Pokey-Dokey

Ich bin kein Fan von „Lyric Videos“, aber dafür mag ich Pokey LaFarge umso lieber. Was Kitty, Daisy & Lewis können, kann der fein gekleidete Mann aus Illinois auch: 40s/50s-Sounds so 1:1 superauthentisch rekreieren, dass man kaum glauben kann, dass es brandneue Musik ist. Nur, dass Pokey das Ganze mit Country-Flavour macht.

Pokeys letztes Album erschien 2013 auf Jack Whites Label Third Man Records (es ist nie verkehrt, so einen Promi-Fan zu haben), eine neue kommt (zumindest in den Staaten) am 07.04. über die renommierten Rounder Records (u.a.Willie Nelson).

Re-Introducing Palace Players

Das war eigentlich eine ziemlich gute Band, die Caesars bzw Caesars Palace, wie sie ursprünglich in Schweden hießen, als sie ihre Karriere begannen. Mit ihrem Garagenpop haben sie uns in den Nullerjahren viel Spaß gemacht. Sänger Cesar Vidal ist heutzutage Musiklehrer, liest man, während Jocke Åhlund (Gitarre) als Mitglied der Teddybears immer noch aktiv ist und demnächst offenbar wieder ein Album an den Start bringt.

Warum komme ich auf die Caesars? Weil ihr Label in Schweden einen ganzen Stapel alter Videos auf youtube hochgestellt hat. Darunter eine Menge Clips, die ich nie vor die Augen gekriegt habe – und die uns daran erinnern, dass die Jungs eine Menge Hits außer „Jerk It Out“ hatten.

Re-Introducing Palace Players weiterlesen

Various Clipping

Es gibt in diesen Tagen wieder ein paar (recht) neue Videos, aber auch das alte Problem, dass ich hier nur youtube, vimeo und dailymotion einbauen kann, wobei youtube gerne gesperrt wird. Was soll’s, dann gibt’s eben erst mal ein paar Links.

1. Ich liebe den norwegischen Songwriter Jonas Alaska. Während hierzulande in Kürze eine Art Best-Of seiner ersten zwei Alben erscheinen wird, steht in Norwegen sein drittes Album vor der Tür. Hier setzt Jonas, der bisher fast ausschließlich akustisch unterwegs war, mehr E-Gitarren ein- aber dezent genug, dass es Jonas Alaska bleibt. Hier seine aktuelle NO-Single „I’m Sorry“.

An dieser Stelle mache ich einen Break – aber wenn ihr auf „Continue Reading“ klickt, findet ihr zu Clips von Spector, The Cribs, Theme Park, The Love Junkies und Shakey Graves Various Clipping weiterlesen

Sturge it up!

Ach, ich freu‘ mich einfach so für den umwerfenden Sturgill Simpson, dass es für ihn in den USA gerade so durch die Decke geht. „Metamodern Sounds In Country Music“ hat jetzt 100.000 Alben verkauft und steigt neun Monate nach VÖ weiterhin in den Country Charts nach oben, all die Pop-Acts hinter sich lassend. Remember, das ist eine Platte, die Sturgill komplett selbst finanzierte und mit seinem eigenen Label an den Mann brachte. Inzwischen hat er fürs dritte Album einen Vertrag bei Atlantic unterschrieben und dieses offenbar im Januar auch aufgenommen. Nach seiner (natürlich krass ausverkauften) aktuell laufenden US-Tour dürfen wir uns wohl darauf einstellen, dass die VÖ von Album 3 erstmals mit viel Brimborium angeschoben wird.

Gestern spielte Sturgill mal nicht vor einer ausverkauften US-Halle, sondern hatte seinen zweiten Auftritt bei David Letterman. Er spielte „Long White Line“ und Gitarrist Laur Joamets aka Little Joe tobte sich mal wieder so richtig auf dem Griffbrett aus. Ich bin normal kein Fan von Gitarrensolos, aber wenn Little Joe loslegt, liebe ich es.

Hier eben noch mal der Link zu meinem Interview.

spot-ting some danes, pt 1

Es ist schon sowas wie Tradition: Ein mal im Jahr besuche ich in Aarhus das SPOT Festival, denn dort stellt die dänische Musikwelt der internationalen Branche und zahlreichen Fans immer die neuesten Acts ihrer florierenden Szene vor. Auch aus dem Rest Skandinaviens zeigen sich neue und kommende Namen. So konnte ich dort schon prima dänische Lieblingskünstler wie VETO, Turboweekend, Vinnie Who, the Raveonettes, The William Blakes, Blaue Blume, Rangleklods, Reptile Youth, Treefight For Sunlight, When Saints Go Machine und zig andere kennenlernen oder endlich live sehen. Das gleiche gilt für Nicht-Dänen wie Jonas Alaska (NO), Jonathan Johansson (SE), Byrta (FO), Young Dreams (NO), Familjen (SE), Deportees (SE), Amason (SE) und noch viel mehr. Also lohnt sich ein Blick ins Programm – picken wir doch mal blind ein paar Bands raus, die wir noch nicht kennen und bilden uns ein Blitzurteil. Nach dem Break gibt’s also eine Handvoll Videos von dänischen (relativen) Newcomern. spot-ting some danes, pt 1 weiterlesen

