Maccabees weiterlesen

Review: HEALTH

DEATH_MAGIC_cover_art1.jpg042415104425HEALTH – „Death Magic“

Viele von Euch haben ein HEALTH-Album daheim, ohne dass sie es wissen. Die Industrial-Gazer aus L.A. haben den Soundtrack fürs Computerspiel „Max Payne 3“ geliefert, weil jemand bei Rockstar Games meinte, sie seien genau die richtigen, um eine futuristisch-distopische Atmosphäre zu schaffen (und Recht hatte). Was auch bedeutete, dass HEALTH umso länger brauchten, um mit „Death Magic“ den regulären Nachfolger ihres letzten Albums auf den Markt zu bringen – „Get Color“ erschien 2009.

HEALTH ist eine Band, die ich bisher sehr spannend fand – aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich Fan war. Sie können halt schon ziemlich brachial sein und werden nicht umsonst als Industrial kategorisiert – und ich bin und bleibe nun mal ein Popkid. Trotzdem gab’s immer die Momente, wo wir uns überschnitten: „USA Boys“ (2010) zum Beispiel legte auch ich regelmäßig im Atomic auf, speziell wenn ich gegen Ende des Abends übermütig/betrunken wurde, um selbst den Dancefloor zu stürmen – die Nummer hat ein sinistres Keyboardriff, das dich hypnotisiert und dir dann fein säuberlich die Schädeldecke wegfräst. Die Nummer ist der Wahnsinn, auch fünf Jahre danach.

Ich hatte trotzdem keine großen persönlichen Erwartungen ans neue HEALTH-Album. Ich dachte, okay, mit Glück sind wieder ein, zwei Tracks drauf, die mir mit einem gewissen Grad an Poppigkeit entgegenkommen – aber normal ist die Band nun mal sperrig und schroff und mehr was für NIN-Fans als für mich.

Review: HEALTH weiterlesen

Keep Feeling Fascinator

So viele Namen, so viele Referenzen! Zuerst mal: Wenn das Aussie-Label Spinning Top aus Perth was macht, heißt es aufhorchen. Denn dies sind die Jungs um Nick Allbrook von Pond (und ehemals Tame Impala). Auf Spinning Top veröffentlichten daher außer Pond u.a. auch The Growl (die Band von Tame Impalas Cam Avery), der super-Songwriter Peter Bibby oder die Perth-Psychedelia-Szeneband Mink Mussel Creek. Auch auf Spinning Top: Ein DJ/Producer, der sich Fascinator nennt und ansonsten nichts von sich bekannt gibt.

Es gibt einen neuen Track von Fascinator, co-produziert von Darren Seltmann (The Avalanches), noch so ne Aussie-Kultfigur. Vorbild der so sonderlichen wie starken Nummer „Dead Of The Night“ war wiederum ein musikalischer Sketch von Comedian Matt Berry (Toast Of London, The IT Crowd) aus seiner Serie „Snuff Box“ – und Hey, ich LIEBE Matt Berry! Ich sammle die DVDs, auf denen er mitspielt!

So viele Namen also, die für skurrile Spitzenqualität stehen, da KANN diese Nummer uns ja nur gefallen, oder? Zum Free Download bietet Spinning Top den Song auch noch, und zwar HIER.

Vinterview: Elbow 1

Vinterview Header Elbow2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht.

Ich werde die dabei verlorenen gegangenen Interviews hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Neulich schrieb ich hier über die neue EP von Elbow – deren Erscheinen mich überraschte, denn das letzte Album der großen Melancholiker aus Manchester erschien schließlich erst 2014. Zu jener Platte sprach ich Bassist Pete Turner. Nach dem Break also mein Text vom letzten Jahr….

Vinterview: Elbow 1 weiterlesen

Calm before the Storm

Menno. In Australien erscheint am 11.09. endlich das Debütalbum von Melbournes City Calm Down namens „In A Restless House“. Hier in Deutschland müssen wir aber bis November warten – und wenn ich die neue Single „Wandering“ höre, werde ich bereits ganz ungeduldig. Denn hier zeigen die Jungs, wie sie sich entwickeln. Wir kennen die Band bisher als gute Interpol/Editors-Variante mit ein bisschen Cut Copy-Elektronik, aber „Wandering“ klingt, als hätten The National mit Synthies aufgerüstet. Hier werden CCD aus einer Band, die sehr gekonnt ihren Vorbildern nacheifert, zu einer, die ihren eigenen Weg findet.

