Vinterview: The Helio Sequence

helio sequence negotiations vinterview2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht. 

Viele (leider nicht alle) meiner alten Interview-Transkripte habe ich noch auf meinem Laptop – und weil’s ja auch irgendwie schade wäre, wenn sie da versauern, werde ich sie hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Portlands The Helio Sequence haben letzte Woche ein starkes sechstes Album veröffentlicht, schlicht „The Helio Sequence“ betitelt. Zum Vorgängeralbum „Negotiations“ beantwortete mir Sänger/Gitarrist Brandan Summers im Herbst 2012 einige email-Fragen. 

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Two Dorsal Down

Nicht weniger als zehn Mitglieder hat die Melbourner Truppe Dorsal Fins. Im Februar hat die Band mit „Mind Renovation“ ein sehr abwechslungsreiches Album abgeliefert, ein paar richtig feine Indiepop-Hits sind auch drauf. Falls ihr meine „Best Ditches“-Spotify Playlist (siehe links oben) schon mal durchgehört habt, erkennt ihr vielleicht ihren Song „Monday Tuesday“. Diese Nummer haben sie jetzt, quasi als neues Video, live in den Newmarket Studios, Nord-Melbourne eingespielt.

Vinterview: The Vaccines

Vinterview Header Vaccines

2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde die Mutterseite piranha.tv aus dem Netz genommen. Damit wurde auch mein Blog gelöscht. Alles weg, hui! 

Viele (leider nicht alle) meiner alten Interview-Transkripte habe ich noch auf meinem Laptop – und weil’s ja auch irgendwie schade wäre, wenn sie da versauern, werde ich sie hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese „vintage Interviews“ (Hüstel!) nenne ich „Vinterviews“. 

Den Anfang machen The Vaccines, denn gestern erschien ihr drittes Album (meine Meinung dazu siehe unten). Anlässlich ihrer zweiten Platte „The Vaccines Come Of Age“ telefonierte ich 2012 mit Drummer Pete Robinson. Um unser Gespräch zu lesen, bitte ein mal Klicken:     

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Review: The Vaccines

Vaccines albumThe Vaccines – „English Graffiti“

Komisch, aber irgendwie war ich dieses Mal gar nicht gespannt aufs neue Vaccines-Album. Keine Vorfreude, kaum Interesse. Ich habe gerade mal nebenbei registriert: „Och, da kommt ne Neue. Na dann.“ Ich habe mich selbst gewundert darüber, dass mich das so wenig juckte, und mich gefragt, woran das liegen könnte. Zwei mögliche Antworten habe ich gefunden:

Erstens habe ich die einst so gefeierten Londoner, die 2011 noch als die Retter des Brit-Indie galten, nach „Come Of Age“ (2012) endlich live gesehen – ausgerechnet in der BMW World. Das war ein Fehler, die Show hatte die Atmosphäre einer reinen Marketing-Angelegenheit. Auch die Vaccines dachten wohl (so wurde mir berichtet), sie spielten auf einer Firmenparty. Dass auch Fans einen Anteil Tickets kaufen oder gewinnen konnten, sei an ihnen vorbei gegangen. Was die einzige Entschuldigung dafür ist, dass sie Playback(!) spielten. Es ist doch desillusionierend, auf eine Band zu warten, und dann tritt sie endlich in deiner Stadt auf – und du merkst: Das ist ja Playback! Da haben die Herren viele Punkte bei mir verloren.

Zweitens, im Nachhinein war „Come Of Age“ gar kein so tolles zweites Album. Review: The Vaccines weiterlesen

Review: Hot Chip

cover-hot-chip-why-make-senseHot Chip – „Why Make Sense?“

Neulich meinte jemand zu mir: „Hot Chip braucht doch auch kein Mensch mehr, oder? Sind die nicht voll durch?“ Da wunderte ich mich erst mal, weil dieser Gedanke mir nie in den Sinn gekommen wäre. Zum einen, weil ich Hot Chip mag und mich immer auf neue Releases von ihnen freue – und zweitens, weil die Londoner Schlauberger schließlich ein Image als hippe, schräge Erneuerer haben, das ziemlich unantastbar ist. Hot Chip? Durch?

Aber, tja, wenn man hart ist, kann man’s natürlich auch so sehen: Der Durchbruch des Quintetts, ihr signature tune, „Over And Over“ bzw. das dazugehörige Album „The Warning“ – das passierte ja schon 2006! Das ist also neun Jahre her!

