Party like it’s 1991

Es gab Zeiten auf meinem alten Blog, da habe ich fast jeden Tag einen Post verfasst. Zur Zeit passiert hier aber relativ wenig. Sorry, offenbar bin ich faul. Andererseits ist das natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass der Januar nun mal ein Monat ist, in dem die Labels traditionell wenig veröffentlichen.

Damit hier aber trotzdem mal wieder was passiert, kann ich ja mal zwei Videos aus den letzten Wochen kommentieren. Auffällig ist, dass der Sound von 1991 in der Tat wiederkommt. Wer sich z.B. die Vorab-Tracks vom zweiten Peace-Album anhört und nicht an die Happy Mondays, Flowered Up, Northside oder EMF denken muss… der ist 1991 halt zu jung gewesen. Aber glaubt mir, die Beats, das Feeling (auch die ziemliche Dödeligkeit der Texte) kommen exakt hin. Ein anderes Beispiel ist der Brite, der sich Only Real nennt. Der wird in manchen Kreisen als neuer Jamie T gehandelt – was für meinen Geschmack doch sehr hoch gegriffen ist. Aber der Shuffle-Beat und die Art, wie die Gitarren eingesetzt werden, lässt mich sagen: Seine Single „Yesterdays“ hätte ein Song auf „Schubert Dip“ sein können. Könnte ein Hit werden, die Nummer, es ist schließlich ein „Four-Chord-Song“

Und wenn schon alle so klingen wie 1991, dann macht es doch Sinn, dass all die 1991-Bands zurück kommen. Ride haben ihre Reunion bekannt gegeben, Swervedriver ein neues Album angekündigt und auch die Charlatans melden sich im Frühjahr mit ihrem zwölften Album zurück. Eine Platte, die wirklich sehr gelungen ist – klar, die Jungs werden ruhiger, aber das passt, das klingt stimmig. Lieber sehe ich Tim Burgess & Co in Würde älter werden, als dass sie uns gequält einen auf junge Hüpfer machen. Die Vorab-Single „Talking In Tones“ ist ein typischer Grower. Sie steht ja schon recht lange online, zuerst fand ich sie eher unspannend. Erst bei siebten, achten Hören kommt dann der Punkt, wo man die unaufdringliche Melodie und die subtilen Gitarrenakkorde zu schätzen lernt, und dann ist es nur noch ein Moment, bis man den Song himmlisch findet und „Rückkehr der Charlies zu ihrer Bestform!“ jubelt.

Interview: Sturgill Simpson

Header SturgillDieser Typ ist ’ne Sensation. Sturgill Simpson hat meine Lieblingsplatte des Jahres 2014 gemacht und mir eine neue Welt erschlossen: Seit ich seine Musik kenne, habe ich mich wieder neu ins Thema Country (die traditionelle bzw. alternative Variante) reingebissen. Im September war ich dann in Stockholm, um den Mann, der Country mit seinen zwei Alben gerade einen Adrenalin-Schuss ins Herz verpasst hat, vor seiner Show im Bryggarsalen fürs Classic Rock Magazine zu treffen.

Das folgende Gespräch dreht sich erst um Sturgills Musik, artet aber bald ins Politische aus. (Sorry, dass ich auf dem Gebiet immer nur so Halbwissen rauspusten kann.) Jedenfalls, was für’n Typ!
Als ich mein Aufnahmegerät anschalte, bedauert Sturgill gerade, noch nicht in Deutschland gespielt zu haben. Interview: Sturgill Simpson weiterlesen

Meine Alben 2014. Pt 3 (16-11)

11-16 Header Temples

Hallo im Jahr 2015! Das Jahr ohne Atomic Café. Oh Mann, das wird ganz schön hart werden. Die letzten Nächte habe ich noch so oft wie möglich dort verbracht… schlimm wird’s ab Mitte/Ende Januar. Wenn ich ein, zwei Wochenenden nicht weg war, und mal wieder so richtig auf den Putz hauen will – aber dann nicht ins Atomic gehen kann. Ach je.