Salo Mortale

Mei, was haben wir uns Anfang der Nullerjahre über The Ark gefreut! Nachdem Indie die Jahre zuvor stagniert hatte, hatte die paradiesvogelbunte Popwucht dieser Schweden was regelrecht Radikales. Mit The Ark konnte man die Leute mal wieder so richtig aufregen – denn Kostümwechsel von hautengem Plastik in die Federboa, die waren lange verboten. Zuckersüßer Hurra-Glampop erst recht! Aber bei Indie geht’s darum, nicht mitzulaufen, sondern sein eigenes Ding zu drehen und stolz weiter zu machen, auch wenn die Leute spucken. Deswegen waren The Ark mutiger und mehr Indie als ihre Zeitgenossen.

Aber klar, irgendwann war die Luft raus aus dieser Party. 2011 kam ihre abschließende Single-Collection „Arkeology“ und danach habe ich die Sache auch nicht mehr weiter verfolgt. Ich habe so weit mitgekriegt, dass The Ark-Sänger Ola Salo heute in Stockholm auf Musicalbühnen singt, u.a. den „Jesus Christ Superstar“. Dass er eine Solokarriere verfolgt, war an mir bisher vorbei gelaufen. Das aber tut Ola, und er hat eine aktuelle Single draußen namens „Go On Go On“. Ja, es ist immer noch so nah am Glitzerpop, dass man Zahnschmerzen kriegt. Andererseits, auch bei The Ark musste man erst durch die Zahnschmerzen durch, ums zu kapieren. Und: Es gibt Killers-Songs, die sind ähnlich nah am Schlager. Posten wollte ich’s immerhin, damit man sich eine Meinung bilden kann.

Das Video habe ich noch nicht in einbettbarer Version gefunden, hier immerhin ein Link und eine SWE-TV-Performance der Single:

Twerpy Twerpy Tweep Tweep

Hach, ich liebe sie ja schon sehr, die Twerps aus Melbourne. Am Donnerstag hatte ich ein Skype-Gespräch mit Sänger Martin Frawley. Leider ist es noch nicht transkribiert. Das hätte natürlich gepasst, wenn ich es pünktlich zum neuen Video „Stranger“ hätte liefern können. So aber muss ich euch vertrösten und um etwas Geduld bitten. Übrigens, die Twerps kommen im Mai für drei Termine nach Deutschland, unter anderem nach München ins Theatron. Hurra!


Ach ja, „Stranger“ kommt natürlich vom zweiten Twerps-Album „Range Anxiety“. Aber das wusstet ihr ja alle schon!

Interview: Guster

header guster

Karrieren können umschlungene Wege gehen. In den USA sind Guster aus Boston seit tatsächlich fast zwei Jahrzehnten aktiv. Sie können dort inzwischen auf eine große Fanbase zählen und steigen mit ihren Alben immer mindestens in den Billboard Top 30 ein. In Europa dagegen kennt man ihren feinen Indiepop noch beinahe gar nicht. Ob sich das mit dem neuen Album „Evermotion“ ändern wird? Immerhin haben die vier im März nun ihre erste Deutschlanddaten im Tourplan. Gusters Sänger Ryan Miller beantwortete mir ein email-Interview.

Interview: Guster weiterlesen

Thank You For The MEWsic

Oh, Hurra! Da ist sie, die neue Single von Mew!
Der erste Teaser fürs kommende Album namens „+ -“

Wer Mew nicht kennt (und es ist ja auch schon sechs Jahre her, seit die Kopenhagener was Neues gemacht haben): Das ist verkünstelter, komplexer, ambitionierter, atmosphärischer Indie-Rock mit Brüchen, Tempo- und Farbwechseln – was ja eine knifflige Kombi sein kann, die anderen Bands gerne mal daneben geht. Dieser Sound könnte auch in prätentiöse Wichtigtuerei ausarten, aber die ehemaligen Filmstudenten Mew schaffen es immer, echten schwelgerischen Ohrenschmaus zu kreieren.

Es singt: Jonas Bjerre, der seit dem letzten Mew-Album „No More Stories“ (2009) auch ein prima Soloalbum und zwei Alben mit Apparatjik (seiner gemeinsamen Band mit Magne Furuholmen von a-ha, dem Producer Martin Terefe und Guy Barryman, Coldplay) hingelegt hat, die ebenfalls superduper-hörenswert sind und Euch hiermit ans Herz gelegt seien.

MEW „Satellittes“ from casper balslev on Vimeo.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.