Review: Wolf Alice

wolf alice my love is coolWolf Alice – „My Love Is Cool“

Ich muss mich bei Wolf Alice entschuldigen. Wie oft habe ich ihren Namen fallen lassen, wenn ich darüber schimpfte, dass es mit Indie in Grossbritannien so fürchterlich bergab gegangen ist! „Das erkennt man doch schon daran“, argumentierte ich immer, „dass (verächtlich) WOLF ALICE eine große neue Hoffnung sein sollen!“

Aber hui, wer belehrt mich hier eines Besseren? Sagen wir’s so: Ein gewisses Quartett aus Nordlondon mit der Sängerin Ellie Rowsell.

Okay, ich habe Wolf Alice noch nicht live gesehen. Vielleicht gab es da etwas zu erkennen, was ich auf ihren frühen Singles nicht erkannt habe? Die fand ich einfach… nicht gut. So überhaupt nicht! Die waren, so fand ich, Grunge von der Stange. Die liefen sowas von an mir vorbei!

Was, bitteschön, ist zum Beispiel prima an ihrer Single „Moaning Lisa Smile“? Die Melodie mal nicht! Die Grunge-Gitarren? Also echt, die konnte man doch nur spannend finden, wenn man noch nie Grunge gehört hat. Das, was Wolf Alice bisher machten, das haben the Breeders, die Throwing Muses und sogar Veruca Salt vor über 20 Jahren viel aufregender gemacht!

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Vinterview: Outfit

Vinterview Header Outfit2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht.

Ich werde die dabei verlorenen gegangenen Interviews hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Auf der Insel erschien in diesen Tagen das zweite Album der smarten Synthpopper Outfit. Hierzulande wird „Slowness“ zwar offiziell erst am 4.9. veröffentlicht, aber trotzdem ist das doch kein schlechter Zeitpunkt, um die Band erneut vorzustellen. Ich sprach mit Outfit-Sänger Andrew Hunt im Sommer 2013 anlässlich ihres Debüts „Performance“.  

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Palace Winter is coming

Also, es nervt ja schon. Mitzukriegen, es gibt neue Videos z.B. von Lo-Fi Fnk und von Amason, aber sie in meinem deutschen Blog nicht verwenden zu können, weil sie bei uns auf youtube gesperrt sind. Die Labels denken aber auch nicht daran, sie auch auf vimeo einzupflegen.

Nicht gesperrt sind immerhin die Clips des dänischen Lables Tambourhinoceros, immer eine gute Adresse für Indie-Psychedelia. Dort erscheint nun ein neues Duo namens Palace Winter, das als Herkunft Melbourne/Kopenhagen angibt. Ihre Debütsingle „Time Machine“ ist sehr in Ordnung.

Habt ihr einen Unblocker oder seid nicht aus Deutschland auf diese Seite gekommen? Dann lohnt es sich, her zu drücken: Palace Winter is coming weiterlesen

Alpineglühen

Seit Freitag ist es da, das zweite Album von Alpine namens „Yuck“ – mein Review und mehr zur Band siehe zwei Posts weiter unten. Zum Albumhighlight „Damn Baby“ gibt’s auch ein Video – aber wie immer ist es auf Youtube für Deutschland gesperrt und auf vimeo noch nicht zu finden.
Ein asiatisches Portal hat das Video jedoch – jetzt bin ich ja mal gespannt, ob es klappt, das hier einzubauen.

alpine damn babyNein, nicht so richtig. Naja, über kurz oder lang wird der Clip hoffentlich auf vimeo zu finden sein und dann mache ich hier ein Update.

ALPINE – Damn Baby from EYE SEA FILMS on Vimeo.