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Interview: DMA’s

DMAs Titel

Hurra, Hurra! Seit einiger Zeit schon juble ich über Sydneys umwerfende DMA’s – das ist Oasis’scher Britpop, so fresh, als käme er von den jungen Gallaghers selbst – da kommt „Definitely Maybe“-Feeling auf!! Entsprechend habe ich mich auf mein Interview mit Gitarrist Johnny Took gefreut – nur: Der Kerl ging zum vereinbarten Zeitpunkt nicht ans Telefon. Fast eine Stunde hab ich’s versucht, mehrere SMS geschrieben, keine Antwort. Aber ich musste auf einen zweiten Termin. Als ich schon halb aus der Tür war, kam doch noch eine Message: „Wow! Dude – just got into London and needed to charge my phone. Gimme a call. So sorry!“

Was ich vorausschicke, um zu entschuldigen, dass unser Gespräch nicht so ausführlich war wie normal. Aber ich denke, wir werden trotzdem so einigermaßen ins Bild gesetzt über unsere neue Lieblingsband. Interview: DMA’s weiterlesen

Review: Banditos

BS231_Banditos_Cover_1500_0Banditos – „Banditos“

Wie wär’s mal wieder mit einer Runde alt.Country? Ladies & Gentlemen, ich stelle vor: Banditos, eine sechsköpfige Band aus Birmingham, Alabama, die inzwischen in Nashville lebt. Nashville ist schließlich der Ort, wo man zur Zeit hingeht als erdige Rockband. Hier sitzt auch der Musikantenstadl der US-Kommerz-Country-Industrie – aber mit nichts haben Banditos weniger zu tun. Dies ist eine Band, die in den letzten Jahren 600 Shows gegeben hat – und es wirkt zumindest so, als hätten sie ihre Erfahrungen vornehmlich in Rockerkneipen gesammelt, in denen irgendwann die Stühle fliegen. Diese Band hat die urige, räudige Energie, die man sich nur als authentische Südstaaten-Combo aneignen kann.

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Review: Taymir

taymir albumTaymir – „Phosphene“

Klar, ich könnte diese Platte auch einfach ignorieren. Das ist ja schließlich auch das, was ich den Rest meines Lebens tun werde. Aber es ist so sonderbar: Geht die Sony ernsthaft daher und veröffentlicht eine holländische Zweitligaband! Da zuckt man halt doch mal kurz mit der Augenbraue.

Es ist so: Jedes Land hat seine Lokalhelden. Ob sich Taymir dafür qualifizieren („Phosphene“ erreichte laut Wiki Platz 22 der NL-Top 100, was mich irgendwie nicht beeindruckt), sei dahingestellt. Jedenfalls: Jedes Land hat so seine paar Bands, die sich zu Hause durch stetige Live-Präsenz einen Namen erspielt haben und bei denen der heimische Hörer sagt: „Hey, das ist doch nicht viel schlechter als… (hier eine internationale Größe einfügen).“ Man meint es gut mit diesen Heimat-Bands. Man will seine Kumpels unterstützen. Also erreichen sie einen gewissen Bekanntheitsgrad und das Publikum tobt, wenn sie am Nachmittag auf dem örtlichen Festival spielen. So weit, so gut. Nix dagegen.

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Review: Paul Weller

SaturnsPattern_Cvr_06.inddPaul Weller – „Saturn’s Pattern“

57 Jahre wird Paul Weller diesen Monat. Heute kaum vorstellbar, aber Mitte/Ende der 90er haben NME & Co seine Musik zwischendurch mal mit dem Wort „Dadrock“ beschimpft. Hey! Paul Weller ist zwar siebenfacher Vater, aber er ist deswegen noch lange kein Dad! Wenn überhaupt, dann ist er ein geheimnisvoller, cooler Onkel. Einer, der nur ab und zu auf Besuch vorbei kommt und dann viel sonderbarere, glamourösere Klamotten trägt und besser mit den Kids kann als die anderen Verwandten und der die besten Geschichten und Geschenke dabei hat.

Man hört „Saturn’s Pattern“ in seiner Mischung aus immergrünem Brit-Klassizismus und trippigen Experimenten und fragt sich: Hey, ist es richtig, dass jemand, der bei seinem nächsten Album wohl 60 sein wird, den Brit-Kids in vielerlei Hinsicht immer noch so weit voraus ist?

Aber, ui ui ui, ich muss mich bremsen. Ich bin kurz davor, mich zu verzetteln und einen Text vom Zaun zu brechen, in dem es um sozialpolitisches Engagement und Aufbegehren in der Musik damals und heute geht. Es scheint immer so, als müsste man, wenn man über Weller spricht, seine ganze Vergangenheit mit thematisieren, weil er nun mal so ’ne Legende ist. Aber vielleicht kann ich ja versuchen, das einfach mal zu lassen? Review: Paul Weller weiterlesen

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.