Vinterview: Albert Hammond

Vinterview Header Hammond2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht.

Ich werde die dabei verlorenen gegangenen Interviews hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Das neue Album von Albert Hammond Jr ist sehr gelungen – siehe Review etwas weiter unten. Und sein Erscheinen erinnert mich daran, dass ich den „Old Man“ des Strokes-Gitarristen 2012 fürs Classic Rock treffen konnte.  Albert Hammond, die Hitmaschine, die so viele Welterfolge geschrieben hat, vor allem für andere Künstler. Das Interview hatte ein Motto namens „Lifelines“- was das bedeutet, erkläre ich im Text. Jedenfalls, Albert Hammond ist ein wunderbar freundlicher Gentleman, und dieses Interview gehört zu meinen allerliebsten, die ich je geführt habe.

Damals veröffentlichten auch die Strokes gerade ihr letztes Album „Comedown Machine“, sie gaben aber keine Interviews dazu. Darüber redeten Hammond und ich gerade, als ich das Mikrophon anschaltete. Und damit geht’s los.

Vinterview: Albert Hammond weiterlesen

Review: The Maccabees

The-Maccabees_Marks-To-Prove-It_album-artworkThe Maccabees – „Marks To Prove It“

Die Maccabees sind Überlebenskünstler. Sie tauchten auf in der britischen Szene, als sich gerade der Wind drehte, als für die damalige Schwemme der UK-Gitarrenbands der Ausdruck „Indie Landfill“ geprägt wurde und das Genre quasi geächtet wurde. Aber während Zeitgenossen wie The Rakes oder Good Shoes in der Folge völlig von der Bildfläche verschwunden sind, werden The Maccabees zumindest auf der Insel immer noch extrem geschätzt – nicht zuletzt, weil sie klanglich eine Kehrtwende gemacht haben.

Hätten die fünf Londoner aus gutem Hause mit den flotten Zickzackpop-Zweiminütern ihres Debüts „Colour It In“ weiter gemacht, wären sie sicher genauso abgeschossen worden. Aber sie erweiterten auf ihrem zweiten Album „Wall Of Arms“ ihren Sound, ihre Songs dehnten sich nun aus, entwickelten Atmosphären. Damit hatte keiner gerechnet, entsprechend gab’s Pluspunkte von der Kritik. Auf ihrem dritten Album „Given To The Wild“ reizten sie dieses Verfahren dann aus – fast jeder Song machte eine Reise durch, auf der er langsam und leise anfing, dann Fahrt und Instrumente aufnahm, bis diese sich zum Getöse auftürmten, worauf der Song wieder abebbte, bremste oder in sich zusammenfiel. Auf der Insel wurde die Platte GELIEBT und in die Jahresbestenlisten von 2012 gewählt.

Damit haben Sänger Orlando Weeks und Co sich auch ein Problem geschaffen: Aber auf ihrem vierten Album gilt’s für die Herren, wieder was Neues zu finden. Nicht auf der Stelle zu treten, das sind The Maccabees sich heute schuldig. Das haben sie sich sozusagen eingebrockt mit ihrer bisherigen Entwicklung.  Auch die Stellung, die sie in der UK-Szene deswegen innehaben, verlangt das nun.

Review: The Maccabees weiterlesen

Anything is Blossomble

Ich mag Britpop. Das ist kein Geheimnis. In den letzten Jahren haben die Worte „Britpop“ bzw „Indie“ allgemein auf der Insel keinen leichten Stand gehabt, darum freue ich mich immer, wenn trotzdem junge UK-Bands mit Gitarren die 60s aufgreifen und sich nicht dafür entschuldigen. Die Blossoms aus Stockport zum Beispiel: Ein bisschen Psychedelia a la Temples, ein bisschen Folk a la The Coral, viel Britpop und bereits früh ansprechende Bandbreite – ihre aktuelle 4-Track-EP „Blown Roses“ schließt mit einem Stück voller Streicher, die nach Burt Bacharach klingen.

Zum Titelsong der EP haben die Jungs jetzt ein Video gemacht.

Ach ja: Was mir ja auch gefällt: Wenn man die Namen Blur und Stone Roses kreuzt, kommt als Ergebnis „Blown Rose“ raus. Bestimmt keine Absicht von den Blossoms. Aber ein Detail, das einem alten Indie-Dödel wie mir Freude macht.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.