San Cisco comes up again

Offen gestanden, ich habe mich nie gefragt, was wohl aus San Cisco geworden ist. Heute stoße ich auf eine relativ neue Single, drei Wochen alt.

Wenn man mich tatsächlich gefragt hätte: „Was ist wohl geworden aus San Cisco“, was hätte ich geantwortet? Wohl etwas a la: „Es muss weird sein, so früh durch die Ups and Downs der Musikindustrie geschüttelt zu werden.“ San Cisco comes up again weiterlesen

Movie in the right direction

Stichwort Britpop-Revival: „Ads“, die erste Single des Londoner Trios Movie (sollte man sich heutzutage als Band nicht googlebare Namen geben?) erinnerte an Blur at their most arty, so die „Great Escape“-Ära. Movies neue Single „Tusk Vegas“ nun hat einen definitiven early-Franz Ferdinand-Vibe, auch visuell. Ein Zick-Zack-Stampfbeat, der auf dem Dancefloor super funktionieren wird – seid Euch sicher, dass die Nummer am Samstag im Programm ist, wenn ich im Atomic an der Reihe bin.

Interview: Graveyard Train

Graveyard Train

Was, bitteschön ist „Horror-Country“? Das ist das, was Graveyard Train betreiben. American Gothic Sounds mit Psychedelia und Augenzwinkern – und mit der falschen Heimat. Denn dies sind keine Voodoo-Sumpfunken aus Louisiana, sondern: Australier. Es folgt: Ein email-Interview nach Melbourne mit Graveyard Train – Frontmann Nick Finch.
(Das Interview hätte natürlich schon im Juli auf dem alten Blog erscheinen sollen, aber … yada yada yada … naja, jetzt gibt es ja den neuen.)

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Grand DMA’s

Gibt’s etwa ein Britpop-Revival? Nach Superfood sind the DMA’s die zweite Band in kurzer Zeit, die die frühen 90s in Erinnerung ruft. Allerdings: Das sind gar keine Briten! Aus Sydney stammen diese Herren! Obwohl sie ganz extrem nach Manchester klingen! So sehr, dass sie dauernd das Wort „Shiiine“ verwenden! Da macht es total Sinn, dass The DMAs die Courteeners diesen Monat auf deren UK-Tour als Support Act begleiten, obwohl ihr Album erst 2015 erwartet wird.

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Interview: July Talk

July Talk Header

So, es geht los. Ein paar Monate ohne Blog – da hat sich ein kleiner Stapel Interviews angestaut, die nun alle auf die Welt losgelassen werden wollen. Los geht’s mit July Talk. Das kanadische Quintett ist für mich eine der Entdeckungen des Jahres – da herrscht eine knisternde Elektrizität zwischen dem Front-Paar Leah Fay und Peter Dreimanis, die ich noch bei keiner anderen Band erlebt habe. Nach 60 Jahren Rock’n’Roll will das schon was heißen. Auch und gerade live kann man unmöglich weggucken: Peter geht ab, als stünde er unter einem Druck, dass ihm der Kopf platzt, und endlich darf er ihn entladen – immer wieder entfahren ihm kathartische Schreie. Leah, das ist das Tolle, nimmt diese Ausbrüche nicht ernst. Sie teast Peter, sie hat die Hände am Steuer, nur, um sie dann umso grinsender in die Luft zu reißen und sich auf den Crash zu freuen wie damals die Jungs von MTVs „Jackass“.

Im Juli spielten July Talk im Atomic. Ich hatte eine ganze Stunde Interview, denn wir führten erst ein „normales“ (Hüstel!) Gespräch über ihre Musik, und danach spielten wir unseren lustigen Fragebogen durch. Teil 2 wird hier in absehbarer Zeit folgen. Wir beginnen mit dem klassischen Interview, backstage im Atomic an einem der heissesten Tage 2014. Leah ist zuerst da, wir führen ein bisschen Smalltalk, als ich das Aufnahmegerät einschalte. Noch was: Wenn ihr die Aussagen von Peter lest, stellt sie euch SEHR LAUT gesprochen vor. Mit weit aufgerissenen Augen und wilden Gesten, die das Ganze untermalen. Peter ist ein intensiver Typ. Fürs Interview klickt hier:

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Review: The Drums

The-Drums-EncyclopediaThe Drums – Encyclopedia

Auf meinem alten Blog gab’s ein langes Interview mit The Drums, aus der Zeit ihres zweiten Albums. „Nichts ist schlimmer, als die Leute, die nur ‚Let’s Go Surfing‘ hören wollen und den Rest der Show ignorieren“ erzählte Jonathan Pierce damals sinngemäß, und er war happy, dass seine Band seiner Vorstellung, wie sie klingen sollte, auf „Portamento“ nun näher gekommen war. Diese Platte war nicht mehr so eingängig wie ihr großer Durchbruchs-Hit, sondern näher an dem sperrigen schottischen Indie-ideal der 80er, an Bands wie The Wake, der Band, die er sich als Vorbild für The Drums ausgeguckt hatte.
Es ist ein ewiger Kampf in der Kunst: Der Rezipient kann das, was der Künstler schuf, missverstehen. Mehrheitlich ist dieser Fall sogar die Regel. Es gehört wohl zum Künstlerdasein, sich damit abzufinden, dass der Hörer nie 100% kapiert, was man sagen will. Aber Jonathan Pierce war ganz augenscheinlich enorm wichtig, dass das Bild, das er von sich selbst hat (bzw. gerne hätte), auch beim Musikhörer genau 1:1 so ankommt. Review: The Drums weiterlesen

