„Not Coming Back“ Coming Back

Releasedates. Auch in einer globalisierten Internetwelt immer noch ein Thema. Australiens feines Folkpop-Duo Husky beispielsweise  veröffentlichte sein zweites Album „Rucker’s Hill“ schon vor ca einem Jahr in seiner Heimat. Hierzulande stand das Werk dann im April endlich in den Läden (ich hatte ein Interview, siehe HIER). Aber erst seit letzter Woche gibt’s die Platte auch offiziell auf den britischen Inseln.

Anlässlich dieser UK-Release nun haben Husky nun ein neues Video zu ihrer Single „I’m Not Coming Back“ veröffentlicht. Das Lied kennen wir schon länger, macht nix, gucken wir es uns eben noch mal an. Diesmal mit animiertem Video. Liab.

Mental: Health

Es ist Mitte November, aber hier im Verlag arbeitet man schon an den Magazinen, die zur Jahreswende erscheinen. Darum werde ich schon nach meinen Jahres-Top Ten gefragt, und auch wenn ich mit The Ocean Party und Astropol noch zwei sehr starke Kandidaten für den Schlussspurt erwarte, kann ich doch schon mal sagen: „Death Magic“ von den kalifornischen Industrial-Poppern HEALTH wird in meinen Top Ten landen. (HIER mein Review aus dem Sommer)

Das Ganze erwähne ich hier noch mal, weil HEALTH jüngst eine Session für den Sender WFUV eingespielt haben – und die ist zweifellos ein ziemliches Brett.

Houses Of Love

Okay, hier bin ich etwas später dran. Das Video steht schon länger online, aber auch wenn der Clip nicht brandneu ist, will ich ihn doch teilen. Weil’s mich packt, das Lied.

Hallo, Tiny Little Houses aus Melbourne. Wir werden viel Freude miteinander haben! Euer Sänger Caleb Karvountzis schreibt, ihr seid beeinflusst von US-90s-Bands wie Neutral Milk Hotel. Ich kann Pavement, Flaming Lips, Sparklehorse in eurem Sound hören – aber auch typisch Melbourner Dolewave-Janglepop. Vor allem aber höre ich markante Gitarren und einen Sänger mit Persönlichkeit. Die EP „You Tore Out My Heart“ beginnt mit den Worten „How weird it is to think in 60 years we won’t exist“. Caleb, was machst du dir denn mit Anfang 20 für Gedanken?
In der Single „Easy“ geht’s um die beste Freundin, die nie mehr sein wird als die beste Freundin. Kennt man. Aber wenn Caleb singt „I can’t keep having you around (…) it’s better lost than found“ stimme ich nicht mit ihm überein. Einig sind wir uns wieder, wenn er singt „It’s not hell, but it’s not easy.“

Houses Of Love weiterlesen

Review: Kate Boy

Kate-Boy-ONE-2015-1400x1400Kate Boy – „One“

… und noch jemand, der sich Zeit gelassen hat für sein Debütalbum. Ziemlich genau drei Jahre ist es schließlich her, dass das schwedisch/australische Trio Kate Boy mit seiner Single „Northern Lights“ durch die Blogosphäre schoss – und das war kein Wunder. Denn wenn jemand scheinbar aus dem Nichts gleich mit einer so perfekt durchgeformten Debütsingle in der Szene aufschlägt, dann scheint das Potential unendlich.

Nicht, dass der Sound von „Northern Lights“ revolutionär gewesen wäre. Gar nicht – damals erschein sogar quasi wöchentlich eine neue Skandi-Band mit Frauenstimme und kühl schneidenden Synthies, und sie alle schienen die gleiche Idee zu haben – und zwar: „Mein Lieblingslied ist ‚Heartbeat‘ von The Knife – aber im Großen und Ganzen sind die zu arty. Das kann man doch sicher etwas massentauglicher in Richtung Synthiepop kitzeln!“

Von all den Bands, die so arbeiteten (zum Beispiel Dänemarks Alleykat, Islands Bloodgroup und Schwedens Niki & The Dove) kriegten Kate Boy es auf Anhieb am knackigsten hin. Im Nachhinein zeigte sich, dass das kein Wunder war. Kate Ackhurst war eine etablierte Songwriterin, die in LA schon Lieder für Popstars geschrieben hatte, die Schweden an ihrer Seite arbeiteten schon länger als professionelles Producer-Team namens Rocket Boy.

Review: Kate Boy weiterlesen

Review: Cheatahs

cheatahs-mythologiesCheatahs – „Mythologies“

Mein geschätzter Indie-DJ-Kollege Benny Ruess vom Revolver Club in Hamburg LIEBT die Cheatahs. Hingebungsvoll. Kein Wunder – wie ich ist er zur Wende der 80s auf die 90s mit Indie sozialisiert worden, also zur Zeit der Manchester Baggy Ära sowie des Shoegazing. Wenn wir kreischendes Feedback und sich auftürmendes weißes Rauschen hören, dann ist das für uns kein Lärm. Für uns ist es der Soundtrack der großen Versprechen des Lebens. Wir denken an die letzten Schuljahre, als man sich auf all das freute, das da draußen auf einen wartete. Wir denken an die Mädchen, in die wir im Gymnasium verknallt waren, an Biere am Baggersee und den ersten Sex. Also mir geht’s mal so – und ich unterstelle Benny einfach mal, bei ihm ist es ähnlich. Shoegazing-Gitarren und Säuselgesang sind ein Schlüsselreiz für uns, der uns immer „Hach!“ sagen lassen wird.