Aber zum neuen Blog-Eintrag. Ich sitze immer noch an der Liste meiner Lieblingsalben von 2014, die ich nun aufarbeite. Dabei fiel mir vorhin auf, dass mir ein Cut&Paste-Fehler unterlaufen sein muss, als ich meine Liste erstellt habe. Eine meiner Lieblingsplatten ist nämlich aus der Liste verschwunden, obwohl sie knapp hinter den Top Ten landen sollte. Die muss jetzt noch nachträglich rein. Wenn man genau ist, rutschen also alle anderen bisherigen genannten Alben eine Position nach hinten. Aber hey, ist ja eigentlich egal. Dies ist ja keine offizielle Liste irgendeiner namhaften Publikation, dies sind einfach meine Lieblingsplatten 2014, über die ich noch schwärmen und auf die ich noch mal hinweisen möchte. Naja, jedenfalls umfasst der nächste Post sechs Alben statt fünf, und es geht von Platz 16-11. Meine Alben 2014. Pt 3 (16-11) weiterlesen

Meine Alben 2014. Pt 2 (20-16)

20-16 Header Ocean Party

So, weiter geht’s mit meiner persönlichen Top 25 in Sachen Alben des Jahres 2014. Eine Liste, die keinerlei Anspruch erhebt, außer meinen eigenen, komplett subjektiven Geschmack wieder zu geben. Dafür immerhin begründe ich, was ich an den jeweiligen Platten so mag. Wir sind bei Runde 2 angekommen, das heißt Platz 20 – 16.  Meine Alben 2014. Pt 2 (20-16) weiterlesen

Meine Alben 2014. Pt 1 (25-21)

25-21 Header ceo

2014 geht zu Ende. Musikalisch ein ordentliches Jahr. Mit ein paar Lieblingsalben, die bleiben werden. Letztes Jahr schon erlaubte ich meinem Ego, auf dem alten Blog einen Countdown meiner 25 Lieblingsalben des Jahres zu platzieren (gerne würde ich drauf verlinken, aber der blog ist nun mal futsch…). Das Ganze mache ich dieses Jahr wieder. Nach dem Umbruch geht’s los mit dem ersten von insgesamt fünf Teilen.

Meine Alben 2014. Pt 1 (25-21) weiterlesen

Einer geht woch!

Ihr habt’s mitgekriegt – der Stop/Start-Abschied vom Atomic Café, das noch mal eine Gnadenfrist bis zum Ende des Jahres bekam, bedeutete, dass mein Britwoch vom Ende November letztlich gar nicht mein letzter Britwoch war. Obwohl wir das damals noch dachten und schon so tränenreich Abschied feierten. Mein wirklich aller-aller-letzter Britwoch war vorgestern, in der Nacht des 24. auf den 25. Dezember. Es folgt also meine wirklich allerletzte Britwoch-Spotify-Liste.

Anmerkung 1: Der 24. war ein „stiller Feiertag“, also einer dieser bayerischen Tage mit Tanzverbot. Da durfte ich zwischen 23.00 und 0.00 Uhr noch kein Gas geben. Die erste Stunde des Abends besteht daher aus Balladen und melancholischen Liedern. Ich mag sowas ja. Mit „Rent I Pay“ von Spoon beginnt dann das „Tanz“-Programm.

Anmerkung 2: Auch einen smart Club bestritt ich am 13.12. noch mal, gemeinsam mit Tobi Bavarian Mobile Disco. Statt eine weitere Playlist anzufangen, habe ich die Songs, die ich an dem Abend auflegte (und die sich nicht mit dem Britwoch-Programm überschnitten) hinten angehängt. Die kommende Liste besteht also quasi aus eineinhalb Sets.


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Werde ich jetzt einer von euch?