Update: Na, da ist es ja! Endlich auf Vimeo, Monate später…

Review: Alpine

alpine yuckAlpine – „Yuck“

Achtung, Lieblingsband-Alarm!
Boah, was liebte ich „A Is For Alpine“! Was für ein brillantes Debütalbum! Was für eine zauberhaft mysteriöse Band! Zwei Sängerinnen, vier Jungs im Hintergrund, aus dem fernen Melbourne, sophisticated, sexy, distanziert. Alpine gelangten an ähnliche Orte des Dreampop wie dereinst Lush und die Pale Saints – zwei Bands, die sie vermutlich nie gehört hatten. Sie gelangten zu diesen Sounds auch über ganz andere Wege als meine Lieblingsbands der frühen Nineties: Mit sich gegeneinander verschiebenden Rhythmen, mit tektonischen Spannungen, mit brodelnden Unterströmungen.

Es wird oft gesagt, ein gutes Lied erkenne man daran, dass man es auch mit der Akustikgitarre am Baggersee singen kann. Alpine widerlegen diese These. Ihre Stücke sind toll, aber einige integrale Elemente des typischen Lagerfeuer-Songs fehlen ihnen komplett. Zum Beispiel das, was der Engländer „tune“ nennt – die Melodie, die im Ohr bleibt. Alpine verwenden Gesang wie andere Bands Keyboard-flächen. Oder Percussion. Review: Alpine weiterlesen

Review: Duke Special

duke-special-look-out-machines-7692Duke Special – „Look Out Machines“

Es wird nicht zu vermeiden sein, dass ich mich hier ab und zu wiederhole. Deswegen: Sorry, aber einmal mehr beginne ich eine Rezension mit meiner These, dass ein Singer/Songwriter steht und fällt mit seiner Persönlichkeit. Sowie mit der Story bzw. der Figur, die er verkörpert.

Duke Special ist so eine Persönlichkeit. Der Mann aus Belfast, der eigentlich Peter Wilson heisst, sieht aus wie Robert Smiths kleiner Bruder aus dem Wanderzirkus: Schäbige Anzüge, Dreadlocks, Kajal zentimeterdick um die Mauseaugen. In einem Märchenfilm könnte man ihn als Rumpelstilzchen casten. Deswegen ist so besonders, was passiert, wenn er sich ans Klavier setzt: Dann wachsen ihm Schwingen und schwingt sich er in einen Himmel des Musiktheaters auf. Er wird zu einem zerknitterten Rufus Wainwright, der nicht auf der Met, sondern in der Augsburger Puppenkiste singt. Es hat was von Cabaret, es hat was von Drama, und es hat auch was von Elton John. Es ist, sozusagen, große Kleinkunst.  Review: Duke Special weiterlesen

What the Buzzard is about

Wenn das australische Label I Oh You eine neue Band signt, dann heisst’s hinhören – schließlich sind dies die Leute, die uns die DMA’s, City Calm Down und Snakadaktal entdeckt haben. (Genauer gesagt ist es ein Typ namens Jonathan Ponniah).

Neu in der Familie ist nun ein Quintett aus Sydney namens Green Buzzard. Und wieder gefällt’s mir auf Anhieb prima – die erste Single „Zoo Fly“ klingt nach Psychedelia und Britpop, prima!

How D’you Pyke that?

Eine Art Musiknews: Natalie Imbruglia hat ein Album mit Cover-Versionen angekündigt. Das würde mich ja normal nicht interessieren, aber unter den Songs, die sie pickte, stechen ein paar Titel ins Auge. „I Will Follow You Into The Dark“ von Death Cab, „Friday I’m In Love“ von The Cure zum Beispiel – oder „The Summer“ von ihrem Landsmann Josh Pyke. Der wiederum gehört zu meinen Lieblings-Singer/Songwritern und ich freue mich über die Extra-Aufmerksamkeit, die er jetzt vielleicht kriegt. Ich benutze diese News also als Ausrede, um das Original von „The Summer“ zu posten – erstens das offizielle Video, zweitens als Akustik-Performance. Ursprünglich erschien der Song auf Josh Pykes 2008’er Album „Chimney’s Afire“


p.s. ich habe Imbruglias Version gehört und sie piepst wie ein Mäuschen. Da bleiben wir lieber beim Original.

p.p.s. und sieh an – Josh Pyke hat ebenfalls sein neues Album angekündigt, Hurra! Am 31.07. erscheint „But For All These Shrinking Hearts“!

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.