Kochen mit Superfood

superfood openerEiner der doofsten Momente für einen Interviewer ist der, wenn man gerade fertig ist, das Aufnahmegerät ausschalten will – und feststellt: Auweia, das Mistding ist gar nicht mitgelaufen! Falsche Taste gedrückt, oder nicht fest genug, oder was weiss ich! Passiert aber halt doch immer mal wieder. Mir geschah es neulich, als ich Dom Ganderton am Telefon hatte, den Sänger der erfreulichen Nu-Britpopper Superfood aus Birmingham.

Woran ich mich aber dann doch erinnere: Ich fragte „Was ist denn dein persönliches Lieblings-Superfood?“ und Doms Antwort war: „Die Süßkartoffel. Die gilt doch als Superfood, oder?“ Also, ich finde schon. Dom: „… und weisst du, wie man die Süßkartoffel am leichtesten zubereitet? Einfach in die Mikrowelle damit! Zehn Minuten, und wenn du sie rausholst, ist sie innen schön weich und du kannst sie praktisch aus der Schale löffeln. Perfekt, wenn’s schnell und unkompliziert gehen soll!“ Oh, das werde ich mal ausprobieren, sage ich.

Also kommt jetzt eine Süßkartoffel für zehn Minuten in die Mikrowelle. Danach erzähle ich euch, ob’s schmeckt. Und ich erinnere mich an ein paar weitere Gesprächsthemen aus dem Interview. Nach dem Break. Kochen mit Superfood weiterlesen

The House that Kele Built?

Okay, besonders originell sind sie nicht, die Melbourner Jungs vom Northeast Party House. Ihr Indie-Dance-Dingens, das klingt ziemlich wie die Vorstellung, was aus Bloc Party geworden wäre, hätten Kele & Co all ihre künstlerischen „Wir-müssen-uns-immer-verändern!“-Ambitionen gleich nach „Silent Alarm“ ad acta gelegt und mit den Worten „Fuck it, die Kids wollen tanzen!“ den einfacheren Weg eingeschlagen. Nichtsdestotrotz, diesen Sound so hinzukriegen, dass man wirklich mitzucken will, auch das verlangt ganz zweifellos Talent – schließlich gibt’s auf der Welt zig Bands, die bei „Silent Alarm“ hängen geblieben sind. Aber Party House gehören zu den wenigen, die ich trotzdem regelmäßig poste. „Fake Friends“ ist die zweite Single ihres sehr ordentlichen Debütalbums „Any Given Weekend“

Talent Borrows, Genius Burrows

Alle sagen, Dave Grohl sei der netteste Mensch im Rock’n’Roll. Stimmt nicht. (Ich habe Dave Grohl getroffen, und er war mehr oberflächlich amerikanisch nett. Zwei Stunden nach dem Gespräch traf ich ihn noch mal in der Lobby, da zeigte er schon die kalte Schulter.) Der WIRKLICH netteste Mensch im Rock’n’Roll, das ist Andy Burrows. Der Ex-Drummer von Razorlight, der es auch selbst drauf hat, prima Songs zu schreiben. Mit Andy Burrows zu sprechen, das ist jedes Mal ein Geburtstag, so ein lieber Kerl ist das!
Andys aktuelle Platte „Fall Together Again“ klingt natürlich ganz schön erwachsen. Die Eltern erschreckt man damit nicht mehr, sie mögen es wahrscheinlich sogar! Denn es sind wirklich feine, schöne Lieder, Ohrwürmer alleroberster Kajüte, sehr filigran in Szene gesetzt.
Andy hat jetzt eine neue Single ausgekoppelt. Tja. Was sagen wir zu der Nummer? Es heisst doch „Talent borrows, Genius steals“, richtig? Kennt ihr „Gypsy“ von Fleetwood Mac? Aber: Andy darf das.

Andy Burrows – See A Girl (Official Video) from PIASGermany on Vimeo.

Jonas Gold

Juhu, Neues von Jonas Alaska = Jonas Aslaksen, dem hageren Singer/Songwriter aus dem Städtchen Åmli (NO), dessen erste zwei Alben in seinem Heimatland sehr erfolgreich waren. Und das zu recht, denn der Junge schreibt prima Lieder, teils verschmitzt, teils bewegend traurig, und verpackt sie gekonnt/gewitzt als Folk/Country/Retropop. Der neue Song „Summer“ ist eher untypisch, denn die Gitarre ist elektrisch. Das steigert unsere Spannung aufs dritte Album, für das diese Single ein Vorbote sein muss.

Das Video: Ich mag’s. Ein kompletter Teenie-Movie in dreieinhalb Minuten. Genau sowas hätte mir damals passieren können. Ich fühle mit dem Protagonisten total mit. Bei 3:02, wenn Jonas Alaska ins Bild kommt…

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.