Trotzdem konnte ich ausgerechnet den Cheatahs bisher nicht so viel abgewinnen. Ich hatte fast ein schlechtes Gewissen deswegen, weil Benny die so liebt. Als würde ich was falsch machen. Schließlich: Wenn es eine neue Band gibt, die sich treu ans Shoegaze-Regelbuch hält, dann ist das ja wohl dieses multinationale Quartett (Gesang: CAN / Gitarre: UK / Bass: US / Drums: D), das sich in London gründete. Aber auch wenn sie mich an so viele Lieblingsbands erinnerten, die Cheatahs selbst wurden keine.

Review: Cheatahs weiterlesen

Burst into heaven…

Eine Band, die sich „Elephant Stone“ nennt, hätte mir doch früher ins Auge springen müssen? Neulich habe ich erst wieder mit einem Kumpel darüber geredet, dass man mit 95%er Sicherheit schon am Bandnamen erkennt, ob man die Musik mögen wird oder nicht – und eine Band, die sich nach einer Stone Roses-Single benennt, hat den Geschmack schon mal zweifellos am richtigen Fleck. Die Wahrscheinlichkeit, dass mir das Video zu „The Devil’s Shelter“ gefallen würde, war also groß.

Und? In der Tat – ich find’s super! Elephant Stone, ergoogle ich mir, sind aus Montreal, haben schon drei Alben veröffentlicht, auf denen sie Psychedelia und Britpop-Groove mit indischen Instrumente wie Sitar, Tabla und Dilruba kombinieren – ihr Sänger heisst Rishi Dhir, ist also offenbar indischstämmig. Mich erinnert’s aufs erste Hören an einen Mix aus Kula Shaker und Temples. Da scheint sich eine kleine Reise in den Backkatalog zu lohnen.

 

Review: City Calm Down

In A Restless HouseCity Calm Down – „In A Restless House“

Na, die haben uns aber lange auf die Folter gespannt.

Fast auf den Tag genau drei Jahre ist es her, als aus Melbourne das Quartett City Calm Down mit einer fast perfekten 6-Track EP namens „Movements“ auftauchte. Es war eine EP, die für Newcomer schon erstaunlich ausgereift war, denn hier war sowohl Persönlichkeit, Abwechslung als auch Tiefe drin. Es gab ein atmosphärisches Instrumental genauso wie einen Cut Copy-esk tanzbaren Track („Sense Of Self“), vor allem aber Melancho-Indierock für Leute, die die frühen Editors gut finden. Es stellte sich dann heraus, dass City Calm Down streng genommen keine totalen Newcomer mehr, sondern daheim in Melbourne schon seit drei, vier Jahren aktiv waren. Was immerhin erklärte, warum diese ersten Songs schon so weit waren.

Seitdem aber haben uns City Calm Down auf ihr erstes Album warten lassen. Was es gab, waren vereinzelte Singles („Speak To No End“, 2013 sowie „Pavement“, 2014), die jeweils eine Facette zum bisherigen Sound der Band hinzufügten und die Ungeduld auf ein Album steigerten. Review: City Calm Down weiterlesen

Graves Pleasure

Übrigens: Über ein Jahr nach seiner US-Veröffentlichung ist „And The War Came“, das aktuelle Album vom famosen alt.Country-Performer und Songwriter Shakey Graves diesen Freitag auch offiziell in Deutschland erschienen.

Naja, was immer „offiziell“ in diesem Fall heißen mag. In den Downloadstores stand die Platte von Anfang an, und es ist nicht so, dass wer auch immer hier das Label ist, auch nur einen Finger dafür krumm gemacht hätte, dass man diese Release mitbekommt. Bei uns im Verlag kam bei keiner Redaktion eine Bemusterung an, nicht mal eine Rundmail kriegte ich. Schwache, schwache Vorstellung.

Rausgekriegt, dass das Album „offiziell“ (hüstel) „erscheint“ (hüstel), habe ich durch die Rundmail der Tourneepromoter. Denn Hurra, das ist die gute Nachricht, im Mai kommt Shakey auf Deutschlandtour und dabei auch nach München.

Wie auch immer, ich nutze diese News, um einmal mehr das Video von der Single „Dearly Departed“ zu posten – und HIER mein Link zur Albumrezension vom letzten Jahr.

Shakey Graves „Dearly-Departed“ featuring Esme Patterson from The Sessions on Vimeo.

Don’t Hassle The Høff

Tomas Høffding von Whomadewho ist solo als Bon Homme unterwegs und hat unter diesem Namen schon zwei Soloalben veröffentlicht. Sein drittes Soloalbum ist aber keins – sondern eine Kollaboration mit Lydmor, ihrerseits dänische Elektronikpop-Künstlerin.

Das gemeinsame Album von Lydmor & Bon Homme wird den Titel „Seven Dreams Of Fire“ tragen, es erscheint Freitag. Vorab nach der erstem Single „Things We Do For Love“ ein zweites Video: „Dream Of Fire“. Me likee.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.