Auf dem alten Blog gab’s bereits mehrere Beiträge über meinen Lieblingsgoth Henric de la Cour. Im alten Blog schrieb ich auch Ende letzten Jahres darüber, dass im schwedischen Fernsehen eine hintergründige und aufschlussreiche Doku über den Ex-Frontmann von Yvonne und Strip Music und heutigen Solokünstler laufen sollte. Ich schreibe jetzt noch mal über die Doku, denn inzwischen ist sie auf DVD erschienen, und inzwischen habe ich sie selbst gesehen.

henric de la cour dvdWas Henric in der Doku erstmals preisgibt, und was er lange auch vor privaten Freunden geheim gehalten hatte: Henric ist Mukoviszidose-Patient. Als die Krankheit diagnostiziert wurde, war er fünf. Damals lag die Lebenserwartung für Erkrankte bei 15 Jahren.

Nun hat die Medizin über die Jahre erhebliche Fortschritte gemacht. Nichtsdestotrotz, Henric führte ein Leben, in dem ihm der unausweichliche Tod, der ja auch uns allen bevor steht, immer näher war als uns. Er rechnete nicht damit, 20 zu werden. Er rechnete nicht damit, 30 zu werden. Er rechnete nicht damit, 40 zu werden. Er blieb seinen Freunden, sogar seiner Familie gegenüber distanziert. Er machte keine langfristigen Pläne. Er wusste ja, es könnte jederzeit sein, dass er sich von allen verabschieden muss.

Klar, die Krankheit prägte sein Leben und seine Kunst. Einerseits wegen akuten Krankheitsphasen, in denen Henric sich tagelang von der Außenwelt zurückziehen musste. Andererseits, wenn immer dieses Damokles-Schwert über einem schwebt, ist ja wohl selbstverständlich, dass die Gedankenwelt sich um Tod und Abschied dreht, ums Anderssein, und dass sich dies in Texten und Lebensgefühl niederschlägt.

Ich erwähnte: Die Medizin, sie hat riesige Fortschritte gemacht in den Jahrzehnten. Die Doku bietet daher eine bemerkenswerte, augenöffnende Szene, die Höhepunkt, Wendepunkt und Anticlimax zugleich ist. Ich will nicht mal verraten, was da passiert. Ich möchte euch regelrecht zwingen, euch das anzugucken. Es kommt ein Moment vor in dem Film, da werdet ihr schlucken und vieles hinterfragen, auch in eurem Leben. Nicht nur deswegen ist „Henric de la Cour“ für mich die Musikdoku des Jahres.

Mal abgesehen davon liefert der Mann seit Mitte der 90s verlässlich wahnsinnig gute Musik und er ist komplett unterbewertet.

Die Doku ist Schwedisch, aber mit englischen Untertiteln. Der Name des Regisseurs ist Jacob Frössén. Gönnt sie euch. Übrigens, auch die ersten beiden Yvonne-Alben von 1995 und 1997, lange nicht erhältlich, sind jetzt in Downloadstores verfügbar.

Right as Rainbow

Das bekannteste Werk des britischen Pop-Art Künstlers Peter Blake bleibt das Cover von „Sergeant Pepper“, aber auch sein 1968-Druck „Babe Rainbow“ hat einen festen Platz in der Popkultur. 1992 benannten The House Of Love eins ihrer Alben nach dem Bild, ein kanadischer Elektronik-Musiker und Remixer hat dieses Pseudonym gewählt, und inzwischen trat eine australische Band namens The Babe Rainbow auf den Plan.
Das Trio stammt aus dem Örtchen Rainbow Bay in New South Wales, das liegt an der Gold Coast, angeblich ein Surferparadies (ich als Nicht-Sportler kann da nicht mitreden). Die Musik von The Babe Rainbow bezieht sich, passend zum Bandnamen, auf die späten Sixties. Liebevoll augenzwinkernd kopierend, mit guten Songs. Beweisstück 1: Die aktuelle Single „Planet Junior“

Drei weitere Babe Rainbow Videos nach dem Break.
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Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.